Gedächtnistraining bei Demenz: Übungen und Ansätze zur Förderung der kognitiven Fähigkeiten

Ein nachlassendes Gedächtnis muss keine unvermeidliche Alterserscheinung sein. Genauso wie sich körperliche Fähigkeiten gezielt trainieren lassen, können wir auch die Funktion unseres Gehirns durch regelmäßiges Training verbessern. Dies ist besonders wichtig, wenn die geistigen Herausforderungen im Alltag abnehmen, etwa weil man nicht mehr berufstätig ist und vielleicht weniger soziale Kontakte hat als früher.

Einführung in das Gedächtnistraining bei Demenz

Neurologische Erkrankungen wie Demenz treten heutzutage immer öfter auf. Laut Studien baut das Gehirn schon ab dem 25. Lebensjahr langsam, aber stetig ab, gleichzeitig steigt aber die Lebenserwartung in Deutschland immer weiter an. Es ist also keine Überraschung, dass es vermehrt zu Demenzfällen kommt.

Gedächtnistraining für Demenzpatienten sind kleine Übungen, die die Gehirnleistung fördern. Durch das aktive Nutzen des Gehirns an seinem Leistungsniveau bleiben kognitive Fähigkeiten erhalten. Ein solches Training hat bei Demenzerkrankten das Ziel, den Gedächtnisverlust, der durch die Krankheit verursacht wird, zu verlangsamen oder im besten Fall zu stoppen. Wichtig dabei ist, dass das Gedächtnistraining bei Menschen mit Demenz ganzheitlich erfolgt. Zwar lässt bei Demenzpatienten vor allem die Merkfähigkeit nach, dennoch sollten alle Bereiche des Gehirns für ein optimales Trainingsergebnis beansprucht werden. Jede der kognitiven Fähigkeiten sollte gefördert werden, denn sie alle zusammen bilden die Grundlage für ein gesundes und leistungsfähiges Gehirn.

Wer an neurologischen Erkrankungen leidet, oder einen Verdacht auf Demenz hat, sollte sich zunächst an einen Arzt wenden. In Abstimmung mit dem Therapeuten wird die am besten geeignete Therapieform gefunden und darauf aufbauend ein symptomlindernder Therapieplan entwickelt. Therapiebegleitend kann dann ein entsprechendes Gedächtnistraining den Betroffenen bei Demenz helfen.

Grundlagen des Gedächtnistrainings für Senioren

Kostenlose Übungen für das Gedächtnistraining gibt es in Hülle und Fülle. "Gedächtnistraining für Senioren" ist einer der am meisten eingegebenen Suchbegriffe auf Mal-alt-werden.de. Es gibt fast kein Angebot, in dem man nicht auch ein paar Übungen für das Gedächtnistraining einfließen lassen kann. Der Bundesverband für Gedächtnistraining arbeitet im Gedächtnistraining mit 12 Trainingszielen. Zu allen 12 Trainingszielen des Bundesverbands für Gedächtnistraining sind mittlerweile 10 kostenlose Übungen auf Mal-alt-werden.de erschienen. Mit kleinen Abwandlungen kann man die Übungen an seine Zielgruppe anpassen.

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Was bringt Gedächtnistraining für Senioren?

Ein nachlassendes Gedächtnis ist keine unvermeidbare Alterserscheinung! Genauso wie sich körperliche Fähigkeiten gezielt trainieren lassen, können wir auch die Funktion unseres Gehirns durch regelmäßiges Training verbessern. Das ist gerade dann wichtig, wenn die geistigen Herausforderungen im Alltag abnehmen, etwa weil man nicht mehr berufstätig ist und vielleicht weniger soziale Kontakte hat als früher.

Dass sich das Gehirn durch Gedächtnistraining trainieren lässt, ist auch wissenschaftlich gut belegt. Im Rahmen der sogenannten „ACTIVE“-Studie nahmen mehr als 2.800 Teilnehmern der Generation 65+ an einem mehrwöchigen Gedächtnistraining mit unterschiedlichen Schwerpunkten teil. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die kein Training erhielt, schnitten die Teilnehmer bei kognitiven Tests anschließend signifikant besser ab. Beeindruckend ist, dass diese Effekte teils bis zu 10 Jahre anhielten. Die Teilnehmer berichteten außerdem, dass sie nach dem Training auch im Alltag subjektiv besser zurechtkamen.

Doch was macht ein wirkungsvolles Gedächtnistraining für Senioren aus? Auch wenn sich die Wissenschaft über manche Details uneinig ist, dürfen folgende Grundsätze als gesichert gelten:

  • Abwechslung ist entscheidend: Ebenso wie es nicht reicht, nur den Bizeps zu trainieren, ist auch das tägliche Sudoku oder Kreuzworträtsel zu wenig. Ein effektives Gedächtnistraining 50plus sollte das Gehirn auf möglichst unterschiedliche Weise fordern.
  • Regelmäßigkeit zählt: Ähnlich wie bei körperlichem Training ist es besser, öfter und dafür kurz zu trainieren, um gute Effekte zu erzielen und Überforderung zu vermeiden.
  • Geeigneten Schwierigkeitsgrad wählen: Passen Sie das Training an Ihr momentanes Können an. Wenn Sie bemerken, dass Ihnen die Übungen immer leichter fallen, sollten Sie sich an kniffligeren Aufgaben versuchen.
  • Möglichst in der Gruppe trainieren: Sozialkontakte fordern an sich bereits das Gehirn und halten uns geistig fit. Gemeinsam mit anderen macht das Gedächtnistraining außerdem mehr Spaß.
  • Stress vermeiden: Gedächtnistraining sollte Freude bereiten und keine Stressgefühle auslösen. Es zählt das aktive Bemühen, nicht die tatsächlich erbrachte Leistung.

Wichtig zu wissen ist auch: Neben Gedächtnistraining ist für Senioren ein allgemein gesunder Lebensstil wichtig, um geistig fit zu bleiben. Vor allem körperliche Aktivität hält das Gehirn gesund.

Ziele des Gedächtnistrainings bei Demenz

Gedächtnistraining bei Demenz hat das Ziel, die Konzentrationsfähigkeit der Betroffenen zu steigern und den Gedächtnisverlust, der mit der Erkrankung einhergeht, zu verlangsamen. Es geht nicht darum, eine einzelne Fähigkeit abzurufen. Vielmehr sollen die Sinne, der Geist und der Körper angesprochen werden. Das gelingt, indem die Sinneswahrnehmungen gestärkt, das Langzeitgedächtnis aktiviert und Bewegung gefordert wird.

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Die speziellen Gedächtnisübungen bei Demenz sollten sich immer nach der Schwere der Demenzerkrankung richten. Über- oder unterfordern Sie Ihr Gegenüber nicht! Weil mit fortschreitender Demenz die Fähigkeit des abstrakten Denkens verloren geht, sollte das Material für das Demenz-Gedächtnistraining konkret sein. Nutzen Sie handfeste Hilfsmittel wie Buchstabenplättchen, Fundstücke aus dem Wald oder Gegenstände des Alltags für die Demenz-Trainingseinheiten.

Tipps für motivierendes Gedächtnistraining

Damit Menschen mit Demenz nicht die Motivation verlieren, sollten sie durch regelmäßige Erfolgserlebnisse belohnt werden. Demenzerkrankten Menschen fällt es oft schwer, sich für längere Zeit zu konzentrieren. Gegebenenfalls können kürzere Übungen, die über den Tag verteilt werden, größere Erfolge erzielen. 10 Minuten am Stück sind ein guter Richtwert für eine Trainingseinheit. Spaß ist ein großer Motivator. Wenn die Übungen den Betroffenen Freude bereiten, werden Sie sie viel eher von sich aus regelmäßig ausführen. Lassen Sie den Demenzpatienten entscheiden, welche Übung dieser gerne absolvieren würde.

Bei Demenzerkrankten ist es besonders schwer, Defizite auszugleichen. Neue Fähigkeiten zu erlernen sollte nicht der Focus sein. Konzentrieren Sie sich lieber auf die noch vorhandenen Kompetenzen und versuchen Sie diese zu stärken. Beim Gedächtnistraining mit Menschen, die unter Demenz leiden, ist Geduld sehr wichtig, durch die Krankheit fällt es Betroffenen oft schwer, Gedanken richtig zu verarbeiten. Deshalb sollte alles langsam und deutlich kommuniziert werden. Nur mit viel Empathie und Geduld kann eine angenehme Atmosphäre geschaffen werden.

Übungen und Aktivitäten für das Gedächtnistraining

Es gibt zahlreiche Spiele für Gedächtnistraining, traditionelle Spiele wie Rommé und Sudoku oder diverse Onlineangebote. Für ein wirklich effektives Training mit garantiertem Mehrwert sollte aber zu wissenschaftlich basierten Übungen gegriffen werden. Die Übungen von NeuroNation sind ebenfalls spielerisch aufgebaut. Jede tägliche Trainingseinheit ist somit unterhaltsam und sehr wirkungsvoll.

Beispiele für Gedächtnisübungen

  • Drehmemory: Beim Drehmemory werden anfangs Symbole in einem von vier Feldern angezeigt. Danach werden sie verdeckt und verdreht. Anschließend wird die Position abgefragt. Durch diese Übung wird nicht nur das Gedächtnis, sondern auch die Konzentration, räumliches Denken, Logik und Aufmerksamkeit trainiert.
  • Blitzmerker: In Blitzmerker müssen Sie sich den richtigen Weg zur Flagge einprägen. Gleichzeitig liegen auf dem Weg unterschiedliche Symbole. Diese müssen sich ebenfalls gemerkt werden. Die Schwierigkeit kommt dadurch zustande, dass die einzelnen Symbole und Bestandteile des Weges nacheinander und in zufälliger Reihenfolge gezeigt werden.
  • Fokusmeister: Diese Übung trainiert sowohl das Gedächtnis, als auch die Aufmerksamkeit und die Geschwindigkeit des Gehirns. Während Sie einige Bilder auf der Suche nach einem ganz bestimmten Bild durchforsten, muss Ihr Gedächtnis das gesuchte Bild in Erinnerung behalten.
  • Platzmerker: Bei Platzmerker gibt es mehrere Felder, die jeweils Informationen enthalten. Nach der Merkphase werden diese untereinander vertauscht. Anschließend wird nach einem der Symbole gefragt. Ihr Gehirn wird herausgefordert, indem es seine Informationslage laufend und schnell anpassen muss.
  • Sinneswahrnehmung stärken: Schärfen Sie gemeinsam das Sehen im Alltag, indem Sie die Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Farbe oder ein Muster lenken. Dafür eignen sich beispielsweise bunte Farben sowie einfache Muster wie Linien, Kreise oder Dreiecke.
  • Geräusche erkennen: Ihr Spielpartner soll erraten, welches Geräusch Sie machen. Das kann zum Beispiel das Rascheln von Laub, das Klingen von Glas, das Kratzen eines Kugelschreibers auf Papier oder das Zischen einer Wasserflasche sein.
  • Gegenstände erfühlen: Den Tastsinn können Sie spielerisch leicht mit der Übung „Gegenstände erfühlen“ aktivieren. Wenn er mag, schließt Ihr Spielpartner die Augen. Sie können beispielsweise Erinnerungen zur Natur wachrütteln, indem Sie Fundstücke aus dem Wald mitbringen, etwa Kiefernzapfen, Blätter, Steine, Holz und Moos. Oder aber Sie lassen zum Beispiel Steine und Holzstücke vergleichen. Was ist härter, was weicher?
  • Düfte erraten: Geben Sie Ihrem Angehörigen zum Beispiel ein wohlduftendes Stück Seife oder ein frisches Lavendelkissen.
  • Wortfindung trainieren: Menschen mit Demenz sind oftmals auf der Suche nach bestimmten Wörtern.
  • Erinnerungen wachrufen: Auch vertraute Bilder von früher oder Gegenstände des Alltags können Assoziationen wecken. Oder Sie spielen „Lieder erraten“. Spielen Sie ein bekanntes Lied von früher ab und lassen Sie den Interpreten und/oder den Liedtitel erraten.
  • Konzentration fördern: Puzzles oder Memory-Spiele, beides im größeren Format, fordern und fördern die Konzentrationsleistung.
  • Händegymnastik: Wenn wir Finger und Hände durch Gymnastik bewegen, wirkt sich das positiv auf unsere kognitiven Leistungen aus.

Weitere Spielideen

  • Rommé, Skat oder Bridge: Diese Spiele erfordern strategisches Denken und können das Gedächtnis stärken.
  • Memory: Ein einfaches Spiel, bei dem passende Kartenpaare aufgedeckt werden müssen. Es kann das Gedächtnis und die Konzentration verbessern.
  • Kreuzworträtsel: Hervorragende Gedächtnisübungen, die den Wortschatz erweitern und die kognitiven Fähigkeiten herausfordern.
  • Sudoku: Fördern das logische Denken und die Fähigkeiten im Umgang mit Zahlen.
  • Puzzles: Eine großartige Möglichkeit, räumliches Denken und Problemlösungsfähigkeiten zu trainieren.
  • Assoziationsspiele: Spiele, bei denen Wörter oder Begriffe aufgrund von Assoziationen miteinander verbunden werden, können das kreative Denken und die Konzentration steigern.
  • Brettspiele: Schach, Dame oder Scrabble sind nicht nur unterhaltsam, sondern fördern auch das strategische Denken und die geistige Agilität.
  • Hangman oder Buchstabensuppen: Diese Spiele können das Gedächtnis und die sprachlichen Fähigkeiten schulen.
  • Stadt, Land, Fluss oder Buchstabensalat: Fördern das schnelle Denken und die Kreativität.
  • Gemeinsames Lesen und Diskutieren: Das Lesen eines Buches und anschließende Gespräche über den Inhalt fördern das Gedächtnis und die soziale Interaktion.
  • Lieder erraten: Spielen Sie bekannte Lieder ab und lassen Sie die Gruppe erraten, welcher Titel gespielt wird und wer ihn singt. Das bringt Stimmung und Aufmerksamkeit.

Technische Hilfsmittel

Für Menschen, die mit Technik vertraut sind, gibt es viele Apps, mit denen sie ihr Gedächtnis trainieren können. Die Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen hat mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse die App Auguste entwickelt, die Sie kostenfrei in Ihrem App-Store herunterladen können. Wer etwas komplexer mag, probiert den kostenlosen Zugang zur App Neuronation.

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Speziell für Alten- oder Pflegeheime konzipiert, gibt es auch eine spezielle Spielekonsole (Memore), die sogar von den Pflegekassen übernommen wird. Sie verzichtet auf blinkende und grelle Bilder und laute Musik und bietet verschiedene Spiele, die genau auf Senioren zugeschnitten sind.

Tipps für die Durchführung von Gedächtnistraining

  • Nicht überfordern: Eine Aufgabe, die man nicht lösen kann, demotiviert und raubt einem die Lust am Weitermachen. Aus diesem Grund sollte Überforderung bei kostenlosen Übungen für das Gedächtnistraining vermieden werden. Wenn Sie trotzdem mal aus Versehen eine Übung gewählt haben, die zu schwer ist, dann verraten Sie nicht sofort die komplette Lösung. Geben Sie Hilfestellung und versuchen Sie den Lösungsweg gemeinsam mit den Teilnehmern zu gehen.
  • Interessante, biografiebezogene Themen: Es gibt wenig Männer im fortgeschrittenem Alter, die man mit dem Thema Putzen aus der Reserve locken kann. Umgekehrt ist es in der Seniorengeneration auch oft schwierig, Frauen mit Übungen rund um die Werkstatt zu begeistern. Die meisten Übungen lassen sich mit ein wenig Kreativität an die eigene Zielgruppe anpassen. Stellen Sie sich dafür die Frage, was den Menschen, mit denen Sie arbeiten, Spaß macht. Welche Themen finden sie interessant? Was hat sie in ihrem Leben beschäftigt?
  • Anfassen, angucken, riechen und schmecken: Schwierige Übungen für das Gedächtnistraining lassen sich leichter lösen, wenn diese mit realen Gegenständen durchgeführt werden. Beispiel: Ein Memory kann man nicht nur mit Bildern von Gegenständen spielen. Bringen Sie reale (kleine) Gegenstände mit und verstecken Sie diese unter Pappbechern. Das Memory-Spiel ist so viel greifbarer. Zweites Beispiel: Auch das Merken von Gegenständen ist einfacher, wenn Sie anstatt eine Liste vorzulesen reale Gegenstände unter einem Tuch verschwinden lassen.
  • Klarheit und Ruhe: Menschen mit Demenz mögen Klarheit. Schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre.
  • Aufgabenstellung einfach erklären: Erklären Sie die Aufgabenstellung in einfachen Worten. Machen Sie transparent, wofür die Übung gut ist. Geht es um die Konzentration, die Schnelligkeit oder um die Merkfähigkeit. Sofern ein Mensch in der Lage ist, dieses Anliegen zu erfassen, hat er auch das Recht, davon zu erfahren.
  • Verständnis sicherstellen: Vergewissern Sie sich, dass die Übung von dem Betroffenen verstanden wurde.
  • Beobachten und anpassen: Beobachten Sie, welche Übungen Ihrem Angehörigen Spaß machen und welche ihn eher frustrieren. Aufgaben die zu leicht sind, erscheinen möglicherweise „kindisch“ und beleidigen eher, als sie motivieren. Aufgaben, die zu schwer sind, können Stress auslösen. Brechen Sie ab, wenn der Schwierigkeitsgrad zu hoch ist. Im Laufe der Zeit werden Sie die Übungen immer wieder anpassen müssen. Denn es kann sein, Ihr Angehöriger hat so viel Freude an den Übungen, dass Sie das Level leicht anheben können.
  • Entspannt und spielerisch: Egal, wie alt jemand ist, wenn Stresshormone ausgeschüttet werden, schaltet der Körper in den Flucht- oder Kampfmodus. Daher plädiere ich für einen entspannten spielerischen Ansatz. Nach dem Motto: „Also ich weiß auch nicht, wie das hier richtig ist.“
  • Erfolge feiern: Freuen Sie sich gemeinsam über die Erfolge. Damit stärken Sie das Selbstwertgefühl Ihres Gegenübers.
  • Flexibel bleiben: Im lösungsorientierten Coaching sagen wir: „Wenn etwas nicht funktioniert, probiere etwas anderes.“
  • Stärken fokussieren: Es geht nicht darum, Defizite zu beheben. Auch mit den ausgefeiltesten Übungen werden Sie das Kurzzeitgedächtnis nicht reparieren können. Darum geht es nicht. Es geht um den soliden Versuch, den Staus Quo so lange wie möglich zu erhalten. Freuen Sie sich über das, was gut funktioniert.
  • Weniger ist mehr: Die Übungsblätter dürfen schön gestaltet sein. Wobei schön auch „klar“ heißen sollte. Aber wenn Sie den 99. Hier ist weniger mehr.

Gedächtnistraining im Alltag integrieren

Neben gezielten Aktivitäten, die die Hirngesundheit verbessern, sind auch kleine Abwechslungen im Alltag eine gute Maßnahme, um das Gehirn nebenbei zu trainieren. Ein Trend, der durch Corona so richtig an Fahrt aufgenommen hat, sind kleine "Mikroabenteuer", die direkt vor der eigenen Haustür starten, und die ohne große Vorbereitung funktionieren.

Schauen Sie, wo Sie im Alltag eine Übungseinheit einbauen können. Überlegen Sie, zu welcher Tageszeit der Mensch mit Demenz seine beste Leistungsfähigkeit hat. Bei vielen Menschen ist das der späte Vormittag. Oder nutzen Sie die Übungen um die „blaue Stunde“ am Nachmittag, also eine Zeit wo der Betroffenen vielleicht etwas unruhiger ist, zu entspannen. Vermutlich können Sie am Vormittag schwierigere Aufgaben lösen als am Nachmittag.

Bedeutung sozialer Interaktion

Soziale Kontakte fordern an sich bereits das Gehirn und halten uns geistig fit. Gemeinsam mit anderen macht das Gedächtnistraining außerdem mehr Spaß.

Es gibt wenige Dinge, die das Gehirn so anregen wie Musik. So regt Musik neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen im Gehirn an und hilft so bei der Vorbeugung gegen Alzheimer. Ähnlich wie das Tanzen hat das Musizieren dabei einen der größten Trainingseffekte. Das Erlernen und Üben feinmotorischer Bewegungen, das Lesen von Noten und die Schulung des Gehörs stärken das Gehirn und tragen zur geistigen Fitness bis ins hohe Alter bei. Und es ist nie zu spät, um anzufangen.

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