Atlaswirbel und Migräne: Ein möglicher Zusammenhang

Kopfschmerzen, Migräne und Schwindel sind weit verbreitete Beschwerden, die vielfältige Ursachen haben können. Oftmals wird jedoch der Atlaswirbel, der erste Halswirbel (C1), bei der Diagnose und Behandlung dieser Symptome vernachlässigt. Dabei spielt der Atlas eine entscheidende Rolle für das körperliche Wohlbefinden und kann bei einer Fehlstellung eben solche Beschwerden hervorrufen.

Die Bedeutung des Atlaswirbels

Der Atlaswirbel bildet zusammen mit dem zweiten Halswirbel, dem Axis, die Verbindung zwischen Kopf und Wirbelsäule. Als zentrales Gelenk zwischen Schädel und Wirbelsäule ermöglicht der Atlas die Beweglichkeit des Kopfes. Genauer gesagt, ermöglicht der Atlas das Neigen und der Axis das Drehen des Kopfes. Da beide Wirbel miteinander verbunden sind und Nerven durch sie führen, ist es nicht verwunderlich, dass eine Fehlstellung des Atlaswirbels zahlreiche Beschwerden auslösen kann.

Anatomie des Atlas

Im Gegensatz zu den anderen Wirbeln des Körpers hat der Atlas keinen Wirbelkörper. Er besteht aus einem vorderen und einem hinteren Wirbelbogen, die durch eine dicke Knochenmasse verbunden sind. In der Mitte des Atlaswirbels befindet sich der Kanal, durch den das Rückenmark verläuft. An der Vorderseite des Atlaswirbels befinden sich die Querfortsätze, an der Rückseite die Überreste der Dornfortsätze. Gemeinsam mit dem Axis, den umliegenden Muskeln und Bändern bildet der Atlas ein komplexes System, in dem viele Nerven zusammenlaufen. Dieses System, auch Nackenrezeptorenfeld genannt, steuert die Stellung des Kopfes, die Spannung der Nackenmuskulatur und die Verarbeitung von Schmerzsignalen.

Ursachen und Symptome einer Atlasfehlstellung

Eine Atlasfehlstellung, auch Atlasverschiebung oder Atlasblockade genannt, kann verschiedene Ursachen haben. Einige Menschen haben eine angeborene Atlasfehlstellung. Bei anderen entsteht sie durch Stürze oder eine falsche Körperhaltung. Insbesondere Menschen, die lange Zeit am Schreibtisch vor dem Rechner verbringen, nehmen oft eine falsche Körperhaltung ein, bei der der Kopf nach vorne geschoben wird, was zu einem sogenannten Geierhals und einem Brettnacken führen kann. Stress und Konzentration können diese Haltung noch verstärken.

Typische Symptome

Die typischen Beschwerden, die auf eine Atlasfehlstellung zurückgeführt werden, sind:

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  • Kopfschmerzen
  • Migräne
  • Schwindel

Weitere Symptome können sein:

  • Nackenschmerzen
  • Tinnitus
  • Konzentrationsstörungen
  • Herzrhythmusstörungen

Durch die Verschiebung des Atlaswirbels verspannen sich die umliegenden Muskeln und Faszien, wodurch sich langfristig auch der Schwerpunkt des Kopfes verschieben kann. Dies kann zu einer Kettenreaktion führen, die den gesamten Körper betrifft.

Auswirkungen auf den Körper

Eine Atlasfehlstellung kann die Statik des gesamten Körpers beeinträchtigen. Durch das Ungleichgewicht muss eine Körperseite mehr tragen, was eine Ausgleichsreaktion auf der anderen Seite provoziert. Dies kann zu erhöhten muskulär-faszialen Spannungen führen und sogar eine Beckenschiefstellung verursachen.

Zusammenhang zwischen Atlasfehlstellung und Migräne

Eine mögliche Ursache für Migräne kann eine Atlasfehlstellung sein. Wenn es zu einer Verschiebung des Atlaswirbels kommt, kann dies nicht nur zu einer Verlagerung des Kopfes, sondern auch zu einer Verschiebung einzelner Schädelknochen führen. Insbesondere das Keilbein kann sich verdrehen und auf das Stammhirn drücken, wo sich die Zentrale für die Durchblutung befindet. Eine veränderte Durchblutung kann Migräne auslösen.

Diagnose und Therapie

Wird eine Fehlstellung der Halswirbel diagnostiziert, sollten entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Eine Atlaskorrektur kann helfen, die Fehlstellung zu beheben und die Beschwerden zu lindern.

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Diagnose

Die Diagnose einer Atlasfehlstellung erfolgt in der Regel durch eine Kombination aus Anamnese, körperlicher Untersuchung und bildgebenden Verfahren wie Röntgenaufnahmen. Durch Abtasten der Halswirbel, des Kiefers und die Aufnahme von Bildern der Körperstatik kann ein Gesamtbild des Ist-Zustandes erstellt werden.

Therapieansätze

Es gibt verschiedene Therapieformen zur Korrektur des Atlaswirbels, darunter:

  • Atlastherapie nach Arlen: Eine schonende medizinische Technik, die auf die Steuerung des unwillkürlichen Nervensystems, das Gleichgewichtssystem, die allgemeine Muskelspannung sowie die Eigenwahrnehmung des Körpers wirkt. Bei dieser Behandlung gibt der Therapeut mit dem Mittelfinger einen Impuls auf den Atlasquerfortsatz. Impulsrichtung und -stärke sowie Impulshäufigkeit müssen für jeden Patienten individuell ermittelt werden.
  • Chiropraktik: Eine manuelle Therapie, die darauf abzielt, die normale Funktion der Wirbelsäule wiederherzustellen.
  • Manuelle Therapie: Eine Behandlungsmethode, bei der der Therapeut seine Hände einsetzt, um Funktionsstörungen des Bewegungsapparates zu behandeln.
  • Osteopathie: Ein ganzheitlicher Ansatz, der den Körper als Einheit betrachtet und darauf abzielt, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren.
  • foreas Therapie: Eine Therapie, bei der der Atlaswirbel mit Hilfe eines Vibrationsgerätes mobilisiert und in die richtige Position geschoben wird. Diese Art der Therapie gilt als effektiv und genau.

Die Wahl der geeigneten Therapie hängt von der individuellen Situation des Patienten ab.

Atlaskorrektur mit Vibrationsgerät (foreas Methode)

Bei der foreas Behandlung wird mithilfe eines Vibrationsgerätes der Atlaswirbel und wenn nötig alle weiteren Halswirbel schonend in ihre korrekte Position bewegt. Des Weiteren findet eine Massage mittels Vibrationsgerätes statt, um die Rückenmuskulatur optimal zu lockern. Durch die Korrektur der Wirbel gehen die Schädelknochen wieder in ihre physiologische Position zurück und das Stammhirn wird nicht mehr gereizt.

Weitere Maßnahmen

Zusätzlich zur Atlaskorrektur können weitere Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern:

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  • Dehnübungen: Regelmäßige Dehnübungen können helfen, die Muskeln und Faszien rund um den Atlas zu entspannen.
  • Ergonomische Anpassung des Arbeitsplatzes: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes kann helfen, eine falsche Körperhaltung zu vermeiden.
  • Stressmanagement: Stress kann die Muskelspannung erhöhen und die Beschwerden verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Schlafhygiene: Eine gute Schlafhygiene kann helfen, die Muskeln zu entspannen und die Regeneration des Körpers zu fördern. Achten Sie auf eine geeignete Matratze und ein nicht zu hohes Kissen.

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