Die neurologische Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) ist die zentrale Anlaufstelle für Patientinnen mit akuten neurologischen Notfällen. Hier werden jährlich mehr als 20.000 Patientinnen im Bereich der ambulanten und stationären Notfallversorgung behandelt. Das Ziel ist es, eine umfassende und hochqualitative Versorgung auf dem neuesten Stand der medizinischen Wissenschaft zu gewährleisten.
Struktur und Team der Notaufnahme
Die Zentrale Notaufnahme (ZNA) der UMG befindet sich in der Ebene 01 - Untergeschoss, Robert-Koch Str. Sie ist die Eintrittspforte für alle Notfall- und Akutpatientinnen und ist rund um die Uhr an jedem Tag des Jahres geöffnet. Ein interdisziplinäres und hochqualifiziertes Team aus Ärztinnen und Pflegekräften verschiedener Fachrichtungen steht bereit, um eine bestmögliche Versorgung zu gewährleisten.
Behandlungsspektrum
Die neurologische Notaufnahme der UMG behandelt das gesamte Spektrum neurologischer Erkrankungen. Dazu gehören unter anderem:
- Schlaganfälle
- Epileptische Anfälle
- Akute Kopfschmerzen
- Bewusstseinsstörungen
- Neurologische Ausfälle (z.B. Lähmungen, Sprachstörungen)
- Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems
- Verletzungen des Gehirns und Rückenmarks
Diagnostik
Die neurologische Notaufnahme verfügt über ein umfangreiches Spektrum an zusatzdiagnostischen Verfahren der Neurologie und Neurophysiologie. In enger Zusammenarbeit mit dem Institut für diagnostische und interventionelle Neuroradiologie wird das gesamte Spektrum bildgebender und interventioneller Verfahren angeboten. Dazu gehören unter anderem:
- Computertomographie (CT)
- Magnetresonanztomographie (MRT)
- Elektroenzephalographie (EEG)
- Elektromyographie (EMG)
- Neurosonologie (Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Gefäße)
Schlaganfallversorgung (Stroke Unit)
Ein besonderer Schwerpunkt der neurologischen Notaufnahme liegt auf der Versorgung von Schlaganfallpatientinnen. Die UMG verfügt über eine spezialisierte Schlaganfallstation (Stroke Unit) mit 12 Betten + 10 Comprehensive Stroke Betten. Hier werden Patientinnen mit akuten Schlaganfällen nach höchsten internationalen Standards behandelt. Die Akutbehandlung kann beispielsweise mit systemischer Thrombolyse oder bei großen Gefäßverschlüssen mittels neurointerventioneller rekanalisierender Verfahren (Thrombektomie) erfolgen.
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Die Schlaganfallstation der Klinik für Neurologie existiert seit dem Jahr 2000 mit damals 2 Betten und ist seither stetig auf aktuell 12 Betten + 10 Comprehensive Stroke Betten erweitert worden.
Weitere Spezialbereiche
Neben der Schlaganfallversorgung verfügt die neurologische Klinik über weitere Spezialbereiche:
- Neurologische Intensivstation (1013): Hier werden mit 12 Beatmungsplätzen schwer erkrankte Patient*innen mit neurologischen Erkrankungen und nach neuroradiologischen Interventionen betreut.
- Epilepsiemonitoring (4015): Das Video-EEG-Monitoring existiert seit dem Jahr 2007 als eigenständige Station mit aktuell fünf Ableiteplätzen.
- Neurologisches Schlaflabor (Station 4015): Das Schlaflabor (ein Bettenplatz im Einzelzimmer) ist in das Video-EEG-Monitoring integriert. Hier wird die komplette Polysomnographie nach Standard der DGSM (Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin) abgeleitet.
- Neurologische Frührehabilitation: Es besteht die Möglichkeit zur neurologischen Frührehabilitation.
Forschung und Lehre
Die neurologische Klinik der UMG engagiert sich in Forschung und Lehre. Der wissenschaftliche Fokus liegt auf einem besseren Verständnis der Entstehung neurologischer Erkrankungen mit dem Ziel, wichtige zelluläre, molekulare und systemische Krankheits-Mechanismen zu identifizieren und neue therapeutische Strategien zu entwickeln.
Kontaktdaten
- Notaufnahme Neurologie: Telefon: 0551 39-68813 oder -68606
- Privatsprechstunde/Sekretariat Prof. Dr. M. Bähr:
- Frau Daniela Infanti: 0551/39-61804
- Frau Jacqueline Will: 0551/39-61803
- Telefax: 0551-39-61800
- Sekretariat Prof. Dr. M. Weber, PD Dr. D. Fitzner, PD Dr. Chr.
Wann sollte man die Notaufnahme aufsuchen?
Die Notaufnahme sollte aufgesucht werden, wenn es sich um einen Notfall handelt, der nicht vom Hausarzt behandelt werden kann. Dies ist beispielsweise der Fall bei:
- Plötzlich auftretenden Lähmungen oder Sprachstörungen
- Stärksten Kopfschmerzen
- Bewusstseinsverlust
- Krampfanfällen
- Akuten Sehstörungen
Alternativen zur Notaufnahme
In weniger dringenden Fällen sollte zunächst der Hausarzt/die Hausärztin kontaktiert werden. Außerhalb der Öffnungszeiten der Hausarztpraxen steht der Kassenärztliche Notdienst unter der Telefonnummer 116 117 zur Verfügung.
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Besuchsregeln
- Pro Patientin max. zwei Besucherinnen zeitgleich und ohne Zeitbeschränkung.
- Besuchszeit auf Normalstation ist von 13:00 bis 20:00 Uhr (letzter Einlass: 19:30 Uhr) und auf Wochenstation von 15:00 bis 18:00 Uhr. Ausnahmen sind nach Absprache mit der jeweiligen Stationsleitung möglich.
- Besuchszeiten für Palliativ- sowie Spezial- und Intensivstationen können abweichen. Bitte informieren Sie sich ggf.
Zusammenfassung
Die neurologische Notaufnahme der Universitätsmedizin Göttingen bietet eine umfassende und hochqualitative Versorgung für Patient*innen mit akuten neurologischen Notfällen. Ein interdisziplinäres Team und modernste diagnostische und therapeutische Verfahren gewährleisten eine bestmögliche Behandlung. Die enge Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen und die aktive Beteiligung an Forschung und Lehre tragen dazu bei, die Versorgung kontinuierlich zu verbessern.
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