Migräne Kranit ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von Migräne und anderen leichteren bis mittelstarken Schmerzen eingesetzt wird. Dieser Artikel bietet verständliche Informationen zu diesem Medikament, einschließlich seiner Wirkweise, Anwendung, Gegenanzeigen und möglichen Nebenwirkungen.
Wie Migräne Kranit wirkt
Der Wirkstoff in Migräne Kranit, Phenazon, wirkt vor allem schmerzstillend, fiebersenkend und in geringem Maße auch entzündungshemmend. Es wird vermutet, dass Phenazon bestimmte Botenstoffe, die sogenannten Prostaglandine, hemmt. Prostaglandine spielen eine wichtige Rolle bei der Schmerzentstehung und der Entwicklung von Entzündungen. Durch die Hemmung dieser Botenstoffe kann Phenazon die Weiterleitung und Wahrnehmung von Schmerzen reduzieren.
Anwendungsgebiete von Migräne Kranit
Migräne Kranit wird hauptsächlich zur Linderung von Kopfschmerzen bei Migräneanfällen mit und ohne Aura eingesetzt. Es kann auch bei leichten bis mäßig starken Schmerzen anderer Ursachen verwendet werden. Die Darreichungsform als Zäpfchen bietet den Vorteil, dass es auch bei Übelkeit und Erbrechen angewendet werden kann, wenn die orale Einnahme von Tabletten nicht möglich ist.
Dosierung und Anwendung
Die Dosierung von Migräne Kranit hängt vom Alter des Patienten und der Art der Schmerzen ab. Es ist wichtig, die Anweisungen in der Packungsbeilage oder die Anweisungen Ihres Arztes oder Apothekers genau zu befolgen.
Dosierung von Migräne Kranit 500 mg Tabletten:
Leichte bis mäßig starke Schmerzen:
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- Jugendliche von 12-15 Jahren: Einzeldosis: 1 Tablette, Gesamtdosis: bis zu 2 Tabletten pro Tag im Abstand von 6-8 Stunden zu der Mahlzeit.
- Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene: Einzeldosis: 1-2 Tabletten, Gesamtdosis: bis zu 8 Tabletten pro Tag im Abstand von 4-8 Stunden zu der Mahlzeit.
Kopfschmerzen bei Migräne, vor allem in der akuten Phase:
- Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene: Einzeldosis: 2 Tabletten, Gesamtdosis: bis zu 8 Tabletten pro Tag im Abstand von 4-8 Stunden zu der Mahlzeit.
Patienten mit einer Leberfunktionsstörung:
- Sie müssen in Absprache mit Ihrem Arzt eventuell die Einzel- oder die Gesamtdosis reduzieren oder den Dosierungsabstand verlängern.
Anwendungshinweise für Tabletten:
Nehmen Sie das Arzneimittel mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) ein.
Anwendung von Zäpfchen:
Führen Sie das Arzneimittel in den Enddarm ein. Zuvor entleeren Sie den Darm möglichst. Zur Verbesserung der Gleitfähigkeit empfiehlt es sich, das Zäpfchen in der Hand zu erwärmen oder ganz kurz in heißes Wasser zu tauchen.
Dauer der Anwendung:
Ohne ärztlichen Rat sollten Sie das Arzneimittel nicht länger als 3-4 Tage anwenden. Phenazonhaltige Arzneimittel sollten ohne ärztlichen oder zahnärztlichen Rat nicht länger als 3 - 4 Tage eingenommen werden.
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Überdosierung:
Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Zittern, Krampfanfällen, Sehstörungen sowie zur Bewußtlosigkeit und zum Herzstillstand. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung. Anzeichen einer Überdosierung sind Zittern, Krampfanfälle, Sehstörungen, Hautausschläge und Bewusstlosigkeit. Bei diesen Anzeichen wenden Sie sich sofort an einen Arzt. Gegebenenfalls sind Erste-Hilfe-Maßnahmen einzuleiten.
Einnahme vergessen?
Setzen Sie die Einnahme zum nächsten vorgeschriebenen Zeitpunkt ganz normal (also nicht mit der doppelten Menge) fort.
Wichtige Hinweise zur Dosierung:
Achten Sie vor allem bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen auf eine gewissenhafte Dosierung. Im Zweifelsfalle fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker nach etwaigen Auswirkungen oder Vorsichtsmaßnahmen. Eine vom Arzt verordnete Dosierung kann von den Angaben der Packungsbeilage abweichen. Da der Arzt sie individuell abstimmt, sollten Sie das Arzneimittel daher nach seinen Anweisungen anwenden.
Gegenanzeigen
Migräne Kranit darf nicht eingenommen werden in folgenden Fällen:
- Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe (Phenazon, Pyrazolone oder Phenylbutazon)
- Porphyrie (Stoffwechselkrankheit)
- Glucose-6-phosphat-dehydrogenase-Mangel (spezielle vererbte Stoffwechselstörung)
- Schwangerschaft und Stillzeit
- Kinder unter 12 Jahren (Tabletten)
- Kinder unter 15 Jahren (Zäpfchen sollten in dieser Gruppe in der Regel nicht angewendet werden. Es gibt Präparate, die von der Wirkstoffstärke und/oder Darreichungsform her besser geeignet sind.)
Unter Umständen sollten Sie vor der Anwendung von Migräne Kranit Ihren Arzt oder Apotheker konsultieren, wenn Sie an Blutbildungsstörungen oder Asthma bronchiale leiden.
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Wichtige Hinweise
- Bei Schmerzen oder Fieber ohne ärztlichen Rat nicht länger anwenden als in der Packungsbeilage vorgegeben!
- Die gewohnheitsmäßige Anwendung von Schmerzmitteln kann zu einer dauerhaften Nierenschädigung führen. Werden mehrere Schmerzmittel kombiniert, oder sind in einem Schmerzmittel mehrere Wirkstoffe enthalten, erhöht sich das Risiko dafür.
- Vorsicht bei Allergie gegen Schmerzmittel!
- Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben. Das gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.
- Patienten mit bekannten Allergien oder bestimmten Erkrankungen mit möglicher allergischer Ursache (auch in der Vorgeschichte) neigen vermehrt zu einer Schockreaktion (plötzliches Kreislaufversagen).
Mögliche Nebenwirkungen
Wie alle Arzneimittel kann Migräne Kranit Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen.
Zu den möglichen Nebenwirkungen gehören:
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes: Gelegentlich: Hautveränderungen mit Rötung und Juckreiz, Entzündungen, Hautausschläge mit verschiedenen Erscheinungsformen, Knötchen, Bläschen und Nesselsucht. Selten: Schwellungen mit Wasseransammlung, Entzündungen und Schwellungen der Schleimhäute, vor allem im Rachen, und Hautausschläge bis hin zur Ablösung und Auflösung der Haut (fixe Exantheme, Urtikaria, in besonders seltenen Fällen: makulopapulöse Exantheme, Erythema multiforme, Erythema nodosum, angioneurotische Ödeme sowie toxische epidermale Nekrolyse).
- Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort: Selten: Schwere allergische Sofortreaktion mit Schockanzeichen.
Hinweis: Ein Schock ist ein sehr seltenes Ereignis. Es kann sich in unterschiedlicher Stärke durch folgende Warnzeichen äußern: Kalter Schweiß, Atemnot, Schwindel, Übelkeit, Benommenheit. Es können ein Beklommenheitsgefühl in der Herzgegend, Pulsjagen und Blutdruckabfall hinzukommen. Diese Erscheinungen können sofort oder bis zu einer Stunde nach Einnahme auftreten. Rufen Sie bei den ersten Anzeichen eines Schockzustandes sofort den nächst erreichbaren Arzt zu Hilfe! Bis zu dessen Eintreffen sind der Oberkörper des Kranken flach und seine Beine hoch zu lagern. Zur Vermeidung von Auskühlung ist der Kranke mit einer Decke warmzuhalten.
In Einzelfällen sind Blutbildveränderungen nach der Anwendung nicht auszuschließen.
Gegenmaßnahmen bei Nebenwirkungen:
Bei Auftreten schwerer Nebenwirkungen soll das Arzneimittel nicht mehr eingenommen werden; bitte wenden Sie sich in diesem Fall umgehend an Ihren Arzt. Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden.
- Wird Migräne Kranit gleichzeitig mit Warfarin eingenommen, kann die Wirkung von Warfarin abgeschwächt werden.
- Wird Migräne Kranit über längere Zeit mit enzyminduzierenden Substanzen wie z. B. Phenytoin, Carbamazepin, Barbiturate, Spironolacton oder Rifampicin eingenommen, kann die Wirkdauer von Phenazon verkürzt sein.
- Wird Migräne Kranit gleichzeitig mit Cimetidin und/oder Disulfiram sowie Betarezeptorenblockern wie z. B. Propranolol, mit Calcium-Antagonisten wie Verapamil oder Diltiazem, mit Antiarrhythmika wie Amiodaron, mit oralen Kontrazeptiva oder Ketoconazol eingenommen, wird der Abbau und/oder die Ausscheidung von Phenazon verlangsamt.
Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Migräne Kranit einnehmen. Patienten, bei denen bereits Blutbildschäden festgestellt wurden, sollten Migräne Kranit nur unter ärztlicher Überwachung des Blutbildes einnehmen.
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