Guajacum bei Neuralgien: Eine umfassende Betrachtung

Neuralgien, gekennzeichnet durch stechende, brennende Schmerzen entlang eines Nervs, können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Guajacum, gewonnen aus dem Guajakbaum (Guaiacum officinale), wird in der Homöopathie und Naturheilkunde traditionell zur Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und verschiedenen anderen Beschwerden eingesetzt, darunter auch Neuralgien. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Aspekte von Guajacum bei Neuralgien, von seiner Herkunft und Zusammensetzung bis hin zu seiner Anwendung und Wirkung.

Was ist Guajacum?

Guajacum ist ein Extrakt aus dem Guajakbaum, der ursprünglich in Mittelamerika beheimatet ist. Die Rinde des Baumes ist reich an wertvollen Pflanzenstoffen wie Quercetin, Phenolsäuren und Antioxidantien. Guajakbaum-Extrakt wird seit Jahrhunderten von indigenen Völkern in Mittel- und Südamerika als Heilmittel gegen verschiedene Beschwerden wie Magen-Darm-Probleme, Entzündungen und Schmerzen eingesetzt. Auch in der modernen Medizin findet Guajacum Anwendung, insbesondere in der Zahnmedizin aufgrund seiner antibakteriellen Eigenschaften.

Zusammensetzung und Nährwerte

Guajakbaum-Extrakt enthält keine wesentlichen Mengen an Makronährstoffen wie Kohlenhydraten, Fett oder Proteinen, dafür aber eine Vielzahl von pflanzlichen Wirkstoffen. Zu den wichtigsten Inhaltsstoffen gehören:

  • Quercetin: Ein starkes Antioxidans mit entzündungshemmenden Eigenschaften.
  • Phenolsäuren: Wirken ebenfalls entzündungshemmend und antioxidativ.
  • Antioxidantien: Schützen die Zellen vor Schäden durch freie Radikale.

Obwohl Guajakbaum-Extrakt keine bedeutenden Mengen an Vitaminen und Mineralien liefert, enthält er dennoch Spuren von Vitamin A, C und E sowie Magnesium und Kalzium.

Anwendung von Guajacum in der Medizin und Naturheilkunde

Guajakbaum-Extrakt wird in der Naturheilkunde traditionell zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen, verschiedenen Hautproblemen und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Es wird auch zur Reinigung und Entgiftung des Körpers verwendet. Neuere Studien deuten darauf hin, dass Guajakbaum-Extrakt auch antivirale und antibakterielle Eigenschaften besitzt und bei der Behandlung von Infektionen wie Grippe, Erkältungen und Halsentzündungen helfen kann.

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Wirkung von Guajacum bei Neuralgien

Eine der Hauptwirkungen von Guajakbaum-Extrakt ist seine entzündungshemmende Wirkung. Es kann Entzündungen im Körper reduzieren und somit Schmerzen und Schwellungen lindern, was es zu einer nützlichen Ergänzung bei der Behandlung von Erkrankungen wie Arthritis und rheumatoider Arthritis macht. Diese entzündungshemmenden Eigenschaften können auch bei Neuralgien von Vorteil sein, da Entzündungen oft eine Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung von Nervenschmerzen spielen.

Guajakbaum-Extrakt hat auch antimikrobielle Eigenschaften, was bedeutet, dass er gegen verschiedene Arten von Bakterien und Pilzen wirksam sein kann. Es wird oft zur Behandlung von Infektionen der Atemwege, des Harntrakts und der Haut eingesetzt. Darüber hinaus kann Guajakbaum-Extrakt auch die Immunfunktion verbessern und das Immunsystem stärken. Dies kann dazu beitragen, dass der Körper Infektionen und Krankheiten besser bekämpft und sich schneller erholt.

Guajacum in der Homöopathie

In der Homöopathie wird Guajacum als Einzelmittel bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, darunter auch Neuralgien. Das homöopathische Arzneimittelbild von Guajacum umfasst unter anderem folgende Symptome:

  • Schmerzen: Stechende, reißende oder brennende Schmerzen, die sich durch Bewegung verschlimmern.
  • Entzündungen: Entzündungen der Gelenke und Muskeln.
  • Steifigkeit: Steifigkeit der Gelenke, insbesondere morgens.
  • Gicht: Schmerzen und Entzündungen in den Gelenken, insbesondere in den Zehen.
  • Neuralgien: Nervenschmerzen, die sich entlang des Nervs ausbreiten.

Apo-Reu Pekana: Ein homöopathisches Komplexmittel mit Guajacum

Apo-Reu Pekana ist ein homöopathisch-spagyrisches Arzneimittel in Tropfenform, das unter anderem Guajacum enthält. Es wird zur oralen Anwendung bei Myalgie, Arthralgie, Kreuzschmerzen, Gicht, zervikalem Syndrom, Neuritis, Sehnenentzündung, Verstauchungen und Prellungen eingesetzt. Die Formulierung von Apo-Reu Pekana umfasst verschiedene homöopathische Einzelmittel, die sich in ihrer Wirkung ergänzen:

  • Arnica montana D3 spag: Bei Ödemen, Traumata des Bewegungsapparates und Muskelermüdungszuständen.
  • Bryonia D3 spag: Bei Entzündungen seröser Gewebe mit schmerzhafter Überempfindlichkeit.
  • Colchicum D4: Bei Rheumatismus, arthritischen Schmerzen, Ischialschmerzen, Hexenschuss und Gicht.
  • Dulcamara D4: Bei Rheuma- und Gelenkschmerzen sowie Neuralgien, die sich bei feuchtem Wetter verschlimmern.
  • Gnaphalium D2: Bei Ischiasnerv-Entzündungen und Neuralgien mit Parästhesien.
  • Guajacum D1 = TM: Bei Gichtformen, Arthrose der Hände und Füße und Nackensteifheit.
  • Lachnantes tinctoria D3: Bei steifem Nacken und zervikaler Neuralgie.
  • Taraxacum officinalis TM: Zur Anregung der hepato-renalen Enzymwege und zur Reduzierung von Toxinüberlastung, Ödemen und Ergüssen.

Die empfohlene Dosierung von Apo-Reu Pekana variiert je nach Alter:

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  • Erwachsene: 15 Tropfen 3-mal täglich vor den Mahlzeiten.
  • Schulkinder: 10 Tropfen 3-mal täglich vor den Mahlzeiten.
  • Kinder und Kleinkinder: 7 Tropfen 3-mal täglich vor den Mahlzeiten.

In akuten Phasen können Erwachsene alle 15 Minuten 15 Tropfen einnehmen.

Rheuma-Komplex L Ho-Fu-Complex-Complex®

Rheuma-Komplex L Ho-Fu-Complex-Complex® ist ein weiteres homöopathisches Komplexmittel, das zur Behandlung verschiedener Krankheitsbilder des rheumatischen Formenkreises und der damit zusammenhängenden Beschwerden eingesetzt wird. Es enthält unter anderem Guajacum Dil. D3.

Dosierung homöopathischer Arzneimittel

Im Zusammenhang mit der Arzneimittelzulassung hat die zuständige Behörde für homöopathische Arzneimittel pauschal neue Dosierungsangaben in der Packungsbeilage festgelegt. Dabei wird leider nicht mehr zwischen sog. "Komplexmitteln" (d.h. Mischungen aus mehreren Inhaltsstoffen) und Einzelmitteln unterschieden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte stellte deshalb inzwischen klar, dass es sich bei den genannten Angaben um "allgemeine Dosierungsempfehlungen", insbesondere für die Selbstmedikation, und nicht um verbindliche Dosierungsanleitungen für den therapeutischen Einzelfall handelt. Durch die Formulierung „Soweit nicht anders verordnet" bleibe die therapeutische Freiheit des erfahrenen Homöopathen weiterhin unberührt. Damit wird unmissverständlich ausgedrückt, dass auch abweichende - z.B. höhere - Dosierungen möglich sind.

Was ist bei der Einnahme oder Anwendung von Guajakbaum-Extrakt zu beachten?

Bei der Anwendung von Guajakbaum-Extrakt, insbesondere in Form von Cremes, sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Dosierung: Die Dosierung sollte auf der Basis der empfohlenen Konzentrationen erfolgen. Üblicherweise werden 1-5% Guajakbaum-Extrakt in Cremes verwendet. Eine höhere Dosierung kann zu Hautirritationen führen.
  • Empfindlichkeitstest: Vor der großflächigen Anwendung sollte ein Empfindlichkeitstest durchgeführt werden. Tragen Sie eine kleine Menge der Creme auf Ihre Haut auf und warten Sie 24 Stunden, um sicherzustellen, dass keine allergischen Reaktionen auftreten.
  • Anwendungsgebiet: Guajakbaum-Extrakt sollte nicht auf offene Wunden oder verletzte Haut aufgetragen werden. Es ist am besten geeignet für die Anwendung auf gesunder, unverletzter Haut.
  • Anwendungshäufigkeit: Verwenden Sie die Creme mit Guajakbaum-Extrakt gemäß den Anweisungen des Herstellers. Üblicherweise wird empfohlen, die Creme ein- oder zweimal täglich aufzutragen.

Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Es gibt keine ausreichenden Daten, um die Verwendung von Guajakbaum-Extrakt während der Schwangerschaft oder Stillzeit zu empfehlen oder abzulehnen. Daher sollten schwangere Frauen und stillende Mütter die Einnahme von Guajakbaum-Extrakt vermeiden oder erst nach Absprache mit ihrem Arzt oder Naturheilpraktiker einnehmen.
  • Überempfindlichkeit: Bei bekannter Überempfindlichkeit gegenüber Composites sollte Guajacum nicht angewendet werden.
  • Wechselwirkungen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Naturheilpraktiker, bevor Sie Guajakbaum-Extrakt verwenden, wenn Sie an einer bestimmten Erkrankung leiden oder andere Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente einnehmen.
  • Nebenwirkungen: Obwohl Guajacum im Allgemeinen als sicher gilt, können bei manchen Menschen Nebenwirkungen wie Magen-Darm-Beschwerden oder allergische Reaktionen auftreten.

Tipps zur Einnahme und Anwendung von Guajakbaum-Extrakt

  1. Holen Sie sich immer eine professionelle Meinung ein, bevor Sie Guajakbaum-Extrakt einnehmen oder anwenden.
  2. Achten Sie immer auf die Dosierung und die Art der Anwendung von Guajakbaum-Extrakt.
  3. Verwenden Sie Guajakbaum-Extrakt nur in seiner empfohlenen Form (Creme, Kapseln, Pulver, Kräutertee etc.).
  4. Lagern Sie das Guajakbaum-Extrakt an einem trockenen, kühlen Ort.
  5. Geben Sie Guajakbaum-Extrakt nicht an Kinder oder Haustiere weiter.
  6. Verwenden Sie Guajakbaum-Extrakt nicht während der Schwangerschaft oder Stillzeit ohne ärztliche Genehmigung.
  7. Verwenden Sie Guajakbaum-Extrakt nicht als Ersatz für eine ausgewogene Ernährung oder medizinische Behandlung.
  8. Verzichten Sie bei einer Überempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff auf die Verwendung von Guajakbaum-Extrakt.
  9. Vermeiden Sie die Einnahme von Guajakbaum-Extrakt, während Sie Medikamente einnehmen, außer Sie haben dies mit Ihrem Arzt oder Apotheker besprochen.
  10. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Naturheilpraktiker, bevor Sie Guajakbaum-Extrakt verwenden, wenn Sie an einer bestimmten Erkrankung leiden oder andere Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente einnehmen.

Arthrose und Homöopathie

Unter Arthrose versteht man zumeist schmerzhafte Beschwerden und Erkrankungen im Bereich der Gelenke. Im Laufe der Erkrankung kommt es zunächst zu Veränderungen im Knorpelgewebe des betroffenen Gelenkes. In der Folge können zudem Entzündungen, Schmerzen der Gelenkkapsel und des angrenzenden Bandapparates auftreten. Zuletzt kann es sogar zu Veränderungen an der knöchernen Struktur kommen durch die jahrelange Über- und Fehlbelastung. Bei Arthrose sind am häufigsten die großen Gelenke betroffen, also Schulter-, Knie- und Hüftgelenke. Gerade im Bereich der Knie- und Hüftgelenke spielen, angeborene anatomische Veränderungen wie eine Hüftdysplasie oder Fehlstellungen wie Genu valgus oder Genu varus eine große Rolle. Aus den Fehlstellungen resultieren chronische Überbelastungen der Sehnenansätze und schließlich auch der Knorpelschicht des Gelenkes. Gerade bei älteren Menschen finden sich häufig auch arthrotische Veränderungen und Verschleißerscheinungen im Bereich der Wirbelgelenke.

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Dementsprechend sind Sport, Krankengymnastik und Gewichtsreduktion wichtige Elemente in Vorbeugung und Therapie einer Arthrose. Gerade Bewegung im Wasser, wie Wassergymnastik oder Aquajogging, ist den Patienten mit Gelenkbeschwerden sehr zu empfehlen. Neben der Homöopathie sind aus ganzheitlicher Sicht Osteopathie, Neuraltherapie, Akupunktur und Ernährungsberatung wichtige Therapieoptionen. Auch die Sprunggelenke, sowie die kleinen Fingergelenke können von einer Arthrose betroffen sein. Arthrotische Veränderungen müssen nicht immer sehr schmerzhaft sein. Typisch sind auch beschwerdefreie Phasen, vor allem in den ersten Jahren. Manchmal tritt der Schmerz nur nach bestimmten Belastungen oder auch unter Witterungseinflüssen auf. Auch der Hormonhaushalt kann eine Rolle spielen.

Gerade bei Gelenkserkrankungen finden sich in der Homöopathie viele Anwendungsgebiete, wo bestimmte Homöopathika passen. Bei einer chronischen, konstitutionellen Behandlung sind die miasmatischen Aspekte wichtig. Aus homöopathischer Sicht ist die Differenzierung zwischen Arthrose und Arthritis, also einer Entzündung des Gelenkes, weniger auschlaggebend. Bei akuten Beschwerden, Degenerationen des Gelenkes oder unter allopathischer, also schulmedizinischer Behandlung, nimmt man in der Homöopathie bevorzugt die niedrigeren Potenzen wie D6 - C12, 5 Globuli täglich, oder Q,-bzw. LM Potenzen. Das gilt insbesonders für ältere Patienten. Pflanzliche Arzneimittel z.B. Weidenrinde, Teufelskralle oder Enzymprärate können ergänzend eingesetzt werden und ggf. den Bedarf an schulmedizinischen Schmerzmitteln reduzieren.

Je nach Entstehung, Ausprägung und Lokalisation der Arthrose gibt es verschiedene Empfehlungen bezüglich der Wahl der homöopathischen Präparate. Im Folgenden gibt es eine Übersicht über die gängigsten Mittel, die zur Selbstbehandlung bei degenerativen Gelenkbeschwerden angewandt werden können. Nach den Angaben der klassischen Homöopathie ist für die Wahl der richtigen Arznei entscheidend, welche der folgenden Ausprägungen die Beschwerden des Betroffenen am besten beschreiben. Begleiterscheinungen sind, dass die Hand- und Fingergelenke zusätzlich betroffen sind. Außerdem leidet die betroffene Person unter Schmerzen, Steifigkeit und ein Anschwellen. Begleiterscheinungen sind, dass der Gang oft humpelnd ist, eine einseitige Rückenmuskulatur besteht, die schmerzhaft und verspannt ist. Häufig wiederkehrende Gelenkschwellungen und Schmerzen bei der Bewegung, vor allem bei Belastung wie Stehen, Gehen und Laufen. Begleiterscheinungen sind, dass die Schmerzen vor allem in der linken Schulter, nach rechts ausstrahlen, auch Nervenschmerzen mit „Ameisenlaufen“, Taubheitsgefühl und Kribbeln im gesamten Arm bis hin zu den Fingern. Begleiterscheinungen sind ein häufig pelziges Gefühl in den Fingern und rechtsseitige Kopfschmerzen wie bei einer Migräne, Übelkeit und Schwindel Gereiztheit und Missmut. Begleiterscheinungen sind, dass beim Tragen und Heben Schmerzen in Armen und Beinen entstehen. Außerdem bewegungsabhängige Schmerzen in Gelenken vor allem Finger-, Hand- und Fußgelenke.

Wichtiger Hinweis

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