Hausmittel gegen Durchfall und Krämpfe: Natürliche Linderung für Magen und Darm

Durchfall und Krämpfe sind unangenehme Beschwerden, die viele Menschen betreffen. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die helfen können, die Symptome zu lindern und den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen. Es ist wichtig, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen und den Körper mit Elektrolyten zu versorgen, die bei Durchfall vermehrt ausgeschieden werden. Viel Trinken ist daher Pflicht.

Flüssigkeitszufuhr und Elektrolyte

Das Wichtigste bei Durchfall ist, den verloren gegangenen Flüssigkeitsverlust auszugleichen und den Körper mit den lebensnotwendigen Elektrolyten zu versorgen, die bei Durchfall vermehrt ausgeschieden werden. Daher ist viel Trinken Pflicht!

Orale Rehydratationslösung

In der Apotheke können Sie orale Rehydratationslösungen kaufen, die Ihren Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen. Die Lösung setzt sich aus Glucose, Natriumchlorid, Natriumcitrat und Kaliumchlorid zusammen. Sie können sich aber auch zuhause mit Zutaten, die fast jeder im Haus hat, selbst eine Elektrolytlösung herstellen.

Zutaten:

  • ½ Liter Mineralwasser
  • ½ Liter Orangensaft
  • ¾ Teelöffel Salz
  • 8 gestrichene Teelöffel Zucker

Alle Zutaten werden einfach miteinander vermischt. Der Orangensaft liefert das Kalium, das Salz ist Natriumchlorid und der Zucker (Saccharose) wird im Körper in Fructose und Glucose gespalten.

Kräuter- und Früchtetees

Zusätzlich zu der Tatsache, dass Sie bei Durchfall sowieso viel trinken sollten (idealerweise Wasser oder ungesüßten Kräutertee), können einige Teesorten Ihrem Körper helfen, die Durchfallsymptome zu lindern.

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Kamillentee: Die Kamille ist eine der beliebtesten Heilpflanzen und wird für viele verschiedene Beschwerden eingesetzt. Bei Durchfall mit Blähungen kann Kamille schmerzlindernd wirken und unangenehme Krämpfe lösen. Bei infektiösem Durchfall, zum Beispiel bei einer Magen-Darm-Grippe, kann sie außerdem eine entzündungshemmende Wirkung haben. Für einen Kamillentee-Aufguss geben Sie zwei Teelöffel Kamillenblüten in eine volle Tasse kochendes Wasser und lassen ihn fünf Minuten ziehen. Den Tee sollten Sie mehrmals täglich in kleinen Schlucken trinken.

Heidelbeertee: Heidelbeeren enthalten Gerbstoffe, die bewirken können, dass sich die Schleimhäute zusammenziehen: Sie verändern die Struktur der Schleimhäute, zum Beispiel im Darm, indem sie sich an Eiweiße binden, die sich in der Schleimhaut befinden. Dadurch festigt sich die Schleimhaut und Durchfallerreger gelangen nicht mehr durch diese in den Darm. Gleichzeitig gehen weniger Flüssigkeit und Elektrolyte aus dem Darm verloren. Außerdem wird Gerbstoffen eine keimhemmende Wirkung nachgesagt. Um den Tee zuzubereiten, zerstoßen Sie zwei Teelöffel getrocknete Beeren, geben diese in eine halbe Tasse kochendes Wasser und lassen den Tee 10 Minuten ziehen. Wenn Sie den Tee nicht mögen, können Sie die getrockneten Beeren auch so essen. Beachten Sie aber, dass frische Heidelbeeren genau das Gegenteil bewirken können: sie wirken abführend und können Ihren Durchfall noch verschlimmern.

Weitere Kräuter, die Gerbstoffe enthalten, sind zum Beispiel Brombeerblätter, Johanniskraut oder Gänsefingerkraut. Wenn Sie die passenden Zutaten nicht zur Hand haben, können Sie in der Apotheke und in Drogeriemärkten auch schon fertige Teemischungen kaufen.

Es ist empfehlenswert, Obst- und Gemüsesorten zu sich zu nehmen, die reich an Ballaststoffen und/oder Stärke sind und im Idealfall sogar Elektrolyte enthalten. Viele Hausmittel, die gegen akuten Durchfall helfen, sollten Sie bereits im Haus haben. Dazu gehören Tees (z. B. Kamille), Reiswasser, Bananen oder Heidelbeeren.

Schonkost zur Beruhigung des Darms

Während des akuten Durchfalls ist magenfreundliches Essen am besten, das im Idealfall stuhlfestigend ist, wie Reis, Bananen oder Zwieback. Leicht verdauliche Gemüsesorten als Brei oder Suppe gekocht (zum Beispiel: Karotten oder Kartoffeln) werden auch sehr gut vertragen. Vor allem fettige und gebratene Speisen sind hingegen nicht ratsam bei Diarrhoe.

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Haferflocken

Haferflocken beruhigen Magen und Darm. Zubereitung von Haferschleimsuppe: 2 EL Schmelzflocken in 250 mg kaltes Wasser geben, Salz oder 1 TL Gemüsebrühe hinzufügen.

Apfel

Die Schale von Äpfeln ist reich an Pektin. Dieses bindet Wasser und ist daher bei Durchfall bestens geeignet. Das Pektin entfaltet seine Wirksamkeit besonders gut, wenn Sie den Apfel mit Schale reiben und dann ca. 15 Minuten stehen lassen.

Möhren

Möhren gelten als magenfreundliche Lebensmittel und entlasten damit auch den Magen-Darm-Trakt. Der Klassiker bei Magen-Darm-Problemen. Für die Morosche Karottensuppe werden 500 Gramm Karotten geschält und mit einem Liter Wasser 60 Minuten gekocht. Anschließend wird die Reduktion mit Wasser wieder auf einen Liter aufgefüllt und eine Prise Salz hinzugefügt. Durch das lange Kochen entstehen kleine Zuckermoleküle. Diese ähneln den Rezeptoren des Darmepithels.

Reiswasser

Reiswasser gilt getrunken schon lange als ideales Hausmittel bei akutem Durchfall. Beim Kochen werden Stärke und spezifische Mineralien freigesetzt. Es bietet gleich drei Vorteile: Flüssigkeits- und Elektrolytezufuhr sowie bindende Eigenschaften.

Bananen

Bananen eignen sich hervorragend, um die Beschwerden von Diarrhö zu lindern, da sie reich an leicht löslichen Ballaststoffen sind, die stuhlfestigende Eigenschaften haben. Darüber hinaus sind sie randvoll mit Kalium, einem wichtigen Elektrolyt, das in hohem Maße verloren geht. Achten Sie lediglich darauf, reife Bananen zu essen, da sie leichter verdaulich sind als unreife.

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Zwieback

Ein wahrer Klassiker bei Durchfall ist Zwieback. Das trockene Gebäck enthält jede Menge Stärke, die Flüssigkeit im Stuhl bindet. Gleichzeitig versorgt Zwieback den Körper mit Energie.

Kartoffeln

Kartoffeln erhalten wie Bananen oder Vollkornprodukte sehr viel Kalium und sind noch dazu äußerst bekömmlich. Kalium ist ein Elektrolyt, das im Körper die Verteilung des Wassers reguliert. Daher eignen Kartoffeln gut als Hausmittel bei Durchfall. Sie können entweder klein geschnitten in viel Salzwasser gegart oder als Püree gegessen werden.

Was Sie vermeiden sollten

Alles, was den Darm unnötig strapaziert, sollte gemieden werden. Fettreiche, schwer verdauliche Lebensmittel sind bei Durchfall zu vermeiden. Fast Food, Braten & Co. Auch Kaffee sollte bei Durchfall nicht getrunken werden. Denn dieser erhöht Frequenz und Volumen des Stuhlgangs. Das Hausmittel „Cola und Salzstangen bei Durchfall“ wird heute nicht mehr empfohlen. Milch und Milchprodukte sind bei Durchfall aus mehreren Gründen tabu: So haben sie in der Regel einen hohen Fettanteil. Hinzu kommt, dass vor allem Infektionen mit Viren oder Bakterien einen zeitweisen Laktasemangel hervorrufen, so dass die Verdauung von Milchzucker Probleme bereiten kann.

Vermeiden Sie während einer akuten Durchfallphase folgende Nahrungsmittel:

  • Milch und Milchprodukte
  • Fetthaltige und frittierte Speisen
  • Blähende Lebensmittel (Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebeln, Knoblauch)
  • Zuckerreiche Lebensmittel (Süßigkeiten, Limonaden, Fruchtsäfte)
  • Scharfe Gewürze und stark gewürzte Speisen
  • Zuckerersatzstoffe (Sorbit, Xylit, Mannit)
  • Rohes Gemüse und Obst (außer Banane und geriebener Apfel)
  • Kaffee, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke

Wärme gegen Krämpfe

Wärme ist schon seit langer Zeit eine wissenschaftlich erwiesene Behandlungsmethode gegen Krämpfe. Wärme kann Muskelverspannungen lockern und so die krampfartigen Schmerzen reduzieren. Auch die Blut- und Flüssigkeitszirkulation im Körper wird durch Wärme angeregt.

Weitere Hausmittel und Tipps

  • Probiotische Lebensmittel: Auch probiotische Lebensmittel können die Darmflora unterstützen.
  • Flohsamenschalen: Flohsamenschalen sind in der Lage, mehr als das 50-fache an Wasser zu binden. Das dadurch erhöhte Stuhlvolumen im Darm führt zur natürlichen Regulierung der Darmaktivität (Motilität).
  • Leinsamen: Ebenso wie Flohsamen, gehören auch Leinsamen zu den natürlichen Quellmitteln und sind reich an Ballaststoffen und Omega-3- Fettsäuren. Wasserlösliche Ballaststoffe, wie in Leinsamen, können Beschwerden wie Verstopfung oder Durchfall bei Reizdarmpatienten regulieren.
  • Pfefferminze: Pfefferminze ist schon seit Jahrtausenden in der traditionellen Medizin bekannt. Pfefferminzöl kann signifikante Verbesserungen bei Reizdarmpatienten bewirken. Die Wirkung von Pfefferminzöl bei Reizdarm lässt sich auf die Reduzierung der Motilität - also der Bewegungen des Darms - zurückführen.
  • Kurkuma: Kurkuma wurde auch schon in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) als Heilmittel bei Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen und Blähungen angewandt. Wissenschaftlich konnte die Wirkung von Kurkuma belegt werden. Demnach konnte nach regelmäßiger Einnahme eine Verbesserung der Symptome, wie Durchfall, Verstopfung oder beides im Wechsel, bei Reizdarmpatienten nachgewiesen werden.

Wann zum Arzt?

Hausmittel sind zwar sanft, wirken aber oft erst nach ein paar Tagen und sind nur bei leichtem Durchfall eine Hilfe. Wenn Hausmittel nicht helfen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Bei akutem Durchfall ist aber eine schnelle Behandlung wichtig, um ihn rasch zu lindern und dem Flüssigkeitsverlust vorzubeugen.

Ein Arztbesuch ist ratsam, wenn:

  • Durchfall länger als drei Tage anhält oder sich sogar verschlimmert
  • Hohes Fieber auftritt
  • Betroffene lethargisch sind
  • Der Stuhl blutig ist
  • Anzeichen von Dehydration (Schwindel, trockene Schleimhäute) bestehen

Medikamente bei akutem Durchfall

IMODIUM® akut mit dem Wirkstoff Loperamid ist eine schnelle Hilfe bei akutem Durchfall. Es hat 2 Wirkeffekte: Loperamid bewirkt primär im Darm eine Verminderung der gesteigerten Motilität (Darmbewegung). Zusätzlich wird die gesteigerte Sekretion von Elektrolyten und Flüssigkeit in den Darm reduziert.

Reizdarm und Hausmittel

Bei der Behandlung von Reizdarm, mit Symptomen wie Durchfall, Verstopfung und Bauchschmerzen, kann unterstützend auf unterschiedliche Hausmittel zurückgegriffen werden. So eignen sich zum Beispiel pflanzliche Hausmittel - wie Tees oder bestimmte Gewürze - zur Linderung eines Reizdarms.

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