Globuli gegen Wadenkrämpfe: Wirkung und Anwendung

Wadenkrämpfe sind ein weit verbreitetes Phänomen, das viele Menschen betrifft. Sie können plötzlich und schmerzhaft auftreten, oft in der Nacht oder nach sportlicher Betätigung. Glücklicherweise gibt es verschiedene Ansätze zur Behandlung und Vorbeugung von Wadenkrämpfen, darunter auch die Homöopathie. Dieser Artikel beleuchtet die Wirkung von Globuli gegen Wadenkrämpfe und gibt einen Überblick über Ursachen, Symptome und weitere Behandlungsmöglichkeiten.

Ursachen von Wadenkrämpfen

Wadenkrämpfe entstehen durch unwillkürliche Anspannungen (Kontraktionen) von Muskeln im Unterschenkel, die sich anschließend nicht wieder entspannen. Die Ursachen können vielfältig sein:

  • Elektrolytstörungen: Ein Ungleichgewicht von Elektrolyten wie Magnesium, Kalzium oder Natrium kann die Erregbarkeit der Muskelfasern stören und Krämpfe auslösen. Magnesiummangel (Hypomagnesiämie) kann durch falsche Ernährung, Diabetes mellitus, Darm- und Nierenerkrankungen oder Alkoholmissbrauch entstehen. Auch Dehydrierung durch Durchfall, Erbrechen oder starkes Schwitzen kann zu Elektrolytstörungen führen.
  • Hormonelle und Stoffwechselerkrankungen: Hormonelle Veränderungen, insbesondere in der Schwangerschaft, können den Bedarf an Magnesium erhöhen und bei Mangel Wadenkrämpfe verursachen. Weitere Ursachen können Diabetes mellitus, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), Nebenschilddrüsenunterfunktion (Hypoparathyreoidismus), Erkrankungen der Nebennierenrinde oder Nierenerkrankungen sein.
  • Muskelerkrankungen (Myopathien): Verschiedene Muskelerkrankungen können zu einer Schwächung der Muskeln und krampfartigen Muskelschmerzen führen. Beispiele sind das Faszikulations-Crampus-Syndrom, das Brody-Syndrom oder die Myotonia Congenita Thomsen.
  • Erkrankungen des Nervensystems: Störungen in der Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskeln oder Schädigungen der peripheren Nerven (Polyneuropathien) können ebenfalls Wadenkrämpfe auslösen. Beispiele sind Dystonien (wie Parkinson oder Multiple Sklerose), Radikulopathien (Schädigung einer Nervenwurzel) oder Amyotrophe Lateralsklerose (ALS).
  • Medikamente und Gifte: Einige Medikamente, wie Cholesterinsenker (Fenofibrat), blutdrucksenkende Mittel (Beta-Blocker, ACE-Hemmer, Diuretika), hormonelle Verhütungsmittel oder Asthmasprays (Salbutamol), können Wadenkrämpfe als Nebenwirkung verursachen. Auch Vergiftungen durch Pestizide oder andere Gifte können Krämpfe auslösen.

Symptome und Schweregrade von Krampfadern

Krampfadern sind ein häufiges Begleitproblem, das mit Wadenkrämpfen einhergehen kann. Sie äußern sich durch sichtbare, geschwollene und geschlängelte Venen an den Beinen. Erste Anzeichen können angeschwollene, müde Füße oder heiße Beine nach längerem Stehen sein. Auch nächtliche Beinkrämpfe, Schmerzen in den betroffenen Venen und Besenreiser können auftreten.

Der Fachmann unterscheidet vier Schweregrade:

  • Stadium 1: nur geringfügige Krampfadern, keine Beschwerden
  • Stadium 2: Krampfadern und Beschwerden wie Missempfindungen, Juckreiz, Schweregefühl, Spannungsgefühl, Neigung zu leichten Schwellungen, Wadenkrämpfe, Schmerzen
  • Stadium 3: deutliche Krampfadern und Beschwerden (wie Stadium 2), zusätzlich Komplikationen wie Hautstörungen und Venenentzündungen (Thromboplebitis)
  • Stadium 4: ausgedehnte Krampfadern und Beschwerden (wie Stadium 2) plus Komplikationen (wie Stadium 3) plus offene Wunden (Ulcus cruris)

Ab Stadium 2 gelten Krampfadern als medizinisch relevant und therapiebedürftig.

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Homöopathische Behandlung von Wadenkrämpfen

Die Homöopathie bietet eine Vielzahl von Mitteln, die bei Wadenkrämpfen entspannend und schmerzlindernd wirken können. Bei der individuellen Behandlung werden sowohl die Ursache der Muskelanspannung als auch die Ausprägung der Krämpfe berücksichtigt.

Einige der bevorzugt empfohlenen homöopathischen Mittel gegen Wadenkrämpfe sind:

  • Cuprum metallicum: Dieses Mittel ist eines der wichtigsten bei nächtlichen Muskelkrämpfen, vor allem in den Waden. Es wird oft bei Krämpfen nach Überanstrengung oder bei Krämpfen, die mit starken Schmerzen einhergehen, eingesetzt.
  • Magnesium phosphoricum: Magnesiumphosphat ist besonders bekannt als "heiße Sieben" nach Schüßler. Es wird bei blitzartigen, krampfartigen Schmerzen empfohlen, die durch Druck und Wärme besser werden. Es kann auch bei Blähungskoliken, Ischiasbeschwerden und Menstruationsbeschwerden mit krampfartigen Schmerzen hilfreich sein.
  • Valeriana officinalis: Baldrian wirkt beruhigend und entspannend und kann bei nervlich bedingten Wadenkrämpfen eingesetzt werden.
  • Thuja: Thuja wird manchmal bei Krämpfen empfohlen, die mit Muskelzucken oder Taubheitsgefühlen einhergehen.
  • Calcium fluoratum: Bei Krampfadern mit heftigen, stechenden Schmerzen; Lumbago (Hexenschuss), Bindegewebsschwäche, Entzündungsneigung.
  • Carbo vegetabilis: Bei Krampfadern mit steifen, schweren, kalten Beinen; Beine schlafen ein und prickeln, Kollapsneigung, Geschwüre heilen nicht ab, marmorierte Haut, Neigung zur Ohnmacht, Hämorrhoiden, schnell müde, aufgeblähter Bauch, Verlangen nach frischer Luft trotz Frösteln, Abneigung gegen Milch, Fettes und Alkohol; Verschlimmerung im Feucht-Warmen und nachts; Besserung an frischer Luft.
  • Secale: Bei Krampfadern und Arteriosklerose mit Geschwüren; Wadenkrämpfe, taubes Gefühl, trockene Haut, Geschwüre heilen schlecht ab, kann nicht zugedeckt liegen; Verschlimmerung durch Bettwärme und Bewegung; Besserung durch Abkühlung und frische Luft.
  • Zincum metallicum: Bei großen Krampfadern mit ruhelosen Beinen; Wadenkrämpfe, Muskelzucken, Taubheitsgefühl; Nervosität, Unruhe, Schwäche Verschlimmerung durch geistige Anstrengung, Essen und Wein; Besserung im Freien.

Dosierung und Anwendung:

Die Dosierung von homöopathischen Mitteln richtet sich nach der Art und Stärke der Beschwerden. In der Regel werden die Potenzen D6 bis D12 für die Selbstbehandlung empfohlen. Bei akuten Schmerzen und Krämpfen kann die "Heiße 7" angewendet werden, bei der sieben bis zehn Tabletten Magnesium phosphoricum D6 in heißem Wasser aufgelöst und schluckweise getrunken werden.

Homöopathische Mittel sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich, wie Globuli, Tabletten oder Tropfen. Sie sollten langsam im Mund zergehen gelassen oder in Wasser gelöst eingenommen werden.

Wichtig:

Es ist wichtig zu beachten, dass die Homöopathie eine individuelle Therapieform ist. Die Wahl des geeigneten Mittels sollte immer in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen oder Arzt erfolgen.

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Weitere Behandlungsmöglichkeiten und Sofortmaßnahmen

Neben der homöopathischen Behandlung gibt es weitere Maßnahmen, die bei Wadenkrämpfen helfen können:

  • Sofortmaßnahmen bei akutem Krampf:
    • Dehnen der Unterschenkelmuskulatur: Zehen nach oben ziehen und Ferse fest in den Boden drücken.
    • Massage des verkrampften Muskels zur Lockerung und Durchblutungsförderung.
    • Bei Krämpfen während des Sports: Trainingspause einlegen, ausreichend trinken und Elektrolythaushalt ausgleichen.
    • Bei nächtlichen Krämpfen: Aufstehen und vorsichtig herumlaufen, warme Fuß- oder Wadendusche nehmen oder kalte Auflagen auf die Muskulatur bringen.
  • Vorbeugende Maßnahmen:
    • Ausreichend trinken, besonders bei sportlicher Betätigung oder starkem Schwitzen.
    • Ausgewogene Ernährung mit ausreichend Magnesium, Kalzium und Natrium.
    • Regelmäßige Bewegung und Dehnübungen.
    • Vermeidung von Überanstrengung.
    • Bei kalten Temperaturen wärmende Strümpfe und lange Hosen tragen.

Wann zum Arzt?

Wadenkrämpfe sind meist harmlos, aber in einigen Fällen ist ein Arztbesuch ratsam:

  • Wenn die Krämpfe sehr häufig auftreten oder den Schlaf rauben.
  • Wenn die Krämpfe sich trotz Dehnen und Massagen nicht lösen.
  • Wenn weitere Symptome wie Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Bewegungseinschränkungen hinzukommen.

Der Arzt kann die Ursache der Krämpfe abklären und eine geeignete Behandlung empfehlen.

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