Angst und Unsicherheit sind menschliche Erfahrungen, die in unterschiedlichen Formen auftreten können. Während gelegentliche Sorgen normal sind, können anhaltende Ängste und die Furcht, andere zu belästigen, auf tieferliegende Probleme hindeuten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen solcher Ängste, insbesondere im Kontext von Beziehungen, und bietet Lösungsansätze zur Bewältigung dieser Herausforderungen.
Generalisierte Angststörung
Eine generalisierte Angststörung (GAS) ist durch übermäßige Sorgen und Ängste gekennzeichnet, die sich auf verschiedene Lebensbereiche beziehen. Diese Ängste sind oft unrealistisch, übertrieben und nicht auf bestimmte Situationen beschränkt.
Psychische und körperliche Symptome
Menschen mit GAS erleben sowohl psychische als auch körperliche Beschwerden. Zu den psychischen Symptomen gehören:
- Andauernde, wirklichkeitsferne und übertriebene Befürchtungen
- Ängste, die verschiedene Lebensbereiche betreffen
- Sorgen über große, kleine und belanglose Dinge
- Angst vor der Angst selbst
Körperliche Symptome umfassen:
- Herzrasen oder -klopfen
- Kurzatmigkeit
- Benommenheit oder Schwindel
- Zittern
- Schwitzen
- Muskelverspannungen
- Magenbeschwerden
- Konzentrations- und Schlafstörungen
Die ständigen Befürchtungen schränken das tägliche Leben ein und können die Stimmung verdüstern.
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Ursachen und Behandlung
Die Ursachen einer generalisierten Angststörung sind vielfältig und können genetische, biologische und umweltbedingte Faktoren umfassen. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Kombination aus Psychotherapie und Medikamenten.
Emotionale Erpressung
Emotionale Erpressung ist eine Form der psychischen Manipulation, bei der eine Person versucht, eine andere durch Schuldgefühle, Angst oder Scham zu kontrollieren. Sie kann in verschiedenen Beziehungen vorkommen, einschließlich Partnerschaften, Familien und Freundschaften.
Anzeichen emotionaler Erpressung
- Ständiges Gefühl, schuldig zu sein oder sich rechtfertigen zu müssen
- Angst, eigene Bedürfnisse zu äußern
- Gefühl von Stress und Druck in der Beziehung
- Angst, Entscheidungen zu treffen, die sich auf die Beziehung auswirken könnten
- Gefühl, dem anderen nicht gerecht zu werden
- Gefühl, in der Beziehung gefangen und unfrei zu sein
- Oft Schuldgefühle oder ein schlechtes Gewissen gegenüber dem Partner
- Dinge tun, die einem nicht guttun, um die Beziehung "friedlich zu halten"
- Gefühl, mehr zu geben als zu bekommen
- Sich im Unrecht und schlecht behandelt fühlen
- Große Angst, verlassen zu werden
- Denken, dass man eigentlich jemand Besseren verdient hätte
Ursachen emotionaler Erpressung
Emotionale Manipulation kann aus verschiedenen Ursachen resultieren, darunter:
- Emotionale Unreife
- Tiefe Verlustangst
- Mangelndes Selbstwertgefühl
- Wunsch nach Sicherheit und Kontrolle
- Unbewusste Angst vor Ablehnung
Folgen emotionaler Erpressung
Langfristig schadet emotionale Erpressung sowohl den Beziehungen als auch der psychischen und körperlichen Verfassung der Betroffenen. Sie kann zu Unzufriedenheit, ständigem Streiten, Beziehungsangst, Einsamkeit, Depressionen, Essstörungen und Suizidgedanken führen.
Bewältigung emotionaler Erpressung
- Erkennen der Dynamik und Eingeständnis, sich nicht mehr frei zu fühlen
- Stärkung des Selbstbewusstseins und des Selbstwertgefühls
- Offene Kommunikation und ehrlicher Austausch über Gefühle und Folgen des Verhaltens
- Definition von Grenzen, die man grundsätzlich für niemanden überschreiten möchte
- Gemeinsames Aufstellen klarer Regeln für die Beziehung
- Eingestehen, dass die Beziehung am Ende ist, wenn keine Besserung eintritt
Bindungsangst
Bindungsangst, auch Bindungsphobie genannt, ist die Furcht vor Nähe und Intimität in Beziehungen. Sie äußert sich in verschiedenen Verhaltensweisen, die darauf abzielen, emotionale Distanz zu wahren.
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Anzeichen von Bindungsangst
- Vermeidung fester Beziehungen
- Oberflächliche Affären
- Rückzug (z. B. in Arbeit oder Hobbys)
- Verweigerung körperlicher Nähe
- Mangelndes Verantwortungsgefühl
- Grundlose Vorwürfe
- Weigerung, gemeinsame Ziele festzulegen
- Sich überraschend trennen
- Körperliche Symptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Beklemmungsgefühle, Anspannung oder Panikattacken
Ursachen von Bindungsangst
Bindungsangst entsteht oft in der Kindheit, wenn die erste Bezugsperson (meist die Mutter) kühl oder abwesend ist. Dies kann zu dem Gefühl führen, nicht zu genügen oder eine Enttäuschung zu sein, was später im Leben Angst vor Nähe auslösen kann.
Nähe-Distanz-Dilemma
Menschen mit Bindungsangst wünschen sich einerseits Nähe, können sich aber andererseits nicht dem anderen gegenüber öffnen. Sie halten den Partner auf Abstand, um sich nicht abhängig zu fühlen oder Erwartungen erfüllen zu müssen.
Bewältigung von Bindungsangst
- Bewusstwerden der Angst und Übernahme der Verantwortung für das eigene Verhalten
- Suche nach den Gründen für die Bindungsangst (z. B. durch Therapie)
- Aufbau von Selbstvertrauen und Stärkung des Selbstwertgefühls
- Einbeziehung des Partners in den Prozess
Was der Partner tun kann
- Dem Partner die Ängste nehmen
- Positive Erlebnisse schaffen, die helfen, Vertrauen zu fassen
- Unterstützung anbieten, ohne den Partner zu "retten" zu wollen
Sudden Repulsion Syndrome (SRS)
Das Sudden Repulsion Syndrome (SRS) beschreibt den plötzlichen Ekel vor dem Partner, der in verschiedenen Ausprägungen auftreten kann.
Auslöser und Ursachen
Der Ekel kann sich auf bestimmte Verhaltensweisen, körperliche Merkmale oder den Geruch des Partners beziehen. Oft steht er stellvertretend für ein tieferliegendes Problem in der Beziehung. Mögliche Ursachen sind:
- Bindungsangst
- Versteckter Trennungswunsch
- Akute seelische oder körperliche Verletzungen
- Erinnerungen an frühere Erlebnisse
Folgen und Bewältigung
Der plötzliche Ekel vor dem Partner ist ein Warnzeichen, dass etwas in der Beziehung nicht stimmt. Er kann zu einem Tunnelblick führen, bei dem nur noch das eklige Verhalten im Vordergrund steht. Um die Ursachen auf den Grund zu gehen, kann eine Paartherapie hilfreich sein.
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Akute Belastungsreaktion
Eine akute Belastungsreaktion ist eine vorübergehende, aber extreme Reaktion auf ein traumatisches Ereignis. Sie tritt meist wenige Minuten nach dem Auslöser ein und ist ein natürlicher Bestandteil des Bewältigungsprozesses.
Ursachen und Symptome
Die Ursachen können vielfältig sein, darunter schwere Unfälle, Körperverletzungen, Krieg, Naturkatastrophen oder Gewalt. Typische Symptome sind:
- Sprachlosigkeit
- Veränderte Wahrnehmung
- Einengung des Bewusstseins
- Nacherleben der Situation in Form von Alpträumen und Flashbacks
- Lücken in der Erinnerung
- Überreizung
- Stimmungsschwankungen
- Körperliche Reaktionen wie Schweißausbrüche, Herzrasen, Blässe und Übelkeit
Hilfe und Behandlung
Wichtig ist schnelle, professionelle Unterstützung durch Rettungskräfte, den psychiatrischen Notdienst oder die Telefonseelsorge. Längerfristig kann eine Psychotherapie helfen, die Auswirkungen des Nervenzusammenbruchs zu bewältigen.
Nervenzusammenbruch durch Stress
Ein Nervenzusammenbruch kann das Resultat von langanhaltendem psychischem Stress sein. Er äußert sich durch ein Gefühl von Ungleichgewicht zwischen den eigenen Leistungsmöglichkeiten, Zielen, Bedürfnissen und den äußeren Ansprüchen.
Ursachen und Symptome
Häufige Stressauslöser sind beruflicher Druck, Konflikte, Mehrfachbelastungen, Termindruck, kritische Lebensereignisse, eigene Ansprüche, Sorgen und Ängste sowie das Fehlen sozialer Unterstützung. Typische Symptome sind:
- Körperliche Anzeichen wie Zittern, Weinen, Schwitzen, Übelkeit, Herzklopfen und Kopfschmerzen
- Emotionale Anzeichen wie Nervosität, innere Unruhe, Niedergeschlagenheit und Kraftlosigkeit
- Mentale Anzeichen wie Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
Hilfe und Vorbeugung
Ärztliche Hilfe kann in Anspruch genommen werden, um die Ursachen der Beschwerden abzuklären und eine geeignete Therapieform zu finden. Vorbeugend können Stressregulation, Früherkennung von Warnzeichen, ein gesunder Lebensstil, das Setzen von Grenzen und der Austausch mit anderen helfen.
Stressreaktionen in Beziehungen
In Beziehungen können Stressreaktionen wie Kampf, Flucht, Totstellen oder Unterwerfung auftreten. Diese automatischen Schutzprogramme sind oft ein Mitbringsel aus den frühen Bindungserfahrungen der Kindheit.
Kampfmodus
Im Kampfmodus wird der Partner zum vermeintlichen Feind. Es werden alle Geschütze aufgefahren, um Druck zu machen und die Kontrolle zu gewinnen.
Fluchtmodus
Im Fluchtmodus werden notwendige Auseinandersetzungen und Konflikte vermieden, indem man sich abduckt, ignoriert oder den anderen ins Leere laufen lässt.
Totstellreflex
Im Totstellreflex erstarrt man innerlich und ist handlungs- und denkunfähig. Man nimmt alles wie durch einen Schleier wahr und fühlt nichts mehr.
Unterwerfung (Fawn-Response)
In der Unterwerfung versucht man, es anderen recht zu machen und ihre Bedürfnisse zu erfüllen, um Ablehnung oder Verurteilung zu vermeiden.
Bewältigung von Stressreaktionen
- Erkennen der eigenen Stressreaktionen
- Zuwendung zur Ur-Wunde, die uns anfällig dafür macht, uns durch das Verhalten anderer bedroht zu fühlen
- Vermeidung destruktiver Verhaltensweisen wie verallgemeinernde Kritik, Verachtung, Mauern und Abwehr
Abneigung gegenüber dem Partner
Abneigung gegenüber dem Partner kann sich in verschiedenen Formen äußern, darunter Ekel, Gereiztheit, Streit, sexuelle Unlust und der Wunsch nach Distanz.
Ursachen der Abneigung
- Veränderung der Gefühle und Vorlieben
- Hormonelle Veränderungen (z. B. durch die Pille, Schwangerschaft oder Wechseljahre)
- Veränderung des Geruchs
- Nachlassende Attraktivität
- Verbitterung und Rückzug
- Midlife Crisis
- Schlechte Behandlung durch den Partner
- Auseinanderleben
- Langeweile
- Warnsignal der Seele
Bewältigung der Abneigung
- Stellen der Emotionen
- Abklären biologischer Ursachen
- Paartherapie, Paarberatung oder Einzelberatung
- Offene Kommunikation mit dem Partner
- Gemeinsame Aktivitäten, die Spaß machen
- Neue Wege finden, um die Beziehung zu gestalten
Umgang mit einem Partner mit Burnout
Ein Burnout kann sich stark auf die Partnerschaft auswirken. Betroffene distanzieren sich oft von ihrem Partner, sind erschöpft und nehmen keine Hilfe an.
Gründe für die Distanzierung
- Erschöpfung und der Wunsch, zur Ruhe zu kommen
- Negative Einstellung gegenüber dem Job
- Schwierigkeiten, sich die Belastungen einzugestehen
- Gefühl, allen Erwartungen gerecht werden zu müssen
- Unsicherheit, welche Hilfe am besten passt
Was man als Partner tun kann
- Zuhören und Verständnis zeigen
- Informationen über Burnout sammeln
- Unterstützung bei der Suche nach professioneller Hilfe anbieten
- Eigene Gefühle und Bedürfnisse formulieren
- Selbstfürsorge betreiben
Bindungsangst als Furcht vor der Liebe
Bindungsangst ist die Furcht vor der Liebe und den damit verbundenen Schmerzen. Betroffene verschließen ihr Herz, um sich vor Verletzungen zu schützen.
Ursachen der Bindungsangst
- Erfahrungen in der Kindheit, dass Eltern kein stabiler Hort der Sicherheit waren
- Erlebnisse im Jugend- und Erwachsenenalter, die dazu führen, dass man sich vor dem Schmerz des Verlustes schützen will
Bewältigung der Bindungsangst
- Erkennen der Angst
- Auseinandersetzung mit den Ursachen
- Aufbau von Vertrauen in sich selbst und andere
- Schrittweise Öffnung für Nähe und Intimität