Ginseng, eines der ältesten und bekanntesten Naturheilmittel der Menschheit, erfreut sich aufgrund seiner vielfältigen positiven Auswirkungen auf die Gesundheit großer Beliebtheit. Insbesondere die Wirkung von Ginseng auf das Gehirn und die kognitiven Funktionen rückt immer mehr in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.
Ginseng: Ein traditionelles Heilmittel im Fokus der modernen Forschung
Die moderne Forschung geht heutzutage davon aus, dass die Ginsengwirkstoffe (Ginsenoside) in der Hypothalamus-Hypophysen-Region des Gehirns ansetzen. Diese Region steuert die körperlichen und geistigen Bedürfnisse des Körpers. Ginseng scheint das Gehirn sensibler zu machen und die Nervenzellen zu aktivieren, wodurch der aktuelle Körperstatus schneller erfasst und angepasst werden kann.
Die Rolle von Ginseng in der traditionellen Medizin
Der koreanische Ginseng wird seit mehr als 2000 Jahren als Heilpflanze verwendet. In der traditionellen östlichen Medizin gilt er als "König der Pflanzen" und wird bei einer Vielzahl von Gesundheitsproblemen empfohlen. Die Wirkstoffe sind Ginsenoside, die eine positive Wirkung auf das Gehirn und die Immunfunktion haben. Eine geeignete Darreichungsform ist ein Extrakt aus den Blättern oder der Wurzel.
Das Gehirn: Die Steuerzentrale des Körpers
Das Gehirn (Encephalon) ist die Steuerzentrale unseres Körpers. Es besteht aus einer Vielzahl von Gehirnzellen, die miteinander verknüpft sind. Es ist sehr stoffwechselaktiv und benötigt daher viel Sauerstoff und Blutzucker (Glukose). Auf eine Mangelversorgung reagiert es äußerst empfindlich. Es ist der Teil des zentralen Nervensystems, der innerhalb des knöchernen Schädels liegt und diesen ausfüllt.
Wie funktioniert das Gehirn?
Ein reibungsloses Funktionieren aller Organe und Gewebe im Körper sowie ein sinnvolles Verhalten sind nur möglich, wenn alle Organfunktionen von einer übergeordneten Stelle koordiniert und kontrolliert werden und alle Informationen, die uns die Umwelt liefert, aufgenommen, verarbeitet und beantwortet werden. Diese Aufgabe leistet unser Gehirn, das Netzwerk aus Milliarden von Nervenzellen (Neuronen).
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Die Gehirnzellen sind durch Synapsen, Kontaktstellen zwischen den Zellen, miteinander verbunden. Diese Kontaktstellen spielen eine wichtige Rolle bei der Verarbeitung der Nachrichten. Informationen aus dem Körper oder der Umwelt gelangen etwa in Form von Hormonen über das Blut oder als elektrische Impulse aus den Sinneszellen über Nervenbahnen bis ins Gehirn. Dort werden sie bewertet und verarbeitet.
Das Gedächtnis: Ein komplexes Netzwerk im Gehirn
Das Gedächtnis lässt sich entweder als Prozess oder als Struktur auffassen, mit dessen Hilfe der Mensch Informationen speichern und später wieder abrufen kann. Das Gedächtnis wird in mehrere unterschiedliche Kategorien unterteilt, die sich auf die Zeitspanne beziehen, in der die Gedächtnis-Inhalte abgerufen werden können.
Ultrakurzzeitgedächtnis
Seine Inhalte werden nur einige Millisekunden bis maximal zwei Sekunden behalten. Das ist die kürzeste Zeitspanne, in der Fakten und Sinneseindrücke präsent bleiben. Sie reicht gerade aus, um eine erste Informationsverarbeitung zu ermöglichen. So landet im Ultrakurzzeitgedächtnis (oder sensorischen Gedächtnis) etwa eine neue Telefonnummer, die man hört und nun ins Telefon eingibt. Nur ein geringer Teil der Informationen wird aus dem sensorischen Gedächtnis in das Kurzzeitgedächtnis überführt.
Kurzzeitgedächtnis
Das Kurzzeitgedächtnis ermöglicht das Abspeichern von Daten über einen Zeitraum von einigen Sekunden bis wenigen Minuten. So kann man sich zum Beispiel eine nachgeschlagene Nummer kurz merken, bis man sie aufgeschrieben hat.
Langzeitgedächtnis
In das Langzeitgedächtnis kommen alle wichtigen Informationen, die es wert sind, aufgehoben zu werden und die das Kurzzeitgedächtnis sonst zum „Überlaufen“ bringen würden. Diese Form von Gedächtnis ist im Allgemeinen gemeint, wenn wir von Gedächtnis sprechen.
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Der Umfang des Langzeitgedächtnisses ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden - es umfasst nicht nur den aktiven und passiven Wortschatz unserer Muttersprache, sondern auch alle Erinnerungen, Daten, Fakten, gelerntes Wissen und den erworbenen Wortschatz fremder Sprachen. Im Langzeitgedächtnis wird alles gespeichert, das aufgrund vielfacher Wiederholungen oder mit einem starken emotionalen Gehalt auf lange Sicht behalten werden soll.
Etwa 10 Millionen Signale aus den Sinnesorganen erreichen unser Gehirn in jeder Sekunde, aber nicht alle sind es wert, gespeichert und später erinnert zu werden. Aus diesem Grund hilft nur eine Selektion der Signale, welche die Eindrücke in verschiedene Kategorien einteilt. Eine erste Unterscheidung erfolgt in die Kategorien: „bekannt“ und „unbekannt“. Danach entscheidet unser Gehirn, ob die Eindrücke es wert sind, dass wir sie uns einprägen und im Gedächtnis behalten, um sie zu einem späteren Zeitpunkt wieder abrufen zu können.
Es gibt für das Gedächtnis keine klar abgrenzbare Struktur im Gehirn. Vielmehr ist für die Merk- und Erinnerungsfähigkeit ein Netzwerk von Nervenzellen zuständig, die sich über verschiedene Hirnbereiche erstrecken.
Ginseng und Alzheimer Demenz: Hoffnung für die Zukunft?
Mit steigendem Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung hat auch das Auftreten von Erkrankungen wie Alzheimer Demenz stetig zugenommen. Die bis dato als Anti-Demenz-Mittel genutzten Medikamente bieten nur eine moderate Behandlung der Symptome und können das Fortschreiten degenerativer Prozesse bei dieser Krankheit nicht verhindern. Um neue, wirksamere Mittel zu finden, befassen sich klinische Studien zunehmend auch mit Heilpflanzen und deren Potential für eine wirksame Vorbeugung oder zumindest eine verlangsamte Progression. Für Ginseng, eine der meist genutzten Heilpflanzen, wurde bereits bewiesen, dass er positive Effekte auf kognitive Funktionen wie Aufmerksamkeit, Gedächtnisleistung und Reaktionszeiten bei gesunden Personen hat.
Die Wissenschaft entdeckt jedoch auch erst in jüngster Zeit die Hintergründe der Entstehung typischer Krankheiten des Alters wie Alzheimer Demenz. So werden die Mechanismen der Wirkung von Ginseng in diesem Zusammenhang auch erst nach und nach weiter erforscht und zunehmend erklärbar. Schritt für Schritt beginnt man zu verstehen, was die möglichen Auslöser für Alzheimer Demenz sind, und in welcher Weise Ginseng hier Effekte zeigen und vorbeugend bzw.
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Ginseng und die Reduzierung von Amyloid-beta-Peptid (Abeta)
In der Hirnrinde von Alzheimer-Erkrankten finden sich regelmäßig große Ansammlungen des Eiweiß-Moleküls „Abeta“ (= Alzheimer’s Amyloid-beta-Peptid). Hierbei handelt es sich um ein Spaltprodukt eines größeren Eiweißmoleküls, das in geringer Konzentration in nahezu allen Zelltypen des Organismus nachgewiesen wurde. Wissenschaftler vermuten daher schon lange, dass das Protein eine Schlüsselrolle bei der Entstehung der Krankheit spielt.
Zellbiologen haben nun entdeckt, dass Abeta von seinem Entstehungsort in das Zellplasma gelangen kann, dort aber in der Regel durch sogenannte molekulare „Schredder“ (Proteasomen) oder ein spezielles Enzym im Zellplasma direkt wieder abgebaut wird. Wenn dieser Abbau z.B. altersbedingt nicht mehr richtig funktioniert, kann Abeta sich ansammeln und dann Zellen im Gehirn abtöten. Da auch enzymproduzierende Zellen betroffen sind, fehlt u.a.
Forscher der berühmten Mayo-Klinik in Florida untersuchten nun - ausgehend von den seit Jahrtausenden bekannten positiven Wirkungen des Ginsengs - den Einfluss von Ginseng auf den Abbau von „Abeta“ mithilfe eines Zell-Modellsystems.
Ergebnisse der Studie:
- Ginseng und mehrere seiner isolierten Inhaltsstoffe bewirken eine deutliche Reduzierung der Konzentration von Abeta in der Zelle. Diese Wirkung ist dosisabhängig, d.h.
Langzeitstudie zur Wirkung von Ginseng bei Alzheimer Patienten
Eine langfristig angelegte klinische Studie hatte zum Ziel, den Langzeiteffekt einer Ginsengeinnahme als begleitende Therapie zu konventionellen Anti-Demenz-Medikamenten bei Alzheimer Erkrankung zu klären sowie Veränderungen kognitiver Fähigkeiten während der länger andauernden Versuchsreihe zu überwachen.
Versuchsaufbau:
Insgesamt wurden 61 Patienten (Männer und Frauen) im Alter zwischen 50 und 80 Jahren über einen Gesamtzeitraum von 2 Jahren (96 Wochen) untersucht:
- 15 Patienten erhielten täglich eine hohe Dosis Ginseng (9 g/Tag), aufgeteilt auf 2-3 Einzeldosen
- 15 Patienten bekamen täglich eine geringere Dosis Ginseng (4,5 g/Tag), ebenfalls in mehreren Dosen
- 31 Patienten bildeten die Kontrollgruppe ohne Ginseng und ohne Placeboeinnahme.
Jeweils nach 12 bzw. Im Rahmen dieses Tests werden Patienten zu 9 Aufgabenkomplexen interviewt, d.h. sie mussten einfache Fragen beantworten bzw. Handlungen ausführen. So können zentrale kognitive Funktionen (zeitliche und räumliche Orientierung, Merk- und Erinnerungsfähigkeit, Aufmerksamkeit, Sprache und Sprachverständnis, Lesen, Schreiben, Zeichnen und Rechnen) überprüft werden.
Ergebnisse nach 6 Monaten:
Nach den ersten 6 Monaten Studiendauer ergaben sich bereits sehr vielversprechende, positive Ergebnisse.
- Eine messbare Verbesserung der Lebensqualität trat schon nach 3 Monaten und geringer Ginsengdosis (4,5 g/Tag) auf.
- Sowohl mit zunehmender Einnahmedauer (6 Monate) als auch steigender Ginsengdosis (9 g/Tag) verbesserten sich die kognitiven Fähigkeiten und somit die Lebensqualität nochmals entscheidend.
Beide Patientengruppen, die Ginseng einnahmen, wurden deshalb für weitere 18 Monate überprüft, um die Wirkung einer Langzeitnutzung von Ginseng zu dokumentieren. In dieser zweiten Versuchsphase gab es keine Kontrollgruppe mehr und die Teilnehmer der Ginsenggruppen wurden erneut alle 12 Wochen den neuropsychologischen Tests unterzogen.
Ergebnisse nach 2 Jahren:
Diese Langzeitstudie über 2 Jahre zeigte nach Versuchsende eindeutige Ergebnisse: Bei beiden Tests gab es einen signifikanten Unterschied zwischen den Patientengruppen, die Ginseng eingenommen hatten im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Ginseng. Diese Versuchsreihe belegt in eindrucksvoller Weise, dass der Konsum von Ginseng effektive Wirkung in der Langzeitbehandlung von Alzheimer Patienten zeigt. Es tritt nicht nur nach kurzzeitiger Einnahme von Ginseng eine Verbesserung kognitiver Fähigkeiten auf, sondern diese deutliche Verbesserung der Lebensqualität bleibt bei weiterer Ginseng-Einnahme auch über mindestens 2 Jahre erhalten.
Im Vergleich hierzu bessert sich der Zustand bei Alzheimer Patienten, die ausschließlich konventionelle Medikamente nutzen zu Beginn der Therapie für etwa 3 bis 6 Monate, um danach wieder - nach etwa einem Jahr - in den Ausgangszustand zurückzufallen.
Weitere Untersuchungen zur Wirkung von Ginseng
Im Rahmen einer weiteren Untersuchung mit 60 Bewohnern eines Altenheims wurde die Ginseng Wirkung auf die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit untersucht. Die Probanden nahmen über einen Zeitraum von 100 Tagen zwei Ginsengkapseln bzw. zwei Placebokapseln ein. Darüber hinaus war die Fähigkeit zu klarer, deutlicher Ausdrucksweise wesentlich verbessert und altersbedingte Befindlichkeitsstörungen wie häufiges Auftreten von Schlaflosigkeit, Schwindel, Herzklopfen oder Nervosität besserten sich bei den Ginsengkonsumenten deutlich. Die positive Wirkung der 100-Tage-Ginseng-Kur blieb bis zum 50.
Ginseng als Adaptogen: Stressresistenz und Leistungssteigerung
Wie im oberen Abschnitt bereits erwähnt, kann auch Stress - vor allem Dauerstress - eine Ursache für nachlassende Gedächtnisleistung oder sogar Gedächtnisverlust sein. Nutzen Sie Ginseng und dessen Wirkstoff deshalb auch, um "stressresistenter" zu werden bzw. Ginseng ist den meisten Menschen vor allem als Stärkungsmittel für Ältere bekannt, da deren Körper durch altersbedingte Abbauprozesse besonderer Unterstützung bedarf. Doch gerade auch jüngere Personen sind immer wieder Phasen besonderer Belastung ausgesetzt und profitieren von den umfangreichen Wirkweisen des Ginsengs.
So verhilft Ginseng Jugendlichen bei Prüfungssituationen in Schule und Ausbildung zu erhöhter Konzentration, vermag Prüfungsängste abzubauen und Prüfungsstress zu vermeiden. Erwachsenen verschafft er in unserer modernen Welt mit täglich steigenden Leistungsanforderungen, Termindruck und dauernder innerer Anspannung die notwendige Ausgeglichenheit, um private und berufliche Stressphasen zu bewältigen und das innere Gleichgewicht wieder herzustellen. So kann einem "burn-out" gezielt vorgebeugt werden.
Ginseng und die Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit
Die Wirkungsweisen des Ginseng-Extrakts sind vielfältig, wobei die wohl bekannteste Wirkung die Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit ist. Eine Studie der Human Cognitive Neuroscience Unit der University of Newcastle ergab, dass die einmalige Einnahme von Ginseng bereits die kognitive Performance stärkt. Die Studie zeigte, dass Ginseng die mentale Schnelligkeit, d.h. schnelles Denken, erhöhte. Eine weitere Studie der University of Newcastle ergab, dass eine Dosis von 200 mg Ginseng bereits zu signifikanten Verbesserungen in kognitiven Tests führt und dabei die mentale Erschöpfung reduziert. Die Ergebnisse könnten durch die Regulation des Glukosespiegels im Blut begründet sein. Ginseng kann nämlich den Glukosespiegel im Blut senken und ihm wird dadurch auch noch, als positiven Nebeneffekt, eine regulierende Wirkung gegen bsp. Diabetes nachgesagt.
Ginseng und die Reduzierung von Stress
Die School of Pharmacy in Südkorea hat untersucht, wie Ginseng Stress bzw. seine Folgen verringert. Stress entsteht im Körper durch die Aktivierung von zwei Stressachsen. Die Aktivierung des Sympathikus führt dabei zur Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin, über die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse (kurz HPA-Achse) wird Cortisol freigesetzt. Chronischer Stress führt allerdings dazu, dass diese Regulation versagt. Ist die Ausschüttung der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin gestört, wird deinem Körper chronisch signalisiert, dass er unter Stress steht. Hier kann Ginseng-Extrakt helfen, indem er ausgleichend auf die HPA-Achse wirkt und so die Auswirkungen der Stresshormone reduziert.
Koreanischer Ginseng: Besonderheiten und Wirkstoffe
Der koreanische Ginseng zeichnet sich durch seinen Gehalt an Ginsenosiden aus, bei denen es sich um Saponine handelt, die spezifisch für Pflanzen der Gattung Panax sind. Sie kommen nicht nur in der Wurzel, sondern auch in den Blättern vor. Für den koreanischen Ginseng wurden etwa 40 Ginsenoside beschrieben, die meisten von allen Ginsengarten.
Die Ginsenoside werden je nach ihrer chemischen Struktur in zwei grundlegende Gruppen unterteilt:
- Protopanaxadiole: z. B. Ra1‑3, Rb1‑3, Rc, Rd oder Rs1‑3.
- Protopanaxatriole: z. B. Re, Rf, Rg1‑2
Die verschiedenen Ginsengarten unterscheiden sich in der Zusammensetzung der spezifischen Ginsenoside, woraus sich die unterschiedlichen Wirkungen ergeben. Studien zeigen, dass Ginsenoside teilweise durch Mikroorganismen in der Darmmikrobiota metabolisiert werden, wobei zusätzliche Metaboliten gebildet werden, die absorbiert werden. So wird beispielsweise der Metabolit IH‑901, der im Ginseng selbst nicht vorkommt, durch Fermentation im Verdauungstrakt gebildet und scheint einer der Wirkstoffe zu sein, die für die Wirkung des Ginsengs verantwortlich sind.
Weitere positive Auswirkungen des koreanischen Ginsengs
Die regelmäßige Einnahme von koreanischem Ginseng ist sicher und hat keine Nebenwirkungen. Die Studien befassen sich am häufigsten mit den folgenden gesundheitlichen Vorteilen:
- Positive Wirkung auf das Immunsystem: Die Einnahme von koreanischem Ginseng wirkt sich positiv auf das menschliche Immunsystem, was wahrscheinlich auf die Stimulierung der Produktion von Makrophagen und T‑Lymphozyten zurückzuführen ist. Darüber hinaus hat Ginseng antioxidative Eigenschaften und kann die Menge an freien Sauerstoffradikalen reduzieren.
- Unterstützung der Libido und der sexuellen Funktion: Obwohl die Einnahme von koreanischem Ginseng den Testosteronspiegel erhöhen kann, scheint es bei gesunden Personen mit normalem Testosteronspiegel keinen weiteren Anstieg zu geben. Im Gegensatz dazu können Personen mit reduziertem Testosteronspiegel, verminderter Libido oder erektiler Dysfunktion Verbesserungen erfahren.
- Unterstützung der kardiovaskulären Gesundheit und bei Insulinresistenz: Die Einnahme von Ginseng kann zu einer Senkung des Blutzuckerspiegels führen. Für Diabetiker, die Antidiabetika einnehmen, ist es daher ratsam, die Einnahme von Ginseng mit dem behandelnden Arzt zu besprechen.
Ginseng als Immunbooster
Ginseng hat noch eine weitere wichtige Wirkung, die nicht deine mentale Performance, aber deine Gesundheit betrifft. Definitiv ein positiver Nebeneffekt! Die Wurzel trägt nämlich auch zur schnellen Besserung bei Krankheiten bei bzw. kann bei längerfristiger Anwendung prophylaktisch wirken. Eine Studie der Georgia State University hat gezeigt, dass die langfristige Einnahme von rotem Panax Ginseng vor Erkältungskrankheiten und sogar der Grippe schützen kann. Die im Ginseng enthaltenen Ginsenoside verbessern die Überlebensfähigkeit der infizierten Zellen und verringern so die im Körper vorhandenen Entzündungen. Zurückführen lassen soll sich dieser Effekt, laut der Forscher, auf den positiven Einfluss der Ginsensoide auf die körpereigene Immunabwehr. Kurz gesagt bedeutet dies, dass das Immunsystem durch Ginseng gestärkt wird und so zukünftige Infekte besser vom körpereigenen Schutzsystem abgewehrt werden können. Zu guter letzt ergaben aktuelle Studien, dass Ginseng auch bei Allergien bzw. Heuschnupfen Abhilfe liefern kann. Besonders die dadurch hervorgerufenen Atemwegsbeschwerden konnten nach einer vierwöchigen Einnahme von Ginseng gemindert werden.
Dosierung und Nebenwirkungen von Ginseng
Grundsätzlich ist bei der Einnahme von Ginseng-Extrakt die richtige Dosierung extrem wichtig. Der Grund liegt darin, dass das Extrakt nur dann seine Wirkung entfalten kann, wenn es auch in ausreichender Menge eingenommen wird. Die empfohlene Tagesdosierung liegt bei einem Erwachsenen bei ca. 200 bis 400 Milligramm Ginseng-Extrakte pro Tag.
Neben der richtigen Dosierung ist die Frage nach Nebenwirkungen noch relevant. Die an der University of Newcastle durchgeführten Studien konnten nicht nur die Verbesserung der mentalen Leistungsfähigkeit belegen, sondern ergaben auch, dass Ginseng-Extrakt eine extrem hohe Verträglichkeit besitzt. Das gilt allerdings nur, solange man die täglich empfohlene Dosierung nicht überschreitet. Da die langfristige Einnahme von Ginseng den Blutdruck- und damit auch die Blutgerinnung beeinflussen kann, sollten Menschen die unter Diabetes oder Bluthochdruck leiden, Rücksprache mit einem Arzt halten, bevor sie Ginseng-Extrakt einnehmen.
Generell gilt Ginseng als sicher für die meisten Menschen. Es kann jedoch in einigen Fällen zu Nebenwirkungen wie Nervosität, Schlafstörungen oder Durchfall kommen. Ginseng kann die Wirkung bestimmter Medikamente beeinflussen.
Darreichungsformen und Anwendung
Ginseng wird in verschiedenen Formen angeboten, darunter rohe Wurzeln, Pulver, Kapseln und sogar Tee. Die gewählte Form hängt weitgehend von den persönlichen Vorlieben und der Bequemlichkeit ab. Für Ginseng-Extrakte ist eine übliche Dosierung etwa 200 bis 400 Milligramm pro Tag. Es ist wichtig zu beachten, dass Ginseng auf nüchternen Magen eingenommen werden sollte, um eine optimale Absorption der Ginsenoide zu gewährleisten. Einige Quellen empfehlen auch eine sogenannte "zyklische" Anwendung von Ginseng. Dies bedeutet, dass der Nutzer Ginseng für einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen einnimmt, dann eine Pause von ein bis zwei Wochen einlegt, und dann den Zyklus wiederholt. Diese Methode kann helfen, eine Toleranzentwicklung gegenüber Ginseng zu verhindern.
Worauf sollte man beim Kauf von Ginseng achten?
Wer sich für das Kaufen von Ginseng entscheidet, sollte auf in Kapseln verpacktes Extrakt zurückgreifen. Wird Ginseng zu Extrakt verarbeitet, ist die Konzentration der Wirkstoffe einfach höher und sie lässt sich als Kapsel viel einfacher in deine Ernährung integrieren. Viele Biohacker nutzen deshalb Ginseng in der Kombination mit anderen Brainfood Pflanzen. So bekommst du nicht nur die Kraft des Ginseng-Extrakts geliefert, sondern weitere wirkame Pflanzenstoffe, wie z.B. das Extrakt aus Brahmi und Ginkgo. Ginkgo biloba ist als weiteres Denkkraut bekannt. Zusammen ergeben diese Wirkstoffe eine einmalige Kombination, zur Verbesserung deiner gesamten mentalen Leistungsfähigkeit.