In unserer heutigen, schnelllebigen Zeit, in der Stress und Anspannung allgegenwärtig sind, suchen viele Menschen nach natürlichen Wegen, um ihre Nerven zu beruhigen und ein Gefühl der Ausgeglichenheit wiederzufinden. Die gute Nachricht ist, dass es eine Vielzahl von Hausmitteln gibt, die uns dabei unterstützen können, unser Nervensystem zu beruhigen und Stress abzubauen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene natürliche Ansätze, von der Ernährung über pflanzliche Helfer bis hin zu Entspannungstechniken, um Ihnen zu helfen, Ihre innere Ruhe wiederzufinden.
Die Ursachen von Nervosität und innerer Unruhe
Bevor wir uns den Hausmitteln zur Beruhigung der Nerven widmen, ist es wichtig, die Ursachen von Nervosität und innerer Unruhe zu verstehen. Im Alltag werden viele Menschen mit einer Vielzahl von Stressfaktoren konfrontiert, die das Nervensystem belasten können. Dazu gehören:
- Psychische Anspannung und Stress: Zu viele Termine, die Unfähigkeit, "Nein" zu sagen, und mangelnde Selbstfürsorge können zu innerer Unruhe führen.
- Schlafmangel: Unzureichender Schlaf kann ebenfalls zu innerer Unruhe beitragen.
- Körperliche oder psychische Erkrankungen: In manchen Fällen können auch körperliche oder psychische Erkrankungen wie Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck oder beginnende Unterzuckerung bei Diabetes die Ursache für Nervosität sein. Auch hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren können innere Unruhe verursachen.
Wenn innere Unruhe über einen längeren Zeitraum anhält, ohne dass ein klarer Auslöser erkennbar ist, sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Beschwerden abzuklären. Dauerhafter Stress und Anspannung können das Herz-Kreislauf-System belasten, das Immunsystem schwächen und zu Magen- und Darmproblemen führen.
Nervennahrung: Die richtige Ernährung für starke Nerven
Eine ausgewogene Ernährung spielt eine entscheidende Rolle für die Gesundheit unseres Nervensystems. Bestimmte Lebensmittel enthalten Nährstoffe, die uns helfen können, Stress abzubauen und die Nerven zu beruhigen. Diese werden oft als "Nervennahrung" bezeichnet. Hier sind einige Beispiele:
- Nüsse: Nüsse sind reich an B-Vitaminen und Magnesium, die für eine normale psychische Funktion wichtig sind. Vitamin E schützt die Zellen vor oxidativem Stress, und Niacin trägt zu einer normalen psychischen Funktion bei. Walnüsse, Pistazien und Haselnüsse sind besonders reich an Vitamin B und Vitamin E.
- Paprika: Paprika enthält doppelt so viel Vitamin C wie Zitronen und eignet sich daher hervorragend zur Auffüllung des Vitamin-C-Speichers nach einer stressigen Situation. Zusätzlich liefert Paprika weitere Mikronährstoffe wie Magnesium und Eisen, die zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beitragen.
- Spinat: Spinat ist reich an Magnesium, Vitamin B6 und Kalium, die alle zu einer normalen Funktion des Nervensystems beitragen. Das enthaltene Calcium trägt zu einer normalen Signalübertragung zwischen den Nervenzellen bei. Um möglichst viele der wertvollen Nährstoffe zu bewahren, sollte frischer Spinat nur kurz gedünstet und nicht gekocht werden.
- Kakao: Dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaogehalt enthält die Aminosäure Tryptophan, die unser Körper in das Glückshormon Serotonin umwandelt und so das Stressniveau senkt. Vollmilchschokolade enthält hingegen weniger Kakao und zu viel Zucker, um als gesunde Nervennahrung zu gelten.
- Bananen: Bananen enthalten ebenfalls die Aminosäure Tryptophan, die unser Körper für die Bildung von Serotonin benötigt. Sie sind außerdem reich an Vitamin B6, Magnesium, Kalium und Phosphor.
- Avocados: Avocados sind reich an B-Vitaminen, Magnesium und Kalium, die zu einer normalen Funktion des Nervensystems beitragen.
- Hülsenfrüchte: Hülsenfrüchte wie Bohnen, Kichererbsen oder Linsen sind ergiebige Vitamin B1- und Magnesium-Lieferanten, die ebenfalls eine normale Funktion des Nervensystems unterstützen. Sie enthalten die Aminosäure Tryptophan, die der Körper in Serotonin umwandelt. Dieses sogenannte Glückshormon hat nicht nur eine ausgleichende Wirkung auf unsere Psyche, sondern kann uns am Abend auch helfen zur Ruhe zu kommen: Sobald es dunkel wird, bildet unser Körper aus Serotonin das Schlafhormon Melatonin. Dies ist dafür verantwortlich, dass wir abends entspannen und müde werden.
- Haferflocken: Haferflocken enthalten Vitamin B1, das zu einer normalen Funktion des Nervensystems beiträgt. Zusätzlich beinhalten sie komplexe Kohlenhydrate, die von unserem Körper langsamer und gleichmäßiger verwertet werden. Ein Müsli aus Haferflocken mit Nüssen, Bananen und Vitamin-C-reichem Obst ist ein ideales Anti-Stress-Frühstück.
- Eier: Eier enthalten fast alle wichtigen Vitamine, mit Ausnahme von Vitamin C. Sie sind vor allem ein guter Lieferant für Vitamin B12 sowie Vitamin D.
- Fisch: Fischarten wie Lachs und Thunfisch sind reich an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin B2, die zum Schutz der Zellen vor oxidativem Stress und zur normalen Funktion des Nervensystems beitragen.
Pflanzliche Helfer zur Beruhigung der Nerven
Die Natur bietet eine Vielzahl von pflanzlichen Wirkstoffen, die innere Anspannung und Nervosität lindern können. Hier sind einige bewährte pflanzliche Helfer:
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- Baldrian: Baldrian wird vor allem bei Schlafstörungen eingesetzt, kann aber auch gegen nervöse Anspannung helfen. Er wirkt beruhigend, ohne dass ein Gewöhnungseffekt eintritt.
- Hopfen: Hopfenextrakt wirkt schlaffördernd und entspannend, ideal bei innerer Anspannung und Nervosität, die die Nachtruhe rauben.
- Lavendel: Lavendel ist ein Klassiker, wenn Entspannung gewünscht ist. Er hilft auch, wenn innere Unruhe mit Angstgefühlen und Reizbarkeit einhergeht. Lavendel wirkt beruhigend und fördert einen tieferen und länger andauernden Schlaf, ohne tagsüber müde zu machen. Ätherisches Lavendelöl kann als Badezusatz, in einer Duftlampe oder einem Diffusor verwendet werden. Auch Lavendelöl in Kapseln zum Einnehmen oder ölige Lavendellösung zum Einreiben sind erhältlich.
- Melisse: Melisse beruhigt und stärkt die Nerven und kann so zu mehr Gelassenheit beitragen. Ein Melissentee entspannt Körper und Geist, hebt die Stimmung und beruhigt gleichzeitig den Magen, der bei Stress oft betroffen ist.
- Passionsblume: Die Passionsblume enthält verschiedene Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und Flavonoide, die zusammen gegen Nervosität, Reizbarkeit und Angstgefühle wirken. Passionsblume wird bei nervöser Unruhe als Tropfen oder Tabletten angewandt, kann aber auch als Tee getrunken werden.
- Rosenwurz: Rosenwurz wächst in den arktischen Regionen in Skandinavien und Sibirien und erhöht die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber Stressauslösern. So kommt der Körper besser mit stressigen Situationen zurecht.
- Johanniskraut: Johanniskraut gilt als bewährtes natürliches Beruhigungsmittel und kann einfach in Tablettenform oder als Tee eingenommen werden. Es wirkt entzündungshemmend und ist daher als Hausmittel gegen eine Nervenentzündung beliebt. Auch aufgrund seiner beruhigenden Eigenschaften kann es in der Schmerztherapie und bei durch die Schmerzen bedingten Depressionen helfen. Allerdings kann Johanniskraut die Wirkung bestimmter Medikamente (z. B. der Antibabypille) abschwächen oder sogar gänzlich aufheben und die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht verstärken.
Weitere Hausmittel und Tipps zur Beruhigung der Nerven
Neben Ernährung und pflanzlichen Helfern gibt es noch weitere Hausmittel und Tipps, die Ihnen helfen können, Ihre Nerven zu beruhigen:
- Atemtechniken: Bewusstes, ruhiges Atmen ist eine effektive Methode, um den Vagusnerv zu aktivieren und den Körper in den Erholungsmodus zu versetzen. Die 4-7-8-Atemtechnik (4 Sekunden einatmen, 7 Sekunden halten, 8 Sekunden ausatmen) kann helfen, den Parasympathikus zu aktivieren. Auch die Zwerchfellatmung (Bauchatmung) gilt als Goldstandard für Stressreduktion.
- Bewegung: Regelmäßige körperliche Bewegung wirkt positiv auf Körper und Nervensystem. Sport hilft, das ausgeschüttete Adrenalin und Cortisol abzubauen und signalisiert dem Gehirn, dass die Gefahr vorüber ist. Körperliche Aktivität wird auch als besonders hilfreich erlebt, um den Stressreaktionszyklus zu beenden und so langfristig auch einem Burnout vorzubeugen.
- Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung können helfen, den Geist und das Nervensystem zu beruhigen und die Stressresilienz zu stärken.
- Kälteanwendungen: Kälte löst im Körper einen kurzen Reiz aus, der den Parasympathikus anregt. Morgens das Gesicht mit kaltem Wasser abspülen oder beim Duschen zum Schluss 10-20 Sekunden kaltes Wasser über den Nacken laufen lassen.
- Massagen: Eine Massage ist ein ultimatives Mittel, um loszulassen. Sie kann Verspannungen lösen und beruhigen. Auch eine Selbstmassage kann helfen, Verspannungen zu lösen und dich zu beruhigen.
- Soziale Interaktionen: Lockere, freundliche und liebevolle soziale Interaktionen sind ein gutes äußeres Zeichen, dass die Welt ein sicherer Ort ist.
- Schlafhygiene: Ausreichend Schlaf ist essenziell, um das Nervensystem beruhigen zu können. Sorgen Sie dafür, dass Sie genug Ruhezeit in der Nacht haben und nutzen Sie die 10 Regeln der Schlafhygiene, um Ihren Schlaf zu verbessern.
- Emotionen zulassen: Manchmal kann es guttun, die angestauten Emotionen herauszulassen. Mach dir traurige Musik an, such dir einen Ort, an dem du ungestört bist, und erlaube dir, einfach mal für ein paar Minuten zu weinen.
- Magnesium: Magnesiummangel kann zu innerer Unruhe führen. In diesem Falle kannst du einfach Magnesiumpulver einnehmen. Besonders gut soll es wirken, wenn du das Mineral in Wasser auflöst und vor dem Schlafen trinkst.
- Warmes Wasser: Wenn du im Büro sehr angespannt bist, hilft es, etwas warmes Wasser über die Hände und die Innenseite der Handgelenke laufen zu lassen. Die Wärme soll die Nerven beruhigen, da so der Parasympathikus stimuliert werden soll.
- Muskulatur bewusst entspannen: Wer gestresst ist, spannt die Muskulatur an. Beobachte dich selbst in stressigen Situationen. Ziehst du deine Schultern hoch und beißt du die Zähne zusammen? Dann wirke aktiv dagegen und lasse diese Partien ganz bewusst los.
Der Vagusnerv: Ihr persönlicher Entspannungsnerv
Der Vagusnerv ist der längste Hirnnerv unseres Körpers und ein wichtiger Bestandteil des parasympathischen Nervensystems, das für Entspannung, Verdauung und Erholung zuständig ist. Er ist wie eine "Bremse" für unser vegetatives Nervensystem. Wenn er aktiviert wird, sendet er Signale an Herz, Lunge und andere Organe, um unseren Körper zu beruhigen.
Den Vagusnerv können wir durch gezielte Übungen bewusst aktivieren:
- Atemtechniken: Langsames, tiefes Atmen, insbesondere die Zwerchfellatmung, aktiviert den Vagusnerv und senkt den Cortisolspiegel.
- Kältereize: Kälte, wie z.B. ein kaltes Gesichtswasser oder eine kalte Dusche, stimuliert den Vagusnerv.
- Summen oder Singen: Durch Summen oder leises Singen entstehen Vibrationen im Hals- und Rachenraum, wo Äste des Vagusnervs verlaufen. Diese Vibrationen können ihn anregen.
- Bewegung: Leichte Bewegung wie Spazierengehen, Radfahren oder Yoga wirkt sich positiv auf den Vagusnerv aus.
Was tun bei Nervenschmerzen?
Nervenschmerzen können sehr belastend sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Neben den oben genannten Hausmitteln zur Beruhigung der Nerven gibt es auch spezielle Ansätze zur Linderung von Nervenschmerzen:
- Kräuter und Tee: Einige Kräuter wie Teufelskrallenwurzel können schmerzlindernde Eigenschaften haben. Auch Brennnessel-Tee oder Ingwer-Tee mit entzündungshemmender und schmerzstillender Wirkung können helfen.
- Kälte und Wärme: Wechselbäder oder der Wechsel zwischen Eisbeutel und Wärmeauflage können Nervenschmerzen lindern.
- Chili: Der in Chili- und Cayenne-Pfeffer enthaltene Wirkstoff Capsaicin wirkt in Salbenform oder als Schmerzpflaster wärmend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd und anregend für die betroffenen Nerven.
- Öle: Johanniskrautöl kann bei Nervenschmerzen im Rückenbereich Linderung verschaffen. Pfefferminzöl wirkt kühlend und krampflösend. Oleocanthal in Olivenöl wirkt entzündungshemmend und blutverdünnend.
- Bewegung: Spezielle Übungen können bei Nervenschmerzen im Rückenbereich helfen.
Wichtig: Bei Nervenschmerzen sollte frühzeitig ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache abzuklären und einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen.
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