Haben Zombies eine Gehirnfunktion? Eine wissenschaftliche Untersuchung

Zombies sind ein fester Bestandteil der modernen Popkultur. Doch was steckt wissenschaftlich hinter dem Mythos? Dieser Artikel untersucht die Gehirnfunktion von Zombies, basierend auf wissenschaftlichen Erkenntnissen und philosophischen Überlegungen.

Einleitung

Die Vorstellung von Zombies, willenlosen Kreaturen, die von einem unstillbaren Hunger nach Fleisch getrieben werden, fasziniert und ängstigt die Menschen seit Jahrzehnten. Filme, Serien, Videospiele und Bücher haben das Bild des Zombies geprägt und immer wieder neue Interpretationen hervorgebracht. Doch jenseits der fiktiven Darstellungen stellt sich die Frage: Könnte es eine wissenschaftliche Grundlage für das Phänomen Zombie geben?

Seneszente Zellen: Zombie-Zellen im menschlichen Körper

In der modernen Forschung rücken sogenannte seneszente Zellen in den Fokus, die auch als "Zombie-Zellen" bezeichnet werden. Diese Zellen haben sich nicht mehr geteilt und erfüllen ihre Funktion nicht mehr, sterben aber auch nicht ab. Stattdessen sind sie sehr aktiv und ihr Stoffwechsel läuft auf Hochtouren.

Rolle bei altersbedingten Störungen

Forscher haben festgestellt, dass seneszente Zellen eine Rolle bei altersbedingten Störungen spielen. Bei Mäusen, die vorzeitig altern, wurden sie gehäuft entdeckt. Diese Mäuse entwickelten eine Krankheit, die der Alzheimer-Demenz beim Menschen ähnelt. Im Gehirn der Mäuse lagerten sich bestimmte Proteine ab, die Tau genannt werden und die Gehirnfunktion stören.

Experimente mit Mausmodellen

In einem nächsten Schritt verhinderten die Forscher die Entstehung dieser Zellen bei ihren Mausmodellen. Dies geschah zunächst durch genetische Veränderungen und später durch einen pharmakologischen Wirkstoff. Das Ergebnis war, dass sich keine Tau-Proteinkomplexe bildeten und keine Nervenzellen zerstört wurden.

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Auswirkungen auf das Verhalten

Die Forschungsergebnisse der Mayo-Klinik zeigten, dass das Verschwinden der seneszenten Zellen sich positiv auf das Verhalten der Mäuse auswirkte. In Verhaltenstests wurde nachgewiesen, dass sich das Gedächtnis der Tiere verbesserte.

Übertragbarkeit auf den Menschen

Es ist wichtig zu beachten, dass sich die Methoden aus den Tierexperimenten nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen. Es sind noch viele Experimente erforderlich, bevor eine klinische Anwendung möglich ist.

Reale Vorbilder im Tierreich

Die Vorstellung von Zombies ist nicht nur in der Popkultur präsent, sondern hat auch einige reale Vorbilder - zumindest im Tierreich.

Zombie-Ameisen

Ein prominentes Beispiel sind die sogenannten „Zombie-Ameisen“. Diese Ameisen werden von einem parasitären Pilz namens Ophiocordyceps befallen, der in das Nervensystem der Ameise eindringt und deren Verhalten steuert. Befallene Ameisen verlassen ihre Kolonie und klettern auf Pflanzen, wo sie festbeißen, bis der Pilz aus ihrem Körper herauswächst und seine Sporen freisetzt.

Toxoplasma gondii

Ein weiteres Beispiel ist der Parasit Toxoplasma gondii, der das Verhalten von Nagetieren beeinflusst. Er sorgt dafür, dass Mäuse und Ratten keine Angst mehr vor Katzen haben - was für den Parasiten nützlich ist, da Katzen seine Endwirte sind. Das Verhalten der infizierten Nager wird also gezielt manipuliert, damit sie leichter von Katzen gefressen werden.

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Könnte so etwas auch bei Menschen passieren?

Die Vorstellung, dass ein Virus oder Bakterium Menschen in Zombies verwandeln könnte, ist eine der häufigsten Szenarien in Filmen und Spielen. Doch gibt es dafür eine wissenschaftliche Grundlage?

Tollwut

Ein bekanntes Beispiel ist Tollwut. Dieser Virus befällt das Gehirn und verursacht extreme Aggressionen und Wutanfälle bei den infizierten Tieren und Menschen. Bei fortgeschrittener Tollwut kann es zu Krämpfen, Halluzinationen und einem fast „wilden“ Verhalten kommen.

Mutation eines Virus

Die Frage ist, ob ein Virus mutieren könnte, der solche Effekte verstärkt und ein zombieähnliches Verhalten auslöst. Wissenschaftler halten dies für extrem unwahrscheinlich, aber nicht völlig unmöglich. Die Natur zeigt, dass Viren und Bakterien das Verhalten ihrer Wirte manipulieren können, wie wir bei Tollwut oder bei Parasiten wie Toxoplasma gondii gesehen haben. Moderne Technologien wie die Gentechnik könnten theoretisch solche Szenarien realistischer machen.

Kontrolle des menschlichen Gehirns

Unser Gehirn ist die zentrale Schaltstelle unseres Verhaltens, unserer Gedanken und Entscheidungen. Die Vorstellung, dass jemand - oder etwas - unser Gehirn von außen steuern könnte, ist eine der gruseligsten Ideen hinter dem Zombie-Mythos.

Fortschritte in der Hirnforschung

Die Hirnforschung hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Wir verstehen immer besser, wie bestimmte Bereiche des Gehirns für unsere Bewegungen, Emotionen und Entscheidungen verantwortlich sind. Neurowissenschaftler sind mittlerweile sogar in der Lage, durch gezielte elektrische Impulse Teile des Gehirns zu stimulieren und das Verhalten zu beeinflussen.

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Komplexität des Gehirns

Die Kontrolle des menschlichen Gehirns ist jedoch weitaus komplexer. Unsere Gedanken und Handlungen basieren nicht nur auf einfachen elektrischen Signalen, sondern auf einem komplexen Zusammenspiel von Neuronen, chemischen Reaktionen und Umwelteinflüssen.

Beeinflussung durch äußere Kräfte

Theoretisch könnte jedoch eine äußere Kraft, wie ein Virus oder ein technisches Implantat, bestimmte Funktionen des Gehirns beeinflussen. Vorstellbar wäre zum Beispiel, dass motorische Fähigkeiten oder basale Instinkte durch Störungen im Gehirn beeinträchtigt werden.

Drogen und Chemikalien

Die Idee von Menschen, die durch Chemikalien oder Drogen in zombieähnliche Zustände versetzt werden, hat ebenfalls eine lange Geschichte.

Tetrodotoxin

In der haitianischen Tradition gibt es Berichte über sogenannte „Zombies“, die angeblich durch den Einsatz von Giften in einen Zustand zwischen Leben und Tod versetzt wurden. Ein Stoff, der oft im Zusammenhang mit diesen Geschichten genannt wird, ist Tetrodotoxin. Dieser hochgiftige Stoff kommt unter anderem im Kugelfisch vor und kann in sehr geringen Dosen zu einer Art Scheintod führen. Die betroffenen Personen wirken dann bewusstlos und zeigen kaum noch Lebenszeichen.

Moderne Drogen

In der modernen Welt gibt es ebenfalls Drogen, die Menschen in einen zombieartigen Zustand versetzen können. Eine besonders berüchtigte Substanz ist „Krokodil“, eine Droge, die in Osteuropa und Russland als billiger Ersatz für Heroin verwendet wird. Die Droge hat extrem zerstörerische Auswirkungen auf den Körper und das Verhalten der Konsumenten. Ein weiteres Beispiel ist „Flakka“, auch bekannt als die „Zombie-Droge“. Diese synthetische Droge kann zu extremen Verhaltensänderungen führen, darunter gewalttätige Ausbrüche und psychotische Episoden.

Ist eine Zombie-Apokalypse möglich?

Nachdem wir die verschiedenen wissenschaftlichen und biologischen Aspekte durchleuchtet haben, bleibt die entscheidende Frage: Könnte eine Zombie-Apokalypse tatsächlich passieren?

Realistische Szenarien

Die Fälle von „Zombie“-Phänomenen, die wir in der Natur sehen - sei es durch parasitische Pilze, Viren oder Chemikalien - betreffen in der Regel nur Tiere oder sehr spezifische Situationen. Ein realistisches Szenario einer globalen Katastrophe wäre vielmehr eine Pandemie, wie wir es mit COVID-19 erlebt haben. Viren können sich schnell weltweit ausbreiten, aber sie mutieren nicht in einer Weise, die Menschen in untote, fleischfressende Kreaturen verwandelt.

Logistische Herausforderungen

Ein weiteres Argument gegen eine Zombie-Apokalypse ist die logistische Herausforderung, die Kontrolle über das menschliche Gehirn oder Verhalten auf derart massive Weise zu erlangen. Auch wenn Technologien wie Neuro-Implantate existieren, sind wir noch weit davon entfernt, Menschen in willenlose „Zombies“ zu verwandeln.

Die Faszination des Zombie-Mythos

Zusammengefasst bleibt die Zombie-Apokalypse also weiterhin ein fesselndes Element der Science-Fiction, das uns aus psychologischen und kulturellen Gründen fasziniert. Die Vorstellung von Zombies, die einst nur in düsteren Legenden und Horrorfilmen existierte, hat sich mittlerweile tief in unsere Popkultur eingebrannt.

Spiel mit dem Möglichen und Unmöglichen

Es ist das Spiel mit dem Möglichen und dem Unmöglichen. Zombies verbinden die Urängste der Menschheit - den Verlust der Kontrolle, den Verfall der Zivilisation und den Tod - mit spekulativen wissenschaftlichen Erklärungen.

Die feine Grenze zwischen Fiktion und Realität

Das Spannende an der Zombie-Thematik ist die feine Grenze zwischen Fiktion und Realität. Parasitäre Pilze, manipulative Viren und aggressive Krankheiten existieren tatsächlich, und das macht die Idee einer Zombie-Apokalypse so packend.

Fragen nach Vorbereitung und menschlicher Natur

Auch wenn es höchst unwahrscheinlich ist, dass wir jemals gegen eine Horde Untoter kämpfen müssen, stellt uns das Szenario vor grundlegende Fragen: Wie gut sind wir auf unvorhergesehene Katastrophen vorbereitet? Zombies verkörpern eine Art kollektive Furcht vor dem Unbekannten - vor einer Bedrohung, die sich nicht kontrollieren lässt. In Geschichten wie The Walking Dead oder 28 Days Later wird deutlich, dass die wahre Gefahr nicht nur von den Untoten ausgeht, sondern auch von der menschlichen Natur selbst. Was passiert mit uns, wenn wir ums Überleben kämpfen? Wie reagieren wir in Extremsituationen?

Mischung aus Wissenschaft und Fiktion

Am Ende ist es genau diese Mischung aus Wissenschaft, die das Unheimliche plausibel macht, und Fiktion, die die Extreme erkundet, die uns so fesselt.

Unbewusste Prozesse im Alltag: Ein bisschen Zombie in uns allen

Ein bisschen gleichen wir alle Zombies. Bei vielem, was wir tun und wahrnehmen, ist kein Bewusstsein mit im Spiel.

Automatisierte Bewegungsabläufe

Vieles von dem, was wir im Leben tun, denken oder wahrnehmen, läuft ohne unser Bewusstsein ab. Besonders gut eingeübte Bewegungsabläufe funktionieren ohne Bewusstsein besser. Automatisierte Bewegungsabläufe beruhen auf so genanntem prozeduralen Wissen, einer Form von unbewusstem Wissen.

Vorteile automatisierter Abläufe

Automatisierte Abläufe sparen Zeit und Energie. Auch bei Entscheidungen können unbewusste Prozesse unter bestimmten Umständen hilfreich sein. Intuitive Entscheidungen müssen beispielsweise auf viel Erfahrung beruhen, um gut zu sein.

Vereinfachte Benutzeroberfläche

Nur ein geringer Teil der auf uns einprasselnden visuellen Informationen erreicht unser Bewusstsein. Er sieht im Prinzip aus wie du und ich und verhält sich auch nicht groß anders. Schneidet er sich beispielsweise in den Finger, wird er wie jeder andere vor Schmerz aufschreien. Doch subjektiv empfindet er rein gar nichts. Denn er hat kein Bewusstsein.

Philosophische Betrachtung

Zombies kommen nicht nur in Horrorfilmen vor, sondern auch in Gedankenexperimenten von Philosophen. Meist dienen sie als Argumente gegen Formen des philosophischen Materialismus oder Physikalismus. Diesen Positionen zufolge gibt es nur materielle oder physikalisch beschreibbare Dinge und Ereignisse im Universum.

Das Unbewusste nach Freud

Für den österreichischen Begründer der Psychoanalyse Sigmund Freud (1856-1939) ist das Unbewusste Dreh- und Angelpunkt seiner Konzeption. Unser Bewusstsein ist nur die Spitze des Eisbergs. In tieferen Schichten verbirgt sich das Unbewusste, verbergen sich die Triebe des Es wie der Sexualtrieb. Psychoanalytisch gesehen umfasst das Unbewusste nicht einfach alles, was nicht bewusst ist, sondern was aktiv verdrängt wird vom bewussten Denken. Freud sah das Unbewusste als einen Ort für sozial unerwünschte Ideen, Wünsche und traumatische Erinnerungen.

Autopilot im Alltag

Manchmal komme ich mir vor, als wäre ich gerade auf Autopilot gestellt. Ich laufe grübelnd durch die Straßen und finde mich plötzlich vor meiner Haustüre wieder. Wie bin ich nur hierher gekommen, wundere ich mich dann. Oder ich staune über den schnellen Fluss der Worte, der ohne mein bewusstes Zutun aus meinem Mund strömt.

Bewusstsein schadet manchmal

Tatsächlich schadet Bewusstsein bei gut eingeübten Bewegungsabläufen mehr als es nützt. Psychologische Studien haben gezeigt, dass zwar Anfänger besser werden, wenn sie sich etwa beim Lernen einer Sportart bewusst auf den Bewegungsablauf konzentrieren. Experten auf einem Gebiet verschlechtern sich hingegen, wenn sie auf ihre Bewegungen achten. Ähnliches gilt für das Spielen eines Instruments. Bewusste Konzentration auf einzelne Noten lähme den Klavierspieler beim schnellen Spielen, so ein Beispiel des kanadischen Kognitionswissenschaftlers Merlin Donald in seinem Buch „Triumph des Bewusstseins“.

Implizites Wissen

Gut eingeübte und automatisierte Bewegungsabläufe beruhen auf so genanntem prozeduralen Wissen. Es entsteht, indem im Gedächtnis mit der Zeit ein bestimmter Reiz mit einer bestimmten Reaktion verknüpft wird - unbewusst. Schwinge ich mich zum Beispiel auf mein Fahrrad, löst das gewisse motorische Aktivitäten aus. Es handelt sich um ein implizites Wissen. Man kann etwas, ohne genau zu wissen, wie man es anstellt.

Grenzen automatisierter Abläufe

Leider haben auch automatisierte Abläufe ihre Mängel. Man kann sie nicht ohne weiteres auf andere Aufgaben übertragen. Dass ich beim Tischtennis gar nicht übel bin, hilft mir beim Klavierspielen herzlich wenig.

Baugefühl und Intuition

Hilfreich können unbewusste Prozesse auch bei manchen Entscheidungen sein. Das bewusste Denken ist oft überfordert, wenn zu viele Informationen und Optionen zur Verfügung stehen. „Hör auf dein Bauchgefühl“ oder „Schlaf mal drüber“ empfehlen mir daher Psychologen in den Zeitschriften und im Fernsehen angesichts komplexer Entscheidungen.

Die Rolle des Unterbewusstseins

Es hänge von der Art der Entscheidung und den Umständen ab, welche Form des Abwägens man wählen soll, erklärt Newell in einem Aufsatz von 2009. Mal eine Nacht über eine Entscheidung zu schlafen, könne in der Tat nützlich sein. Dinge zur Seite zu legen und später darauf zurückzukommen, ermögliche uns, den Entschluss noch einmal mit frischem Blick zu betrachten.

Wahrnehmung als vereinfachte Benutzeroberfläche

Wenn die Vorstellungen vieler Wissenschaftler und Philosophen zutreffen, dann erlebe ich quasi nur eine vereinfachte Benutzeroberfläche. Im Hintergrund erledigt mein Gehirn die komplizierten Rechenvorgänge. Nicht die volle Kontrolle zu haben, klingt erschreckend, ist aber auch sehr praktisch.

"Zombie-Gene" im Gehirn

Im Gehirn gibt es „Zombie-Gene“, deren Aktivität nach dem Tod stark zunimmt. Die meisten Studien gehen davon aus, dass sämtliche Gehirnfunktionen enden, wenn das Herz des Menschen nicht mehr schlägt. Eine Studie von Forschern der University of Illinois Chicago (UIC) um Dr. Jeffrey Loeb zeigt jedoch, dass die Aktivität einzelner Zellen des Gehirns nach dem Tod deutlich zunimmt.

Aktivität in Gliazellen

Laut der Publikation im Fachmagazin Scientific Reports nimmt die Aktivität einzelner Zellen des Gehirns nach dem Tod deutlich zu. Entdeckt haben dies Forscher mithilfe von frischem Hirngewebe, das Menschen bei Routine-Operationen entnommen worden war. Das Team um Loeb analysierte die Genexpression dieser Proben zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach der Entnahme. Dabei stellten sie fest, dass bei einzelnen sogenannten „Zombie-Genen“ in den Gliazellen die Aktivität nach dem Tod deutlich zunimmt.

Konsequenzen für die Hirnforschung

Obwohl die Entdeckung der hohen Aktivität in den Gliazellen nicht überraschend ist, hat diese Konsequenzen für die Hirnforschung. Viele Studien untersuchen mittels Hirngewebe Behandlungsmöglichkeiten für Autismus, Schizophrenie oder Alzheimer. Die nun veröffentlichten Studiendaten zeigen, wie sich Gen- und Zelltypen nach dem Tod verhalten.

Stabilität und Abbau von Genen

Abgesehen von den aktiven „Zombie-Genen“ nämlich konnten die Wissenschaftler zeigen, dass etwa 80 Prozent der analysierten Gene bis zu 24 Stunden nach dem Tod in ihrer Aktivität relativ stabil blieben. Eine andere Gen-Gruppe hingegen, die in Nervenzellen vorkommt und beispielsweise an Gedächtnis- und Denkfunktionen beteiligt ist, wurde in den Stunden nach dem Tod schnell abgebaut. Diese Gene sind bei der Untersuchung von beispielsweise Schizophrenie oder Alzheimer wichtig. Etwa zwölf Stunden nach dem Tod erreichten die Veränderungsmuster der Gruppen den jeweiligen Höhepunkt.

Medizinische Aspekte: Warum Zombies ungesund aussehen

Zombies sehen ungesund aus, hauptsächlich aufgrund ihrer Ernährung. Der einseitige Speiseplan, der hauptsächlich aus menschlichen Gehirnen besteht, führt zu Vitamin- und Mangelerscheinungen.

Skorbut

Wenn man so gar kein frisches Obst und Gemüse isst, bekommt man zum Beispiel Skorbut durch den Mangel an Vitamin C. Skorbut war früher ein großes Problem auf langen Seereisen, heute kommt das zumindest in den Industrieländern überwiegend bei Zombies vor. Die Symptome von Vitamin-C-Mangel erklären einen Teil des typischen Erscheinungsbildes klassischer Zombies, vor allem die komische Hautfarbe und die oft blutigen Zähne.

Prionenerkrankungen

Speziell das Gehirn als Hauptbestandteil der Ernährung hat allerdings noch ein anderes Problem, und zwar die Prionenerkrankungen. Prionen sind falsch gefaltete Formen körpereigener Proteine, die andere Proteine dazu bringen, sich ebenfalls falsch zu falten und zu verklumpen. Diese Umwandlung pflanzt sich in einer Kettenreaktion fort, die im Gehirn dann das Gewebe zerstören.

Kuru

Es hat sich herausgestellt, dass der Rinderwahnsinn nicht die erste Prionenerkrankung bei Menschen war - in Papua-Neuguinea kannte man seit Jahrhunderten eine Krankheit namens Kuru. Die wurde durch das Essen menschlicher Gehirne übertragen, und zwar im Rahmen einer Totenfeier, bei der die Angehörigen des Toten eine Zubereitung aus dessen Gehirn aßen. Irgendwann einmal muss bei einem Menschen Kuru aufgetreten sein und hat sich dann so durch die Generationen fortgepflanzt.

Evolutionäre Sackgasse

Zu all diesen gesundheitlichen Risiken kommt ein weiteres grundsätzliches Problem der Zombie-Lebensweise, das erst vor Kurzem in einer bahnbrechenden Forschungsarbeit aufgeklärt wurde. Forscher haben sich nämlich angeguckt, inwieweit Menschen als Nahrung taugen. Dabei sind sie zu dem dramatischen Ergebnis gekommen, dass Zombies eine evolutionäre Sackgasse sind, denn ihre Ernährungsweise ist langfristig nicht durchzuhalten. Menschen sind zwar quasi in beliebiger Menge verfügbar, aber sie liefern im Vergleich zu anderen großen Säugetieren wenig Energie - vor allem gemessen an dem Aufwand, den es kostet, sie zu erlegen.

Neurologische Interpretation des Zombietums

Dr. Steven C. Schlozman, Harvard-Dozent und Science-Fiction-Autor, übersetzt die Idee des Zombietums in eine fiktionale neurologische Krankheit mit dem Namen „Ataxic Neurodegenerative Satiety Deficiency“- Syndrom. Einzelne Symptome dieser Krankheit können sehr gut auf Störungen in definierten Hirnbereichen zurückgeführt werden, somit sind Zombies ein anschauliches Modell für viele neurodegenerative Erkrankungen.

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