Die Facharztausbildung in Neurologie und Psychiatrie ist eine umfassende Weiterbildung, die es Medizinern ermöglicht, sich auf die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems und psychischen Störungen zu spezialisieren. In Klagenfurt und Kärnten bietet diese Spezialisierung attraktive berufliche Perspektiven und eine hohe Lebensqualität.
Die Facharztausbildung im Überblick
Ein Facharzt oder eine Fachärztin hat eine umfassende Weiterbildung in einem speziellen medizinischen Gebiet abgeschlossen und ist somit Experte/Expertin auf diesem Gebiet. Diese Spezialisierung ermöglicht ihnen, Patienten und Patientinnen mit komplexen und spezifischen gesundheitlichen Problemen zu behandeln und fundierte Diagnosen zu stellen. Fachärzte bzw. Fachärzte/ Fachärztinnen verfügen über umfangreiche Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie in ihrem täglichen Arbeitsalltag anwenden. Sie führen detaillierte Diagnosen durch, entwickeln individuelle Therapiepläne und überwachen den Behandlungsverlauf ihrer Patienten und Patientinnen. Neben ihrer praktischen Tätigkeit sind viele Fachärzte und -ärztinnen auch in der medizinischen Forschung aktiv. Sie tragen dazu bei, neue Behandlungsmethoden und medizinische Erkenntnisse zu entwickeln. Fachärzte und Fachärztinnen arbeiten häufig in interdisziplinären Teams zusammen, um eine umfassende Patientenbetreuung sicherzustellen. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es, komplexe Fälle aus verschiedenen medizinischen Perspektiven zu betrachten und optimale Behandlungsergebnisse zu erzielen.
Neurologie in Österreich: Fortschritte und Herausforderungen
Die österreichische Neurologie hat in den letzten Jahren bemerkenswerte Fortschritte erzielt, insbesondere in der Schlaganfallbehandlung und der Neuroimmunologie. Die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie (ÖGN) in Villach bot einen umfassenden Überblick über die aktuellen Leistungen und Herausforderungen.
Schlaganfallbehandlung: Eine Erfolgsgeschichte
Die rasante Entwicklung der Schlaganfallbehandlung in den letzten eineinhalb Jahrzehnten ist eine der signifikantesten Erfolgsgeschichten der jüngeren Medizingeschichte. In Österreich sind jedes Jahr etwa 24.000 Menschen von einem Schlaganfall betroffen, Tendenz steigend aufgrund der steigenden Lebenserwartung. Seit rund 15 Jahren besteht die Möglichkeit, die schlaganfallauslösenden Blutgerinnsel in den Gehirngefäßen mittels Thrombolyse medikamentös aufzulösen. Diese Entwicklung hat die Versorgungsstruktur deutlich verändert, und heute steht Österreich mit einem Netz von 38 Stroke Units auch im internationalen Vergleich vorbildlich da.
Neues Verfahren für schwere Schlaganfälle
Für Patienten mit Verschluss in den großen Gehirngefäßen, denen mit der Thrombolyse nicht oder nur selten geholfen werden konnte, gibt es nun die Möglichkeit der mechanischen Gerinnselentfernung. Mit der endovaskulären Thrombektomie wird der Verschluss mit einem Katheter, der in der Leiste eingeführt und bis zum Gehirn geschoben wird, aus dem Gehirngefäß herausgezogen. Dieses innovative Verfahren hat sich in internationalen Studien als sicher und besonders effektiv erwiesen und gilt inzwischen als Standardmethode für geeignete Schlaganfallpatienten. Die Zahl der so behandelten Fälle steigt beständig, von weniger als 200 Interventionen im Jahr 2011 auf über 1000 Eingriffe im vergangenen Jahr.
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Autoimmunbedingte Gehirnentzündungen
Ein weiterer Schwerpunkt der Neurologie ist die Neuroimmunologie. Es gibt wenige Bereiche der Medizin, die sich in den letzten beiden Jahrzehnten derart rasant entwickelt haben. Vor wenigen Jahren stand man dem Phänomen, dass körpereigene Antikörper intaktes Gehirngewebe angreifen und zerstören können, nahezu hilflos gegenüber. Heute versteht man die dahinterliegenden Mechanismen besser und kann solche Erkrankungen in vielen Fällen heilen. Während früher erregerbedingte Entzündungen dank der Impfprogramme deutlich zurückgegangen sind, stellt man heute bei vielen Fällen von Gehirnentzündung fest, dass bestimmte Antikörper, die das eigene Gehirngewebe angreifen, verantwortlich sind.
Spezialisierung Neurointensivmedizin
Trotz aller Fortschritte sind Autoimmunerkrankungen immer neurologische Notfälle, deren Behandlung eine hohe fachliche Kompetenz erfordert. Bis 2015 gab es in der Ärzteausbildungsordnung ein eigenes Additivfach „Neurointensivmedizin“. Ohne diese Spezialisierung wäre die neurointensivmedizinische Versorgung gefährdet. Im Sinne der Patienten ist sie unabdingbar, um das heute vorhandene Wissen auch an die nächste Generation von Neurologen weiterzugeben.
Palliativmedizin in der Neurologie
Ein hoher Bedeutungszuwachs wird auch der Palliativmedizin in der Neurologie attestiert. Gerade neurologische Erkrankungen gehen oft mit sehr beeinträchtigenden Symptomen einher, der Bedarf an palliativer Betreuung ist daher besonders hoch. Anders als in der Onkologie, wo eine nicht mehr kurative, aber pflegende Behandlung meist erst im Endstadium notwendig wird, leiden Neurologiepatienten oft über einen langen Zeitraum an Krankheiten wie der amyotrophen Lateralsklerose (ALS), Demenzen oder Morbus Parkinson. Eine qualitativ hochwertige Palliativbetreuung ist immer von persönlichen Vorstellungen und Präferenzen sowie den besonderen Lebensumständen der Patienten abhängig.
Neuroinfektionen als globale Herausforderung
Ein weiterer Spezialbereich, der an Bedeutung gewinnt, ist die Neuroinfektiologie. Der Tourismus trägt ebenso wie weltweite Migrationsbewegungen dazu bei, dass auch exotische Erreger sehr rasch sehr große Verbreitung finden können. Aktuell beobachtet man etwa eine deutliche Zunahme von Fällen zerebraler Malaria. Ebenso tritt auch die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wieder verstärkt auf.
Forensische Psychiatrie: Ein Spezialgebiet
Die Zusatzausbildung in forensischer Psychiatrie ist eine spezialisierte Weiterbildung, die Fachärzten/-innen im Bereich der Psychiatrie ein vertieftes Verständnis für die Schnittstelle zwischen psychischer Gesundheit und dem Rechtssystem vermittelt. Diese einzigartige Ausbildung bereitet die Fachärzte/-innen darauf vor, psychische Störungen und Verhaltensweisen von Personen zu analysieren, die mit dem Strafrecht in Verbindung stehen. Die forensische Psychiatrie befasst sich mit der Beurteilung von Straftätern/-innen, der Feststellung ihrer psychischen Zustände und der Einschätzung ihrer Gefährlichkeit für sich selbst und die Gesellschaft.
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Aufgaben und Inhalte der Forensischen Psychiatrie
Die forensische Psychiatrie spielt eine wichtige Rolle in verschiedenen Bereichen des Rechtssystems, einschließlich Strafverfolgung, Gerichtsverfahren, Gefängniswesen und der Begutachtung von Opfern von Gewaltverbrechen. Forensische Psychiater/innen arbeiten eng mit juristischen Fachleuten wie Richtern/-innen, Anwälten/-innen und Strafvollzugsbehörden zusammen, um psychiatrische Gutachten zu erstellen und Informationen bereitzustellen, die bei rechtlichen Entscheidungen berücksichtigt werden. Sie untersuchen die psychische Verfassung von Straftätern/-innen, bewerten ihre Zurechnungsfähigkeit, ihre Gefährlichkeit für sich selbst oder andere, sowie ihre Fähigkeit, vor Gericht auszusagen.
Die forensische Psychiatrie befasst sich auch mit der Behandlung und Rehabilitation von Straftätern/-innen mit psychischen Störungen. Hierbei geht es nicht nur darum, die zugrundeliegende psychische Erkrankung zu behandeln, sondern auch darum, den Umgang mit kriminellen Verhaltensweisen zu bewältigen und Rückfällen vorzubeugen.
Zugang zur Forensischen Psychiatrie
Um an einer Schwerpunkt-Weiterbildung in forensischer Psychiatrie teilnehmen zu können, muss man eine gültige Approbation besitzen und die Weiterbildung Facharzt/-ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie erfolgreich durchlaufen haben. Die Dauer der Zusatzweiterbildung Forensische Psychiatrie beträgt in der Regel zwei Jahre.
Gehaltsperspektiven
Die Gehaltsperspektiven für Forensische Psychiater/innen hängen von verschiedenen Faktoren ab, z.B. dem Bundesland, der Erfahrung, dem/-r Arbeitgeber/in und der individuellen Qualifikation. In Deutschland liegt das Gehalt eines/-r forensischen Psychiaters/-in im Durchschnitt zwischen 8.000 und 20.000 Euro brutto. In höheren Positionen oder bei der Leitung einer forensischen Einrichtung kann das Gehalt entsprechend höher ausfallen. Und: Gutachten für Gerichte werden in der Regel extra bezahlt.
Arbeiten und Leben in Kärnten
Eine Tätigkeit in Kärnten, Österreich, bietet viele Vorteile. Die Region verfügt über eine gute Infrastruktur mit vielen Arbeitsmöglichkeiten in verschiedenen Branchen, darunter Tourismus, Handel, Industrie und Technologie. Kärnten bietet weiterhin eine moderne medizinische Infrastruktur mit Krankenhäusern, Kliniken und Fachpraxen, die eine breite Palette an medizinischen Dienstleistungen umsetzen können.
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Hohe Lebensqualität
Das Leben in Kärnten bietet eine hohe Lebensqualität inmitten einer beeindruckenden Naturkulisse. Die Region ist bekannt für ihre kristallklaren Seen, malerischen Berge und unberührten Wälder. Kärnten ist auch ein wichtiger Wirtschaftsstandort, insbesondere in den Bereichen Tourismus, Technologie und Handel. Die Region bietet auch eine gute Infrastruktur, einschließlich guter Schulen und Universitäten, moderner Krankenhäuser und einer hervorragenden Verkehrsinfrastruktur. Allerdings können die Lebenshaltungskosten in einigen Gebieten von Kärnten hoch sein, insbesondere in den touristischen Gegenden.
Ressourcenorientierte Psychotherapie
Prof. Dr. med. Luise Reddemann, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie und Psychoanalytikerin, entwickelte die Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie (PITT). In ihrer Arbeit verschrieb sie sich einer integrativ arbeitenden Psychotherapie und versteht sich als angewandte Psychoanalytikerin, die Elemente verschiedener Strömungen einsetzt. Reddemann leitet über eine Patientengeschichte in eine Ressourcen- und Resilienzorientierten Psychotherapie und die Positive Psychologie ein. Themen sind psychosoziale Einflussfaktoren auf Gesundheit und Resilienz sowie das Flowerleben des Einzelnen. Mittel zur Stressbewältigung und Erhöhung der Positivität sind erlernbar, bedürfen einer umfassenden Geistesschulung, Haltungsänderung und emotionalen Integrität. In der psychotherapeutischen Praxis lässt sich dies in vielfältiger Weise umsetzen.
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