GHB-Wirkung auf das Gehirn: Risiken, Erkennung und Prävention

Gamma-Hydroxybuttersäure (GHB), oft als "Liquid Ecstasy" bezeichnet, ist eine Substanz, die sowohl natürlich im zentralen Nervensystem vorkommt als auch synthetisch hergestellt werden kann. Obwohl GHB in geringen Mengen entspannend und euphorisierend wirken kann, birgt es in höheren Dosen erhebliche Risiken, insbesondere für das Gehirn. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkungen von GHB auf das Gehirn, die Gefahren von K.o.-Tropfen im Allgemeinen, Möglichkeiten zur Erkennung und Prävention sowie Hilfsangebote für Betroffene.

Was ist GHB und wie wirkt es?

GHB ist eine Substanz, die physiologisch im zentralen Nervensystem vorkommt, aber auch künstlich hergestellt werden kann. Es wirkt hauptsächlich am GABA-Rezeptor im Gehirn und löst dort eine hemmende Wirkung aus. In geringen Mengen kann GHB entspannen und euphorisch machen. In höheren Dosen führt es zu Bewusstlosigkeit bis hin zum Koma. GHB bindet im Gehirn an GHB-Rezeptoren, was die stimulierende und enthemmende Wirkung erklärt. Bei höheren Dosierungen aktiviert GHB auch hemmende GABA-Rezeptoren, wodurch die dämpfenden, müde machenden und narkotisierenden Effekte ausgelöst werden. Auch die Dopamin-Freisetzung im Gehirn wird stimuliert.

GHB als K.o.-Tropfen

GHB und seine Vorstufen GBL und 1,4-Butandiol (1,4-BD) können als K.o.-Tropfen missbraucht werden. Sie werden heimlich in Getränke gemischt, um Personen bewusst-, hilf- oder wehrlos zu machen. Diese Substanzen sind besonders gefährlich, da sie farb-, geruch- und nahezu geschmacklos sind, was die Erkennung erschwert.

Die Wirkung von GHB auf das Gehirn

Die Wirkung von GHB ist dosisabhängig und kann von Person zu Person variieren, abhängig von Körpergewicht, Konsumhäufigkeit und Mischkonsum mit anderen Drogen.

Geringe bis mittlere Dosen

In niedriger Dosierung wirkt GHB/GBL angstlösend, entaktogen (von Innen berührend), entspannend, euphorisierend und sozial öffnend. Sinneseindrücke werden verstärkt. Schwindel und Kribbeln in den Gliedmaßen können auftreten.

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Hohe Dosen

In hoher Dosierung macht GBL/ GBL müde, die motorischen Fähigkeiten werden eingeschränkt. Der Herzschlag verlangsamt sich. Halluzinationen können auftreten. Trotzdem können auch positive Gefühle verstärkt wahrgenommen werden.

Risiken und Gefahren

GHB hat eine geringe therapeutische Breite, was bedeutet, dass der Unterschied zwischen einer wirksamen und einer toxischen Dosis gering ist. Überdosierungen können zu Schläfrigkeit bis hin zu Koma, Verwirrung, Erbrechen, niedrigem Blutdruck und verminderter Atmung führen. Die Kombination aus Bewusstlosigkeit und Erbrechen ist besonders gefährlich, da sie zum Erstickungstod führen kann.

Langzeitwirkungen und Hirnschäden

Regelmäßiger GHB-Konsum kann zu psychischer Abhängigkeit führen. Eine Studie der Universität Amsterdam deutet darauf hin, dass häufige Bewusstlosigkeit durch GHB-Konsum das Langzeitgedächtnis schädigen kann. Die Forscher fanden heraus, dass GHB-Konsumenten mit Koma-Erfahrung schlechtere Merkfähigkeiten aufwiesen und eine geringere Aktivität im Hippocampus zeigten, einer wichtigen Schaltzentrale für das Langzeitgedächtnis. Sauerstoffmangel im Gehirn während des Komas wird als mögliche Ursache für diese Hirnschäden vermutet.

Erkennung von K.o.-Tropfen

Es ist schwierig, K.o.-Tropfen im Getränk zu erkennen, da sie farblos, geruchlos und nahezu geschmacklos sind. Einige Menschen berichten von einem leicht seifigen Geschmack, aber dies ist oft nicht auffällig genug, um Verdacht zu erregen.

Symptome nach der Einnahme

Die Wirkung von K.o.-Tropfen setzt in der Regel schnell ein, etwa 10 bis 20 Minuten nach der Einnahme. Symptome können sein:

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  • Misswahrnehmungen
  • Schwindel
  • Taubheitsgefühl
  • Übelkeit
  • Plötzliche Müdigkeit
  • Benommenheit
  • Erinnerungsverlust bis hin zu Bewusstlosigkeit

Testmöglichkeiten

Es gibt Testarmbänder und Strohhalme, die auf GHB reagieren sollen, aber diese sind unsicher und reagieren nur auf eine Art von K.o.-Tropfen. Sie bieten keine zuverlässige Sicherheit.

Nachweisbarkeit im Körper

GHB und GBL lassen sich nach der Einnahme etwa sechs Stunden lang im Blut und zwölf Stunden lang im Urin nachweisen. Daher ist es wichtig, bei Verdacht auf Verabreichung von K.o.-Tropfen schnellstmöglich ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen und eine Blut- und Urinprobe zu nehmen.

Prävention und Schutzmaßnahmen

Um sich vor K.o.-Tropfen zu schützen, sollten folgende Tipps beachtet werden:

  • Getränke immer selbst bei der Bedienung bestellen und entgegennehmen.
  • Keine offenen Getränke von Unbekannten annehmen.
  • Getränke niemals unbeobachtet lassen.
  • Bei Verdacht auf K.o.-Tropfen sofort dem Personal oder der Begleitung Bescheid geben.
  • Im Zweifelsfall eine Party früher verlassen, wenn die Gesellschaft nicht vertrauenswürdig erscheint.
  • Aufeinander achten und auf die Getränke anderer achten, wenn man mit Freunden unterwegs ist.
  • Verantwortungsvollen Alkoholkonsum beachten.

Was tun im Verdachtsfall?

Wenn Sie vermuten, dass Ihnen K.o.-Tropfen verabreicht wurden, suchen Sie sofort Hilfe. Wenden Sie sich an das Personal oder Ihre Begleitung. Notfalls den Rettungsdienst unter der Telefonnummer 112 alarmieren.

Weitere Schritte

  • Zur nächsten Notaufnahme fahren zur Blut- und Urinkontrolle.
  • Bei Verdacht auf sexuellen Missbrauch oder Vergewaltigung die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt in der Notaufnahme informieren.
  • Gegebenenfalls DNA-Proben nehmen lassen.
  • Anschließend so bald wie möglich an die Polizei wenden.

Rechtliche Aspekte

Das Verabreichen von K.o.-Tropfen ist eine Straftat, die mindestens eine einfache Körperverletzung darstellt. Bei stärkerer Dosierung kann die Tat bis hin zum versuchten Totschlag strafrechtlich verfolgt werden. Eine Vergewaltigung unter Verabreichung von K.o.-Mitteln wird wie eine Vergewaltigung mit vorgehaltener Waffe gewertet.

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Hilfsangebote

  • Opfertelefon: 116 006 (WEISSER RING)
  • Ärztliche Hilfe: Notaufnahme des nächsten Krankenhauses
  • Polizei: Anzeige erstatten

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