Erythema migrans: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung von Schwellungen

Die Lyme-Borreliose ist eine durch Zecken übertragene Krankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht wird. Zu den frühen Symptomen gehört oft ein Erythema migrans, eine ringförmige Hautrötung, die sich um die Stichstelle herum bildet. Eine frühzeitige Diagnose und Behandlung mit Antibiotika sind entscheidend, um schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.

Was ist Erythema migrans?

Erythema migrans, auch bekannt als Wanderröte, ist ein charakteristisches Symptom der Lyme-Borreliose. Es tritt typischerweise zwischen 3 und 30 Tagen nach einem Zeckenstich auf und manifestiert sich als eine sich ausbreitende, ringförmige Rötung der Haut. In vielen Fällen (etwa 90 Prozent) bildet sich eine Rötung um die Einstichstelle, die im Verlauf von der Mitte her verblasst und sich ringförmig ausbreitet. Sie kann auch an anderen Körperstellen, wie Kopf, Hals oder Beinen, auftreten und erreicht einen Durchmesser von mindestens fünf Zentimetern.

Ursachen und Übertragung

Die Lyme-Borreliose wird durch verschiedene Spezies von Bakterien des Genus Borrelia verursacht, die zum Borrelia burgdorferi sensu lato (Bbsl) Komplex gehören. Die Übertragung erfolgt durch den Stich der Schildzecke Ixodes ricinus, die in Mitteleuropa ab Temperaturen von etwa 6°C aktiv ist. Eine längere Saugzeit (mindestens mehrere Stunden) ist notwendig, damit Borrelien von der Zecke auf den Menschen übertragen werden können.

Symptome und Verlauf

Die Symptome der Lyme-Borreliose können je nach Stadium der Erkrankung variieren. Typischerweise verläuft die Krankheit in drei Stadien:

  • Stadium I (bis 16 Wochen nach Zeckenstich): Symptome umfassen Jucken, Brennen, lokale Lymphknotenschwellungen, grippeähnliche Symptome, Erythema migrans (bei 50 Prozent der Fälle), Fieber, Konjunktivitis sowie Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen.
  • Stadium II (1 bis 4 Monate nach Zeckenstich): Akute Neuroborreliose mit Neuralgie, Sensibilitätsstörungen und Paresen; selten Meningitis, Enzephalitis, Arrhythmie und Augenentzündungen.
  • Stadium III (Monate bis Jahre nach Zeckenstich): Lyme-Arthritis mit mono- oder oligoartikulärer Arthritis und Tenalgien, Akrodermatitis chronica atrophicans Herxheimer mit Hautatrophie und livider Verfärbung, Arthropathie und Polyneuropathie an den betroffenen Extremitäten sowie chronische Neuroborreliose mit Enzephalomyelitis und Para- und Tetraparesen.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Zeckenstich zu einer Borreliose-Infektion führt. Das Risiko steigt jedoch mit jedem Zeckenstich und abhängig vom Alter der Tiere. Ausgewachsene (adulte) Zecken sind häufiger als junge Tiere Überträger der Borreliose.

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Diagnose

Die Diagnose der Lyme-Borreliose basiert in erster Linie auf klinischen Kriterien, insbesondere dem Vorhandensein eines Erythema migrans. Eine Blutuntersuchung im Labor kann helfen, die Diagnostik zu unterstützen. Die Durchführung mikrobiologischer oder serologischer Tests ohne klare klinische Fragestellung beziehungsweise bei unspezifischen Symptomen ist jedoch nicht indiziert.

Der im Vordergrund stehende Antikörpernachweis soll als Stufendiagnostik durchgeführt werden: Zunächst wird ein hochsensitiver, IgG/IgM-differenzierender Suchtest (vor allem ELISA, CLIA) eingesetzt, der nur bei reaktivem Ausfall durch einen spezifischen Immunoblot bestätigt wird.

Behandlung

Die Lyme-Borreliose wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Ihr Arzt oder Ihre Ärztin verordnet in der Regel ein Antibiotikum mit dem Wirkstoff Doxycyclin oder Amoxicillin, das Sie zwei bis vier Wochen lang einnehmen müssen. In bestimmten Fällen kommt auch eine intravenöse Gabe eines Antibiotikums in Frage.

Die Therapiedauer beträgt in der Regel 21 Tage. Es sollte so lange behandelt werden, bis das Erythem abgeklungen ist, jedoch mindestens 21 Tage. Als Mittel der ersten Wahl gelten:

  • Doxycyclin (ab 9. Lebensjahr)
  • Amoxicillin (insbesondere bei Kindern und Schwangeren)

Vorbeugung

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um das Risiko eines Zeckenstichs und damit einer Borreliose-Infektion zu verringern:

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  • Tragen Sie lange Hosen und Oberbekleidung mit langen Ärmeln.
  • Tragen Sie geschlossene und feste Schuhe.
  • Stecken Sie die Hose in die Strümpfe.
  • Wählen Sie nach Möglichkeit helle Kleidung, auf der Zecken besser zu sehen sind.
  • Verwenden Sie Anti-Zecken-Mittel für Haut und Kleidung.
  • Suchen Sie nach dem Ausflug in die Natur Kleidung direkt wechseln und den Körper gründlich nach Zecken absuchen, vor allem in Hautfalten, etwa unter den Achseln.

Was tun nach einem Zeckenstich?

  • Entfernen Sie die Zecke so schnell wie möglich mit einer Zeckenzange oder Zeckenkarte.
  • Greifen Sie die Zecke am Kopfbereich möglichst nah der Haut und ziehen Sie sie langsam und gerade heraus.
  • Desinfizieren Sie die Einstichstelle.
  • Beobachten Sie die Einstichstelle in den nächsten Wochen auf Veränderungen (z.B. Rötung).
  • Konsultieren Sie einen Arzt, wenn eine Wanderröte oder andere Symptome auftreten.

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