Erhöhter Hirndruck und Dimenhydrinat-Anwendung: Ein umfassender Überblick

Erhöhter Hirndruck ist ein ernstes medizinisches Problem, das verschiedene Ursachen haben kann. Die Anwendung von Medikamenten wie Dimenhydrinat in solchen Situationen erfordert sorgfältige Abwägung und Fachkenntnisse. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen erhöhtem Hirndruck, Erbrechen, Dimenhydrinat und anderen relevanten Aspekten.

Was ist erhöhter Hirndruck?

Erhöhter Hirndruck, auch intrakranieller Druck genannt, entsteht, wenn der Druck innerhalb des Schädels ansteigt. Dies kann durch eine Zunahme des Volumens von Gehirngewebe, Blut oder Liquor (Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit) verursacht werden. Mögliche Ursachen sind:

  • Tumore
  • Hirnblutungen
  • Hirnödeme
  • Hydrozephalus (Ansammlung von Liquor)
  • Infektionen wie Meningitis oder Enzephalitis

Ursachen für Erbrechen

Erbrechen ist eine Schutzfunktion des Körpers, um schädliche Substanzen loszuwerden. Es wird vom Brechzentrum im Gehirnstamm koordiniert. Es kann durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, darunter:

  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts (Infektionen, Entzündungen, Verstopfungen)
  • Erkrankungen außerhalb des Magen-Darm-Trakts (Herzinfarkt, Nierenkolik, Migräne)
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems (erhöhter Hirndruck, Hirnhautentzündung)
  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes, Urämie)
  • Reiseübelkeit
  • Vergiftungen, Medikamente (z.B. Chemotherapie)
  • Schwangerschaft
  • Hohes Fieber und schwere Schmerzen
  • Psychische Erkrankungen (Bulimie, Anorexie)

Dimenhydrinat: Anwendung und Wirkungsweise

Dimenhydrinat ist ein Antihistaminikum, das zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird. Es besteht aus den Wirkstoffen Diphenhydramin und 8-Chlortheophyllin. Dimenhydrinat wirkt, indem es die Histamin-Rezeptoren im Gehirn blockiert und so die Reizweiterleitung an das Brechzentrum reduziert. Es hat auch eine beruhigende Wirkung.

Vertigo-Vomex plus Cinnarizin

Vertigo-Vomex plus Cinnarizin ist ein Medikament, das zwei Wirkstoffe enthält: Cinnarizin und Dimenhydrinat. Cinnarizin gehört zur Gruppe der sogenannten Calciumantagonisten und Dimenhydrinat zur Gruppe der sogenannten Antihistaminika. Beide Wirkstoffe bewirken eine Reduzierung der Schwindelsymptome (Schwindelgefühl oder „Drehgefühl“) und Übelkeit. Wenn diese beiden Wirkstoffe in Kombination angewendet werden, sind sie wirksamer als wenn jeder Einzelwirkstoff für sich allein eingesetzt wird. Vertigo-Vomex plus Cinnarizin wird bei Erwachsenen zur Behandlung unterschiedlicher Schwindelformen angewendet und ist angezeigt zur Anwendung bei Erwachsenen über 56 kg Körpergewicht.

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Gegenanzeigen von Dimenhydrinat

Dimenhydrinat darf nicht eingenommen werden bei:

  • Allergie gegen Dimenhydrinat, Diphenhydramin oder andere Antihistaminika
  • Engwinkelglaukom
  • Epilepsie
  • Erhöhtem Hirndruck
  • Alkoholmissbrauch
  • Prostatabeschwerden mit Schwierigkeiten beim Wasserlassen
  • Leber- oder Nierenversagen
  • Akutem Asthma
  • Nebennieren-Tumor (Phäochromozytom)
  • Störung der Produktion des Blutfarbstoffs (Porphyrie)
  • Herzrhythmusstörung
  • Akuten Vergiftungen
  • Behandlung mit bestimmten Antibiotika (Aminoglykosiden)
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Erhöhter Hirndruck und Dimenhydrinat: Eine gefährliche Kombination

Die Anwendung von Dimenhydrinat bei erhöhtem Hirndruck ist kontraindiziert. Dies bedeutet, dass das Medikament in dieser Situation nicht eingesetzt werden darf. Der Grund dafür liegt darin, dass Dimenhydrinat die Symptome des erhöhten Hirndrucks verschlimmern kann.

Warum ist Dimenhydrinat bei erhöhtem Hirndruck kontraindiziert?

Erhöhter Hirndruck kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Sehstörungen
  • Bewusstseinsstörungen
  • Krampfanfälle

Dimenhydrinat kann einige dieser Symptome, insbesondere Übelkeit und Erbrechen, unterdrücken. Dies kann jedoch die Diagnose und Behandlung des erhöhten Hirndrucks erschweren. Darüber hinaus kann Dimenhydrinat die Hirnfunktion beeinträchtigen und die Bewusstseinsstörungen verstärken.

Alternativen zu Dimenhydrinat bei Übelkeit und Erbrechen

Wenn Dimenhydrinat aufgrund von erhöhtem Hirndruck kontraindiziert ist, gibt es alternative Medikamente zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen. Dazu gehören:

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  • Metoclopramid: Unterdrückt den Brechreiz im Gehirn und stimuliert die Darmbewegungen. Es ist rezeptpflichtig und nicht für Kinder unter zwei Jahren zugelassen.
  • Domperidon: Wirkt ähnlich wie Metoclopramid und ist ebenfalls rezeptpflichtig.
  • Ondansetron und andere Serotoninantagonisten: Diese starken Wirkstoffe werden im klinischen Umfeld nach ärztlicher Verordnung eingesetzt.

Allgemeine Maßnahmen bei Übelkeit und Erbrechen

Unabhängig von der Ursache der Übelkeit und des Erbrechens gibt es einige allgemeine Maßnahmen, die helfen können, die Symptome zu lindern:

  • Nahrungsaufnahme stoppen: Zunächst sollte eine Pause bei der Nahrungsaufnahme eingelegt werden.
  • Flüssigkeitszufuhr: Trinken ist wichtig, um den Flüssigkeitshaushalt auszugleichen. Geeignete Getränke sind stilles Wasser, Tee mit Traubenzucker und Salz, verdünnte Fruchtsaftschorlen, Ginger Ale oder Ingwertee.
  • Schonkost: Achten Sie auf eine fettarme Schonkost und nehmen Sie kleine Mahlzeiten ein. Geeignete Lebensmittel sind Knäckebrot, Toastbrot, Kartoffeln, leicht verdauliches Gemüse, mageres Fleisch in Hühnerbrühe, Reis und Nudeln.
  • Vermeiden Sie: Scharfe Gewürze, fettige, süße, stark gesalzene oder gebratene Speisen sowie Milchprodukte sollten vermieden werden.

Vertigo-Vomex plus Cinnarizin: Dosierung und Anwendung

Nehmen Sie Vertigo-Vomex plus Cinnarizin immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker ein. Die empfohlene Dosis beträgt 3-mal täglich eine Tablette, einzunehmen nach den Mahlzeiten mit etwas Flüssigkeit. Schlucken Sie die Tablette unzerkaut. Zwischen zwei Einnahmen sollte ein zeitlicher Abstand von mindestens 6 Stunden eingehalten werden. Normalerweise werden Sie Vertigo-Vomex plus Cinnarizin bis zu vier Wochen lang einnehmen. Ihr Arzt wird Ihnen sagen, ob Sie Vertigo-Vomex plus Cinnarizin über diesen Zeitraum hinaus einnehmen müssen.

Nebenwirkungen von Vertigo-Vomex plus Cinnarizin

Wie alle Arzneimittel kann auch Vertigo-Vomex plus Cinnarizin Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Häufige Nebenwirkungen sind Schläfrigkeit, Müdigkeitserscheinungen (Sedierung), Mundtrockenheit, Kopfschmerzen und Magenschmerzen. Diese Nebenwirkungen sind in der Regel leicht ausgeprägt und verschwinden innerhalb weniger Tage, auch wenn Sie Vertigo-Vomex plus Cinnarizin weiterhin einnehmen. Gelegentliche Nebenwirkungen sind Schwitzen, Hautrötungen, Verdauungsstörungen, Übelkeit, Durchfall, Magen-Darm-Unverträglichkeit, Nervosität, Krämpfe, Vergesslichkeit, Tinnitus (Ohrgeräusche), Missempfindungen (Kribbeln in Händen oder Füßen) und Tremor (Zittern).

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Vertigo-Vomex plus Cinnarizin

  • Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen haben oder beabsichtigen, andere Arzneimittel einzunehmen.
  • Trinken Sie während der Behandlung mit Vertigo-Vomex plus Cinnarizin keinen Alkohol, da Sie dies müde oder schläfrig machen kann.
  • Sie dürfen Vertigo-Vomex plus Cinnarizin nicht einnehmen, wenn Sie schwanger sind oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein.
  • Sie dürfen Vertigo-Vomex plus Cinnarizin nicht in der Stillzeit einnehmen.
  • Vertigo-Vomex plus Cinnarizin kann Sie schläfrig machen, zu Gedächtnisstörungen und verminderter Konzentrationsfähigkeit führen. In diesem Fall sollten Sie kein Fahrzeug führen und keine Maschinen bedienen.

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