Ein Hirnaneurysma ist eine gefährliche Aussackung in einer Blutgefäßwand des Gehirns. Oft bleibt sie unbemerkt, kann aber im Falle eines Risses lebensbedrohlich werden. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Hirnaneurysmen, ihre Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten. Zudem wird auf die möglichen Auswirkungen auf das Kurzzeitgedächtnis und die verschiedenen Demenzformen eingegangen.
Was ist ein Hirnaneurysma?
Ein intrakranielles Aneurysma, auch als zerebrales Aneurysma oder Hirnaneurysma bezeichnet, ist eine krankhafte Erweiterung einer Arterie im Gehirn. Der ständige Druck des durchströmenden Blutes drückt auf diese geschwächte Stelle und lässt die Ausbuchtung weiter wachsen. Je größer das Aneurysma wird, desto dünner werden seine Wände - ähnlich wie ein Luftballon, der beim Aufblasen immer dünner wird und leichter platzen kann.
Formen von Hirnaneurysmen
Es gibt verschiedene Formen von Hirnaneurysmen, die sich in ihrer Struktur und ihrem Aussehen unterscheiden. Die häufigste Form ist das sakkuläre Aneurysma, das auch als "Beerenaneurysma" bezeichnet wird, weil es wie eine Beere aussieht. Diese Aneurysmen haben einen "Hals", der das Aneurysma mit der Hauptarterie verbindet, und einen größeren, rundlichen Bereich, der als Kuppel bezeichnet wird. Eine seltenere Form ist das fusiforme Aneurysma, bei dem die Arterie auf beiden Seiten erweitert ist. Diese Aneurysmen haben keinen definierten Hals und sehen eher aus wie eine gleichmäßige Auftreibung des Gefäßes.
Ursachen und Risikofaktoren
Die genauen Mechanismen, durch die sich zerebrale Aneurysmen entwickeln, wachsen und schließlich reißen, sind noch nicht vollständig verstanden. Wissenschaftler wissen jedoch, dass mehrere Faktoren zur Entstehung dieser Gefäßaussackungen beitragen. Diskutiert werden Gefäßwandschädigungen durch Bluthochdruck, Verkalkung oder Entzündungen, die womöglich durch angeborene Schwachstellen in den Gefäßwänden begünstigt werden. Mit der Zeit weiten sich die Aussackungen immer mehr und die Gefäßwand wird immer dünner, bis sie letztendlich reißt (Aneurysmaruptur) und das Blut mit hohem Druck herausströmt.
Während die genauen Ursachen komplex sind, kennen Ärzte eine Reihe von Risikofaktoren, die die Wahrscheinlichkeit erhöhen, ein Hirnaneurysma zu entwickeln oder dass ein bestehendes Aneurysma reißt.
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- Alter: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko, ein Aneurysma zu entwickeln.
- Geschlecht: Frauen sind insgesamt häufiger betroffen als Männer, besonders nach den Wechseljahren.
- Erbliche Erkrankungen: Bestimmte erbliche Erkrankungen erhöhen das Risiko für Aneurysmen deutlich. Wenn Sie zwei oder mehr Verwandte ersten Grades haben, die ein Hirnaneurysma erlitten haben, oder wenn Sie an einer der genannten erblichen Erkrankungen leiden, sollten Sie mit Ihrem Arzt über eine Vorsorgeuntersuchung sprechen.
- Bluthochdruck: Hoher Blutdruck schadet den Gefäßen. Nehmen Sie Ihre Blutdrucksenker daher konsequent ein und lassen Sie die Blutdruckwerte regelmäßig kontrollieren.
- Rauchen: Rauchen fördert das Wachsen eines Aneurysmas und erhöht das Risiko, dass es reißt. Eine Nikotinersatztherapie oder Medikamente können Sie beim Rauchstopp unterstützen.
- Alkoholmissbrauch: Alkoholmissbrauch gehört wie das Rauchen und Bluthochdruck zu den Risikofaktoren für eine Aneurysmablutung.
Symptome
Die meisten Hirnaneurysmen sind klein und verursachen keine Beschwerden. Solange ein Aneurysma klein bleibt und nicht auf umliegendes Gewebe drückt, merken die Betroffenen in der Regel nichts davon. Wenn ein Aneurysma platzt, ändern sich die Symptome dramatisch und treten plötzlich auf.
- Plötzlich einsetzende heftigste Kopfschmerzen ("Vernichtungskopfschmerz"): Leitsymptom ist der plötzlich einsetzende Vernichtungskopfschmerz, der sich über den gesamten Kopf ausbreitet.
- Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu
- Neurologische Auffälligkeiten: z. B. Hirndrucksteigerung, vor allem bei schweren Blutungen
- Nackensteifigkeit
In manchen Fällen kann einem größeren Riss eine kleinere Blutung vorausgehen, die als "Warnblutung" bezeichnet wird. Diese verursacht oft plötzliche, starke Kopfschmerzen. Wenn Sie solche Symptome bemerken, ist es entscheidend, sofort medizinische Hilfe zu suchen, auch wenn die Beschwerden nach kurzer Zeit wieder nachlassen.
Ein plötzlicher, extrem starker Kopfschmerz ist ein absoluter Notfall. Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112, wenn Sie oder jemand in Ihrer Nähe plötzlich sehr starke Kopfschmerzen entwickelt, besonders wenn diese mit Übelkeit, Erbrechen, Nackensteifigkeit, Bewusstseinsstörungen oder neurologischen Ausfällen einhergehen.
Komplikationen nach einer Aneurysmaruptur
Hirnblutungen sind schwere Erkrankungen und können zu einer Reihe von Komplikationen führen:
- Hirndrucksteigerung
- Hydrocephalus (Wasserkopf): aufgrund Störung der Liquorzirkulation. Ein langfristiger Hydrozephalus benötigt ggf.
- Gefäßkrämpfe (Vasospasmen): und nachfolgende Minderdurchblutungen durch gefäßverengende Substanzen in den Blutabbauprodukten. Folge sind neurologische Auffälligkeiten wie z. B.
Diagnose
Bei Verdacht auf eine Aneurysmablutung lässt der Arzt sofort ein CT oder einen Kernspin anfertigen, auf denen eine Blutung meist sichtbar ist. Moderne Techniken ermöglichen in der gleichen Untersuchung eine Gefäßdarstellung, um die Lage des Aneurysmas festzustellen.
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Behandlung
Ein geplatztes Hirnarterienaneurysma muss sofort im Krankenhaus neurochirurgisch oder endovaskulär behandelt werden. Die Gefahr einer erneuten Blutung ist kurz nach der Erstblutung besonders groß, die Sterblichkeit bei einer solchen Zweitblutung beträgt 70-90 %.
Clipping oder Coiling?
Welches der beiden Verfahren zum Einsatz kommt, entscheiden Radiologe, Neurochirurg und Patient bzw. Angehörige gemeinsam. Generell lässt sich sagen, dass die Ärzte bei älteren Patienten mit weiteren Grunderkrankungen, einfachen Aneurysmen mit schmalem Hals und fehlender intrazerebraler Blutung häufig das etwas weniger invasive Coiling empfehlen. Geht es dem Patienten sehr schlecht oder kommt er (bei leichterem Verlauf) zu spät ins Krankenhaus, warten die Ärzte mit der Operation, weil dann das Risiko eines Schlaganfalls durch einen Eingriff zu groß wäre. Denn ab dem 3. Tag verkrampfen sich die Blutgefäße im Gehirn als Reaktion auf die Blutung.
Unabhängig vom Zeitpunkt der Operation verordnen die Ärzte dem Patienten während der Zeit der Gefäßkrämpfe gefäßerweiternde Medikamente wie Nimodipin, um die Gehirndurchblutung zu verbessern. Um jedweden Stress zu reduzieren, erhält der Kranke ausreichend Schmerzmittel, z. B. Metamizol oder Opioide. Der Blutdruck wird so eingestellt, dass der systolische Druck 160 mmHg nicht übersteigt.
Prävention
Während man die Entwicklung eines Aneurysmas nicht vollständig verhindern kann, gibt es dennoch wichtige Maßnahmen, die das Risiko verringern können.
- Kontrolle des Blutdrucks: Die Kontrolle des Blutdrucks ist eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Wenn Sie an Bluthochdruck leiden, sollten Sie diesen konsequent behandeln und regelmäßig überwachen lassen.
- Verzicht auf das Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und erhöht das Risiko für Aneurysmen erheblich. Wenn Sie rauchen, ist das Aufhören eine der wirksamsten Schritte, die Sie zur Vorbeugung unternehmen können.
- Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist und wenig gesättigte Fette enthält, unterstützt die Gefäßgesundheit.
- Aneurysma überwachen lassen: Wenn Sie zu einer Risikogruppe gehören - etwa weil Sie Verwandte mit Aneurysmen haben oder an einer erblichen Erkrankung leiden - sollten Sie mit Ihrem Arzt über Vorsorgeuntersuchungen sprechen.
Hirnaneurysma und Kurzzeitgedächtnis
Ein Hirnaneurysma, insbesondere wenn es platzt und zu einer Subarachnoidalblutung führt, kann verschiedene kognitive Funktionen beeinträchtigen, einschließlich des Kurzzeitgedächtnisses. Die Blutung und die daraus resultierenden Komplikationen wie Hirndrucksteigerung, Vasospasmen und Hydrocephalus können Hirnregionen schädigen, die für das Gedächtnis wichtig sind, insbesondere den Hippocampus und den Frontallappen.
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Die Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses kann sich in verschiedenen Formen äußern:
- Vergesslichkeit: Schwierigkeiten, sich an kürzlich erlebte Ereignisse, Gespräche oder Informationen zu erinnern.
- Konzentrationsprobleme: Schwierigkeiten, die Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu richten und Informationen zu verarbeiten.
- Desorientierung: Verwirrung bezüglich Zeit, Ort und Person.
- Probleme beim Lernen neuer Informationen: Schwierigkeiten, neue Informationen zu speichern und abzurufen.
Die Schwere der Gedächtnisstörungen hängt von der Größe und Lokalisation des Aneurysmas, dem Ausmaß der Blutung und den resultierenden Komplikationen ab. Einige Patienten erholen sich vollständig, während andere langfristige Gedächtnisprobleme entwickeln.
Behandlung von Gedächtnisstörungen nach Aneurysmaruptur
Die Behandlung von Gedächtnisstörungen nach einer Aneurysmaruptur umfasst in der Regel eine Kombination aus:
- Medikamentöser Therapie: Medikamente zur Verbesserung der Hirndurchblutung und zur Reduktion von Hirnödemen.
- Neurorehabilitation: Spezielle Übungen und Therapien zur Verbesserung der kognitiven Funktionen, einschließlich des Gedächtnisses.
- Ergotherapie: Unterstützung bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben und Aktivitäten.
- Psychotherapie: Unterstützung bei der Verarbeitung der traumatischen Erfahrung und der Anpassung an die neuen Lebensumstände.
Demenz und vaskuläre Demenz
Es gibt verschiedene Formen von Demenz. Vaskuläre Demenz ist mit etwa 15 Prozent aller Demenzerkrankungen die zweithäufigste Form nach Alzheimer-Demenz. Schätzungsweise 0,3 Prozent der Bevölkerung ist an vaskulärer Demenz erkrankt. Vaskuläre Demenz entsteht aufgrund von Durchblutungsstörungen im Gehirn. Ursachen hierfür können Ablagerungen in Blutgefäßen, Blutgerinnsel oder Hirnblutungen auch in kleinerem Umfang sein. Diese können dazu führen, dass Bereiche des Gehirns mit zu wenig Sauerstoff versorgt werden. Hierdurch können Hirnzellen in unterschiedlichen Bereichen des Gehirns geschädigt werden oder absterben. Das Risiko für eine vaskuläre Demenz kann steigen, wenn das Herz-Kreislaufsystem beeinträchtigt ist.
Bei vaskulärer Demenz können zu Beginn vor allem Probleme mit Aufmerksamkeit, verlangsamtem Denken sowie Persönlichkeitsveränderungen auftreten. Dazu können Gangstörungen oder Kontrollverluste der Blase sowie Probleme mit der Sprache kommen. Auch Gedächtnisstörungen können auftreten, stehen aber zu Beginn nicht immer im Vordergrund. Um festzustellen, ob überhaupt eine Demenz vorliegt, werden zunächst die Symptome und deren Verlauf erfasst. Dies gibt möglicherweise schon Hinweise, ob es sich um eine vaskuläre Demenz handelt. Um diese festzustellen werden zunächst das Herz-Kreislauf-System sowie neurologische Funktionen, zum Beispiel der Gleichgewichtssinn, untersucht. Blutuntersuchungen können Hinweise auf Risikofaktoren für Durchblutungsstörungen geben. Durchblutungsstörungen im Gehirn können mit Medikamenten behandelt werden, ebenso einige Risikofaktoren, wie zum Beispiel Bluthochdruck.
Schlaganfall als Folge eines geplatzten Aneurysmas
Ein Schlaganfall kommt plötzlich, unerwartet und gnadenlos. Stellen Sie sich vor, Ihr Leben ändert sich in einem einzigen Moment, ohne Vorwarnung. Verlassen Sie sich auf das Glück, dass es "nur den Anderen" trifft? Die Wahrheit ist: Jeder von uns trägt dieses potenzielle Risiko in sich. Ein Schlaganfall (Apoplex) ist eine akute zerebrovaskuläre Erkrankung, bei der es zu einer plötzlichen Unterbrechung der Blutversorgung eines Teils des Gehirns kommt.
- Ischämischer Schlaganfall: Verursacht durch eine Thrombose oder Embolie, die ein Blutgefäß im Gehirn blockiert.
- Hämorrhagischer Schlaganfall: Hirnblutung nach Platzen oder Reißen einer Gefäßaussackung (Aneurysma) im Gehirn.
Risikofaktoren für einen Schlaganfall
- Alter: Das Risiko eines Schlaganfalls steigt mit zunehmendem Alter, insbesondere ab dem 65.
- Bluthochdruck: Chronisch erhöhter Blutdruck belastet die Arterien und fördert die Entstehung von Arteriosklerose (Verhärtung und Verengung der Arterien), wodurch das Risiko von Gefäßverschlüssen und Blutungen im Gehirn stark steigt.
- Rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße, fördert die Entstehung von Arteriosklerose und verdoppelt das Schlaganfallrisiko.
- Diabetes: Diabetiker haben ein zwei- bis vierfach erhöhtes Risiko für einen Schlaganfall. Hohe Blutzuckerwerte schädigen die Blutgefäße und fördern die Entstehung von Arteriosklerose.
- Hoher Cholesterinspiegel: Ein hoher Cholesterinspiegel, insbesondere ein hohes LDL-Cholesterin, fördert die Ablagerung von Fett in den Blutgefäßen (Plaques). Diese Plaques können die Arterien verengen und so das Risiko für ischämische Schlaganfälle erhöhen.
- Übergewicht: Übergewicht, insbesondere abdominales Fett, steht in direktem Zusammenhang mit einem erhöhten Schlaganfallrisiko. Es führt häufig zu Bluthochdruck, Diabetes und hohen Cholesterinwerten.
- Hoher Alkoholkonsum: Ein hoher Alkoholkonsum kann den Blutdruck erhöhen und das Risiko für hämorrhagische (blutungsbedingte) Schlaganfälle steigern.
- Chronischer Stress: Chronischer Stress erhöht den Blutdruck und fördert ungesunde Verhaltensweisen wie Rauchen oder übermäßigen Alkoholkonsum.
- Ungesunde Ernährung: Eine Ernährung, die reich an gesättigten Fetten, Zucker und Salz ist, fördert die Entstehung von Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Übergewicht.
Symptome eines Schlaganfalls
Die Symptome eines Schlaganfalls treten in der Regel plötzlich auf und können verschiedene Körperfunktionen betreffen, je nachdem, welcher Teil des Gehirns von der Durchblutungsstörung betroffen ist.
- Ein häufiges Anzeichen ist eine einseitige Lähmung oder Schwäche, die oft eine Körperhälfte betrifft, etwa im Gesicht, Arm oder Bein.
- Ein weiteres wichtiges Symptom sind Sprach- und Verständnisstörungen. Viele Schlaganfallpatienten haben Probleme, klar zu sprechen oder Worte zu finden. Andere haben Schwierigkeiten, das Gesagte zu verstehen.
- Zusätzlich können Sehstörungen auftreten, beispielsweise der plötzliche Verlust des Sehvermögens auf einem Auge oder das Sehen von Doppelbildern.
- Auch Schwindel, Unsicherheit beim Gehen oder Gleichgewichtsstörungen sind häufige Symptome.
- Ein plötzlicher, starker Kopfschmerz, der oft als der schlimmste Kopfschmerz beschrieben wird, kann insbesondere auf einen hämorrhagischen Schlaganfall hinweisen, der durch eine Hirnblutung verursacht wird.
Therapie nach einem Schlaganfall
Die Therapie nach einem Schlaganfall ist ein vielschichtiger und umfassender Prozess, der sowohl die Akutbehandlung als auch die langfristige Rehabilitation umfasst. Ziel ist es, möglichst viele der verlorenen Funktionen wiederherzustellen, die Lebensqualität zu verbessern und einem erneuten Schlaganfall vorzubeugen.
- Thrombolyse: Bei einem ischämischen Schlaganfall (verursacht durch ein Blutgerinnsel) kann, sofern der Patient innerhalb eines Zeitfensters von etwa 4,5 Stunden nach Symptombeginn in die Klinik kommt, ein gerinnselauflösendes Medikament verabreicht werden.
- Mechanische Thrombektomie: Bei besonders schweren oder großflächigen ischämischen Schlaganfällen kann das Gerinnsel mit einem Katheter mechanisch entfernt werden.
- Blutdruck- und Blutzuckerkontrolle: Unabhängig vom Schlaganfalltyp ist die Kontrolle des Blutdrucks und der Blutzuckerwerte entscheidend.
- Chirurgische Eingriffe: Bei einem hämorrhagischen Schlaganfall (verursacht durch eine Blutung im Gehirn) kann eine Operation notwendig sein, um die Blutung zu stoppen und den Druck auf das Gehirn zu reduzieren.
Rehabilitation
- Physiotherapie: Eine der ersten Maßnahmen nach der Stabilisierung ist die Bewegungstherapie. Hier arbeiten Therapeuten daran, die Muskelkraft, Beweglichkeit und Koordination wiederherzustellen. Betroffene lernen, Lähmungen (Hemiparese) zu überwinden und den Körper wieder zu aktivieren.
- Ergotherapie: Diese Therapie hilft Patienten, ihre Alltagsfähigkeiten zurückzugewinnen. Dies umfasst Tätigkeiten wie Anziehen, Essen, Schreiben und andere grundlegende Aufgaben, die für die Selbstständigkeit erforderlich sind.
- Logopädie: Patienten, die unter Sprach- und Schluckstörungen (Aphasie und Dysphagie) leiden, erhalten frühzeitig Sprachtherapie.
- Neuropsychologische Therapie: Bei kognitiven Beeinträchtigungen wie Gedächtnisverlust oder Konzentrationsschwäche kommen spezielle Gehirntrainingsprogramme zum Einsatz.
Langzeitrehabilitation
- Physiotherapie und Ergotherapie werden fortgesetzt, um Beweglichkeit und Alltagsfähigkeiten weiter zu verbessern.
- Sprach- und kognitive Rehabilitation: Für Patienten, die unter anhaltenden Sprachstörungen oder kognitiven Defiziten leiden, ist eine kontinuierliche logopädische und neuropsychologische Betreuung entscheidend.
- Psychologische Betreuung: Ein Schlaganfall hat auch erhebliche emotionale und psychische Auswirkungen. Viele Patienten leiden unter Depressionen, Ängsten oder emotionaler Instabilität.
Nachsorge
- Medikamentöse Behandlung: Um einen weiteren Schlaganfall zu verhindern, erhalten viele Patienten blutverdünnende Medikamente (Antikoagulantien oder Thrombozytenaggregationshemmer), die das Risiko für die Bildung von Blutgerinnseln verringern. Bei Patienten mit hohem Cholesterin wird häufig ein Cholesterinsenker (Statin) verschrieben.
- Lebensstiländerungen: Es wird dringend empfohlen, einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Dazu gehören eine ausgewogene, fettarme Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und der Verzicht auf Rauchen.
Folgen eines Schlaganfalls
- Lähmungen und Bewegungsstörungen: Am häufigsten treten Halbseitenlähmungen (Hemiparese) auf, bei denen eine Körperhälfte betroffen ist.
- Pflegebedarf: Rund 40 % der Schlaganfallpatienten werden nach dem Ereignis pflegebedürftig, etwa ein Drittel benötigt dauerhaft Unterstützung im Alltag.
- Einschränkungen der Selbstständigkeit: Viele Patienten sind in ihrer Selbstständigkeit stark eingeschränkt, was Mobilität, Kommunikation und alltägliche Verrichtungen betrifft.
- Berufsunfähigkeit: Ein erheblicher Teil der Betroffenen kann nach einem Schlaganfall nicht in den Beruf zurückkehren.
Auswirkungen auf Angehörige
- Pflegeübernahme: Angehörige, insbesondere Partner oder Kinder, müssen häufig ungefragt die Rolle des Pflegenden übernehmen.
- Verlust von Gleichberechtigung: Die Partnerschaft oder Eltern-Kind-Beziehung wird oft unausgewogen.
- Verantwortungsdruck: Familienmitglieder, die die Pflege übernehmen, erleben oft einen hohen Verantwortungsdruck.
- Verschiebung der Beziehung: Der Schlaganfall führt zu einer Verschiebung in der Partnerschaft, da der ehemals gleichberechtigte Partner nun möglicherweise auf umfangreiche Pflege angewiesen ist.
- Emotionale Belastung: Der gesunde Partner muss oft mit Frustration, Trauer und einem Gefühl der Überforderung umgehen, weil sich das Beziehungsgefüge verändert.
- Veränderung der Intimität: Schlaganfälle führen oft zu Veränderungen in der Sexualität.
Prävention eines Schlaganfalls
Ja, ein Schlaganfall kann in vielen Fällen durch gezielte Präventionsmaßnahmen verhindert werden, insbesondere wenn die Risikofaktoren frühzeitig erkannt und kontrolliert werden.
- Regelmäßige Blutdruckmessungen: Regelmäßige Blutdruckmessungen und, falls nötig, blutdrucksenkende Medikamente.
- Reduzieren Sie den Salzkonsum: Reduzieren Sie den Salzkonsum, da Salz den Blutdruck erhöhen kann.
- Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann das Risiko von Bluthochdruck, hohen Cholesterinwerten und Übergewicht senken - alles Faktoren, die Schlaganfälle begünstigen.
- Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung senkt das Risiko für Schlaganfälle, indem sie den Blutdruck, den Cholesterinspiegel und das Gewicht unter Kontrolle hält.
- Rauchstopp: Wenn Sie rauchen, sollten Sie aufhören. Bereits nach einem Jahr nach dem Rauchstopp reduziert sich das Schlaganfallrisiko erheblich.
- Gewichtsabnahme: Abnehmen, wenn nötig, durch eine Kombination aus gesunder Ernährung und regelmäßiger Bewegung.
- Moderater Alkoholkonsum: Begrenzen Sie den Alkoholkonsum auf moderate Mengen.
- Stressbewältigung: Entwickeln Sie Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation, Yoga, Atemübungen oder regelmäßige Pausen im Alltag.
- Regelmäßige Gesundheitschecks: Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutdruck, Blutzucker und Cholesterinwerte überprüfen.
Psychiatrische Aspekte
Die Psychiatrie befasst sich mit Erkrankungen der Psyche, die das Denken, Fühlen und Handeln beeinträchtigen wie es u.a. bei Depressionen, Demenz, Essstörungen, Angststörungen, Suchterkrankungen und Borderline-Störungen der Fall ist. In einem ersten Schritt stellt der Psychiater eine Diagnose und leitet entsprechende Behandlungsschritte ein.
Fachbereiche der Psychiatrie
- Gerontopsychiatrie: Die Gerontopsychiatrie bzw. Alterspsychiatrie beschäftigen sich mit den psychischen Erkrankungen des älteren Menschen. Hierbei stehen oft die Krankheitsbilder Demenz, Delir und Depressionen im Vordergrund.
- Suchtmedizin: Die Suchtmedizin beschäftigt sich mit Missbrauch und Abhängigkeit von Suchtmitteln wie Alkohol oder illegalen Drogen.
- Allgemeinpsychiatrie: Die Allgemeinpsychiatrie beschäftigt sich mit den psychischen Erkrankungen des Erwachsenenalters.
- Psychosomatische Medizin: Die Psychosomatische Medizin befasst sich mit der Wechselwirkung zwischen psychischen Faktoren und körperlichen (somatischen) Beschwerden.
- Forensische Psychiatrie und Psychotherapie: Die Forensische Psychiatrie und Psychotherapie befasst sich mit der psychiatrischen Begutachtung auf allen Rechtsgebieten und der Behandlung von Menschen, die aufgrund von psychischen Störungen straffällig geworden sind.
Behandlungsmethoden in der Psychiatrie
- Pharmakotherapie: Medikamentöse Behandlung.
- Psychotherapie: Methoden der Psychotherapie.
- Soziotherapie: Lebenspraktische Anleitung durch speziell ausgebildete Therapeuten.
- Komplementäre Verfahren: Ergotherapie, Musiktherapie, Kunsttherapie und Bewegungstherapie.
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