Kinderneurologie Soltau Krüger-Ruda: Bewertungen, FASD und Versorgung

Lutz Krüger-Ruda, ein in Soltau ansässiger Facharzt für Kinderheilkunde und Jugendmedizin mit Schwerpunkt Kinderneurologie/Neuropädiatrie, genießt einen ausgezeichneten Ruf für seine Expertise und sein Engagement, insbesondere im Bereich der fetalen Alkoholspektrumstörungen (FASD). Dieser Artikel beleuchtet die Bewertungen seiner Praxis, seine Arbeit mit FASD-Patienten und die Herausforderungen in der neurologischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen.

Lutz Krüger-Ruda: Ein erfahrener Spezialist

Lutz Krüger-Ruda ist seit 2005 schwerpunktmäßig in der Kinderneurologie/Neuropädiatrie tätig und verfügt über Fachkunde in Psychosomatik, Suchtmedizin und verkehrsmedizinischer Begutachtung. Er gilt als Spezialist für sämtliche Bereiche der Kinderneurologie und Sozialpädiatrie. Seine langjährige Erfahrung, seine differenzierte Herangehensweise und seine offene, engagierte Art werden von Kollegen und Patienten gleichermaßen geschätzt.

Bewertungen der Praxis

Die Bewertungen der Praxis Krüger-Ruda sind überwiegend positiv. Patienten loben die Kompetenz, die ausführlichen Erklärungen und die freundliche Art von Herrn Dr. Krüger-Ruda selbst. Besonders hervorgehoben wird die liebevolle Betreuung von Kindern mit Behinderungen. Einige Bewertungen weisen jedoch auf organisatorische Probleme hin, wie z.B. falsche Terminvergaben, verwechselte Rezepte und lange Wartezeiten. Trotz dieser Kritikpunkte überwiegt der Eindruck, dass es sich um eine gute Praxis handelt, die jedoch in einigen Bereichen verbesserungswürdig ist.

FASD im Fokus: Ein Interview mit Lutz Krüger-Ruda

Ein Interview mit Lutz Krüger-Ruda gibt Einblicke in seine Arbeit mit FASD-Patienten und die damit verbundenen Herausforderungen.

Anteil der FASD-Patienten

Etwa die Hälfte seiner Patienten sind Kinder und Jugendliche mit einer FASD.

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Ehrlichkeit der Eltern

Der Anteil leiblicher Eltern, die durch ehrliche Auskünfte eine Diagnostik für ihr Kind ermöglichen, ist klein, wächst aber spürbar. Immer mehr leibliche Mütter trauen sich diesen Schritt.

FASD im Vergleich zu anderen neurologischen Störungen

FASD ist eine der schwersten kinderneurologischen Krankheitsbilder, mit starker Ausprägung der Teilhabe-Beeinträchtigung und sehr schlechter Prognose hinsichtlich späterer selbstständiger Lebensführung. Es besteht bei der weit überwiegenden Zahl der Kinder und Jugendlichen multiprofessioneller Hilfebedarf. Besonders kritisch ist, dass man die Behinderung den Kindern und Jugendlichen in 90% der Fälle nicht ansieht!

Beschulungsmöglichkeiten

Aus fachärztlicher Sicht wäre eine Beschulung in einer Förderschule mit kleiner Klassengröße und mindestens zwei Pädagogen wünschenswert. Aus seiner Sicht sind FASD-Kinder nicht für die Inklusion im Regelschulbereich geeignet.

Medizinische Versorgung

Die FASD-Diagnostik und Betreuung ist sehr zeitaufwändig. Dies liegt nicht im Interesse der Krankenkassen und wird auch bei Budgetverhandlungen nicht berücksichtigt. Deshalb ist die Entwicklung der diagnostischen Möglichkeiten subjektiv nicht ausreichend. In seiner Wahrnehmung hat sich in den letzten zwei bis drei Jahren diesbezüglich wenig getan.

Hilfe nach dem 18. Lebensjahr

Die Diagnose muss unbedingt vor dem 18. Geburtstag gesichert gestellt werden. Je nach Schweregrad der Symptomatik ist dann deutlich vor der Volljährigkeit die weitere Betreuung mit dem Sozial- oder Jugendamt zu planen! Auch die MZEBs müssten mehr Kapazitäten für die FASD-Betreuung bereitstellen, um FASD-Erwachsene weiterzubetreuen.

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FASD und Pflegefamilien

Analog zu den Autismus-Ambulanzen sollte es FASD-Ambulanzen geben. FASD-Betroffene sind schwerer beeinträchtigt als Autisten, häufiger als Erwachsene nicht allein lebensfähig, häufiger mit dem Gesetz in Konflikt, häufiger suchtkrank und zudem auch noch mit einer statistisch kürzeren Lebenserwartung belastet. Kurios, dass es für Autisten eine bessere Versorgung gibt. Eine bessere Versorgung kann langfristig nur mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden. Freiwillig werden die Kostenträger hier nicht aktiv, dafür braucht es politische Unterstützung.

Herausforderungen in der neurologischen Versorgung

Das Interview verdeutlicht die vielfältigen Herausforderungen in der neurologischen Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit FASD:

  • Schwere des Krankheitsbildes: FASD ist eine der schwersten kinderneurologischen Erkrankungen mit erheblichen Auswirkungen auf die Teilhabe und die selbstständige Lebensführung der Betroffenen.
  • Mangelnde Sichtbarkeit: Die Tatsache, dass die Behinderung in den meisten Fällen nicht auf den ersten Blick erkennbar ist, erschwert das Verständnis und die Akzeptanz der Erkrankung.
  • Unzureichende Beschulungsmöglichkeiten: Es mangelt an adäquaten Beschulungsmöglichkeiten, die den besonderen Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit FASD gerecht werden.
  • Mangelhafte medizinische Versorgung: Die medizinische Versorgung ist sowohl im Kindes- und Jugendalter als auch im Erwachsenenbereich unzureichend, was zu langen Wartezeiten und weiten Wegen führt.
  • Fehlende Unterstützung nach dem 18. Lebensjahr: Viele junge Erwachsene mit FASD fallen nach dem 18. Lebensjahr aus dem Hilfesystem, da die Unterstützung durch Jugendämter und andere Institutionen wegfällt.
  • Vorbehalte gegenüber Pflegefamilien: FASD wird von vielen potenziellen Pflegeeltern und Einrichtungen als Ausschlusskriterium für die Aufnahme angesehen, was die Vermittlung von betroffenen Kindern erschwert.
  • Finanzielle Aspekte: Die zeitaufwändige Diagnostik und Betreuung von FASD-Patienten wird von den Krankenkassen nicht ausreichend berücksichtigt, was die Entwicklung diagnostischer Möglichkeiten behindert.

Lösungsansätze und Verbesserungsvorschläge

Um die Situation von Kindern und Jugendlichen mit FASD zu verbessern, sind verschiedene Maßnahmen erforderlich:

  • Frühzeitige Diagnose: Eine frühzeitige und gesicherte Diagnose ist entscheidend, um die notwendigen Hilfen und Unterstützungsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten.
  • Individuelle Förderung: Kinder und Jugendliche mit FASD benötigen eine individuelle Förderung, die ihren besonderen Bedürfnissen und Fähigkeiten entspricht.
  • Spezialisierte Beschulung: Die Einrichtung von Förderschulen mit kleinen Klassengrößen und qualifiziertem Personal ist notwendig, um eine angemessene Beschulung zu gewährleisten.
  • Verbesserung der medizinischen Versorgung: Die medizinische Versorgung muss flächendeckend und bedarfsgerecht ausgebaut werden, um lange Wartezeiten und weite Wege zu vermeiden.
  • Unterstützung über das 18. Lebensjahr hinaus: Es ist notwendig, die Betreuung und Unterstützung von jungen Erwachsenen mit FASD über das 18. Lebensjahr hinaus sicherzustellen.
  • Förderung von Pflegefamilien: Pflegefamilien, die bereit sind, Kinder mit FASD aufzunehmen, müssen gezielt unterstützt und gefördert werden.
  • Öffentlichkeitsarbeit: Eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit ist erforderlich, um das Bewusstsein für FASD zu schärfen und Vorurteile abzubauen.
  • Politische Unterstützung: Die Politik muss die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, um eine angemessene Versorgung von FASD-Betroffenen sicherzustellen.

Ergänzende Informationen zum Team der Praxis

Neben Herrn Dr. Krüger-Ruda besteht das Team der Praxis aus weiteren qualifizierten Fachkräften, die verschiedene Schwerpunkte abdecken:

  • Frau Dr. Calabrese: Fachärztin für Kinderheilkunde und Jugendmedizin
  • Frau Steinkemper: Weiterbildungsassistentin
  • Frau Keyßner: Sprechstunde für Patienten mit chronischen Erkrankungen und Entwicklungsverzögerungen, Unterstützung bei der Beantragung von Hilfsmitteln, Pflegegeld und Schwerbehindertenausweis
  • Frau Rothardt: Diagnostik des Sprachentwicklungsstandes
  • Frau Tödten: Kontrolle von Größe, Gewicht, Puls und Blutdruck sowie Hör- und Sehvermögen, sozialpädiatrische Diagnostik
  • Frau Vesper-Beyer: Epilepsie-Fachassistentin
  • Frau Dombrowski: Psychologin M.Sc., FASD-Fachkraft, Heilpraktikerin für Psychotherapie
  • Frau Bredehöft: Heilpraktikerin für Psychotherapie, Lerntherapeutin für Legasthenie und Dyskalkulie, therapeutische Behandlungen bei Angststörungen und psychosomatischen Beschwerden
  • Frau Butt: Physiotherapeutin für Bobath und SI-Therapie, Entwicklungsbeurteilung und Behandlung von Kindern mit motorischen Entwicklungsverzögerungen
  • Sabine Ruda: Heilpraktikerin für Psychotherapie, Verhaltenstherapeutin für Kinder und Jugendliche
  • Frau Tillot: Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin für Verhaltenstherapie

Weitere SPZ und FASD-Ambulanzen in Deutschland

Neben der Praxis Krüger-Ruda gibt es in Deutschland weitere Sozialpädiatrische Zentren (SPZ) und FASD-Ambulanzen, die eine wichtige Rolle bei der Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Entwicklungsstörungen und Behinderungen spielen. Eine Auswahl dieser Einrichtungen ist im Folgenden aufgeführt:

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  • Städtisches Klinikum Dresden, SPZ
  • Carl-Thiem-Klinikum, SPZ
  • Vivantes-Klinikum im Friedrichshain, SPZ
  • Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, gemeinnützige GmbH (KEH gGmbH)
  • SPZ Hellersdorf der Lebenshilfe gGmbH
  • Kinder- und Jugendambulanz/Sozialpädiatrisches Zentrum Lichtenberg (Hohenschönhausen)
  • Sozialpädiatrisches Zentrum Potsdamer Epilepsiezentrum für Kinder und Jugendliche Klinikum Westbrandenburg GmbH
  • Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH, SPZ
  • Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)
  • Sozialpädiatrisches Zentrum Hamburg Ost
  • Zentrum für Kindesentwicklung Dr. Flehmig GmbH Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Sozialpädiatrisches Zentrum, Werner Otto Institut in Hamburg
  • Kinderzentrum Pelzerhaken
  • FAS-Ambulanz Bremen, Partnerschaft Praxis für Humangenetik Bremen
  • Sozialpädiatrisches Zentrum AUF DER BULT Hannover
  • SPZ Braunschweig
  • Klinikum Wolfsburg, Zentrum f. Entwicklungsdiagnostik u. Sozialpädiatrie
  • Kinderzentrum Magdeburg gGmbH Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Evangelisches Krankenhaus Düsseldorf Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Kinderneurologisches Zentrum Sana Kliniken Düsseldorf GmbH
  • Helios Universitätsklinikum Wuppertal Universität Witten/Herdecke
  • Sana Klinikum Remscheidt GmbH, Zentrum für seelische Gesundheit; Institutsambulanz Solingen
  • Sozialpädiatrisches Zentrum,Sana-Klinikum Remscheid GmbH
  • Elisabeth Krankenhaus, Sozialpädiatrisches Zentrum (SPZ)
  • Ev. Krankenhaus Oberhausen GmbH, SPZ
  • SPZ-Niederrhein Interdisziplinäre Frühförderstellen Kinder-u. Jugendpsychiatrie Marien-Hospital Wesel gGmbH
  • Sozialpädiatrisches Zentrum der GFO Kliniken Niederrhein
  • FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde
  • -psychotherapie und -psychosomatik Zentrum für Entwicklung und seelische Gesundheit
  • Paracelsus-Wiehengebirgsklinik, Bad Essen
  • Sozialpädiatrisches Ambulanz-und Therapiezentrum im Medizinischen und Pflegerischen Zentrum, Meppen
  • Heinrich-Meng Institut gGmbH Sozialpädiatrisches Zentrum Rhein-Erft-Kreis
  • Kliniken der Stadt Köln GmbH
  • FASD Sprechstunde
  • Sozialpädiatrisches Zentrum Asklepios Klinik Sankt Augustin GmbH
  • Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Zentrum für Kinderneurologie und Sozialpädiatrie, Rheinhessen-Fachklinik Mainz
  • HTZ - Heilpädagogisch Therapeutisches Zentrum gGmbH
  • Kinderneurologisches Zentrum/SPZ am Allgemeinen Krankenhaus
  • Ärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie
  • SPZ, AGAPLESION EV. KRANKENHAUS BETHANIEN ISERLOHN gemeinnützige GmbH
  • Darmstädter Kinderkliniken Prinzessin Margaret, SPZ
  • Vitos, kinder- und jugendpsychiatrische Ambulanz Höchst im Odenwald
  • Marienhausklinik St. Josef Kohlhof, Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Reha-Westpfalz Sozialpädiatrisches Zentrum mit Frühförderung
  • Universitätsklinikum Heidelberg, SPZ
  • Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Heidelberg, SPZ Ludwigsburg
  • SPZ Freudenstadt
  • Kinderzentrum Maulbronn gGmbH
  • Neuropädiatrie - Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Frühförderzentrum (Sozialpädiatrisches Zentrum & Frühförderstelle) Caritasförderzentrum St. Laurentius und Paulus
  • SPZ Konstanz
  • Dr. von Haunersches Kinderspital, Abteilung für pädiatrische Neurologie, Entwicklungsneurologie und Sozialpädiatrie
  • Sozialpädiatrisches Zentrum, Diabetesambulanz (DDG zertifiziert), Kinderklinik Garmisch-Partenkirchen gemeinnützige GmbH
  • Sozialpädiatrisches Zentrum, Klinikum Traunstein
  • ZENTRUM FÜR KINDER UND JUGENDLICHE INN-SALZACH E.V.
  • Psychosomatik, Psychotherapie
  • Zentrum für Autismus und Störungen der sprachlichen und geistigen Entwicklung im Kindes- und Jugendalter
  • St. Elisabeth-Stiftung Kinder Jugend Familie Sozialpädiatrisches Zentrum
  • Kinder- und Jugendklinik Universitätsklinikum Erlangen, SPZ
  • Regensburger Kinderzentrum St. Martin
  • Kliniken Dritter Orden gGmbH Standort Kinderklinik Passau, SPZ
  • Sozialpädiatrisches Zentrum DONAUISAR Klinikum Deggendorf
  • Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge, gemeinnützige GmbH (KEH gGmbH), FASD Ambulanz für Erwachsene
  • FASD-Fachzentrum Sonnenhof
  • Sprechstunde FASD bei Erwachsenen
  • FASD-Sprechstunde der Psychiatrische Institutsambulanz

Legasthenie und Dyskalkulie

Zusätzlich zu FASD werden in der Praxis auch Kinder mit Legasthenie (Lese- und Rechtschreibstörung) und Dyskalkulie (Rechenstörung) behandelt. Diese Lernstörungen können die schulische und psychische Entwicklung der Kinder massiv beeinträchtigen. Es ist wichtig, diese Störungen frühzeitig zu erkennen und eine entsprechende Förderung anzubieten. Frau Bredehöft ist in der Praxis schwerpunktmäßig für die Betreuung von Patienten mit Legasthenie und Dyskalkulie zuständig.

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