Glockchen Armband bei Epilepsie: Erfahrungen und Alternativen für mehr Sicherheit

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die eine große Wirkung entfalten können. Im Umgang mit Epilepsie, besonders bei Kindern, stellt sich oft die Frage, wie man im Alltag mehr Sicherheit gewährleisten kann. Ein Glöckchenarmband kann hier eine von mehreren Optionen sein, um Anfälle zu registrieren, besonders während des Schlafs. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit solchen Armbändern und stellt alternative Überwachungsmethoden vor, um Eltern und Betreuern von Kindern mit Epilepsie hilfreiche Informationen an die Hand zu geben.

Klingelarmband: Eine einfache Lösung für Anfälle mit Zuckungen

Ein Klingelarmband ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, auf Anfälle mit Zuckungen aufmerksam zu werden. Dazu werden kleine Glöckchen an einem Stoffband befestigt, das dem Kind vor dem Schlafengehen um das Handgelenk gebunden wird. Durch die Bewegungen während eines Anfalls klingeln die Glöckchen und alarmieren die Eltern oder Betreuer.

Erfahrungen:* Vorteile: Einfache Anwendung, kostengünstig, keine elektronischen Geräte notwendig.

  • Nachteile: Nur für Anfälle mit deutlichen Zuckungen geeignet, kann für das Kind störend sein.

Alternative Überwachungsmethoden im Überblick

Neben dem Klingelarmband gibt es eine Reihe weiterer technischer Hilfsmittel, die zur Überwachung von Anfällen eingesetzt werden können:

  • Alarmgerät fürs Bett: Diese Geräte, wie Epicare oder Emfit, sind mit Sensoren ausgestattet, die auf rhythmische Bewegungen reagieren. Sie werden zwischen Lattenrost und Matratze platziert und lösen einen Alarm aus, wenn das Kind anfängt zu krampfen. Diese Geräte können vom Arzt verordnet werden und haben eine Hilfsmittelnummer.
  • Alarmgerät fürs Handgelenk: Die NightWatch ist ein Armband, das die Herzfrequenz und Bewegungen des Trägers im Schlaf überwacht. Es ist sowohl für Anfälle mit als auch ohne Zuckungen geeignet.
  • Pulsoxymeter: Dieses Messgerät überwacht die Sauerstoffsättigung im Blut. Bei einem Abfall während eines Anfalls kann es helfen, diesen zu erkennen. Ein Sensor wird an einem Finger oder Zeh befestigt, und das Gerät kann vom Arzt verordnet werden.
  • Babyfon mit/ohne Kamera: Die klassische Variante ohne Kamera überträgt Geräusche und meldet, wenn "Unruhe" herrscht. Eine WLAN-Kamera kann als Alternative verwendet werden, um das Kind visuell zu überwachen.

Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen im Alltag

Neben der Anfallserkennung gibt es weitere Maßnahmen, die im Alltag für mehr Sicherheit sorgen können:

  • Medikamentenmanagement: Eine Wochendosette hilft, die Medikamente für die ganze Woche vorzusortieren und zu überprüfen, ob sie eingenommen wurden. Erinnerungsstützen wie Handyalarme oder Aufkleber können ebenfalls hilfreich sein.
  • Badezimmer: Solange die Gefahr besteht, dass das Kind im Anfall in der Badewanne unter Wasser gerät, sollte es besser duschen. Türen von Bad und Gästetoilette sollten nach außen aufgehen, und anstelle eines Schlosses mit Schlüssel ist eine WC-Garnitur sinnvoll.
  • Sport: Regelmäßige sportliche Betätigung ist auch für Kinder und Jugendliche mit Epilepsie wichtig und in der Regel gefahrlos. Vorsicht ist jedoch beim Schwimmen geboten, wo eine eigene Aufsichtsperson notwendig ist. Schwimmhilfen und auffällige Badekleidung können zusätzliche Sicherheit bieten. Bei Sportarten mit Absturzgefahr sollte auf Sicherungsmaßnahmen geachtet werden.

Epilepsie im Kindergarten und in der Schule: Aufklärung und Unterstützung

Der Eintritt in den Kindergarten und die Schule bedeutet für Kinder mit Epilepsie einen großen Schritt in die Selbstständigkeit. Eine gute Aufklärung der ErzieherInnen und LehrerInnen ist daher unerlässlich.

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Kindergarten:* Epilepsiebetroffene Kinder können in der Regel den Kindergarten um die Ecke besuchen.

  • Je nach Bedarf kann ein Integrationshelfer beantragt werden.
  • In integrativen oder heilpädagogischen Kindergärten sind die Mitarbeiter auf Kinder mit Behinderungen eingestellt.
  • Eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Erziehungsberechtigten und der Einrichtung regelt die notwendigen Maßnahmen im Anfallsfall.
  • Notfallmedikamente sollten mit genauer Dosier- und Gebrauchsanweisung verpackt sein.

Schule:* Normal begabte Kinder mit Epilepsie können in der Regel die Grundschule vor Ort besuchen.

  • Je nach Bedarf kann ein Integrationshelfer beantragt werden.
  • In Inklusionsklassen oder Förderschulen werden Kinder mit Behinderungen besonders gefördert.
  • Eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Erziehungsberechtigten und der Schule regelt die notwendigen Maßnahmen im Anfallsfall.
  • Notfallmedikamente sollten mit genauer Dosier- und Gebrauchsanweisung verpackt sein.
  • Informationen zum Nachteilsausgleich für chronisch kranke oder behinderte Schüler sind in den einzelnen Bundesländern erhältlich.

Der Schritt ins Arbeitsleben und die Bedeutung von Sport

Auch für Jugendliche mit Epilepsie steht irgendwann der Schritt ins Arbeitsleben an. Die Berufswahl sollte auf der individuellen Leistungsfähigkeit, der gesundheitlichen Eignung und den Vermittlungschancen basieren. Ausführliche Informationen über Unterstützungsangebote und mögliche Hilfen bieten spezielle Beratungsstellen und Broschüren.

Regelmäßige sportliche Betätigung ist für Menschen mit Epilepsie sehr wichtig. Körperliche Aktivität führt nicht zu Anfallshäufungen. Bei häufigen Anfällen sollten die Sportart und das Ausmaß des Trainings jedoch individuell angepasst werden.

Urlaub mit Epilepsie: Planung und Vorbereitung

Auch Familien mit epilepsiekranken Kindern können in Urlaub fahren. Eine gut bestückte Reiseapotheke mit ausreichend Medikamenten, auch Notfallmedikamenten, trägt viel zu einem entspannten Urlaub bei. Ein Notfallausweis mit den wichtigsten Daten wie Diagnose, Medikation und Telefonnummern der Eltern ist ebenfalls hilfreich. Im Ausland sollte eine Übersetzung der Informationen in die Landessprache oder Englisch/Französisch/Spanisch dabei sein. Bei Flugreisen sollte man sich vorab bei der Fluggesellschaft erkundigen, ob eine ärztliche Reisetauglichkeitsbescheinigung erforderlich ist. Bei Zeitverschiebung muss die Medikamenteneinnahme mit dem Arzt abgesprochen werden.

Die Mistel: Eine Pflanze mit langer Tradition

Die Mistel, eine kugelförmige Pflanze, die hoch oben in den Wipfeln der Bäume wächst, hat eine lange Tradition als Heilpflanze und Schutzmittel. Schon die alten Griechen betrachteten sie als Mittel gegen Gift, und andere Völker glaubten, sie könne vor Feuer und Krankheiten schützen. In der Volksheilkunde wird sie zur Beruhigung eingesetzt, ebenso als Mittel gegen Epilepsie und Schwindelanfälle.

Inhaltsstoffe der Mistel:* Inositol: Eine Zuckerart, die in Muskeln gefunden wird und dort für deren Wachstum erforderlich ist.

  • Oleanolsäure: Eine organische Verbindung, die sich auf die Zelldifferenzierung auswirkt, gegen Entzündungen hilft und aggressive Radikale neutralisiert.
  • Saponine: Bilden bei Kontakt mit Wasser eine schaumige Lösung und werden zur Behandlung von Nierenbecken- und Blasenkatharen genutzt.
  • Tyramin: Wirkt als indirektes Sympathikomimetikum und besitzt adrenerge Wirkung auf sympathische Nerven.

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