Gedächtnisprobleme nach Hirnblutung: Ursachen und Behandlung

Eine Hirnblutung ist ein medizinischer Notfall, der zu dauerhaften Schäden wie Lähmungen und Sprachstörungen führen kann. Sie entsteht, wenn ein Blutgefäß im Schädelinneren reißt, platzt oder verletzt wird, was zu einer Durchblutungsstörung oder einem Bluterguss im Gehirn führt. Die Schwere der Hirnblutung und die betroffenen Hirnregionen bestimmen die Art und den Umfang der resultierenden Gedächtnisprobleme und anderer neurologischer Funktionsausfälle. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Gedächtnisproblemen nach einer Hirnblutung, die verschiedenen Arten von Hirnblutungen, ihre Behandlungsmöglichkeiten und die Bedeutung einer frühzeitigen Intervention.

Arten von Hirnblutungen

Ärzte unterscheiden verschiedene Arten von Blutungen des menschlichen Gehirns. Es handelt sich also um einen Oberbegriff.

  • Intrazerebrale Blutung: Hierbei handelt es sich um eine Blutung direkt ins Hirngewebe. Dabei platzt meist ein kleines Blutgefäß im Inneren des Gehirns - häufig infolge von Bluthochdruck. Die Blutung betrifft in der Regel einen größeren Bereich und wird deshalb manchmal auch Hirnmassenblutung genannt. Etwa zehn bis 15 Prozent aller Schlaganfälle werden durch eine intrazerebrale Blutung verursacht.

  • Subarachnoidalblutung: Diese entsteht unterhalb der mittleren Hirnhaut, zwischen dieser und der weichen Hirnhaut im Innersten. Etwa fünf Prozent aller Schlaganfälle sind auf eine Subarachnoidalblutung zurückzuführen.

  • Epiduralhämatom: Bei einer epiduralen Blutung sammelt sich Blut auf der harten Hirnhaut, „Dura mater“ genannt. Sie liegt direkt unterhalb des Schädelknochens und bildet die äußerste der drei Hirnhäute. Sie tritt oft in Verbindung mit einem Schädelbruch auf.

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  • Subduralhämatom: Bei einer subduralen Blutung sammelt sich das Blut unterhalb der harten Hirnhaut, also zwischen der „Dura mater“ und der mittleren Hirnhaut. Sie wird ebenfalls oft durch Gewalteinwirkung von außen verursacht.

  • Intrakranielle Blutungen: Hier kann es, z. B. nach Schädel-Hirn-Traumen, zu Blutungen zwischen Gehirn und Schädelknochen, einem epiduralem Hämatom kommen.

  • Extrazerebrale Hirnblutungen: Entsteht bei dem Betroffenen ein Bluterguss unterhalb der Hirnhaut, wird von einer Subduralblutung gesprochen, die auch als Subduralhämatom bezeichnet wird. Im Gegensatz dazu liegt die Subarachnoidalblutung unterhalb der Spinngewebshaut (Arachnoidea) außerhalb des Gehirns.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen und Risikofaktoren einer Hirnblutung sind vielfältig und können in direkt beeinflussbare und nicht beeinflussbare Faktoren unterteilt werden.

Zu den Hauptursachen und Risikofaktoren gehören:

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  • Bluthochdruck (Hypertonie): Die häufigste Ursache für eine Hirnblutung ist ein zu hoher Blutdruck, der die Hirngefäße schädigt.
  • Arteriosklerose: Indirekt gelten alle eine Arteriosklerose begünstigenden Umstände als Risikofaktoren für eine Hirnblutung. Hierzu zählen neben einem Bluthochdruck der Konsum von Nikotin und Alkohol, ein erhöhter Blutfettspiegel, eine Blutzuckerkrankheit, Bewegungsmangel und Übergewicht.
  • Hirngefäßfehlbildungen: Auch können Hirngefäß-Fehlbildungen eine Hirnblutung verursachen. Dazu zählen Fehlbildungen, bei denen viele Gefäße in einem Knäuel (Blutschwamm oder Angiom), Kurzschlüsse zwischen Gefäßen (sog. Fistel) oder eine Aussackung der Gefäßwand (sog. Aneurysma) vorliegen.
  • Schädel-Hirn-Trauma: Nach einem Schädel-Hirn-Trauma kann es zum Beispiel zeitversetzt zu einer Blutung zwischen der harten Hirnhaut und dem Schädelknochen (epidurales Hämatom) oder zwischen der harten Hirnhaut und dem Gehirn (subdurales Hämatom) kommen.
  • Blutgerinnungsstörungen: Bei einer Blutgerinnungsstörung, z. B. durch Medikamente, kann das Risiko einer Hirnblutung erhöht sein.

Symptome einer Hirnblutung

Die Symptome einer Hirnblutung sind vielfältig und hängen von der Lokalisation und dem Ausmaß der Blutung ab. Typisch sind Beschwerden, die schlagartig und meist aus völligem Wohlbefinden heraus ohne Vorboten auftreten (Schlaganfall). Häufig sind zusätzlich Übelkeit, Erbrechen oder Kopfschmerzen vorhanden.

Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Sprach- und Sprechstörungen: Aphasie (Sprachverlust) und Dysarthrie (undeutliche Sprache)
  • Lähmungen: Halbseitige Lähmungen (Hemiplegie) oder Schwäche auf einer Körperseite
  • Gefühlsstörungen: Taubheitsgefühl oder Kribbeln auf einer Körperseite
  • Sehstörungen: Verschwommenes Sehen, Doppelbilder oder Gesichtsfeldausfälle
  • Gleichgewichtsstörungen: Schwindel und Koordinationsprobleme
  • Bewusstseinsstörungen: Verwirrtheit, Benommenheit oder Bewusstlosigkeit
  • Kopfschmerzen: Plötzlich auftretende, sehr starke Kopfschmerzen
  • Nackensteifheit: Schwierigkeiten, den Nacken zu beugen
  • Schluckstörungen: Dysphagie (Schluckbeschwerden)
  • Krampfanfälle: Unkontrollierte Muskelzuckungen

Gedächtnisprobleme als Folge einer Hirnblutung

Eine Hirnblutung kann verschiedene Folgen und Langzeitschäden mit sich bringen. Sie hängen grundsätzlich von der Schwere und dem Ort der Hirnblutung ab. Kognitive Probleme wie Gedächtnisverlust können den Alltag zusätzlich belasten. Auch Depressionen und Angstzustände sind mögliche Folgen. Die Rehabilitation und Betreuung nach einer Hirnblutung spielen daher eine entscheidende Rolle, um die Lebensqualität der Betroffenen nachhaltig zu verbessern.

Hirnschädigungen infolge eines Schlaganfalls oder einer Kopfverletzung, wie einem Schädel-Hirn-Trauma, haben oft neurologische Funktionsausfälle zur Folge. Insbesondere Lern- und Gedächtnisstörungen stellen dabei für viele Patienten eine große Belastung dar.

Gedächtnisstörungen treten oft nach einem Schlaganfall auf. Während Betroffene mit starken Gedächtnisstörungen eine neuropsychologische Behandlung benötigen, können Patientinnen und Patienten mit leichteren Störungen auch spezielle Gedächtnisstrategien weiterhelfen. So kann es hel­fen, neuen Informationen mit besonderer Aufmerksamkeit zu begegnen. Zum Beispiel indem man sich mehr Zeit nimmt und für möglichst geringe Ablenkung sorgt. Dinge lassen sich zudem leichter einprägen, wenn sie sowohl bildlich als auch sprachlich erfasst werden. Und es ist hilfreich, das neue Wis­sen mit bereits bekanntem Wissen oder Emotionen zu ver­knüpfen. Zugleich kann es hilfreich sein, sich manche Dinge als Entlastung zu notieren.

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Eine Gedächtnisstörung (Amnesie) kann sich sowohl in der Unfähigkeit äußern, sich an Vergangenes zu erinnern (retrograde Amnesie), als auch neue Gedächtnisinhalte zu speichern (anterograde Amnesie). Bei der retrograden Amnesie kann sich der Patient an eine Zeitdauer vor der Hirnschädigung nicht mehr erinnern. Diese Zeitdauer liegt im Bereich von Sekunden bis zu Monaten. Die anterograde Amnesie ist die häufigste Form der Gedächtnisstörung. Der Patient hat Schwierigkeiten beim Einprägen neuer Informationen, was ihm im Zusammenleben große Probleme bereitet. Oft ist die Fähigkeit, sich neue Namen oder Terminen zu merken, stark beeinträchtigt. Durch die Störungen des Gedächtnisses und der Aufmerksamkeit kann es zu Orientierungsstörungen kommen. Der Patient ist sich über Zeit, Ort und Situation, in der er sich befindet, nicht oder nur unzureichend im Klaren. Oft kann er keine Angaben zur eigenen Person machen. Die Patienten haben häufig Probleme Ereignisse zeitlich einzuordnen.

Diagnose einer Hirnblutung

Bei Verdacht auf eine Hirnblutung werden Betroffene vom Rettungsdienst unverzüglich in ein Krankenhaus gebracht. Die standardisierte Erstversorgung greift in der Regel auf eine CT-Aufnahme zurück, da das Verfahren Ergebnisse schneller als eine MRT liefert. Sowohl CT als auch MRT ermöglichen es den behandelnden Ärzten, Lage und Größe der Hirnblutung zu bestimmen.

Um eine Hirnblutung schnell zu erkennen und eine exakte Diagnose zu stellen, sollten Sie sofort den Notarzt verständigen, sobald jemand die Anzeichen einer Hirnblutung aufzeigt.

Es gibt unterschiedliche Untersuchungen, um eine genaue Diagnose einer Hirnblutung zu stellen. Bei der Diagnose einer akuten Hirnblutung wird von den behandelnden Ärztinnen und Ärzten eine neurologische Untersuchung durchgeführt. Dabei werden die Bewusstseinslage und die Funktion verschiedener Nerven der Patientin oder des Patienten überprüft. In einem Gespräch wird zusätzlich besprochen, wie es zu den Symptomen der Hirnblutung kam. Für die Ärztinnen und Ärzte ist es wichtig zu wissen, ob die Gehirnblutung durch einen Sturz, Medikamenteneinnahme oder z. B. den Konsum von Drogen ausgelöst wurde.

Ein wichtiges Verfahren zur Bildgebung bei einer Hirnblutung ist eine Computertomografie des Kopfes (CT). Damit lässt sich eine Blutung im Gehirn bildlich direkt nachweisen. Diese erscheint als „heller Fleck“ auf dem Scan des Gehirns und zeigt damit sowohl das Ausmaß der Hirnblutung als auch den Ort der Entstehung. Außerdem kann durch einen CT-Scan eine Hirnblutung von einem Schlaganfall unterschieden werden.

Eine weitere wichtige Untersuchung, um eine akute Hirnblutung festzustellen, ist das Gefäßröntgen (Angiografie) im Schädelbereich. Mit der Hilfe von Kontrastmitteln wird eine Röntgendarstellung der Hirngefäße erstellt. Um noch bessere Ergebnisse zu erzielen, wird dieses Verfahren oft mit einem CT oder MRT kombiniert.

Behandlung von Hirnblutungen

Die Therapie hängt davon ab, wie schwer das Schädel-Hirn-Trauma ist. Je früher sie beginnt, desto besser ist die Prognose. Das oberste Ziel ist, das Leben des Patienten oder der Patientin zu retten. Am Anfang der Akutbehandlung versuchen die Ärzte zunächst, den Patienten zu stabilisieren. Da die Gehirnfunktionen der Betroffenen u.a. mit dem Atemzentrum beeinträchtigt sind, müssen sie häufig künstlich beatmet werden.

Was man bei einer Hirnblutung tun kann, hängt von der Größe, Lage und dem Auslöser ab. In der Regel ist eine stationäre Behandlung in der Klinik notwendig, meistens auch auf der Intensivstation. Die Symptome einer Hirnblutung und auch die zusätzlich entstandenen Komplikationen werden nach Bedarf versorgt. Starke Kopfschmerzen, Fieber oder Krampfanfälle werden mit Medikamenten wie Schmerzmitteln, Fiebersenkern und kramlösenden Mitteln behandelt. Besonders wichtig bei der Behandlung mit konservativen Mitteln ist die Vorbeugung einer Hirnschwellung (Hirnödem). Diese ist oft eine Folge einer starken Hirnblutung und sorgt für einen gefährlichen Druckanstieg im Schädel. Durch den entstandenen Hirndruck können weitere Hirnzellen absterben.

Bei Gehirnblutungen und Schädelbrüchen ist häufig eine Operation notwendig. Kommt es wegen der Hirnblutung zu einer Erhöhung des Schädelinnendrucks, muss zwingend eine Operation eingeleitet werden. Im Rahmen dieser OP öffnen die Neurochirurgen einen Teil des Schädelknochens, um die Blutung zu stillen und Blutergüsse zu entfernen. Die Druckentlastung erfolgt in der Regel über die chirurgische Öffnung des Schädelknochens, das oft schon geronnene Blut wird entfernt und bei epiduralen Hämatomen die blutende Arterie verschlossen. So hat das Gehirn mehr Platz, sich auszudehnen. Gegebenenfalls muss das Blut über eine Drainage abgeleitet werden. Anschließend werden Drainagen eingelegt, um das Blut aus kleinen Nachblutungen abzuleiten.

Bei schweren Schädel-Hirn-Traumen kommt es zudem zu einem Anschwellen des Gehirns. Um den Sauerstoffverbrauch des Gehirns zu reduzieren, werden die Betroffenen in Narkose versetzt und kontrolliert beatmet. Zur Drucksenkung wird der Oberkörper leicht hochgelagert und ein ausreichend hoher Blutdruck auf der Intensivstation sichergestellt. Bei einer schweren Schwellung erfolgt möglicherweise eine großflächige Entfernung des Schädelknochens, um dem geschwollenen Gehirn mehr Platz zu verschaffen.

In manchen Fällen, je nach Ausmaß und Lager der Hirnblutung, muss diese operativ versorgt werden:

  • Intrazerebrale Blutung: Bei dieser Form der Blutung im Hirn wird sorgfältig abgewogen, ob ein operativer Eingriff durchgeführt wird. Der Eingriff selbst birgt das Risiko Hirngewebe zu verletzen. Eine Operation bei einer intrazerebralen Blutung kann aber auch lebensrettend sein. In der Regel wird zusätzlich ein Katheter oder Shunt gelegt, um Nervenwasser abzuleiten. Damit wird verhindert, dass sich der Hirndruck weiter erhöht.
  • Subarachnoidalblutung: Handelt es sich beim Auslöser dieser Hirnblutung um ein Aneurysma, wird bei einem operativen Eingriff dieses abgeklemmt. Häufiger jedoch wird das sogenannte „Coiling“ angewandt. Dabei wird eine Platinspirale über die Leistenarterie bis zum Aneurysma eingeführt, um die Blutung zu stoppen. Auch bei der Subarachnoidalblutung muss ein Shunt zum Ablassen des Nervenwassers gelegt werden, damit der Hirndruck gesenkt wird.
  • Subduralhämatom: Ein kleines subdurales Hämatom erfordert keinen operativen Eingriff. Handelt es sich allerdings um eine größere subdurale Blutung muss es operativ entfernt werden. Um den Hirndruck zu senken, werden mehrere kleine Löcher in die Schädeldecke gebohrt. In anderen Fällen muss die Schädeldecke geöffnet werden, um das Hämatom zu entfernen.
  • Epiduralhämatom: Hier sollte die Blutansammlung zwischen Schädeldecke und äußerer Hirnhaut schnellstmöglichst operativ entfernt werden, vor allem wenn es sich um ein größeres Hämatom handelt. Auch hier werden Löcher in den Schädelknochen gebohrt, um das Blut abzulassen oder die Schädeldecke geöffnet, um das Hämatom zu entfernen und die Blutung zu stoppen.

Rehabilitation und Langzeitbehandlung

Wenn der Patient die kritische Phase überstanden hat, beginnt die rehabilitative Langzeitbehandlung. Hier werden verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um das Ausmaß der Folgeschäden zu begrenzen und eine weitere Blutung zu verhindern. versuchen die Therapeuten, Mitarbeiter im Pflegedienst (therapeutisch-aktivierende Pflege) und Ärzte, geistige und körperliche Funktionsstörungen zu beseitigen bzw. deren Auswirkungen auf die Lebensqualität zu begrenzen. Während der Rehabilitation werden Betroffene selbstverständlich medizinisch betreut.

Unser Gehirn steuert und überwacht körperliche und geistige Funktionen. Daher sind Lähmungen, Gefühlsstörungen, aber auch Sprach- und Gedächtnisstörungen als Folge möglich. In der Rehabilitation werden diese intensiv untersucht und behandelt. Das Gehirn bleibt bis ins hohe Alter lernfähig. Kinder und Jugendliche bedürfen in der Regel einer speziellen neuropädiatrischen Rehabilitation. Der sich noch entwickelnde Körper und Geist benötigt kindgerechte Therapien. Bezugsperson und Eltern bedürfen häufig ebenfalls einer langen Unterstützung bezüglich der Krankheitsbewältigung. In einer neuropädiatrischen Reha-Klinik oder sonstigen Einrichtung werden sie in das Therapiekonzept für ihre Kinder miteinbezogen. Teilweise ist bei schwergradigen Verläufen auch ein Schulwechsel notwendig.

Voraussetzung für das Erreichen der Reha-Ziele ist gezieltes Üben mit therapeutischer Hilfe und das Entwickeln einer guten Selbsteinschätzung des Betroffenen. Da unser Gehirn auch unsere Persönlichkeit bestimmt und damit unsere Fähigkeit zur Selbsteinschätzung, kann eine Gehirnblutung auch zu einer Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten führen. Die moderne Therapie erfolgt durch viele hochspezialisierte Therapeuten, die sich intensiv und regelmäßig abstimmen. Die Therapie benutzt heute bei Bedarf moderne Robotikgestützte Geräte, um beispielsweise das Laufen oder die Armfunktionen (Greifen etc.) zu verbessern. Regelmäßige Wiederholungen helfen dem Gehirn, verlorengegangene Fähigkeiten neu zu lernen.

Zur Verbesserung der geistigen Funktionen (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Planungsfähigkeit, Problemlösen und Sprache) werden ebenfalls wissenschaftlich überprüfte Methoden, beispielsweise in der Neuropsychologie, angewendet. Sehr bedeutsam sind auch die Eigenübungen der Betroffenen. Schwere Hirnblutungen verändern die Lebensperspektive und -planungen. Psychologen, Sozialarbeiter und Ärzte unterstützen Betroffene und die Familie bei der Entwicklung von Perspektiven. Oberstes Ziel ist die Rückkehr in das familiäre Umfeld, an den Arbeitsplatz oder in das schulische Leben, um Betroffenen eine größtmögliche Selbstständigkeit zu ermöglichen. Falls erforderlich, werden Anträge auf Hilfsmittel oder bauliche Veränderungen in den eigenen vier Wänden, auf sozialrechtliche Maßnahmen oder auf Unterstützung bei der Pflege bereits während des Reha-Aufenthalts gestellt. Schulungen und Pflegetrainings der Familialen Pflege bereiten Angehörige auf die neue Situation Pflege zu Hause intensiv vor.

Wenn nach dem Klinikaufenthalt noch keine Rückkehr in die häusliche Umgebung möglich ist, wird die Unterbringung in einer Nachsorgeeinrichtung in Abstimmung mit den Angehörigen durch die Rehaklinik organisiert. Selbstverständlich gehören auch die Planung der Entlassung und erste Organisation der weiteren medizinischen und therapeutischen Maßnahmen zu den Aufgaben der Rehabilitation. Hierbei unterstützt Betroffene der Sozialdienst der Klinik. Je nachdem wie stark die Hirnblutung war, kann es mehrere Jahre dauern, bis der Betroffene sich wieder eigenständig versorgen kann. In einigen Fällen bleibt es jedoch bei irreversiblen Restsymptomen.

Die Dauer der Therapie, die an eine Hirnblutung anschließt, variiert von Fall zu Fall und hängt vom Ausmaß der Blutung ab. Eine Reha nach einer Hirnblutung wird stationär durchgeführt und kann zwischen vier und sechs Wochen dauern.

Vorbeugung von Hirnblutungen

Es gibt einige Faktoren, die Sie positiv beeinflussen können, um einer Hirnblutung vorzubeugen. Zu diesen Risikofaktoren gehören Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht, Rauchen und Konsum von Alkohol oder Drogen.

Neben einer medikamentösen Behandlung und der regelmäßigen Selbstmessung des Blutdrucks können Betroffene selbst durch einen Wandel des Lebensstils dazu beitragen, zukünftig Hirnblutungen zu verhindern. Wer sich regelmäßig bewegt, kann (weiteren) Schlaganfällen vorbeugen.

Heilungschancen und Prognose

Die Heilungschancen und Prognose bei einer Hirnblutung hängen von verschiedenen Faktoren ab. Dazu zählen etwa Lokalisation und Ausdehnung der Einblutung, eventuelle Begleitverletzungen und Grunderkrankungen des Patienten sowie dessen Alter.

Bei einer Hirnblutung ist für die Überlebenschancen außerdem eine frühzeitige Behandlung extrem wichtig: Je früher die intrakranielle Blutung erkannt und fachgerecht im Krankenhaus behandelt wird, desto besser sind die Prognose und die Heilungschance. Das gilt vor allem bei einer ausgedehnten Hirnblutung - die Überlebenschancen sinken, wenn zu viel Zeit verstreicht.

  • Prognose bei intrazerebraler Blutung: Eine intrazerebrale Blutung ist meist ausgedehnt und mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Bis zu 50 Prozent der Patienten versterben innerhalb der ersten drei Monate und bis zu 60 Prozent innerhalb eines Jahres. Überlebt man eine solche Hirnblutung, sind bleibende Schäden keine Seltenheit. Tatsächlich erlangen sogar die meisten Überlebenden nicht alle Hirnfunktionen zurück.
  • Prognose bei Subarachnoidalblutung: Eine Subarachnoidalblutung ist ebenfalls sehr gefährlich. Meist wird die intrakranielle Blutung durch den Riss (Ruptur) eines Aneurysmas im Gehirn verursacht. Etwa 35 Prozent der Betroffenen sterben infolge der ersten Ruptur, weitere 15 Prozent innerhalb einiger Wochen infolge einer weiteren Ruptur. Bei Überlebenden sind Langzeitfolgen möglich.
  • Prognose bei einem Subduralhämatom: Ein akutes Subduralhämatom tritt oft in Verbindung mit weiteren schweren Hirnverletzungen auf. Das erklärt die hohe Sterblichkeit von 30 bis 50 Prozent der Patienten. Bei der chronischen Variante dieser Hirnblutung sind die Heilungschancen günstiger. Oft bessert sich der Zustand der Betroffenen nach einiger Zeit oder verschlechtert sich zumindest nicht weiter. Wurde die chronische Blutansammlung unter der harten Hirnhaut operativ entfernt, ist mit einem hohen Rückfallrisiko von zehn bis 30 Prozent zu rechnen.
  • Prognose von Epiduralblutungen: Besser als bei einer akuten Subduralblutung ist die Prognose bei einer Epiduralblutung. Die Sterblichkeit beträgt etwa 20 Prozent. Wird das betroffene Hirnareal frühzeitig vom Druck des darüberliegenden Blutergusses entlastet und bestehen nur geringe neurologische Ausfälle (wie Bewusstseinsstörung, Halbseitenlähmung), ist die Prognose gut.

Vaskuläre Demenz

Vaskuläre Demenz ist nach der Alzheimer-Krankheit die häufigste Demenzerkrankung. Bei der vaskulären Demenz ist es sehr unterschiedlich, welche Symptome im Vordergrund stehen oder auftreten. Dies hängt von der Art der Schädigung im Gehirn ab und davon, wo sie entstanden ist.

Je nach Ursache können die Symptome plötzlich, schleichend oder schrittweise auftreten. Die vaskuläre Demenz wird durch eine Schädigung der Blutgefäße im Gehirn verursacht. Die Gefäße können das Gehirn nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen, wodurch wichtige kognitive Funktionen eingeschränkt werden.

Zu den typischen Ursachen einer vaskulären Demenz gehören: Schlaganfälle, die eine Hirnarterie verschließen, können eine ganze Reihe von Symptomen verursachen, zu denen auch eine vaskuläre Demenz gehören kann. Stille Schlaganfälle, die ohne spürbare Symptome verlaufen, erhöhen ebenfalls das Demenzrisiko. Sind Arterienverkalkung (Arteriosklerose) oder Bluthochdruck die Ursache, machen sich die Beschwerden meist eher schleichend bemerkbar. Auch im weiteren Verlauf können sich die Symptome entweder schleichend oder plötzlich verschlechtern. Dazwischen kann es auch längere stabile Phasen geben. Die Lebenserwartung bei einer vaskulären Demenz variiert stark und hängt davon ab, wie schwer die Erkrankung ist und ob weitere Erkrankungen vorliegen. Einer vaskulären Demenz beugt man vor, indem man einem Schlaganfall vorbeugt.

Eine Demenzerkrankung kann nur durch eine Ärztin oder einen Arzt diagnostiziert werden. Für eine Diagnose werden verschiedene Untersuchungen durchgeführt. Am Anfang der Diagnostik steht das ärztliche Gespräch über die persönliche Krankengeschichte. Besonders wichtig sind dabei frühere oder aktuelle Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Erkrankungen der Hirngefäße, Bluthochdruck und Diabetes. Die Ärztin oder der Arzt erkundigt sich nach Beschwerden und Problemen im Alltag, nach Stimmungsschwankungen sowie nach den Lebensumständen. Nach dem Gespräch folgt eine körperliche Untersuchung, um festzustellen, ob Durchblutungsstörungen vorliegen. Mit bildgebenden Verfahren wie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie) können Veränderungen im Gehirn festgestellt werden. Bei einem Verdacht auf eine vaskuläre Demenz wird vor allem das Herz-Kreislauf-System untersucht, also Blutdruck, Herzgeräusche und Herzgröße. Ebenso wichtig ist der neurologische Status, der die Koordination, Motorik, den Tastsinn und den Gleichgewichtssinn umfasst. Medizinische Demenztests dienen der Beurteilung der geistigen Leistungsfähigkeit. Dabei werden bestimmte geistige Leistungsbereiche, wie Gedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit getestet.

Eine vaskuläre Demenz ist nicht heilbar. Die im Gehirn entstandenen Schäden können nicht rückgängig gemacht werden. Ziel der Therapie ist es, weiteren Schäden vorzubeugen und eine Verschlimmerung der Beschwerden aufzuhalten, beziehungsweise zu verlangsamen. Bei der vaskulären Demenz werden Durchblutungsstörungen im Gehirn mit blutverdünnenden Medikamenten behandelt. So kann weiteren Schlaganfällen vorgebeugt werden. Bluthochdruck, erhöhter Cholesterinspiegel und erhöhter Blutzucker können ebenfalls medikamentös behandelt werden. Da die Symptome einer vaskulären Demenz sehr unterschiedlich sein können, ist die Behandlung sehr individuell.

Es gibt verschiedene Ansätze, eine vaskuläre Demenz ohne Medikamente zu behandeln. Behandlungsmöglichkeiten wie Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie können helfen, die kognitiven Fähigkeiten und somit die Lebensqualität der Patientin oder des Patienten zu verbessern. Auch Musiktherapie, Erinnerungsarbeit und Krankengymnastik können Betroffenen helfen. Vaskuläre Demenz kann mit Gesprächen (kognitive Stimulation) oder Erinnerungsarbeit (autobiographische Arbeit) behandelt werden. Körperliche Betätigung oder Kunsttherapie können geeignete Behandlungsmethoden darstellen. Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen sind häufige Folgen einer Hirnschädigung, zum Beispiel durch Schlaganfall. Die Betroffenen brauchen deutlich länger für viele Aufgaben als vor dem Schlaganfall. Sie sind schnell abgelenkt oder ma­chen Fehler, wenn sie mehrere Dinge gleichzeitig erledigen. Vor allem neigen sie dazu, schnell erschöpft zu sein. Daher sind regelmäßige Pausen sehr wichtig, sodass es nicht zur völligen Erschöpfung kommt und lange Regenerationszeiten nötig werden.

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