Glioblastom und blaue Flecken: Ursachen und Zusammenhänge

Ein Glioblastom ist eine aggressive Form von Hirntumor. Die Behandlung und die Erkrankung selbst können eine Reihe von Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen verursachen. In diesem Artikel werden die möglichen Ursachen für blaue Flecken (Hämatome) im Zusammenhang mit einem Glioblastom beleuchtet, wobei auch auf andere Symptome und Komplikationen eingegangen wird, die im Verlauf der Erkrankung auftreten können.

Der Sterbeprozess bei Glioblastom

Bei Patienten mit einem Glioblastom, insbesondere in fortgeschrittenen Stadien, kann der natürliche Sterbeprozess einsetzen. Dieser Prozess wird in verschiedene Phasen unterteilt:

  • Rehabilitationsphase: In dieser Phase schreitet die Krankheit voran, und die Betroffenen werden zunehmend pflegebedürftig.
  • Terminalphase: Hier hat die Krankheit ein Stadium erreicht, in dem keine Heilung mehr möglich ist, und der körperliche Zustand verschlechtert sich zusehends.
  • Finalphase: Dies ist die letzte Phase, in der der eigentliche körperliche Sterbeprozess beginnt, oft in den letzten 48 Stunden vor dem Tod.

In der Finalphase können verschiedene Symptome auftreten, wie z. B. verminderte Sprechaktivität, vermehrter Schlaf, nachlassendes Hunger- und Durstgefühl, schlechtere Durchblutung und Austrocknung. Auch die Atmung kann flacher und unregelmäßiger werden. Es ist wichtig, den Betroffenen in dieser Zeit das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein, und ihnen Sterbebegleitung zukommen zu lassen, sei es zu Hause oder im Hospiz.

Mögliche Ursachen für blaue Flecken bei Glioblastom

Blaue Flecken können im Zusammenhang mit einem Glioblastom verschiedene Ursachen haben:

Thrombozytopenie

Eine Thrombozytopenie bezeichnet einen Mangel an Blutplättchen (Thrombozyten). Da Thrombozyten für die Blutgerinnung unerlässlich sind, führt ein Mangel zu einer erhöhten Blutungsneigung. Ursachen für eine Thrombozytopenie können sein:

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  • Chemotherapie und Strahlentherapie: Diese Behandlungen können das Knochenmark schädigen und die Produktion von Thrombozyten beeinträchtigen.
  • Tumorbedingte Thrombozytopenie: In seltenen Fällen kann der Tumor selbst die Thrombozytenproduktion im Knochenmark verdrängen oder zerstören.

Symptome einer Thrombozytopenie können sein:

  • Vermehrtes Auftreten von blauen Flecken
  • Petechien (kleine, stecknadelkopfgroße rote Flecken auf der Haut)
  • Zahnfleischbluten
  • Nasenbluten
  • Starke Blutungen auch bei kleinen Verletzungen

Medikamente

Bestimmte Medikamente, die im Rahmen der Glioblastom-Behandlung eingesetzt werden, können die Blutgerinnung beeinträchtigen und somit die Entstehung von blauen Flecken begünstigen. Dazu gehören:

  • Blutverdünnende Medikamente: Diese werden manchmal zur Vorbeugung von Thrombosen oder zur Behandlung von Begleiterkrankungen eingesetzt.
  • Cortison: Cortison kann die Gefäßwände schwächen und somit die Entstehung von blauen Flecken fördern.

Hirnblutungen

In seltenen Fällen können blaue Flecken auch ein Anzeichen für eine Hirnblutung sein. Eine Hirnblutung entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn platzt oder reißt. Dies kann zu einem Bluterguss führen, der das umliegende Hirngewebe schädigt.

Ursachen für Hirnblutungen können sein:

  • Hoher Blutdruck: Lang anhaltender Bluthochdruck kann die Gefäßwände schädigen und zum Platzen bringen.
  • Schädel-Hirn-Trauma: Ein Sturz auf den Kopf kann Blutgefäße im Gehirn verletzen.
  • Aneurysmen oder Gefäßmissbildungen: Schwache Gefäßwände können leichter reißen.
  • Blutgerinnungsstörungen: Diese können die Blutungsneigung erhöhen.

Symptome einer Hirnblutung können sein:

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  • Plötzlich auftretende, starke Kopfschmerzen
  • Neurologische Ausfälle wie Lähmungen, Sprachstörungen oder Sehstörungen
  • Bewusstseinsstörungen

Weitere Ursachen

Neben den oben genannten Ursachen können blaue Flecken bei Glioblastom-Patienten auch durch andere Faktoren bedingt sein:

  • Mangelernährung: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen (z. B. Vitamin C oder K) kann die Blutgerinnung beeinträchtigen.
  • Erhöhte Verletzungsgefahr: Durch neurologische Ausfälle oder Gleichgewichtsstörungen kann es häufiger zu Stürzen und Verletzungen kommen.
  • Allgemeine Schwäche und Immobilität: Diese können die Durchblutung verschlechtern und die Entstehung von blauen Flecken begünstigen.

Weitere Symptome und Komplikationen bei Glioblastom

Neben blauen Flecken können im Verlauf eines Glioblastoms eine Vielzahl weiterer Symptome und Komplikationen auftreten. Diese sind abhängig von der Lage und Größe des Tumors sowie von den angewendeten Therapien.

Neurologische Ausfälle

Da das Glioblastom im Gehirn lokalisiert ist, kann es zu einer Reihe neurologischer Ausfälle kommen, wie z. B.:

  • Lähmungen: Diese können einzelne Gliedmaßen oder ganze Körperhälften betreffen.
  • Sprachstörungen: Schwierigkeiten beim Sprechen (Dysarthrie) oder Verständnis von Sprache (Aphasie).
  • Sehstörungen: Doppelbilder, Gesichtsfeldausfälle oderBlindheit.
  • Gleichgewichtsstörungen: Unsicherer Gang und erhöhte Sturzgefahr.
  • Kognitive Beeinträchtigungen: Gedächtnisprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten oderVeränderungen der Persönlichkeit.
  • Epileptische Anfälle: Diese können durch die Reizung des Hirngewebes durch den Tumor ausgelöst werden.

Fatigue

Fatigue ist ein Zustand extremer Müdigkeit und Erschöpfung, der sich durch Ruhe nicht bessert. Sie ist eine häufige Begleiterscheinung von Krebserkrankungen und deren Behandlung.

Schmerzen

Schmerzen können durch den Tumor selbst, durch die Operation oder durch andere Behandlungen verursacht werden.

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Übelkeit und Erbrechen

Diese Symptome können durch den Tumor, die Chemotherapie oder die Strahlentherapie ausgelöst werden.

Aszites

Bei einem Aszites sammelt sich Flüssigkeit in der Bauchhöhle an. Dies kann durch Metastasen im Bauchfell oder in der Leber verursacht werden. Symptome eines Aszites können sein:

  • Zunahme des Bauchumfangs
  • Spannungsgefühl im Bauch
  • Atemnot
  • Appetitlosigkeit

Periphere Neuropathie

Eine periphere Neuropathie ist eine Schädigung der peripheren Nerven, die zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen, Schmerzen oder Muskelschwäche in Händen und Füßen führen kann. Sie kann als Folge einer Chemotherapie oder Strahlentherapie auftreten.

Psychische Belastung

Eine Krebserkrankung wie das Glioblastom ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen eine enorme psychische Belastung. Angst, Depressionen und andere psychische Probleme sind häufige Begleiterscheinungen.

Was tun bei blauen Flecken?

Wenn bei einem Glioblastom-Patienten blaue Flecken auftreten, ist es wichtig, die Ursache abzuklären und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

  • Arzt konsultieren: Der Arzt kann die Ursache der blauen Flecken diagnostizieren und eine geeignete Behandlung einleiten.
  • Thrombozytenkontrolle: Bei Verdacht auf eine Thrombozytopenie sollte der Thrombozytenwert im Blut überprüft werden.
  • Medikamentenüberprüfung: Der Arzt sollte die Medikamentenliste des Patienten überprüfen, um mögliche blutgerinnungshemmende Medikamente zu identifizieren.
  • Sturzprophylaxe: Um Verletzungen und somit blaue Flecken zu vermeiden, sollten Maßnahmen zur Sturzprophylaxe ergriffen werden, z. B. Beseitigung von Stolperfallen, Verwendung von Gehhilfen oder Anpassung der Wohnumgebung.
  • Hautpflege: Die Haut sollte vor Verletzungen geschützt werden, z. B. durch das Tragen von Handschuhen bei der Gartenarbeit oder im Haushalt.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen kann die Blutgerinnung unterstützen.
  • Heparinsalbe oder Arnika: Bei kleineren blauen Flecken können Heparinsalbe oder Arnika zur Linderung der Beschwerden eingesetzt werden.

Rehabilitation und unterstützende Maßnahmen

Nach der Diagnose und Behandlung eines Glioblastoms ist eine umfassende Rehabilitation wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und ihre Selbstständigkeit so weit wie möglich zu erhalten. Die Rehabilitation kann folgende Maßnahmen umfassen:

  • Physiotherapie: Zur Verbesserung derMotorik, des Gleichgewichts und der Koordination.
  • Ergotherapie: Zur Verbesserung derAlltagsfähigkeiten und derHandlungsfähigkeit.
  • Logopädie: Zur Behandlung von Sprach- und Schluckstörungen.
  • Neuropsychologische Therapie: Zur Behandlung von kognitiven Beeinträchtigungen.
  • Psychotherapie: Zur Bewältigung der psychischen Belastung durch die Erkrankung.
  • Schmerztherapie: Zur Linderung von Schmerzen.
  • Ernährungsberatung: Zur Sicherstellung einer ausgewogenen Ernährung.
  • Sozialberatung: Zur Unterstützung bei sozialen und finanziellen Fragen.

Zusätzlich zur Rehabilitation können verschiedene unterstützende Maßnahmen helfen, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern:

  • Entspannungstechniken: Zur Reduzierung vonStress und Angst.
  • Sport und Bewegung: Zur Verbesserung der körperlichenFitness und des Wohlbefindens.
  • Kreative Therapien: Wie z. B. Malen, Musik oder Schreiben, zur Förderung des Ausdrucks und derSelbstwahrnehmung.
  • Selbsthilfegruppen: Zum Austausch mit anderenBetroffenen und zur gegenseitigen Unterstützung.
  • Palliative Care: In der fortgeschrittenen Krankheitsphase kann palliative Care helfen, Symptome zu lindern und dieLebensqualität zu verbessern.

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