Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die durch den Verlust von Nervenzellen im Gehirn gekennzeichnet ist, insbesondere in dem Bereich, der für die Bewegungskontrolle zuständig ist. Dies führt zu einem Dopaminmangel, der die Kommunikation zwischen den Nervenzellen beeinträchtigt und Symptome wie Tremor, Steifheit, langsame Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen verursacht. Obwohl es keine Heilung für Parkinson gibt, können verschiedene Therapien eingesetzt werden, um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Neben medikamentösen Behandlungen und Physiotherapie rücken auch komplementärmedizinische Verfahren wie die Fußreflexzonenmassage in den Fokus.
Ursachen und Risikofaktoren von Morbus Parkinson
Die genauen Ursachen für das Absterben der Dopamin produzierenden Nervenzellen sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Faktoren, die als mögliche Ursachen oder Risikofaktoren in Betracht gezogen werden:
- Genetische Faktoren: Bestimmte Genmutationen können das Risiko erhöhen, an Parkinson zu erkranken, sind aber selten.
- Umweltgifte: Pestizide, Herbizide und Insektizide werden als mögliche Risikofaktoren diskutiert, obwohl es keine schlüssigen Beweise gibt.
- Beschleunigter Alterungsprozess: Eine Theorie besagt, dass der normale, altersbedingte Tod der Nervenzellen bei manchen Menschen beschleunigt wird.
- Freie Radikale: Diese potenziell schädlichen Moleküle können Nervenzellen schädigen.
- Lewy-Körperchen: Abnormale Proteinablagerungen in den Gehirnzellen, die als wichtiger Hinweis auf die Ursache der Parkinson-Krankheit gelten.
Weitere Risikofaktoren sind steigendes Alter, Familienanamnese von Parkinson, extremer Stress, Kopftraumata, kaukasische Abstammung, Herbizid-/Pestizid-Exposition und erhöhte Aufnahme von Nahrungsfetten. Einige Studien deuten auch auf ein erhöhtes Risiko bei Rauchern, erhöhtem Koffeinkonsum und frühzeitiger Maserninfektion im Kindesalter hin.
Symptome von Morbus Parkinson
Die Hauptsymptome von Morbus Parkinson sind:
- Tremor: Zittern, insbesondere in den Händen und Fingern, das in Ruhe am stärksten ist.
- Steifheit (Rigidität): Muskelsteifheit, die sich in Schwierigkeiten beim Aufstehen, Umdrehen im Bett oder Gehen äußern kann.
- Langsame Bewegung (Bradykinesie): Verlangsamung der Bewegungen und Schwierigkeiten bei der Initiierung von Bewegungen.
- Verlust des Gleichgewichts: Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, die zu Stürzen führen können.
Weitere mögliche Symptome sind Hautempfindungen und Schmerzen, Verstopfung, Blasenprobleme, sexuelle Dysfunktionen, Schlafprobleme, Müdigkeit, Depressionen, veränderte Sprache, Schwierigkeiten beim Schreiben, Taubheit und Demenz.
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Diagnose und Behandlung von Morbus Parkinson
Die Diagnose von Morbus Parkinson basiert auf der Krankengeschichte, der Beobachtung der Symptome und einer neurologischen Untersuchung. Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können eingesetzt werden, um andere Erkrankungen auszuschließen. Ein Neurologe kann eine Probedosis von Carbidopa-Levodopa verschreiben, um die Diagnose zu bestätigen, wenn sich die Symptome dadurch verbessern.
Die Behandlung von Morbus Parkinson zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:
- Medikamente: Levodopa, Dopamin-Agonisten, Amantadin und MAO-B-Hemmer können eingesetzt werden, um die Dopaminspiegel im Gehirn zu erhöhen oder die Wirkung von Dopamin zu imitieren.
- Physiotherapie: Verbesserung der Mobilität, Koordination, des Bewegungsumfangs und des Muskeltonus.
- Ergotherapie: Anpassung der Wohn- und Arbeitsumgebung und Bereitstellung von Mobilitätshilfen.
- Logopädie: Verbesserung der Kommunikation und Aussprache.
- Gehirnchirurgie: Tiefe Hirnstimulation (DBS) kann bei schweren Tremoren oder unwillkürlichen Bewegungen eingesetzt werden.
Fußreflexzonenmassage als komplementäre Therapie bei Parkinson
Die Fußreflexzonenmassage ist eine alternative Behandlungsmethode, die davon ausgeht, dass bestimmte Bereiche der Füße mit Organen und Systemen im Körper korrespondieren. Durch die Massage dieser Zonen sollen Blockaden gelöst und die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert werden. Obwohl die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit der Fußreflexzonenmassage bei Parkinson begrenzt ist, berichten einige Patienten von positiven Erfahrungen.
Mögliche Vorteile der Fußreflexzonenmassage bei Parkinson
- Reduktion von Muskelverspannungen und Spastik: Die Massage kann helfen, verspannte Muskeln zu entspannen und die Durchblutung zu fördern.
- Verbesserung der Mobilität: Durch die Lockerung der Muskeln und die Anregung der Nerven kann die Mobilität verbessert werden.
- Linderung von Angstzuständen und Depressionen: Die entspannende Wirkung der Massage kann dazu beitragen, Stress abzubauen und die Stimmung zu verbessern.
- Verbesserung des Schlafs: Einige Studien deuten darauf hin, dass Massagen Schlafstörungen reduzieren können.
- Verbesserung des Gleichgewichtssinns: Durch die Anregung der Nerven in den Füßen kann der Gleichgewichtssinn verbessert werden.
- Steigerung von Energie und Ausdauer: Die Massage kann die Durchblutung verbessern und die Sauerstoffversorgung der Zellen fördern, was zu mehr Energie und Ausdauer führen kann.
Studienlage zur Fußreflexzonenmassage bei Parkinson
Die wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit der Fußreflexzonenmassage bei Parkinson ist begrenzt. Einige Studien deuten jedoch auf positive Effekte hin.
- Eine Studie aus dem Jahr 2012 untersuchte die Auswirkungen der Traditionellen Japanischen Massage bei Parkinson-Patienten. Die Ergebnisse zeigten, dass sich bei einigen Patienten die Fortbewegungsgeschwindigkeit erhöhte und Schultersteife oder Sprachschwierigkeiten verbessert wurden. Allerdings war das Studiendesign nicht geeignet, um ursächliche Zusammenhänge zu beweisen.
- Eine qualitativ anspruchsvolle Studie untersuchte, ob sich für Multiple Sklerose typische Symptome durch eine traditionelle chinesische Fußreflexzonenmassage lindern lassen. Die Fußreflexzonen-Gruppe zeigte gegenüber der Kontrollgruppe signifikante Besserungen der Scores für die Symptome Parästhesien, Blasenprobleme und Spastizität.
Es ist wichtig zu beachten, dass weitere Forschung erforderlich ist, um die Wirksamkeit der Fußreflexzonenmassage bei Parkinson zu bestätigen und die zugrunde liegenden Mechanismen zu verstehen.
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Anwendung der Fußreflexzonenmassage
Die Fußreflexzonenmassage wird von speziell ausgebildeten Therapeuten durchgeführt. Die Behandlung umfasst in der Regel eine Anamnese, eine Untersuchung der Füße und eine individuelle Massage der Reflexzonen. Die Massage kann mit verschiedenen Techniken durchgeführt werden, wie z.B. Druck, Reibung und Vibration.
Rhythmische Massage als spezielle Form der Massage
Die Rhythmische Massage ist eine Weichteilbehandlung, die aus dem Verständnis der anthroposophischen Menschenkunde heraus ganzheitlich gedacht ist. Sie basiert auf den Griffen und Techniken der „Klassischen“ beziehungsweise „Schwedischen Massage“ und zielt auf eine Verbesserung der Durchblutung im Organismus und eine Regulierung zu hoher Anspannungen in Muskel- und Bindegewebe ab. Die Rhythmische Massage kann bei Muskelverspannungen, Wirbelsäulenerkrankungen, Arthrose, rheumatischen Erkrankungen, Asthma Bronchiale oder auch bei Kopfschmerzen unterschiedlichen Ursprungs eingesetzt werden. Darüber hinaus unterstützt sie allgemein bei der Behandlung von Verdauungs-, Durchblutungs- und Schlafstörungen, Schmerzen, Unruhe und Erschöpfungszuständen, Bewegungseinschränkungen, Erkrankungen im Bereich von Atmung und Zirkulation sowie einer Reihe psychosomatischer Symptome, die auch bei der Parkinson’schen Erkrankung auftreten können.
MEDIWAVE 7000: Massage mit Schallwellen
Das MEDIWAVE 7000 ist eine Massageform, bei der die Massagewirkung durch Schalldruck entsteht. Harmonische Schwingungen im hörbaren Bereich werden als Musikstücke oder Töne/Tonkombinationen mit Hilfe von Schallgebern auf den Körper appliziert. Die Tonschwingungen führen zu einer Mikromassage auf der Molekül- und Zellebene, die die Stoffwechselprozesse und die Durchblutung intensiviert. Anwender berichten über ein Wärmegefühl, eine verstärkte Tiefatmung und eine Entspannung der Muskulatur.
Einfache Fußmassage-Griffe zur Entspannung
Auch einfache Fußmassage-Griffe können zur Entspannung und Linderung von Verspannungen beitragen. Hier sind einige Beispiele:
- Sandwichstreichung: Legen Sie eine Hand unter die Wade und ziehen Sie beide Hände mit sattem Impuls gleichzeitig zu sich.
- Sprunggelenksentspannung: Setzen Sie beide Daumenballen unterhalb des Innen- und Außenknöchels an und bewegen Sie die Hand langsam vor- und rückwärts.
- Mittelfußentspannung: Bewegen Sie die Daumenballen alternierend nach vorne und hinten, sodass sich der ganze Mittelfuß entspannt.
- Fußsohlenmassage: Ballen Sie Ihre Hand zur Faust und setzen Sie diese auf die Fußsohle. Massieren Sie mit Zug vom oberen Quergewölbe nach unten Richtung Ferse.
- Kreisende Bewegungen: Kreisen Sie den Fuß sanft und verwandeln Sie die Kreise langsam in liegende Achten. Lassen Sie den Fuß auch im Muster einer stehenden Acht kreisen.
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