Ein Taubheitsgefühl im Mund kann viele Ursachen haben, von harmlosen bis hin zu ernsteren Erkrankungen. Die Homöopathie bietet verschiedene Mittel, die je nach Ursache und Begleitsymptomen des Taubheitsgefühls in Betracht gezogen werden können. Dieser Artikel beleuchtet einige dieser Ursachen und stellt homöopathische Mittel vor, die bei der Behandlung helfen könnten.
Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühl im Mund
Ein Taubheitsgefühl im Mund kann verschiedene Ursachen haben, darunter:
- Nervenschädigungen: Schädigungen der Nerven, die für die Empfindung im Mund verantwortlich sind, können zu Taubheitsgefühlen führen. Dies kann durch Verletzungen, Operationen oder bestimmte Erkrankungen verursacht werden.
- Entzündungen: Entzündungen im Mundbereich, beispielsweise durch Zahnfleischerkrankungen oder Infektionen, können ebenfalls Taubheitsgefühle auslösen.
- Medikamente: Einige Medikamente können als Nebenwirkung ein Taubheitsgefühl im Mund verursachen.
- Mangelerscheinungen: Ein Mangel an bestimmten Vitaminen oder Mineralstoffen kann ebenfalls zu Taubheitsgefühlen führen.
- Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): Eine Störung des Zusammenspiels von Zähnen, Kiefergelenken und Kaumuskulatur kann sich unter anderem in Taubheitsgefühlen äußern.
- Andere Erkrankungen: In seltenen Fällen können auch ernstere Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder ein Schlaganfall ein Taubheitsgefühl im Mund verursachen.
Homöopathische Mittel bei Taubheitsgefühl im Mund
Die Homöopathie bietet eine Vielzahl von Mitteln, die je nach den individuellen Symptomen und Ursachen des Taubheitsgefühls im Mund in Betracht gezogen werden können. Einige der häufiger verwendeten Mittel sind:
Apis mellifica
Apis mellifica wird aus der Honigbiene (ApisHonigbiene. Hymenopterae) hergestellt und kann bei Schwellungen, Entzündungen und brennenden Schmerzen im Mundbereich angezeigt sein. Typische Symptome sind eine wunde Zunge, Gedunsenheit der Kopfhaut, der Stirn und um die Augen. Apis-Patienten können unstillbaren Durst haben oder durstlos sein. Die Symptome können sich durch Wärme verschlimmern und durch Kälte bessern.
Conium maculatum
Conium maculatum, gewonnen aus dem gefleckten Schierling, kann bei körperlicher Schwäche und deren Folgen hilfreich sein, aber auch gezielt auf Organbereiche wie Augen, Atemtrakt oder Geschlechtsorgane wirken. Ein wichtiger Hinweis für Conium ist Schwindel nach Anstrengung oder beim Hinlegen. Patienten, die Conium benötigen, können vergesslich sein und sich schwach fühlen. Sie sind möglicherweise nicht gerne in Gesellschaft, können aber auch nicht gut alleine sein. Verschiedene Arten von Kopfschmerzen können unter Umständen auch mit diesem Mittel behandelt werden, zum Beispiel betäubender Kopfschmerz, der zu Übelkeit und Erbrechen führt und bei dem der Patient das Gefühl eines Fremdkörpers unter der Schädeldecke hat. Auch Taubheitsgefühle in Fingern und Zehen können auftreten.
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Gnaphalium obtusifolium
Gnaphalium obtusifolium, hergestellt aus dem vielköpfigen Ruhrkraut, kann bei Ischiasschmerzen mit Taubheit angezeigt sein. Der Schmerz strahlt typischerweise vom Hüftgelenk auf der Rückseite des Oberschenkels zum Fuß hinunter. Die Patienten erfahren eine Verschlechterung durch Bewegen, Auftreten und Liegen, im Sitzen oder mit hochgezogenen Beinen wird der Schmerz besser. Ein fader, pelziger, süßer, übelkeitserregender Geschmack im Mund kann bestehen.
Lathyrus sativus
Lathyrus sativus, gewonnen aus der Kicherplatterbse, kann bei lähmungsartigen und krampfartigen Beschwerden eingesetzt werden. Die Arznei findet Anwendung nach Grippe, schwächenden Krankheiten und Auszehrung durch Hunger. Zudem bei Schwäche und einem Gefühl der Schwere, mit langsamer Erholung der Nervenkräfte. Die Fingerspitzen können taub sein. Die Arme zittern beim Versuch, etwas zu tun. Dies wird verschlimmert beim Hochnehmen oder Hinstellen eines Gegenstandes.
Rhus toxicodendron
Rhus toxicodendron, hergestellt aus dem Giftsumach, kann bei Beschwerden angezeigt sein, die sich durch Bewegung bessern und durch Ruhe verschlimmern. Kalt und steif sind wichtige Stichwörter bei der Beschreibung dieses Arzneimittels. ‹Rhus-toxicodendron-Patienten› sind oft auch emotional kühl und steif. Sie zeigen kaum Gefühle und arbeiten hart, wie von einem inneren Drang getrieben. Sie können sich auf fixe Ideen versteifen und sehr abergläubisch sein. ‹Rhus-toxicodendron-Menschen› neigen zum Frieren und reagieren sehr empfindlich auf Kälte und Nässe, sie bevorzugen trockene Wärme.
Weitere in Betracht zu ziehende Mittel
- Aconitum napellus: Bei plötzlichem Beginn der Beschwerden, oft nach einem Schock oder Schreck.
- Causticum Hahnemanni: Bei Lähmungserscheinungen und Schwäche.
- Curare: Bei muskulären Lähmungen und Schwäche alter Menschen.
- Lachesis: Bei Beschwerden, die sich während des Schlafes verschlimmern und durch Ausscheidungsprozesse bessern.
- Secale cornutum: Bei Verkrampfungen der Muskulatur und Gefäße mit Taubheit.
CMD als Ursache für Taubheitsgefühl im Mund
Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist eine Störung des Zusammenspiels von Zähnen, Kiefergelenken und Kaumuskulatur. Sie kann vielfältige Symptome verursachen, darunter auch Taubheitsgefühle im Mundbereich.
Ursachen und Symptome von CMD
Die eigentliche Ursache für eine craniomandibuläre Dysfunktion ist die Störung des harmonischen Zusammenspiels von Zähnen, Kieferknochen, Kiefermuskulatur und Kiefergelenken. Häufig ist es so, dass ein Faktor alleine noch keine Beschwerden auslöst, sondern noch gut ausgeglichen werden kann. Zähneknirschen ist nicht nur ein Symptom, sondern kann auch Ursache für CMD sein.
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Die Symptome von CMD können sehr vielfältig sein und verschiedene Körperregionen betreffen. Man unterscheidet allgemein zwischen einer aufsteigenden und einer absteigenden Symptomatik.
Diagnose und Behandlung von CMD
Falls der Verdacht besteht, dass eine craniomandibuläre Dysfunktion vorliegt, sollte ein Zahnarzt aufgesucht werden. Bei der klinischen Funktionsanalyse (auch manuelle Funktionsanalyse genannt) untersucht der Zahnarzt den Kiefer ganz genau. Einerseits überprüft er, ob die Zähne eine Fehlstellung aufweisen und nicht richtig ineinandergreifen. Andererseits tastet er die Kaumuskulatur und das Kiefergelenk ab, um zu sehen, ob bestimmte Stellen druckempfindlich sind. Anschließend überprüft er, ob Einschränkungen beim Kauen oder beim Bewegen des Kiefers bestehen und ob es dabei zu Geräuschen wie Knacken oder Knirschen kommt.
Der erste Schritt zum Behandeln einer CMD ist eine Aufbissschiene, die anhand der Werte aus der instrumentellen Funktionsanalyse angefertigt wird und die Kiefergelenke in die ideale Position bringt. So kann sich die Kiefermuskulatur entspannen. Um die Ursache der Funktionsstörung zu beseitigen, können zahnärztliche Behandlungen notwendig sein - vorausgesetzt, die Ursache liegt im Mund. Dazu zählen das Versorgen von Zahnlücken mit Implantaten, das Einschleifen von Zähnen, eine Erneuerung von fehlerhaften Kronen oder Füllungen und die Restauration von geschädigten Zähnen.
Ergänzend zur zahnärztlichen Behandlung können auch physiotherapeutische Maßnahmen, Stressbewältigung und Entspannungsübungen hilfreich sein.
Homöopathische Mittel bei CMD
Auch die Homöopathie bietet Mittel gegen CMD. So sollen die Globuli Cina D6, Cuprum metallicum D 12, Magnesium phos. D 12, Phytolacca D 6, Podophyllum D 6 und Zincum metallicum D 12 gegen Zähneknirschen helfen.
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Wichtige Hinweise zur Anwendung homöopathischer Mittel
Homöopathische Mittel sind aufgrund ihrer guten Verträglichkeit und der ausbleibenden Nebenwirkungen für alle Altersklassen, Stillende und Schwangere geeignet. Für die Selbstbehandlung empfohlen werden meist die Potenzen D6 - D12. Es darf niemals ein schulmedizinisches Medikament eigenmächtig abgesetzt und/oder durch ein Homöopathikum ersetzt werden. Auch die Einnahme selbst erfordert besondere Aufmerksamkeit. Unabhängig von der Art der Darreichungsform (Globuli, Tablette oder Tropfen) sind Homöopathika empfindliche Stoffe, deren Wirksamkeit durch äußere Reize möglicherweise beeinflusst werden können.
Die Globuli werden dem Säugling und Baby einfach in die Wangentasche gelegt. Tropfen (Dilution) werden immer in Wasser gelöst. Sie können auf einem Plastiklöffel gegeben werden oder mit einer Pipette in den Mund getropft werden. Praktisch ist es auch, den Schnuller in die wässrige Arzneilösung zu tunken und dem Säugling zu geben. Die Globuli auf einen Plastiklöffel geben und langsam im Mund zergehen lassen. Tropfen ebenfalls mit einem Plastiklöffel einnehmen. Tabletten können in die Wangentasche gelegt werden, wo sie sich auflösen.
Die Dauer der Behandlung richtet sich nach dem Beschwerdebild. In der Regel werden homöopathische Arzneien nur solange eingenommen, bis die Beschwerden geheilt sind oder deutlich besser werden. Zu beachten ist es, dass die Einnahmehäufigkeit variieren kann. Oftmals gehen die Empfehlungen dahin, akuten Beschwerden mit häufigen Einnahmen zu begegnen und die Abstände mit Besserung der Beschwerden zu verlängern.
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