Wenn ein Kind an epileptischen Anfällen leidet, löst das bei den Eltern oft Panik und Hilflosigkeit aus. Die Epilepsie ist eine chronische Erkrankung und geht vom Gehirn aus. Von Zeit zu Zeit kann es ohne erkennbare Auslöser zu epileptischen Anfällen kommen. Ursache sind plötzlich auftretende, kurzzeitige Funktionsstörungen des Gehirns. Die Anfälle dauern in der Regel einige Sekunden oder wenige Minuten und hören von alleine wieder auf. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Symptome, Ursachen, Diagnose und Behandlung von Epilepsie bei Babys.
Was ist Epilepsie?
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte epileptische Anfälle gekennzeichnet ist. Ein epileptischer Anfall ist eine plötzliche, unkontrollierte elektrische Störung im Gehirn. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder Krampfanfall gleichbedeutend mit einer Epilepsie ist. Der Begriff „Epilepsie“ beschreibt demnach das Auftreten oder das Risiko für das Auftreten mehrerer epileptischer Anfälle in bestimmten zeitlichen Abständen, während ein einmaliger epileptischer Anfall nicht zwangsläufig bedeutet, dass auch eine Epilepsie vorliegt, die mit Anfallssuppressiva behandelt werden muss. Fünf Prozent aller Menschen erleben bis zum 20. Lebensjahr einen epileptischen Anfall. Dabei handelt es sich aber meist nur um einen sogenannten Gelegenheitsanfall.
Symptome von Epilepsie bei Babys
Epileptische Anfälle können sich bei Babys sehr unterschiedlich äußern. Bei Neugeborenen werden meist nur subtile Anfälle beobachtet. Augen- oder Schmatzbewegungen oder ein Rudern mit Armen oder Beinen sind mögliche Symptome, müssen aber von altersentsprechenden Bewegungsautomatismen abgegrenzt werden. Nur weil ein Säugling mit den Extremitäten rudert, hat er nicht automatisch einen epileptischen Anfall! Im Gegensatz zu Anfällen bei älteren Kindern ist die klinische Diagnose bei Neugeborenen schwierig. Malone et al. zeigten, dass selbst erfahrene Spezialisten nicht in der Lage sind, epileptische Anfälle von nichtepileptischen Bewegungen zu unterscheiden. Die einzige Ausnahme stellen klonische Anfälle dar.
Hier sind einige häufige Symptome:
- Krampfanfälle: Dies ist das bekannteste Symptom der Epilepsie. Krampfanfälle können verschiedene Formen annehmen, von kurzen Zuckungen bis hin zu heftigen Krämpfen des ganzen Körpers. Wenn jemand einen Schrei ausstößt, bewusstlos zu Boden geht und sich dann der ganze Körper verkrampft und zuckt, denken die meisten Menschen sofort an eine Epilepsie. Jedoch entspricht dieses weit verbreitete Bild nur einer ganz bestimmten Anfallsform, nämlich dem Grand-mal-Anfall. Und diese Form ist vergleichsweise selten.
- Absencen: Diese Anfälle äußern sich durch kurze Bewusstseinsverluste, bei denen das Baby für einige Sekunden abwesend wirkt und starrt. Die typische Absence-Epilepsie etwa äußert sich mitunter dadurch, dass Betroffene für wenige Sekunden ihre aktuelle Tätigkeit unterbrechen, starr in die Luft gucken und dann wieder ganz normal mit ihrer vorherigen Aktivität fortfahren. Meistens können Betroffene selbst sich gar nicht an die kurze Absence erinnern. Diese Form der Epilepsie ist übrigens typisch für Kinder, weshalb sie oft als Träumerei oder Unkonzentriertheit fehlinterpretiert wird („Hans-guck-in-die-Luft“).
- Myoklonische Anfälle: Diese Anfälle verursachen plötzliche, kurze Muskelzuckungen. Ein myoklonischer Anfall verursacht keine Bewusstseinsstörungen, sondern äußert sich mit Muskelzuckungen.
- Atonische Anfälle: Diese Anfälle führen zu einem plötzlichen Verlust des Muskeltonus, wodurch das Baby zusammenbrechen kann. Verliert man die Muskelkraft, spricht man von einem atonischen Anfall.
- Fokale Anfälle: Diese Anfälle beginnen in einem bestimmten Bereich des Gehirns und können sich auf verschiedene Weise äußern, z. B. durch Zuckungen, Kribbeln oderHalluzinationen. Fokale Anfälle werden auch als partielle oder lokalisationsbezogene epileptische Anfälle bezeichnet. Diese Anfälle gehen immer von einem bestimmten Bereich des Gehirns aus und betreffen in der Regel nur eine Gehirnhälfte. Man unterscheidet fokale Anfälle mit Bewusstseinseinschränkung (früher auch komplex-fokal genannt) und fokale Anfälle ohne Bewusstseinseinschränkung (früher einfach fokale Anfälle). Die Symptome fokaler Anfälle richten sich nach dem Ursprungsort im Gehirn. Auch plötzliche Angst, Wut oder Halluzinationen werden in der Literatur beschrieben. Die Sinneswahrnehmung kann durch einen fokalen Anfall gestört werden. So kann Sehen, Hören, Schmecken, Riechen oder Tasten durch den Anfall so beeinträchtigt sein, dass Betroffene Blitze sehen, Geräusche oder Stimmen hören, einen komischen Geschmack im Mund haben, etwas Merkwürdiges riechen oder Temperatur-Missempfindungen, Kribbeln oder Lähmungserscheinungen spüren. Fokale Anfälle mit Bewusstseinsverlust sind häufig durch sogenannte Automatismen geprägt. Patienten wiederholen im Anfall bestimmte Handlungsmuster, wie z. B.
- Vegetative fokale Anfälle: Eine häufige Anfallsform fokalen Ursprungs sind vegetative fokale Anfälle. Auch Schweißausbrüche, Halluzinationen, ein aufsteigendes Unwohlsein in der Magengegend und Herzrasen können Symptome epileptischer Anfälle sein.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Babys mit Epilepsie alle diese Symptome zeigen. Manche Babys haben nur sehr subtile Anfälle, die leicht übersehen werden können.
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Ursachen von Epilepsie bei Babys
Bei einer Epilepsie kommt es durch unterschiedlichste Ursachen und Auslöser zu einer übermäßigen elektrischen Entladung von Nervenzellen im Gehirn. So können zum Beispiel Stoffwechselstörungen, genetische Faktoren, Kopfverletzungen, gutartige und bösartige Tumore, Hirnhautentzündungen oder Schlaganfälle entsprechende Veränderungen im Gehirn verursachen, welche solche übermäßigen Entladungen der Neuronen begünstigen. Dann kommt es zu Symptome wie Muskelkrämpfen, Stürzen und Bewusstlosigkeit, aber auch zu durchaus subtileren Anfallsformen. Oft ist die genaue Ursache jedoch unbekannt.
Hier sind einige der häufigsten Ursachen von Epilepsie bei Babys:
- Hirnschäden: Hirnschäden, die vor, während oder nach der Geburt auftreten, können zu Epilepsie führen. Störungen der Hirnreifung während der Schwangerschaft oder Geburtskomplikationen können ebenfalls eine Epilepsie auslösen.
- Genetische Faktoren: Epilepsie kann in manchen Fällen vererbt werden. Zudem zeigen neuere Untersuchungen, dass es auch genetische Risikofaktoren für die Entwicklung einer Epilepsie gibt.
- Stoffwechselstörungen: Bestimmte Stoffwechselstörungen können zu Epilepsie führen. Sind Stoffwechselstörungen der Grund, handelt es sich um eine metabolische Epilepsie.
- Infektionen: Infektionen des Gehirns, wie z. B. Hirnhautentzündung, können Epilepsie verursachen. Führen Infektionen, etwa Hirnhautentzündungen, zu entsprechenden chronischen Veränderungen im Gehirn, so spricht man von infektiösen Epilepsien.
- Unbekannte Ursache: In vielen Fällen kann die Ursache der Epilepsie nicht festgestellt werden. Weitaus häufiger ist aber keine klare Ursache identifizierbar. Dann handelt es sich um genetische oder kryptogene Epilepsien.
Diagnose von Epilepsie bei Babys
Wenn ein Arzt vermutet, dass ein Baby Epilepsie hat, wird er eine Reihe von Tests durchführen, um die Diagnose zu bestätigen.
Hier sind einige der häufigsten Tests:
- Elektroenzephalogramm (EEG): Ein EEG misst die elektrische Aktivität im Gehirn. Dies ist der wichtigste Test zur Diagnose von Epilepsie. Wie bereits ausgeführt, muss die Diagnose von Neugeborenenanfällen mittels EEG bestätigt werden. Die polygraphische Ableitung sollte mindestens 10 EEG-Kanäle, EKG (Elektrokardiogramm), Ableitung von Atmung und Oberflächen-Elektromyographie (EMG) von beiden Deltoidmuskeln und das synchrone Video als Goldstandard einschließen. Nach Definition durch die American Clinical Neurophysiology Society sind elektrographische Anfälle gekennzeichnet durch ein plötzlich abnormes EEG mit repetitiven Mustern, die eine Evolution zeigen und eine Amplitude von mindestens 2 µV und eine Dauer von mindestens 10 s haben. Rhythmische Entladungen mit einer Dauer unter 10 s werden als „brief interictal rhythmic discharges“ (BIRDs) bezeichnet, sind aber mit klaren Anfällen im selben oder einem nachfolgenden EEG assoziiert. Sollte kein EEG zur Verfügung stehen, so kann ein Monitoring mit dem aEEG erwogen werden. Dieses erkennt aber Anfälle mit kurzer Dauer (<30 s) und fokale Muster mit niedriger Amplitude oder fehlender Einbeziehung der Zentralregion in der Regel nicht. Darüber hinaus können Bewegungsartefakte wie Anfälle imponieren.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Ein MRT ist ein bildgebendes Verfahren, das detaillierte Bilder des Gehirns liefert. In einem MRT können u. a. Gehirnfehlbildungen festgestellt werden. Die Magnetresonanztomografie (MRT) liefert uns hochauflösende Bilder: Hier können selbst feinste Veränderungen im Gehirn sichtbar gemacht werden. Dank der funktionellen MRT können außerdem wichtige funktionstragende Areale lokalisiert werden. Zudem setzt unser ärztliches Personal das sogenannte Fibertracking-Verfahren ein. Dabei werden aus den MRT-Aufnahmen die Verläufe einzelner Nervenfasern im Gehirnre konstruiert. Kombiniert mit der Neuronavigation bietet Fibertracking einen bedeutenden Fortschritt für mikrochirurgische Therapie-Ansätze.
- Bluttests: Bluttests können helfen, Stoffwechselstörungen oder Infektionen zu identifizieren, die zu Epilepsie führen könnten. In der Blutuntersuchung sieht man, ob bestimmte Blutwerte verändert sind. Das kann Rückschlüsse auf Ursachen für die Epilepsie geben. Je nachdem, welche Ursache vermutet wird, können weitere Untersuchungen notwendig sein, wie z. B. Untersuchungen auf Stoffwechsel- oder Autoimmunerkrankungen.
- Liquoruntersuchung: Gibt es Hinweise auf eine Infektion als Ursache der Epilepsie, sollte das Nervenwasser des Kindes untersucht werden (Liquordiagnostik).
Behandlung von Epilepsie bei Babys
Die Behandlung von Epilepsie bei Babys zielt darauf ab, die Anfälle zu kontrollieren und die Entwicklung des Babys zu fördern.
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Hier sind einige der häufigsten Behandlungen:
Antiepileptika (AEDs): AEDs sind Medikamente, die helfen, Anfälle zu verhindern. Sie sind die häufigste Behandlung für Epilepsie. Bei vielen Kindern und Jugendlichen lässt sich eine Epilepsie gut behandeln. Manchmal legt sich die Erkrankung nach einigen Jahren ganz, dann treten keine Anfälle mehr auf. Die Epilepsie gilt als eine der am besten zu behandelnden neurologischen Erkrankungen der Welt und bis zu zwei Drittel der Patientinnen und Patienten werden durch die medikamentöse Therapie mit Antikonvulsiva anfallsfrei. Da Epilepsie jedoch nicht heilbar ist, gilt die Anfallskontrolle als wichtigstes Ziel. Diese ist oft nur durch eine lebenslange Einnahme der Anfallssuppressiva möglich, welche dann aber oft ein uneingeschränktes und selbstständiges Leben bis ins hohe Alter ermöglicht.
Phenobarbital ist weltweit das Medikament der 1. Wahl zur Behandlung von Neugeborenen und das, obwohl es nur bei 40-60 % zur Anfallsfreiheit führt. Es gibt Hinweise darauf, dass Phenobarbital eine elektroklinische Dissoziation begünstigt, da die Anzahl der klinischen Anfälle ab- und die der elektrographischen Anfälle zunimmt. Die Empfehlungen für Medikamente der 2. Wahl variieren je nach Land und Kontinent und schließen Levetiracetam, Phenytoin, Clonazepam, Midazolam und Lidocain ein. In den USA ist (Fos)Phenytoin verbreitet, wohingegen im Vereinigten Königreich Midazolam bevorzugt wird. Midazolam hat eine kürzere Halbwertszeit als Clonazepam, was mit einer geringeren Ausprägung der oropharyngealen Sekretion einhergeht. In den skandinavischen Ländern wird häufig Lidocain als M…
Ketogene Diät: Die ketogene Diät ist eine spezielle Diät, die reich an Fett und arm an Kohlenhydraten ist. Sie kann bei manchen Babys mit Epilepsie helfen, Anfälle zu kontrollieren. Bei schwer behandelbaren Epilepsien empfehlen Ärztinnen und Ärzte manchmal eine bestimmte Ernährungsform - die ketogene Diät. Dabei werden nur wenig Kohlenhydrate und stattdessen vor allem Fette aufgenommen.
Diese Diät hat zur Folge, dass sich der Stoffwechsel umstellt: Um Energie zu gewinnen, wird Fett statt Zucker abgebaut. Der erhöhte Gehalt an Fettsäuren im Blut soll wiederum die Signalübertragung der Nervenzellen im Gehirn beeinflussen und zu weniger Anfällen führen. Bei den meisten teilnehmenden Kindern traten deutlich weniger Anfälle auf als vorher. Sie fühlten sich insgesamt aktiver und weniger ängstlich. Allerdings war die Qualität dieser Studien nicht sehr hoch. Mögliche Nebenwirkungen der ketogenen Diät sind Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung und Durchfall. Eine weitere Hürde: Vielen Kindern fällt es schwer, die Ernährungsumstellung durchzuhalten. Zu den langfristigen Auswirkungen der ketogenen Diät fehlen bislang Studien. Ärztinnen und Ärzte empfehlen, eine ketogene Diät nach etwa zwei Jahren zu beenden.
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Chirurgie: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Anfälle zu kontrollieren. Eine Operation kommt infrage, wenn sich eine belastende Epilepsie nicht gut mit Medikamenten behandeln lässt. Sie ist nur möglich, wenn die Anfälle von einer ganz bestimmten Stelle im Gehirn ausgehen (fokale Epilepsie). Anfälle, die das gesamte Gehirn erfassen (generalisierte Epilepsie), können nicht operativ behandelt werden.
Um zu klären, ob ein Eingriff infrage kommt, sind umfangreiche Untersuchungen notwendig. Dazu gehören eine Magnetresonanztomografie (MRT), Videoaufzeichnungen mit Messungen der Hirnaktivität (EEG) und die Testung der emotionalen und geistigen Entwicklung (neuropsychologische Untersuchung). Die Untersuchungen dienen auch dazu, den Hirnbereich zu finden, von dem die Anfälle ausgehen. Es sind verschiedene Operationsverfahren möglich. Dabei wird häufig das Hirngewebe in dem Bereich entfernt, in dem der epileptische Anfall entsteht. Es ist auch möglich, diesen Bereich stillzulegen, indem Nervenfasern durchtrennt werden. Studienergebnisse zeigen, dass nach einem Eingriff zwischen 30 und 80 von 100 Kindern anfallsfrei waren. Ein Teil der Kinder benötigt anschließend keine Medikamente mehr. Die Erfolgsaussichten einer Operation hängen von der Ursache der Epilepsie und von der betroffenen Hirnregion ab. Jeder Eingriff hat Risiken, da die Entfernung von Gehirngewebe auch unerwünschte Folgen haben kann.
Vagusnervstimulation (VNS): Dabei wird eine Elektrode links am Hals eingepflanzt und mit einem kleinen Gerät verbunden, das im Brustbereich unter der Haut eingesetzt wird. Das Gerät sendet über die Elektrode elektrische Impulse an den Vagusnerv und weiter ans Gehirn. Diese Impulse sollen bestimmte Gehirnaktivitäten hemmen und dadurch Anfällen vorbeugen. Für den Nutzen dieser Therapie gibt es bisher nur wenige aussagekräftige Studien.
Spezielle Epilepsieformen im Kindesalter
Es gibt verschiedene spezielle Epilepsieformen, die im Kindesalter auftreten können:
- Absence-Epilepsie: Dabei ist das Kind während eines Anfalls für wenige Sekunden abwesend. Es wird blass, hat einen starren Blick und reagiert nicht auf Ansprache. Zusätzlich kann es mit den Lidern zucken, die Augen verdrehen oder den Kopf nach hinten legen. Solche kurzen Abwesenheiten (Absencen) können bis zu hundert Mal am Tag auftreten.
- Rolando-Epilepsie: Während des Anfalls zuckt eine Gesichtshälfte, manchmal auch ein Arm oder ein Bein. Es kann auch zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Sprech- und Schluckstörungen oder vermehrtem Speichelfluss kommen. Dabei ist das Kind in der Regel bei Bewusstsein. Die Anfälle treten meist beim Einschlafen oder Aufwachen auf.
- Juvenile myoklonische Epilepsie: Sie zeigt sich erstmals in der Pubertät. Zu den Anfällen mit Muskelzuckungen und mitunter ausfahrenden Arm- und Schulterbewegungen kommt es meist morgens nach dem Aufwachen. Manchmal knicken auch die Beine ein.
- West-Syndrom: Diese schwere Epilepsieform beginnt fast immer im Säuglingsalter. Während eines Anfalls beugt und streckt sich der ganze Körper des Kindes, die Nacken-, Hals- und Rumpfmuskulatur verkrampft ruckartig. Die Anfälle treten ebenfalls meist kurz nach dem Aufwachen oder beim Einschlafen auf.
Was tun bei einem epileptischen Anfall?
Die Symptome einer Epilepsie treten meist ganz plötzlich und unvermittelt auf, weshalb es entscheidend ist, dass Angehörige genau wissen, wie man schnell und präzise Erste Hilfe während eines Anfalls leistet. Das kann Angehörigen und Betroffenen große Angst machen.
Hier sind einige Tipps, was zu tun ist, wenn ein Baby einen epileptischen Anfall hat:
- Bleiben Sie ruhig: Es ist wichtig, ruhig zu bleiben, damit Sie klar denken und handeln können.
- Schützen Sie das Baby: Legen Sie das Baby auf eine weiche Unterlage und entfernen Sie alle Gegenstände, an denen es sich verletzen könnte.
- Drehen Sie das Baby auf die Seite: Dies hilft, zu verhindern, dass das Baby erbricht und erstickt. Nach dem Anfall schlafen die Kinder meist. Dann sollten Eltern das Kind in die stabile Seitenlage legen, sodass der Speichel aus dem Mund herausfließen kann. Das erleichtert die Atmung.
- Beobachten Sie das Baby genau: Achten Sie auf die Art des Anfalls, wie lange er dauert und welche Symptome auftreten.
- Rufen Sie den Notarzt: Wenn der Anfall länger als fünf Minuten dauert oder das Baby Schwierigkeiten hat zu atmen, rufen Sie sofort den Notarzt. Dauert ein Anfall erstmals länger als 5 Minuten, sollten Eltern oder andere Betreuungspersonen daher nicht zögern, einen Notarzt zu rufen. Gerade beim ersten Mal weiß man nicht, ob ein Fieberkrampf unkompliziert ist. Deshalb sollten Eltern rasch den Notarzt rufen unter 112. Im Anfall helfen Eltern dem Kind, indem sie es vor Verletzungen schützen und nicht versuchen, es festzuhalten.
Leben mit Epilepsie
Die Diagnose Epilepsie kann für Eltern sehr belastend sein. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass viele Kinder mit Epilepsie ein normales Leben führen können.
Hier sind einige Tipps für Eltern von Kindern mit Epilepsie:
- Informieren Sie sich: Je mehr Sie über Epilepsie wissen, desto besser können Sie Ihr Kind unterstützen.
- Arbeiten Sie mit dem Arzt Ihres Kindes zusammen: Gemeinsam können Sie einen Behandlungsplan entwickeln, der für Ihr Kind geeignet ist.
- Schließen Sie sich einer Selbsthilfegruppe an: Der Austausch mit anderen Eltern von Kindern mit Epilepsie kann sehr hilfreich sein.
- Sorgen Sie für eine sichere Umgebung: Stellen Sie sicher, dass Ihr Zuhause sicher ist, um Verletzungen bei Anfällen zu vermeiden.
- Ermutigen Sie Ihr Kind, ein normales Leben zu führen: Epilepsie sollte Ihr Kind nicht daran hindern, an Aktivitäten teilzunehmen, die es genießt.