Granulationsgewebe Entfernen: Ursachen, Behandlung und Wundversorgung

Autsch! Ein Schnitt mit dem Messer, eine Schürfwunde beim Sturz oder eine Verbrennung - Verletzungen der Haut sind im Alltag schnell passiert. Doch was passiert dann? Wie versorgt man die Wunde richtig, um eine optimale Heilung zu fördern und Komplikationen zu vermeiden? Und was tun, wenn sich sogenanntes Granulationsgewebe bildet? Dieser Artikel gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über die Wundheilung, die richtige Wundversorgung und die Behandlung von Granulationsgewebe.

Was passiert bei einer Verletzung?

Egal ob Schnitt, Schürfung oder Verbrennung - in jeder Wunde läuft im Prinzip der immer gleiche Reparaturvorgang ab. Dieser beginnt bereits, wenn wir noch dabei sind, nach dem Pflaster zu suchen, und endet mit der vollständigen Regeneration der Haut - manchmal auch mit einer Narbe. Die Wundheilung ist ein fein abgestimmter Prozess, der sich in drei Phasen aufteilen lässt:

  1. Die Reinigungsphase: In dieser Phase, die sofort nach der Verletzung beginnt, wird zunächst die Blutgerinnung in Gang gesetzt, damit sich die Wunde schnell provisorisch verschließt. Gleichzeitig wird „aufgeräumt“, indem z.B. Fresszellen in das Gewebe geschickt werden, um Bakterien und zerstörtes Gewebe zu entfernen.
  2. Die Granulations-Phase: Nach etwa 24 Stunden wird die Blutversorgung im Wundgebiet wiederhergestellt. Kleine Gefäße und Bindegewebszellen erreichen das Gebiet und lassen so ein neues, stark durchblutetes und noch recht empfindliches Gewebe entstehen - das Granulationsgewebe.
  3. Die Regenerations-Phase: In dieser letzten Phase der Wundheilung regeneriert sich das Gewebe. Die Blutversorgung wird normalisiert und das Bindegewebe wird dichter. Die Wunde verschließt sich nun von den Rändern zur Mitte hin, indem Hautzellen sich teilen und langsam eine neue Haut über der Wundoberfläche bilden. Dieser Vorgang kann bis zu 14 Tage dauern. Und abgesehen von kleinen oberflächlichen Wunden, bleibt eine mehr oder weniger ausgeprägte Narbe zurück.

Arten von Wunden

Es gibt verschiedene Arten von Wunden, die unterschiedliche Ursachen und Merkmale aufweisen:

  • Schürfwunden: Hier handelt es sich um oberflächliche Verletzungen, bei denen es zu einer Hautabschürfung kommt. Typisch wäre hier z.B. das aufgeschlagene Knie nach einem Sturz. Innerhalb einer Viertelstunde hören diese Wunden in der Regel auf zu bluten, bei der Einnahme von Blutverdünnern kann es auch länger dauern. Dass eine Schürfwunde noch eine Weile nässt, ist völlig normal und dient u.a. dem Abtransport von Zelltrümmern und Bakterien. Die Heilungsdauer hängt von der Größe und Tiefe der Wunde ab.
  • Schnittwunden: Hier wird die Haut durch einen scharfkantigen Gegenstand durchtrennt, je nach Tiefe kann es stark bluten.
  • Platzwunden: Nach einer stumpfen Gewaltanwendung platzt die Haut auf. Dies passiert meist da, wo die Haut direkt dem Knochen aufliegt - also an Kopf, Stirn, Ellenbogen oder Schienbein.
  • Brandwunden: Diese Wunden entstehen durch Hitzeeinwirkung, die zu Verbrennungen führt. Ähnliche Wunden findet man bei Erfrierungen oder Stromschlägen.

Selbstversorgung von Wunden: Was ist zu beachten?

Vor der Versorgung einer Wunde ist es wichtig, sich die Hände gründlich zu waschen und zu desinfizieren. Falls vorhanden, sind auch Einmalhandschuhe zu empfehlen.

  • Verschmutzte Wunden auswaschen: Ist die Wunde verschmutzt, sollte sie zunächst vorsichtig mit Wasser ausgewaschen werden. Dies kann einfaches lauwarmes Leitungswasser sein, oder man kann sterile Wundreinigungs-Präparate oder Kochsalzlösung aus der Apotheke verwenden. Dabei muss aber nicht das letzte kleine Staubkorn entfernt werden, einiges kann der Körper auch selbst leisten.
  • Wunde desinfizieren: Desinfiziert werden sollte die Wunde vor allem, wenn ein hohes Infektionsrisiko besteht - wie etwa bei stark verschmutzten Wunden oder bei Biss- und Kratzwunden durch Tiere. Es wird die Anwendung von Jod-Polyvidon-Lösungen einmalig bei der Erstversorgung empfohlen - dies sorgt gleichzeitig für eine gewisse Feuchtigkeit der Wunde. Von Hausmitteln zur Desinfektion ist eher abzuraten.
  • Blutung stillen: Vor allem Schnittwunden können stark bluten. Um die Blutung zu stillen, sollte je nach Größe der Wunde ein Wundverband angelegt werden. Dafür wird eine sterile Kompresse auf die Wunde gelegt und mit einer Mullbinde umwickelt. Damit die Kompresse nicht mit der Wunde verklebt, sollte ein Wunddistanzgitter unmittelbar auf die Wunde aufgebracht werden. Bei oberflächlichen, kleinen Schnittverletzungen reicht in der Regel auch ein Pflaster, am besten mit einer nicht verklebenden Beschichtung.
  • Platzwunden: Bei größeren und stark blutenden Wunden kann ein Druckverband helfen, die Blutung zu stoppen: Nach dem ersten Umwickeln mit der Mullbinde wird ein Verbandspäckchen o.ä. über die Wunde gelegt, das man dann mit dem Rest der Mullbinde straff umwickelt.

Wie heilt eine offene Wunde am besten? Feuchte Wundheilung vs. Trockene Wundheilung

Das klassische Verfahren der Wundversorgung besteht im Abdecken der Wunde mit einer trockenen Wundauflage wie einem Pflaster. Dies ist bei kleinen Wunden meist ausreichend. Durch das Pflaster trocknet die Wunde nicht so schnell aus. Heute weiß man, dass Wunden in einem feuchten Milieu schneller heilen. Daher ist es vor allem bei schlecht heilenden Wunden oder bei Brandwunden inzwischen üblich, eine feuchte Wundversorgung anzuwenden.

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Feuchte Wundheilung:

  • Fördert die Zellwanderung und Neubildung von Gewebe
  • Verhindert die Bildung einer Kruste, die die Heilung verzögern kann
  • Wirkt schmerzlindernd
  • Reduziert das Risiko von Narbenbildung

Trockene Wundheilung:

  • Kann bei kleinen, oberflächlichen Wunden ausreichend sein
  • Birgt die Gefahr, dass sich eine Kruste bildet, unter der sich Bakterien ansiedeln können

Fehler, die man bei der Wundversorgung vermeiden sollte

  • „Luft an die Wunde“: Experten raten von dieser alten Weisheit ab. Im feuchteren Milieu unter einem Pflaster kann die Wunde „in Ruhe“ heilen, und es wird die vorzeitige Bildung einer Kruste verhindert, welche die Neubildung der Haut verzögern und sogar Narbenbildung begünstigen kann. An der Luft bestehe die Gefahr, dass sich zu schnell eine trockene Kruste bildet, unter der sich dann Bakterien sehr wohl fühlen. Zudem wirke das feuchte Milieu auch schmerzlindernd. Das Pflaster sollte so lange auf der Wunde bleiben, bis sie vollständig verschlossen ist.
  • Fremdkörper selbst entfernen: Größere Fremdkörper wie Glasscherben sollten nicht selbst aus einer Wunde herausgezogen werden. Dies kann unter Umständen zu weiteren Verletzungen oder starken Blutungen führen. Zudem weiß niemand, was noch hinter der sichtbaren Scherbe steckt. Der versorgende Arzt hat die Möglichkeit, die Wunde nach einer lokalen Betäubung gründlich zu untersuchen. Kleinere Splitter kann man vorsichtig mit einer Pinzette selbst entfernen.
  • Zu häufiger Pflasterwechsel: Ab einem bestimmten Punkt braucht die Wunde vor allem Ruhe, um zu heilen. Ein noch sauberes, trockenes Pflaster sollte daher nicht täglich entfernt werden. Ein völlig aufgeweichter, mit der Menge des Wundexsudates „überforderter“ Verband muss natürlich viel früher gewechselt werden.
  • Schorf abpulen: Damit stört man aber unter Umständen den Wundheilungsprozess - der Körper muss quasi wieder von vorne anfangen, und es muss neuer Schorf gebildet werden. Nur sehr lockere Wundbeläge können vorsichtig entfernt werden.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

In einigen Fällen reicht die Selbstversorgung der Wunde nicht aus - hier sollte unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden.

  • Stark verschmutzte Wunden, die ein hohes Infektionsrisiko mit sich bringen
  • Sehr stark blutende und klaffende Wunden
  • In der Wunde befindliche größere Fremdkörper
  • Durch ein Tier zugefügte Wunden wie Biss- und Kratzwunden
  • Brandwunden, vor allem wenn der Schmerz ausbleibt
  • Bei verschmutzten offenen Wunden besteht die Gefahr einer Tetanusinfektion. Ist die Impfung länger als zehn Jahre her, sollte der Impfschutz aufgefrischt werden.

Komplikationen bei Wunden

Die größte Gefahr besteht bei Wunden im möglichen Eindringen von Bakterien in das Wundgebiet. Dadurch kann es zu einer Infektion der Wunde kommen. Die ist oft schwer zu behandeln, verzögert die Wundheilung und kann bei einigen Erregern sehr gefährlich werden. Wichtige Hinweise auf solch eine bakterielle Entzündung sind eine Rötung rund um die Wunde und eitrige Belege.

Bei sehr großen bzw. großflächig infizierten Wunden können die sich in der Wunde vermehrenden Bakterien in die Blutbahn gelangen - und so zu einer Blutvergiftung, der sogenannten Sepsis, führen. Für diesen lebensbedrohlichen Zustand können Symptome wie Fieberschübe, starke Schmerzen im ganzen Körper und Blutdruckabfall wichtige Warnsignale sein.

Eine weitere mögliche Komplikation ist die Wundheilungsstörung, bei der sich der Heilungsprozess der Wunde verzögert. Dies kann zum Beispiel bei einem geschwächten Immunsystem der Fall sein. Bei einer verzögerten Wundheilung ist die Wunde länger ungeschützt der Umgebung ausgesetzt, wodurch wiederum das Infektionsrisiko steigt.

Zeigt eine Wunde auch nach 4 bis 12 Wochen noch keine Heilungstendenz, spricht man von einer chronischen Wunde, die einer besonderen Versorgung bedarf. Risikofaktoren sind hier u.a. Diabetes, arterielle Durchblutungsstörungen im Wundgebiet und venöse Abflussstörungen.

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Was ist Granulationsgewebe (wildes Fleisch)?

Während der normalen Wundheilung bildet sich Granulationsgewebe, ein zartes, rosafarbenes Gewebe, das die Wunde auffüllt. Manchmal kann es jedoch zu einer überschießenden Bildung von Granulationsgewebe kommen, was als Hypergranulation oder "wildes Fleisch" bezeichnet wird.

Merkmale von Granulationsgewebe:

  • Bröckeliges, glänzendes, hell- bis kräftig rotes und weich aussehendes Gewebe
  • Füllt das Wundbett in einem größeren Ausmaß als erforderlich aus
  • Reicht über das Hautniveau und sieht somit erhaben aus
  • Neigt zu starker Exsudat-Bildung (Wundflüssigkeit)
  • Blutet leicht

Ursachen und Risikofaktoren für Hypergranulation:

Hypergranulation entsteht aus Granulationsgewebe, das während der Wundheilung übermäßig gebildet wird und kann anhand der zugrunde liegenden Ursachen und Risikofaktoren mit drei Typen/Bereichen assoziiert werden:

  1. Entzündungsprozesse: Entzündungsprozesse können durch verschiedene Ursachen verlängert bzw. verstärkt werden und zu persistierenden Entzündungsreaktionen führen.
    • Infektion
    • Fremdkörper
    • Reibung
    • Allergische Reaktion
    • Traumatisches Entfernen von Verbänden
  2. Okklusion: Eine abgeschlossene (okkludierte) Wundumgebung führt zu einer sauerstoffarmen (hypoxischen) Umgebung, die die Feuchtigkeit erhöht sowie Gefäßneubildung (Angiogenese) stimuliert. Dadurch kommt es zu verlängerten Entzündungsprozessen, die Hypergranulation begünstigen können.
  3. Zelluläres Ungleichgewicht: Es kann z.B. ein Ungleichgewicht der Enzyme entstehen, die für die Entfernung von überschüssigem Kollagen verantwortlich sind.

Besonders häufig tritt Hypergranulation bei chronischen Wunden auf, die aufgrund einer vorliegenden Grunderkrankung oder Mangelernährung schlecht durchblutet bzw. schlecht mit Nährstoffen versorgt werden. Neben den physiologischen und sozialen Faktoren können auch psychologische Faktoren wie Stress Einfluss auf die zugrunde liegenden Entzündungsprozesse und den Wundheilungsverlauf haben.

Einfluss auf den Heilungsverlauf:

Hypergranulation beeinträchtigt den Heilungsverlauf. Das überschießende Gewebe ist sehr gut durchblutet und meist sehr feucht. Entsprechend leicht blutet es, wodurch es sehr anfällig für Wundinfektionen sein kann. Hypergranulation führt häufig zu einer vermehrten Bildung von Exsudat, was wiederum die Epithelisierung hemmt, das Infektionsrisiko erhöht und damit die Wundheilung beeinträchtigt. Das erhabene Hypergranulationsgewebe stellt eine Barriere für Epithelzellen dar, die in der Epithelisierungsphase von den Wundrändern aus über die Wundoberfläche wandern, um die Wunde zu verschließen.

Behandlung von Granulationsgewebe

Die Behandlung von Hypergranulation ist umstritten und problematisch. Es ist vorteilhaft, die Wundauflage je nach Stelle und Beschaffenheit der Wunde auszuwählen.

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Konservative Therapie:

Der erste Ansatz einer konservativen Therapie von Hypergranulation umfasst eine zuverlässige Aufnahme des überschüssigen Exsudats. Denn Hypergranulationsgewebe neigt zu einer starken Exsudat-Bildung.

Geeignete Wundauflagen bei Hypergranulation:

Wunden mit Hypergranulation sollten tendenziell trockener versorgt werden als es in der idealfeuchten Wundversorgung üblich ist, aber in keinem Fall vollständig austrocknen.

  • Zur Versorgung von stark bis sehr stark exsudierenden Wunden eignen sich Superabsorber.
  • Die Verwendung einer Hydrofaser unter einem Superabsorber kann bei stark schmerzenden Wunden sowie an hoch schmerzempfindlichen Körperstellen, wie z.B. den Knien, sinnvoll sein.
  • Bei geringerem Exsudataufkommen können Schaumstoffwundauflagen aus Polyurethan verwendet werden.

Verbandwechsel und Wundreinigung:

Ein Verbandwechsel sollte im besten Falle immer atraumatisch erfolgen. Wird bei der Entfernung des Verbands Granulationsgewebe beschädigt oder gar durch Verklebung mit dem Wundverband verletzt, kann es dadurch zu (weiterer) Bildung von überschießendem Granulationsgewebe kommen.

Die Wunde wird nach dem Ablösen des Verbands vorsichtig und sorgfältig gereinigt, beurteilt und dokumentiert. Danach erfolgt eine auf das Exsudataufkommen abgestimmte Versorgung der Wunde mit einer entsprechenden Wundauflage.

Bei der Wundreinigung ist zu beachten, dass eine mechanische Entfernung des überschüssigen Gewebes zu einer starken Blutung führen kann, wodurch das Infektionsrisiko steigen kann. Zusätzlich wird die Wunde erneut gereizt. Der Heilungsprozess beginnt von vorne, die Heilungsdauer verzögert sich dadurch maßgeblich.

Ausübung eines leichten Drucks:

Bestandteil der initialen Kausaltherapie bei Wunden mit Hypergranulation ist der Versuch eines Zurückdrängens der Hypergranulation durch leichten und gleichmäßigen Druck. Dazu wird die Wundauflage mit einem Sekundärverband so befestigt, dass der Wundverband einen leichten Druck auf die Wunde ausübt. Wichtig ist jedoch, dass kein übermäßiger Druck entsteht.

Weitere Behandlungsmöglichkeiten bei Wundheilungsstörungen und chronischen Wunden

Bei chronischen Wunden, die trotz Standardbehandlung keine Heilungstendenz zeigen, können weitere Therapieoptionen in Betracht gezogen werden:

  • Vakuumtherapie (Unterdrucktherapie): Durch die umschriebene Sogwirkung kommt es zu einer Ableitung von überschüssigem Exsudat, einer Wundretraktion, Anregung der Bildung von Granulationsgewebe und Wundbettkonditionierung. Die Mikrozirkulation wird durch die Reduktion des interstitiellen Ödems verbessert und damit auch die Wundheilung.
  • Medizinischer Honig: Medizinischer Honig wirkt antiinfektiös, entzündungshemmend, ödemreduzierend, nekroseentfernend, geruchshemmend und fördert die körpereigene Immunantwort, Angiogenese und die Bildung von Granulations- und Epithelgewebe.
  • Aktive Wundtherapeutika: Durch Beeinflussung von Metalloproteinasen, pH-Wert, Sauerstoff, Zytokinen, Makrophagen und Wachstumsfaktoren wird das Wundmilieu per se moduliert und dadurch verbessert sich die Heilung. Dazu gehören u. a. Hyaluronsäure, Ameliogenin und Wachstumsfaktoren wie PDGF oder EGF.
  • CO2-Laser: Der CO2-Laser findet bevorzugt Anwendung bei gutartigen Veränderungen der Hautoberfläche und dient der Behandlung von Aknenarben, Narben nach chirurgischen Eingriffen, Verbrennungsnarben, oberflächlichen Gefäßerweiterungen und zur Gesichtsverjüngung.

Narbenbehandlung

Narben sind die lebenslang sichtbaren Folgen einer Hautreparatur. Sie gelten als hässlich, erinnern die Betroffenen an traumatische Erlebnisse und können die Beweglichkeit einschränken. Keine Therapie verwandelt eine Narbe in perfekte Haut zurück. Doch mit viel Geduld kann es gelingen, die Problemzone unauffälliger und beschwerdefreier zu machen.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Topische Zubereitungen: Gele und Cremes mit Inhaltsstoffen wie Extractum Cepae, Allantoin, Heparin-Natrium, Allium cepa, Nachtkerzenöl, Panthenol und Chondroitin-Hyaluronsäurekomplex sollen das Bindegewebswachstum hemmen, Hautreizungen entgegenwirken, die Feuchtigkeit erhöhen und die Geschmeidigkeit verbessern.
  • Silikongel und Silikonfolien: Bilden über der Narbe einen luftdurchlässigen, aber wasserundurchlässigen Schutzfilm. Hierdurch wird vor allem die Hydratation der neuen Haut positiv beeinflusst.
  • Chirurgische Methoden: Akne- oder Unfallnarben können unter Vollnarkose chirurgisch der umgebenden Haut angeglichen werden. Besonders die so genannten »Ice-pick-scars« lassen sich durch Dermabrasion verschönern.
  • Chemisches Peeling: Dazu wird vor allem 30-prozentige Trichloressigsäure verwendet. Auch Vitamin-A-Säure-Derivate, Glykolsäure und die Kombination von 5-Fluorouracil und Glykolsäure eignen sich zum Abschälen der Haut.
  • Lasertherapie: Gepulste CO2-Laser oder Erbium:YAG-Laser werden zum Abtragen äußerer Hautschichten eingesetzt.
  • Unterspritzung mit Biomaterialien: Bei schüsselförmig eingesunkenen Narben hat sich die Unterspritzung mit Biomaterialien bewährt. In der Regel werden die Füllsubstanzen wie Kollagen, Hyaluronsäure oder Eigenfett gut vertragen.

Die Rolle der Ernährung bei der Wundheilung

Eine ausgewogene Ernährung im Alter sowie ausreichendes Trinken sind wichtige Faktoren bei der Wundheilung. Der Körper braucht Eiweiß, damit er genügend neues Gewebe bilden kann. Auch Vitamine (insbesondere Vitamin C und A) und Mineralstoffe (wie Zink) sind wichtig für die Wundheilung.

Wundversorgung bei speziellen Risikogruppen

  • Diabetes: Patienten mit Diabetes mellitus haben ein erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen. Durch den erhöhten Blutzuckerspiegel wird die Funktion der Blutgefäße und des Immunsystems beeinträchtigt, was die Wundheilung verzögert und das Infektionsrisiko erhöht.
  • Ältere Menschen: Eingewachsene Nägel kommen bei älteren Menschen häufiger vor, denn mit höherem Alter werden die Füße und Zehen meist dicker, was das Schneiden der Nägel erschwert. Außerdem fällt älteren Menschen das Nagelschneiden häufig schwer, weil sie sich nicht mehr gut bewegen können.

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