Gehirnfunktion verstehen: Eine Erklärung von Liniendiagrammen und anderen Visualisierungen

Die Visualisierung von Daten ist ein entscheidender Aspekt, um Informationen verständlich und zugänglich zu machen. Diagramme, Grafiken und Kurven helfen uns, Mengen, Verteilungen, Trends und Zusammenhänge auf einen Blick zu erfassen. Gerade Liniendiagramme sind ein weit verbreitetes Werkzeug, um Entwicklungen und Veränderungen über die Zeit darzustellen. Dieser Artikel beleuchtet die Funktionsweise von Liniendiagrammen und vergleicht sie mit anderen Diagrammtypen, um ein umfassendes Verständnis der Datenvisualisierung zu ermöglichen.

Die Bedeutung der Visualisierung

Unser Gehirn ist darauf ausgelegt, visuelle Informationen effizient zu verarbeiten. Ungefähr 70 % aller Sinneswahrnehmungen erfolgen über unsere Augen. Bilder und Grafiken können komplexe Informationen schneller vermitteln als reine Text- oder Zahlenformate. Dies liegt daran, dass Visualisierungen einen zusätzlichen Wahrnehmungskanal ansprechen, der stärker ausgeprägt ist als der rationale Teil unseres Gehirns, der für das Lesen und Rechnen zuständig ist.

Liniendiagramme: Zeitliche Verläufe im Fokus

Ein Liniendiagramm verbindet Datenpunkte auf zwei Achsen durch eine Linie. Diese Art von Diagramm eignet sich besonders gut, um Zeitverläufe darzustellen, da die Werte von links nach rechts angeordnet sind, was der Hauptleserichtung im westlichen Kulturkreis entspricht. Oft werden Liniendiagramme verwendet, um Monatswerte im Reporting darzustellen, wobei Endwerte oder Durchschnittswerte verwendet werden.

Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein Liniendiagramm bei diskreten Werten eine gewisse Manipulation darstellen kann. Wenn die Fläche zwischen der Linie und der x-Achse ausgefüllt wird, entsteht ein Flächendiagramm. Dies kann den Eindruck erwecken, dass das Liniendiagramm die Oberkante einer nicht vorhandenen Fläche darstellt.

Gestaltung von Liniendiagrammen

Um die Aussagekraft eines Liniendiagramms zu erhöhen, sollten die Datenlinien deutlich hervorgehoben werden. Dies kann durch dickere Linien und Punkte erreicht werden, deren Durchmesser nur unwesentlich größer ist als die Linie selbst. Die absoluten Werte sind in diesem Kontext weniger wichtig als die Entwicklung, die aufgezeigt werden soll.

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Alternativen zum Liniendiagramm

Neben Liniendiagrammen gibt es eine Vielzahl anderer Diagrammtypen, die für unterschiedliche Zwecke geeignet sind.

Säulendiagramme

Ein Säulendiagramm entsteht durch das "Auffüllen" der Fläche unter einem Datenpunkt bis zur x-Achse mit einer stehenden rechteckigen Fläche. Es eignet sich gut, um Entwicklungen darzustellen, da die Werte ebenfalls von links nach rechts angeordnet sind. Die Helligkeit der verwendeten Farbe und die Breite der Säule können die Wirkung des Diagramms beeinflussen. Helle Farben und schmale Säulen wirken leichter, während dunkle Farben und breite Säulen massiger wirken.

Balkendiagramme

Ein Balkendiagramm ist im Wesentlichen ein um 90 Grad gedrehtes Säulendiagramm. Hier sind die x- und y-Achse vertauscht, und die "Säulen" sind von links nach rechts angeordnet und werden daher als Balken bezeichnet. Balkendiagramme eignen sich gut für Vergleiche, da das menschliche Gehirn die Länge sowie die horizontale und vertikale Position von grafischen Elementen schnell vergleichen kann.

Kreisdiagramme

Kreisdiagramme, auch Tortendiagramme genannt, werden verwendet, um Größenverhältnisse von Anteilen darzustellen. Sie sind ideal in der zweidimensionalen Darstellung, da jeder Punkt des Randes gleich weit vom Mittelpunkt entfernt ist. Kreisdiagramme können jedoch schnell unübersichtlich werden, wenn es mehr als zwei Segmente gibt. In solchen Fällen ist es oft besser, ein Balkendiagramm zu verwenden.

Dreidimensionale Diagramme

Obwohl dreidimensionale Diagramme optisch ansprechend sein können, sind sie für die sachliche Vermittlung von Informationen und Botschaften nicht zu empfehlen. Oft wird vermutet, dass hinter der Verwendung von dreidimensionalen Diagrammen Vertuschungs- oder Verschleierungsaktionen stecken.

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Die Psychologie der Diagramme

Das menschliche Gehirn reagiert auf verschiedene Formen und Muster. Spezialisierte Zellen reagieren auf runde Formen, rechte Winkel oder komplexe Formen. Eine Eigenart der menschlichen Wahrnehmung ist das Sehen in Gestalten. Gestalten werden in der Wahrnehmung auf das Wesentliche reduziert, nämlich ihre innere Struktur. Diese Struktur besteht aus Strichen, rechteckigen und runden Formen.

Ein Kreis ist eine geschlossene Form, die etwas einschließt oder umfasst. Werden diese Grundformen miteinander kombiniert, entsteht eine neue geometrische Form. Dies geschieht besonders bei Diagrammen, bei der Kombination der Datenreihen mit den Achsen und dem Diagrammhintergrund. Es ist wichtig, die richtigen Elemente zu betonen, um den Betrachter nicht zu verunsichern. Flächen hinterlassen einen stärkeren optischen Eindruck als Linien oder Punkte.

Die Wahl des richtigen Diagrammtyps

Die Wahl des richtigen Diagrammtyps hängt von der Art der Daten und der Botschaft ab, die vermittelt werden soll. Es gibt keine allgemeingültige Antwort auf die Frage, welcher Diagrammtyp am besten geeignet ist.

Faustregeln

  • Pro Aussage, Handlungsempfehlung, Botschaft oder Thema sollte ein Diagramm erstellt werden.
  • Vermeiden Sie es, Diagramme mit zu vielen Informationen zu überfrachten.
  • Wählen Sie den Diagrammtyp, der die relevanten Informationen am besten hervorhebt.
  • Experimentieren Sie mit verschiedenen Diagrammtypen, um die beste Lösung zu finden.

Moderne Werkzeuge zur Datenvisualisierung

Moderne Self-Service-Analytics-Werkzeuge ermöglichen es Anwendern, Daten einfach per Mausklick in anschauliche Grafiken zu verwandeln. Diese Tools sind in der Regel einfach zu bedienen und erfordern keine Vorkenntnisse oder großen Schulungsaufwand.

Grundlegende Fragestellung festlegen

Bevor Sie ein Diagramm erstellen, sollten Sie sich überlegen, welchem Zweck die Grafik dienen soll, wer die Zielgruppe ist und welche Fragen sich die Zielgruppe stellt.

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Daten aus allen relevanten Quellen abrufen

Die Kombination von Daten aus verschiedenen Quellen verschafft einen besseren Einblick ins Thema und erhöht den Erkenntnisgewinn.

Aktualität der Daten sicherstellen

Achten Sie darauf, dass die Datenbasis der Visualisierung aktuell ist und dass sich die ausgewählten Kennzahlen auf zeitnahe geschäftliche Herausforderungen beziehen.

Interaktive Grafiken

Interaktive Grafiken ermöglichen es, die Analyse zu vertiefen und Folgefragen zu beantworten. Der Anwender kann nicht nur das "Was" sehen, sondern auch dem "Warum" auf den Grund gehen. Durch das Verändern von Variablen kann die Grafik interaktiv angepasst werden, was neue Erkenntnisse liefern kann.

Weitere Diagrammtypen und ihre Anwendungsgebiete

  • Streudiagramme: Ermitteln von Beziehungen zwischen Kennzahlen.
  • Gantt-Diagramme: Darstellung des Anfangs- und Enddatums einzelner Projektelemente.
  • Landkarten: Anzeige geografischer Verteilungen und Filter für andere Diagramme.
  • Wasserfalldiagramme: Zeigen einen Fluss bzw. eine Entwicklung/Veränderung.
  • Inbar-Diagramme: Vergleich zwischen zwei Datenreihen.
  • Treemap: Darstellung großer, mehrdimensionaler Datenmengen.
  • Sankey-Diagramm: Zeigt die Größenverhältnisse mehrdimensionaler Daten und deren Relationen zur Gesamtmenge mittels Datenströmen.
  • Sunburst-Diagramm: Erweiterung des Torten- bzw. Ringdiagramms für hierarchische Daten.
  • Parallel Coordinates: Visualisieren mehrdimensionaler Datenstrukturen auf einer zweidimensionalen Darstellungsfläche.

Tabellen und Diagramme im Berichtswesen

Tabellen eignen sich in erster Linie, wenn exakte Werte kompakt dargestellt werden sollen. Diagramme hingegen sind ideal, um besonders wichtige Informationen zu präsentieren und auf Trends oder Ausreißer hinzuweisen. Die Cognitive-Fit-Theorie besagt, dass für jede Aufgabenstellung bereits eine "interne" Präsentationsform in den Köpfen der Berichtsempfänger verankert ist.

Kernaussagen mit Kommentaren vermitteln

Nutzen Sie Kommentare und Botschaften, um Kernaussagen zu vermitteln. Wichtige zentrale Botschaften sollten in hervorgehobenen Kommentaren angeführt werden.

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