Hirntumor bei Babys und Kindern: Symptome, Erfahrungen und Perspektiven

Ein Hirntumor bei einem Baby oder Kind ist eine erschütternde Diagnose, die das Leben der ganzen Familie auf den Kopf stellt. Obwohl Hirntumore im Kindesalter relativ selten sind, stellen sie die zweithäufigste Krebserkrankung in dieser Altersgruppe dar. Dieser Artikel beleuchtet die Symptome von Hirntumoren bei Babys und Kindern, gibt Einblick in die Erfahrungen betroffener Familien und zeigt Perspektiven für den Umgang mit dieser schwierigen Situation auf.

Symptome von Hirntumoren bei Babys und Kindern

Die Symptome eines Hirntumors bei Babys und Kindern können vielfältig und unspezifisch sein, was die Diagnose erschwert. Sie hängen von der Größe, Lage und Wachstumsgeschwindigkeit des Tumors ab. Einige häufige Anzeichen sind:

  • Kopfschmerzen: Insbesondere morgendliche Kopfschmerzen, die sich im Liegen verstärken und im Laufe der Zeit an Intensität zunehmen.
  • Übelkeit und Erbrechen: Schwallartiges Erbrechen, oft morgens auf nüchternen Magen.
  • Neurologische Ausfälle: Stolpern, Ungeschicklichkeit, Schwierigkeiten beim Greifen, Koordinationsprobleme.
  • Sehstörungen: Doppelbilder, verschwommenes Sehen, Gesichtsfeldausfälle, Schielen, starrer Blick.
  • Verhaltensänderungen: Reizbarkeit, Weinerlichkeit, Apathie, Konzentrationsschwierigkeiten, Wesensveränderungen.
  • Entwicklungsverzögerungen: Plötzliche Schwierigkeiten bei Fähigkeiten, die das Kind bereits beherrschte, wie z.B. selbstständiges Anziehen.
  • Bewusstseinsstörungen: Apathie, kurzzeitige Bewusstlosigkeit.
  • Epileptische Anfälle: Krampfanfälle können ein erstes Symptom sein.
  • Hormonelle Störungen: Können bei bestimmten Tumoren auftreten und zu Zyklusstörungen, Milchfluss oder Funktionsstörungen der Hoden führen.
  • Schwerhörigkeit: Insbesondere einseitige Verschlechterung des Hörvermögens, oft begleitet von Ohrgeräuschen.
  • Sprach- und Schluckstörungen: Schwierigkeiten beim Sprechen oder Schlucken.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Symptome auch andere Ursachen haben können. Wenn jedoch mehrere dieser Anzeichen auftreten oder sich die Beschwerden verschlimmern, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Erfahrungsberichte betroffener Familien

Die Diagnose eines Hirntumors ist für die betroffenen Familien ein Schock. Die Berichte von Eltern und Angehörigen zeigen die emotionalen und körperlichen Belastungen, die mit der Erkrankung einhergehen.

Mia's Geschichte: Im Alter von zweieinhalb Jahren wurde bei Mia ein bösartiger Hirntumor festgestellt. Ihre Mutter Andrea bemerkte Veränderungen in ihrem Verhalten, wie Jähzorn und Fieber. Nach wiederholten Arztbesuchen und dem Bestehen auf einer Überweisung in die Kinderklinik wurde der Tumor schließlich durch ein MRT entdeckt. Mia wurde operiert und erhielt Chemotherapie. Trotz der Belastungen und Spätfolgen hat sie überlebt und besucht eine normale Grundschule.

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Valentin's Geschichte: Valentin erhielt mit 16 Jahren die Diagnose Hirntumor. Er erlebte Sehstörungen, Übelkeit und Schwindel. Nach einer Operation, Bestrahlung und Chemotherapie gilt er heute als geheilt und studiert Medizin.

Lea's Geschichte: Lea starb im Alter von fünf Jahren an einem seltenen, bösartigen Hirntumor. Ihre Mutter Martina beschreibt Lea als ein wundervolles Wesen, das trotz der Krankheit ihren Lebensmut behielt. Die Diagnose kam spät, da Symptome wie Sprachschwierigkeiten und Ängste zunächst als Entwicklungsschwierigkeiten abgetan wurden. Lea erhielt Bestrahlung und Chemotherapie, doch der Tumor war nicht heilbar.

Dr. Wimmer's Geschichte: Der Fernsehmoderator Dr. Johannes Wimmer erfuhr, dass seine sechs Monate alte Tochter Maximilia an einem seltenen, bösartigen Hirntumor erkrankt ist. Er beschreibt die Situation als totenstill und betont, dass er sein Leben für das seiner Tochter geben würde.

Diese Geschichten zeigen die Vielfalt der Erfahrungen mit Hirntumoren bei Kindern. Sie machen Mut, zeigen aber auch die Herausforderungen und die Notwendigkeit von Unterstützung und Forschung.

Diagnose und Behandlung

Die Diagnose eines Hirntumors erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren wie MRT oder CT. Eine Biopsie kann erforderlich sein, um die Art des Tumors zu bestimmen.

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Die Behandlung hängt von der Art, Größe und Lage des Tumors ab. Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

  • Operation: Ziel ist es, den Tumor vollständig oder so weit wie möglich zu entfernen.
  • Strahlentherapie: Wird eingesetzt, um verbleibende Tumorzellen abzutöten oder das Wachstum des Tumors zu kontrollieren.
  • Chemotherapie: Kann in Kombination mit anderen Behandlungen eingesetzt werden, um Krebszellen im ganzen Körper zu bekämpfen.

Die Behandlung von Hirntumoren bei Kindern erfordert ein multidisziplinäres Team von Spezialisten, darunter Neurochirurgen, Onkologen, Strahlentherapeuten, Psychologen und andere Fachkräfte.

Unterstützung und Perspektiven

Die Diagnose eines Hirntumors bei einem Kind ist eine immense Belastung für die ganze Familie. Es ist wichtig, sich professionelle Hilfe und Unterstützung zu suchen.

  • Psychologische Betreuung: Psychologen und Familientherapeuten können helfen, die emotionalen Belastungen der Erkrankung zu bewältigen und Strategien für den Umgang mit der Situation zu entwickeln.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen betroffenen Familien kann Mut und Zuversicht geben.
  • Fördervereine: Organisationen wie der Förderverein für krebskranke Kinder e.V. bieten finanzielle und praktische Unterstützung.
  • Palliative Betreuung: Kann helfen, die Lebensqualität des Kindes und der Familie zu verbessern, wenn eine Heilung nicht möglich ist.

Trotz der Herausforderungen gibt es auch Hoffnung. Die Fortschritte in der medizinischen Forschung haben die Überlebenschancen von Kindern mit Hirntumoren in den letzten Jahrzehnten deutlich verbessert. Es ist wichtig, sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren und die Lebensqualität des Kindes so gut wie möglich zu erhalten.

Kontrastmittel beim MRT

Ein wichtiger Punkt, der in den Erfahrungsberichten angesprochen wird, ist die Verwendung von Kontrastmitteln beim MRT. Kontrastmittel können helfen, Tumore besser sichtbar zu machen und Veränderungen im Gehirn zu erkennen. Allerdings sind sie nicht ohne Risiken. Einige Studien haben gezeigt, dass bestimmte Kontrastmittel sich im Körper anreichern können.

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Die Entscheidung für oder gegen die Verwendung von Kontrastmitteln sollte daher sorgfältig abgewogen werden. Der Arzt sollte die Vor- und Nachteile der Kontrastmittelgabe erläutern und die Notwendigkeit der Untersuchung begründen. In einigen Fällen können alternative bildgebende Verfahren ohne Kontrastmittel in Betracht gezogen werden.

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