Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitete Beschwerden, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können. Viele Betroffene suchen nach natürlichen und schonenden Methoden zur Linderung ihrer Symptome. Tee, zubereitet aus verschiedenen Heilpflanzen, kann eine wirksame Option sein, um Kopfschmerzen zu bekämpfen und Migräne vorzubeugen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Teesorten, ihre Inhaltsstoffe und Wirkungsweisen sowie weitere Hausmittel, die bei Kopfschmerzen und Migräne Linderung verschaffen können.
Kopfschmerzen als Warnsignal des Körpers
Leichte Kopfschmerzen sind oft ein Zeichen dafür, dass der Körper aus dem Gleichgewicht geraten ist. Sie können auf Stress, Flüssigkeitsmangel oder einen unausgewogenen Koffeinkonsum hinweisen. Es ist wichtig, auf diese Warnsignale zu achten und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Bei plötzlich auftretenden, starken Kopfschmerzen, die von ungewöhnlicher Intensität sind, sollte jedoch umgehend ein Arzt konsultiert werden.
Flüssigkeitszufuhr als Basistherapie
Ein einfacher, aber effektiver Tipp gegen Kopfschmerzen ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Studien haben gezeigt, dass der Konsum von mindestens zwei Litern Wasser pro Tag sogar Migräneschmerzen lindern kann. Wer möchte, kann auch auf Kräutertees zurückgreifen, die zusätzlich wohltuende Eigenschaften besitzen.
Was steckt in einem Tee gegen Kopfschmerzen?
Viele Teesorten enthalten Inhaltsstoffe, die traditionell zur Linderung von Kopfschmerzen eingesetzt werden. Dazu gehören:
- Pfefferminze: Pfefferminzöl, das in Pfefferminztee enthalten ist, kann Kälterezeptoren auf der Haut anregen und somit schmerzlindernd wirken. Studien haben gezeigt, dass eine 1,5-prozentige Lösung von Pfefferminzöl eine ähnliche Wirkung wie eine Schmerztablette haben kann.
- Mädesüß: Diese Heilpflanze enthält Salicylderivate, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen. Diese Stoffe sind Vorläufer der Acetylsalicylsäure, die auch in Aspirin enthalten ist.
- Grüntee: Grüntee enthält Teein, ein Koffein-Derivat, das das zentrale Nervensystem stimuliert. Koffein kann bei Kopfschmerzen sowohl hilfreich als auch kontraproduktiv sein. In Kombination mit Schmerzmitteln kann es deren Wirkung verstärken, während übermäßiger Konsum Kopfschmerzen auslösen oder verschlimmern kann.
- Lavendel: Lavendel wirkt entspannend, krampflösend und antibakteriell. Es besitzt zudem antioxidative, blutzuckersenkende und schmerzstillende Eigenschaften, die bei Migräne von Vorteil sein können.
- Melisse: Melisse wird traditionell als beruhigend, krampflösend und herzstärkend eingesetzt. Studien haben entzündungshemmende Eigenschaften festgestellt, die bei der Behandlung verschiedener Krankheiten unterstützend wirken können.
- Baldrian: Baldrian ist bekannt für seine entspannende und beruhigende Wirkung. Er wird häufig bei Schlafproblemen eingesetzt, die eng mit Migräne zusammenhängen.
- Kamille: Kamille besitzt entzündungshemmende und entzündungsmodulierende Eigenschaften. In Tierversuchen zeigte ein Wirkstoff aus der Kamille eine sedierende Wirkung.
- Ingwer: Studien haben gezeigt, dass Ingwer sowohl Schmerzen als auch Übelkeit lindern kann, was bei Migräne von Vorteil sein kann.
Rezepturen und ihre Anwendung
Kräutertees
- Weidenrinde: Enthält schmerzlindernde Salicylsäure. Ein Teelöffel kleingeschnittene Weidenrinde wird mit 250 ml Wasser aufgekocht und abgeseiht.
- Mädesüß: Enthält eine Vorstufe der Acetylsalicylsäure. Ein Teelöffel Mädesüß wird mit 150 ml Wasser aufgekocht und sollte zehn Minuten ziehen.
- Wacholderblüten, Hibiskusblüten, Rosenblüten: Wirken besonders gut bei Kopfschmerzen im Anfangsstadium. Ein Teelöffel der Blüten wird mit heißem Wasser übergossen und zehn Minuten ziehen gelassen.
- Kamillenblüten: Lindert nicht nur Kopfschmerzen, sondern auch Magenbeschwerden. Zwei Teelöffel Kamillenblüten werden mit heißem Wasser übergossen, zehn Minuten ziehen gelassen und abgeseiht.
- Ingwer: Wirkt entzündungshemmend und schmerzstillend. Ein kleines Stück Ingwerknolle wird geraspelt und mit 150-250 ml kochendem Wasser übergossen. Der Tee sollte 15 Minuten ziehen und abkühlen.
- Waldmeister und Frauenmantel: Wirken beruhigend und schmerzlindernd. Ein Teelöffel der Kräuter wird mit 200 ml kochendem Wasser übergossen und fünf Minuten ziehen gelassen.
- Mutterkraut (Fieberkraut): Dient der Vorbeugung. Über mehrere Monate vor jeder Mahlzeit eine Tasse Tee trinken (Zubereitung mit einem Teelöffel pulverisiertem Mutterkraut und kochendem Wasser).
- Ginkgo: Die gefäßerweiternde Wirkung kann bei Migräne helfen, aber bei manchen Menschen auch Kopfschmerzen auslösen. Ein Teelöffel getrockneten Ginkgos genügt für eine Portion Tee.
- Gewürznelke: Wird häufig dem grünen Tee beigemischt. Zwei Gewürznelken pro Kanne Tee genügen.
Tee Rezeptur gegen Migräne
- 15 g Jasminblüten
- 40 g Johanniskraut
- 40 g Mutterkraut
- 40 g Schafgarbe
- 45 g Haferkraut
- 55 g Weidenrinde
Zubereitung: 3-mal täglich 1 Esslöffel der Mischung mit 250 ml siedendem Wasser zugedeckt 15 Minuten ziehen lassen und trinken.
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Weitere Hausmittel und Anwendungen
Neben Tee gibt es weitere Hausmittel und Anwendungen, die bei Kopfschmerzen und Migräne Linderung verschaffen können:
- Ätherische Öle: Pfefferminzöl und Lavendelöl können auf Stirn und Schläfen aufgetragen oder als Badezusatz verwendet werden.
- Koffein: Ein Espresso mit Zitronensaft kann bei manchen Menschen Kopfschmerzen lindern, da das Koffein die erweiterten Gehirn-Blutgefäße wieder verengt.
- Wasseranwendungen: Lauwarme Teilbäder, heiße Vollbäder und kalte Güsse können je nach individueller Vorliebe helfen.
- Entspannungsmethoden: Progressive Muskelentspannung, Akupressur und Akupunktur können Verspannungen lösen und Kopfschmerzen vorbeugen.
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium kann Migräne vorbeugen.
- Kälte- und Wärmeanwendungen: Kühlpacks oder Wärmekissen können je nach Art der Kopfschmerzen Linderung verschaffen.
Entspannung und Stressabbau
Da Stress ein häufiger Auslöser für Kopfschmerzen und Migräne ist, ist es wichtig, Entspannungstechniken in den Alltag zu integrieren. Eine Tasse Tee kann dabei helfen, zur Ruhe zu kommen und Stress abzubauen. Auch eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker stabil hält, kann Migräne vorbeugen.
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