Die Fachzeitschrift "Fortschritte der Neurologie Psychiatrie" hat im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Sonderheften herausgegeben, die sich spezifischen Themen innerhalb der Neurologie und Psychiatrie widmen. Diese Sonderhefte dienen dazu, aktuelle Forschungsergebnisse, diagnostische Verfahren und Therapieansätze zu präsentieren und zu diskutieren. Sie stellen somit eine wichtige Ressource für Fachärzte, Wissenschaftler und andere Interessierte dar.
Personenbezogene Daten in PsychAuthors und PsychPorta
Im Bereich der psychologischen Forschung und Praxis hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Datenqualität ist die Integration der in PsychAuthors gepflegten Personenprofile in die neue Suchmaschine PsychPorta. Diese Umstellung ermöglicht eine eindeutige Verknüpfung von Autor*innen mit ihren Publikationsnachweisen in PSYNDEX. Dabei werden sowohl automatische Prozesse anhand von ORCIDs als auch menschliche Kuratierung und Qualitätskontrolle eingesetzt. Aus Datenschutzgründen werden in den neuen Kurzprofilen jedoch nur noch Personenidentifier (ORCID, GND) und verknüpfte Literaturnachweise vorgehalten. PsychPorta soll ab Mitte Dezember 2025 als Betaversion online gehen.
Bernhard Meyer-Probst und die Rostocker Längsschnittstudie (ROLS)
Prof. Bernhard Meyer-Probst war einer der beiden Begründer der Rostocker Längsschnittstudie (ROLS). Gemeinsam mit Prof. Helfried Teichmann machte er das Projekt „Perinatologie“ von 1970-71 zu einer Längsschnittstudie, als die beiden Rostocker zunächst die Zwei- und dann die Sechsjährigen nachuntersuchten. Meyer-Probst legte Wert darauf, Daten auf verschiedenen Ebenen zu sammeln und in komplexe Modelle zu integrieren. Er verstand, dass es „nichts Praktischeres“ geben konnte als eine „gute Theorie“. Sein Ansatz, biologische und Umweltfaktoren in die Forschung einzubeziehen, war wegweisend.
Die ROLS untersuchte unter anderem organische Geburtsrisiken und die Rolle des häuslichen Umfelds (gemessen anhand der Anzahl der Bücher im Haushalt) auf die Entwicklung der Kinder. Meyer-Probst entwickelte auch ein Konstrukt namens „Encephalopathie“, das emotionale Dysregulation, Neurotizismus und Plastizität umfasste. Seine Arbeit trug maßgeblich zum Verständnis der bio-psycho-sozialen Entwicklung von Kindern bei.
Themenvielfalt in den Sonderheften
Die Sonderhefte der "Fortschritte der Neurologie Psychiatrie" decken ein breites Spektrum an Themen ab. Einige Beispiele sind:
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- Amyotrophe Lateralsklerose (ALS): Ein Sonderheft widmete sich der Diagnostik und Therapie dieser neurodegenerativen Erkrankung.
- Schlaganfall: Die Thrombolyse beim Schlaganfall wurde in einem Sonderheft behandelt.
- Suizidalität: Ein Sonderheft befasste sich mit der Bedeutung von Suizidalität.
- Schädel-Hirn-Trauma: Auch das Schädel-Hirn-Trauma wurde in einem Sonderheft thematisiert.
- Bipolare Störungen: Ein weiteres Sonderheft war den bipolaren Störungen gewidmet.
- Versorgung: Ein Sonderheft thematisierte die deutschlandweite Analyse der regionalen Versorgung.
- Huntington-Krankheit: Ein Artikel thematisierte die Huntington-Krankheit.
- Aphasie: Ein Artikel thematisierte die Aphasie.
Diese Beispiele verdeutlichen die Vielfalt der Themen, die in den Sonderheften behandelt werden. Die Auswahl der Themen orientiert sich an der Aktualität und klinischen Relevanz der jeweiligen Erkrankungen und Forschungsbereiche.
Therapeutisches Drug-Monitoring in der Neuropsychopharmakologie
Ein wichtiger Aspekt in der Behandlung psychischer Erkrankungen ist das therapeutische Drug-Monitoring (TDM). Hierbei werden die Konzentrationen von Psychopharmaka im Blut gemessen, um die Therapie zu optimieren und Nebenwirkungen zu vermeiden. Die Arbeitsgemeinschaft für Neuropsychopharmakologie und Pharmakopsychiatrie (AGNP) hat Konsensus-Leitlinien für das TDM in der Neuropsychopharmakologie entwickelt, die regelmäßig aktualisiert werden.
Diese Leitlinien bieten Ärzten eine wichtige Orientierungshilfe bei der Anwendung von Psychopharmaka. Sie enthalten Empfehlungen zu den Zielbereichen der Medikamentenkonzentrationen, zu den Indikationen für das TDM und zur Interpretation der Messergebnisse. Die Leitlinien werden von einem Expertenteam erstellt und basieren auf den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Publikationen von Niels Bergemann
Prof. Dr. Dr. Niels Bergemann hat zahlreiche Publikationen im Bereich der Neuropsychopharmakologie und Psychiatrie veröffentlicht. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen unter anderem das therapeutische Drug-Monitoring, die Behandlung von Schizophrenie und die Auswirkungen von Hormonen auf die psychische Gesundheit.
Einige seiner Publikationen sind:
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- Bergemann N, Bergemann B (2024) Bologna - Anspruch und Wirklichkeit.
- Wesner K, Hiemke C, Bergemann N, et al. (2023) Therapeutic reference range for olanzapine in schizophrenia.
- López-Jaramillo C, Díaz-Zuluaga AM, de Leon J, et al. (2020) Guía de consenso de expertos para la monitorización terapéutica de drogas en neuropsicofarmacología.
- Bergemann N, Bruhn K, Loscheider K, et al. (2019) How to determine whether conceptual endophenotypes can improve clinical outcomes in patients suffering from major depression: an exploratory approach.
- Unterecker S, Hefner G, Baumann P, et al. (2019) Therapeutisches Drug-Monitoring in der Neuropsychopharmakologie.
- Hiemke C, Bergemann N, Clement HW, et al. (2018) Consensus guidelines for therapeutic drug monitoring in neuropsychopharmacology: Update 2017.
- Schoretsanitis G, Paulzen M, Unterecker S, et al. (2018) TDM in psychiatry and neurology: A comprehensive summary of the consensus guidelines for therapeutic drug monitoring in neuropsychopharmacology, update 2017.
- Hefner G, Laux G, Baumann P, et al. (2018) Konsensus-Leitlinien für therapeutisches Drug-Monitoring in der Neuropsychopharmakologie: Update 2017.
Diese Publikationen zeigen, dass Bergemann ein aktiver und einflussreicher Forscher im Bereich der Neuropsychopharmakologie ist. Seine Arbeit trägt dazu bei, die Behandlung psychischer Erkrankungen zu verbessern und die Lebensqualität der Patienten zu erhöhen.
Herausforderungen und Chancen in der Neurologie und Psychiatrie
Die Neurologie und Psychiatrie stehen vor zahlreichen Herausforderungen. Dazu gehören die alternde Bevölkerung, die Zunahme psychischer Erkrankungen und die steigenden Kosten im Gesundheitswesen. Gleichzeitig bieten sich aber auch große Chancen. Neue Technologien, wie z.B. die Genetik und die Bildgebung, ermöglichen ein besseres Verständnis der Entstehung und des Verlaufs neurologischer und psychischer Erkrankungen. Neue Medikamente und Therapieansätze verbessern die Behandlungsmöglichkeiten.
Um diese Chancen zu nutzen, ist es wichtig, dass Forschung und Praxis eng zusammenarbeiten. Die Ergebnisse der Forschung müssen schnell in die klinische Anwendung überführt werden. Es ist auch wichtig, dass die Patienten in die Behandlungsentscheidungen einbezogen werden. Nur so kann eine patientenzentrierte Versorgung gewährleistet werden.
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