Fachtierarzt Neurologie und Zusätzliche Bezeichnungen in der Veterinärmedizin

Die tierärztliche Weiterbildung dient dem Erwerb besonderer ärztlicher Fähigkeiten und Fertigkeiten nach der Approbation, um eine bestmögliche medizinische Versorgung der Patienten und die Sicherung der Qualität der Berufsausübung zu gewährleisten. Kennzeichnend für die Weiterbildung ist die praktische Anwendung ärztlicher Kenntnisse in der ambulanten, stationären und rehabilitativen Versorgung der Patienten. Die Weiterbildung erfolgt in strukturierter Form, um in Gebieten die Qualifikation als Fachtierarzt, darauf aufbauend eine Spezialisierung in Schwerpunkten oder in einer Zusatz-Weiterbildung zu erhalten. Die vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und Weiterbildungszeiten sind Mindestanforderungen. Die Weiterbildungszeiten verlängern sich, wenn Weiterbildungsinhalte in der Mindestweiterbildungszeit nicht erworben werden können. Die Weiterbildung wird, sofern diese Weiterbildungsordnung nichts anderes vorsieht, im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses mit angemessener Vergütung an zugelassenen Weiterbildungsstätten durchgeführt. Sie erfolgt unter verantwortlicher Leitung befugter Ärzte (Weiterbilder) in praktischer Tätigkeit und theoretischer Unterweisung sowie teilweise durch die erfolgreiche Teilnahme an anerkannten Kursen. Der Erfolg der Weiterbildung wird auf Grund der von den Weiterbildern erstellten Zeugnisse und einer Prüfung beurteilt. Der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung wird durch eine Urkunde bestätigt und ist der Nachweis für erworbene Kompetenz im Sinn einer besonderen ärztlichen Befähigung.

Überblick über Fachtierarztbezeichnungen und Zusatzbezeichnungen

Die tierärztliche Weiterbildung bietet eine Vielzahl von Spezialisierungsmöglichkeiten, die es Tierärzten ermöglichen, sich in bestimmten Bereichen zu profilieren. Diese Spezialisierungen werden durch Fachtierarztbezeichnungen und Zusatzbezeichnungen abgebildet.

Anästhesiologie und Intensivmedizin

Das Gebiet umfasst die Anästhesie, Narkoseüberwachung, Schmerztherapie, Reanimation und Intensivtherapie bei Wirbeltieren. Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Anästhesiologie. Der Aufgabenbereich umfasst die Anästhesie, Narkoseüberwachung, Schmerztherapie, Reanimation und Intensivtherapie bei Klein- und Heimtieren.

Bienenvölker

Der Aufgabenbereich umfasst die Diagnostik, präventive und kurative Betreuung von Bienenvölkern, Beratung, Schadenserhebung und -berechnung in Krankheits- und Vergiftungsfällen.

Bildgebende Verfahren

Das Gebiet umfasst die Ultraschalldiagnostik, Röntgendiagnostik, Tomografie (CT, MRT), Szintigrafie (bei Kleintieren). Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Bildgebende Verfahren - Kleintiere. Das Gebiet umfasst die Praktische und wissenschaftliche Tätigkeit in der Radiologie, Nuklearmedizin und sonstigen bildgebenden Verfahren.

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Chirurgie der Kleintiere

Das Gebiet umfasst die Diagnose, Prophylaxe und Therapie der chirurgisch zu behandelnden Krankheiten von in der Gemeinschaft mit den Menschen lebenden Kleintieren (Hunde, Katzen) und Heimtieren (=Kleinsäuger, z. B. Frettchen, Kaninchen und Nager). Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Kleintierchirurgie.

Heimtiere (Kleinsäuger)

Das Gebiet umfasst die tierärztliche Versorgung von Kleinsäugern, die in der Gemeinschaft mit dem Menschen leben, wie z. B. Frettchen, Kaninchen, Nagetiere und exotische Kleinsäuger. Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Heimtiere (Kleinsäuger). Das Gebiet umfasst die tierärztliche Versorgung von in der Gemeinschaft mit den Menschen lebenden Kleintieren (Hunde, Katzen) und Heimtieren (= Kleinsäuger, z. B. Frettchen, Kaninchen und Nager).

Innere Medizin der Klein- und Heimtiere

Das Gebiet umfasst die Diagnose, Prophylaxe und Therapie der inneren Krankheiten einschließlich Infektionskrankheiten von in der Gemeinschaft mit den Menschen lebenden Kleintieren (Hunde, Katzen) und Heimtieren (=Kleinsäuger. Z.B. Frettchen, Kaninchen und Nager). Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Innere Medizin der Klein- und Heimtiere.

Innere Medizin der Einhufer

Vorbeuge, Erkennung und Behandlung der inneren Erkrankungen der Einhufer.

Kardiologie bei Kleintieren

Der Aufgabenbereich umfasst die Anwendung spezieller Kenntnisse und Tätigkeiten bei Kleintieren mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

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Klinische Labordiagnostik

Das Gebiet umfasst die hämatologische, biochemische, molekularbiologische und parasitologische Diagnostik von Haustiererkrankungen. Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Klinische Labordiagnostik; Labordiagnostik.

Mikrobiologie

Das Gebiet umfasst die Tätigkeiten auf allen Gebieten der Mikrobiologie (Bakteriologie/Mykologie, Virologie, unkonventionelle Erreger), bezogen auf Krankheiten der Tiere einschließlich Zoonosen.

Pathologie

Das Gebiet umfasst das Erkennen und Interpretieren pathologischer Prozesse in Tierkörpern und -geweben von Haus-, Heim-, Wild- und Zootieren sowie Versuchstieren, die Definition krankhafter Veränderungen und deren Interpretation im Hinblick auf deren Ursachen und Entstehungsweisen sowie die Durchführung und morphologische Auswertung tierexperimenteller Untersuchungen.

Pferdeheilkunde

Das Gebiet umfasst die Vorbeugung, Erkennung und Behandlung aller Erkrankungen der Einhufer einschließlich der Überwachung der Fortpflanzung, der Fütterung und Haltung, den Tierschutz und Pferdesport, die forensische Medizin und Kaufuntersuchung.

Ophthalmologie

Der Aufgabenbereich umfasst die Anwendung spezieller ophthalmologischer Kenntnisse und Verfahren bei Kleintieren und bei Pferden. Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Augenheilkunde beim Kleintier; Augenheilkunde Klein- und Heimtiere; Augenheilkunde - Kleintier, Augenheilkunde Pferde; Augenheilkunde - Pferd. Das Gebiet umfasst die Ophthalmologie von Kleintieren (Hunden und Katzen) und Heimtieren (= Kleinsäuger, z.B. Frettchen, Kaninchen und Nager).

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Orthopädie bei Pferden

Orthopädische Versorgung von Pferden. Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Pferde - Schwerpunkt Orthopädie beim Pferd.

Reproduktionsmedizin beim Pferd

Erhaltung und Verbesserung der Produktions- und Reproduktionseigenschaften von männlichen und weiblichen Pferden durch zuchthygienische, biotechnologische und endokrinologische Verfahren, insbesondere der instrumentellen Samenübertragung, des Embryotransfers und der damit assoziierten Techniken unter Einbeziehung artgerechter und umweltschonen- der Methoden, Erkennung von Dysfunktionen der Genitalorgane sowie der Prophylaxe und Bekämpfung von Erkrankungen der Genitalorgane, der Milchdrüse und der Neugeborenen. Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Pferde - Schwerpunkt Reproduktionsmedizin beim Pferd.

Chirurgie der Pferde

Diagnostik, Therapie und Prophylaxe der chirurgischen und orthopädischen Krankheiten der Einhufer einschließlich Augen-, Zahn- und Hufkrankheiten. Diese Weiterbildung weist regionale Unterschiede in der Bezeichnung auf. Daher kann hier auch eine der folgenden Bezeichnungen zutreffend sein: Fachtierarzt für Chirurgie der Pferde.

Reproduktionsmedizin

Das Gebiet umfasst die Diagnostik, Therapie und Prävention von Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Milchdrüse sowie Erkrankungen der Neonaten; Aufrechterhaltung, Steigerung und Steuerung der Reproduktion der Haussäugetiere durch präventive, therapeutische und biotechnologische Maßnahmen.

Reptilien

Das Gebiet umfasst die Diagnose, Prophylaxe und Therapie aller Krankheiten einschließlich Infektionskrankheiten und Parasitosen von Reptilien.

Rinder

Das Gebiet umfasst die Diagnostik, Therapie und Prophylaxe der Erkrankungen der Rinder auf Einzeltier- und Herdenbasis.

Schweine

Diagnostik, Therapie und Prophylaxe aller Erkrankungen der Schweine auf Einzeltier- und Herdenbasis.

Zahnheilkunde bei Klein- und Heimtieren

Das Gebiet umfasst die Zahnheilkunde bei Klein- und Heimtieren. Die Weiterbildungsdauer beträgt mindestens 4 Jahre.

Zier-, Zoo- und Wildvögel

Das Gebiet umfasst die Diagnostik, Prophylaxe und Therapie aller Erkrankungen von Zier-, Zoo- und Wildvögeln. Das Gebiet umfasst die Diagnose, Therapie und Prophylaxe aller Erkrankungen von Zier-, Zoo-, Wildvögel und Geflügel. Beurteilung und Beratung zu Fragen des Managements insbesondere von Hygiene, Haltung und Fütterung sowie zu Fragen des Tierschutzes.

Akupunktur

Die Akupunktur umfasst die Erkennung und die methodengerechte Behandlung von Erkrankungen und Störungen bei Tieren durch Nadelung spezifischer Punkte und dadurch aufgezeigte energetische Funktionszusammenhänge.

Zusätzliche Aspekte der tierärztlichen Weiterbildung

Die Landestierärztekammer Hessen schreibt in der Weiterbildungsverordnung vor, dass eine Fachtierarztausbildung nur in einer geeigneten Ausbildungsstätte absolviert werden kann.

Fortbildungen und Spezialisierungen in der Kleintierneurologie

Es gibt spezialisierte Fortbildungen, die sich auf die Neurologie der Kleintiere konzentrieren. Diese Fortbildungen bestehen oft aus Präsenzveranstaltungen und Online-Modulen und legen den Schwerpunkt auf aktuelle Erkenntnisse und Techniken. Sie bieten einen strukturierten Überblick über den Fachbereich der Neurologie beim Kleintier und beinhalten praktische Elemente sowie interaktive Falldiskussionen.

Änderungen in der Bayerischen Weiterbildungsordnung für Ärzte

Die Weiterbildungsordnung für die Ärzte Bayerns wurde mehrfach geändert und angepasst. Diese Änderungen betreffen verschiedene Aspekte der Weiterbildung, darunter:

  • Weiterbildungszeiten
  • Weiterbildungsinhalte
  • Voraussetzungen für den Erwerb von Bezeichnungen
  • Übergangsbestimmungen

Die Änderungen werden im Bayerischen Ärzteblatt veröffentlicht und treten zu bestimmten Terminen in Kraft.

Relevanz für die tierärztliche Praxis

Die verschiedenen Fachtierarzt- und Zusatzbezeichnungen ermöglichen es Tierärzten, sich in spezifischen Bereichen zu spezialisieren und ihr Fachwissen zu vertiefen. Dies trägt dazu bei, die Qualität der tierärztlichen Versorgung zu verbessern und den unterschiedlichen Bedürfnissen von Tierhaltern und ihren Tieren gerecht zu werden. Durch die Teilnahme an Fortbildungen und die kontinuierliche Weiterentwicklung des eigenen Wissens können Tierärzte sicherstellen, dass sie stets auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik sind und ihren Patienten die bestmögliche Behandlung bieten können.

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