Nackenschmerzen, ausstrahlende Schmerzen in den Arm und andere Beschwerden im Bereich der Halswirbelsäule (HWS) können vielfältige Ursachen haben. Ein HWS-Syndrom, ein Bandscheibenvorfall oder muskuläre Verspannungen sind häufige Gründe für diese Symptome. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Aspekte von Halswirbelsäulenproblemen, einschließlich Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten.
Einführung in das HWS-Syndrom
Das Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom), auch Zervikalsyndrom oder Zervikalneuralgie genannt, ist ein Sammelbegriff für Schmerzzustände, die von der Halswirbelsäule ausgehen oder diesen Bereich betreffen. Es beschreibt zunächst unklare Schmerzzustände, die von der Halswirbelsäule ausgehen oder diesen Bereich betreffen. Die Symptome können dabei sehr unterschiedlich sein und von Nackenschmerzen und -steifheit über Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Empfindungsstörungen in den Armen und Händen reichen. Die Begriffe „Zervikalsyndrom“ und „Zervikalneuralgie“ werden synonym verwendet und beschreiben im Grunde das gleiche: schmerzhafte Zustände, die von der Halswirbelsäule ausgehen. Der Begriff „cervical“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „den Hals betreffend“.
Die Anatomie der Halswirbelsäule
Die Halswirbelsäule besteht aus sieben Wirbeln (C1-C7), die im Vergleich zu anderen Abschnitten der Wirbelsäule besonders beweglich sind. Diese hohe Beweglichkeit macht sie jedoch auch anfälliger für Verletzungen und Verschleißerscheinungen. Die Halswirbelsäule trägt den Kopf und ist somit einer ständigen hohen mechanischen Belastung ausgesetzt. Zwischen den Wirbelkörpern befinden sich Bandscheiben, die als Stoßdämpfer dienen und die Beweglichkeit der Wirbelsäule ermöglichen. Die Nervenwurzeln, die aus dem Rückenmark austreten, versorgen die Nackenmuskulatur, die Arme und die Brustmuskulatur.
Akutes und chronisches HWS-Syndrom
Das Zervikalsyndrom kann sowohl akut als auch chronisch auftreten. Das akute Zervikalsyndrom beschreibt eine plötzliche und meist starke Schmerzsymptomatik im Bereich der Halswirbelsäule. Die Entstehung der Beschwerden erfolgt häufig abrupt und kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, z. B. durch plötzliche Krafteinwirkungen, wie beim Schleudertrauma. Das chronische Zervikalsyndrom beschreibt eine Reihe von Beschwerden, die ihren Ursprung in der Halswirbelsäule (HWS) haben. Anfangs treten die Symptome häufig nur zeitweise auf und stellen keine große Belastung dar. Schreitet die Erkrankung fort, intensivieren sich die Schmerzen. Sie halten dann länger an, manchmal auch nachts.
Einteilung nach Schmerzregion
Je nach Ausstrahlung der Beschwerden kann man ein oberes, mittleres und unteres HWS-Syndrom unterscheiden:
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- Oberes Zervikalsyndrom: Schmerzen im Hinterkopf, ggf. bis über die Ohren in die Stirnregion ziehend. Ursächlich kann eine Uncovertebralarthrose sein.
- Mittleres Zervikalsyndrom: Schmerzen zwischen den Schulterblättern und über die Schulter hinaus. Es kann auch zu Störungen der Nervenfunktion mit entsprechender Symptomatik in den Armen kommen.
- Unteres Zervikalsyndrom: Ähnlich wie beim mittleren HWS-Syndrom kommt es zu Störungen in den Armen. Neben den bekannten Armschmerzen strahlen die Schmerzen charakteristischerweise bis in die Hand aus. Jedem Halswirbel wird ein bestimmter Arm- oder Handabschnitt zugeordnet.
Ursachen des HWS-Syndroms
Die Ursachen des HWS-Syndroms sind vielfältig und lassen sich nicht immer eindeutig auf einen einzelnen Faktor zurückführen. Häufig spielen mehrere Faktoren zusammen, die zu einer Reizung der Nerven und/oder zu Verschleißerscheinungen in der Halswirbelsäule führen.
Häufige Ursachen
- Muskuläre Verspannungen: Durch Fehlhaltung, Bewegungsmangel oder Stress kann es zu Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur kommen. Als besonders gefährdet gelten Menschen, die viel am Schreibtisch arbeiten, lange Auto fahren oder sich ganz allgemein wenig bewegen. Dies schwächt die Muskulatur, begünstigt Muskelverspannungen oder -verkürzungen und somit die Entstehung eines HWS-Syndroms.
- Degenerative Veränderungen: Mit zunehmendem Alter kommt es zu Verschleißerscheinungen an den Bandscheiben und Wirbelgelenken der Halswirbelsäule. Diese können zu einer Verengung des Wirbelkanals führen und die Nervenwurzeln beeinträchtigen. Hierzu zählen zervikaler Bandscheibenschaden.
- Fehlstellungen: Angeborene oder erworbene Fehlstellungen der Halswirbelsäule.
- Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule (zervikaler Bandscheibenvorfall) ist eine Erkrankung, bei der die Bandscheibe zwischen den Wirbeln der Halswirbelsäule beschädigt ist. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der innere Kern durch Risse im Faserring nach außen, was zu einer Vorwölbung oder gar einem Austritt in den Spinalkanal führt.
Weitere Faktoren
Weitere Faktoren wie Stress, psychische Krankheiten, Bewegungsmangel oder einseitige Belastungen können ebenfalls eine Rolle spielen. Vor jeder Therapie muss daher eine ausführliche Diagnose stehen, um nachfolgende Schritte gezielt auf den jeweiligen Patienten abstimmen zu können.
Symptome des HWS-Syndroms
Die Symptome des HWS-Syndroms sind vielfältig und hängen von der Ursache und dem Ausmaß der Erkrankung ab.
Häufige Symptome
- Nackenschmerzen: Schmerzen im Nackenbereich sind das Hauptsymptom des HWS-Syndroms. Die Schmerzen können akut oder chronisch sein und sich bei bestimmten Bewegungen verstärken.
- Verspannungen: Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur sind häufige Begleiterscheinungen des HWS-Syndroms.
- Bewegungseinschränkungen: Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule kann eingeschränkt sein, was zu Schwierigkeiten beim Drehen oder Neigen des Kopfes führen kann.
- Kopfschmerzen: Kopfschmerzen, insbesondere Spannungskopfschmerzen, können im Zusammenhang mit dem HWS-Syndrom auftreten.
- Ausstrahlende Schmerzen: Die Schmerzen können in die Arme, Schultern, Hände oder Finger ausstrahlen.
- Gefühlsstörungen: Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Missempfindungen in den Armen, Händen oder Fingern können auftreten, insbesondere bei einer Nervenwurzelreizung.
- Schwindel: Schwindelgefühle können im Zusammenhang mit dem HWS-Syndrom auftreten, insbesondere bei Problemen im Bereich der oberen Halswirbelsäule.
- Tinnitus: Ohrgeräusche (Tinnitus) können ebenfalls auftreten.
- Schluckbeschwerden: In einigen Fällen kann es zu Schluckbeschwerden kommen.
- Sehstörungen: Bei Menschen mit einem Zervikalsyndrom ist unter Umständen auch das Sehen beeinträchtigt. Dies passiert unter anderem dann, wenn verspannte Muskeln Nerven im Kopf-Nacken-Bereich einklemmen oder die Durchblutung zu den Sehnerven hemmen. Dies äußert sich dann unter anderem in Form von „Flimmern“ vor den Augen.
Warnzeichen
Missempfindungen, Kraftlosigkeit und Kribbeln oder Schmerzen in Arm und Hand sind wichtige Warnzeichen bei Halswirbelsäulenproblemen, etwa einem Bandscheiben-Vorfall. Werden diese Warnzeichen nicht beachtet und nicht rechtzeitig behandelt, können Dauerschäden die Folgen sein. Spätestens wenn dann auch Gefühlstörungen und/oder ausstrahlende Schmerzen im Arm, zum Teil bis in die Finger auftreten, muss eine ärztliche Abklärung erfolgen.
Diagnose des HWS-Syndroms
Bei der Diagnose eines Zervikalsyndroms spielen das ausführliche Patientengespräch und die Anamnese eine große Rolle.
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Anamnese und körperliche Untersuchung
Aufgrund der meist verschiedenen Einflussfaktoren bietet ein ausführliches Arzt-Patienten-Gespräch in Verbindung mit einem standardisierten Schmerzfragebogen eine gute Hilfestellung für die anschließende Therapie des Zervikalsyndroms. Im Gespräch lassen sich Einflüsse wie psychische Faktoren oder schwere körperliche Tätigkeiten ermitteln. Durch die sogenannte Schmerzanamnese macht sich der Arzt ein Bild vom bisherigen Krankheitsverlauf. Zeigen sich Probleme im Alltag, unterstützt in einigen Fällen auch ein Schmerztagebuch die Diagnose, in dem Patienten über einen bestimmten Zeitraum hinweg festhalten, wann und wie stark ihre Beschwerden auftreten. Auch die verspannte oder verhärtete Muskulatur wird genauestens untersucht.
Bildgebende Verfahren
- Röntgenuntersuchungen: zeigen den Zustand der Halswirbelsäule und eventuelle Verschleißerscheinungen.
- Computertomografie (CT): Wird in der Regel durchgeführt, um die Diagnose zu bestätigen, wenn Symptome auf einen Bandscheibenvorfall schließen lassen. Alternativ wird das Computertomogramm (CT) genutzt, das sich stärker auf knöcherne Strukturen konzentriert.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Eine MRT-Untersuchung der Halswirbelsäule kann einen großen Bandscheibenvorfall bestätigen, der auf eine Nervenwurzel drückt.
Differenzialdiagnose
Wenn die Symptome und der Bildbefund nicht übereinstimmen, sollten andere mögliche Ursachen in Betracht gezogen werden. Einengung des Rückenmarks: Wenn der Bandscheibenvorfall auch das Rückenmark einengt, können Lähmungserscheinungen in den Beinen auftreten.
Behandlung des HWS-Syndroms
Zur Behandlung eines HWS-Syndroms kommen zunächst konservative Methoden zum Einsatz.
Konservative Behandlung
- Schmerzmittel: Hier erfolgt häufig eine Schmerzreduktion mit Schmerzmitteln oder Injektionen.
- Physiotherapie: Diese Maßnahmen helfen, die Schmerzen zu lindern, die Beweglichkeit der Wirbelgelenke zu verbessern, die beteiligten Muskeln zu stärken und Verspannungen zu lösen. Bei akuten Nackenschmerzen und anderen Beschwerden, die auf ein HWS-Syndrom zurückgeführt werden können, ist es ratsam, die Halswirbelsäule wieder zu mobilisieren und die Schmerzen zu reduzieren, sodass Sie schnell aus einer Schonhaltung herauskommen. Dabei helfen Dehnübungen, Übungen aus der Rückenschule und ein gezieltes Training der Nackenmuskulatur unter ärztlicher oder physiotherapeutischer Aufsicht. Achten Sie darauf, stets mit kontrollierten, langsamen Bewegungen zu trainieren und abrupte Drehungen des Kopfes zu vermeiden. Geeignete Übungen sind hier z. B. isometrische und kräftigende Übungen für den Nackenbereich, bei der die Halswirbelsäule sanft gedehnt, gekräftigt und mobilisiert wird oder Halteübungen wie der Unterarmstütz. Spazierengehen, Rückenschwimmen und Rudern am Kabelzug tragen ebenfalls dazu bei, die Nackenmuskulatur zu trainieren und zu lockern.
- Massagen: Massagen (mind.
- Wärme: Zur Linderung von Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur helfen warme Duschen, Bäder oder eine einfache Wärmflasche. Wärme (Rotlicht, Wärmeflasche) fördert die Durchblutung und löst Verspannungen. Zudem helfen sanfte Massagen mit entsprechenden Salben (z. B. Arnika, Tigerbalsam).
- Entspannungstechniken: Bei stressbedingten Beschwerden können verschiedene Entspannungstechniken wie autogenes Training oder Yoga helfen.
- Ergonomie: Achten Sie auf eine ergonomische Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes und Ihrer Freizeitaktivitäten. Der Bildschirm sollte auf Augenhöhe sein, und die Tastatur und Maus sollten so positioniert sein, dass Ihre Hände und Arme entspannt sind. Entsprechende Stühle und Schreibtische helfen Ihnen, eine gute Haltung anzunehmen. Der Kopf sollte immer gerade sein.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu erhalten. Eine kräftige Muskulatur ist der beste Schutz vor Nackenschmerzen.
- Pausen: Vermeiden Sie es, lange Zeit in derselben Position zu verharren.
- Stress vermeiden: Stress kann die Symptome eines Zervikalsyndroms verschlimmern.
Minimalinvasive Methoden
Erzielen diese Behandlungen keine Verbesserung, kommen bei einem Zervikalsyndrom auch minimalinvasive Methoden zum Einsatz. Neben der Hitzesondentherapie zählt auch die Mikrolaserbehandlung zu den häufig eingesetzten Verfahren. Bei der Mikrolasertherapie wird über eine Kanüle und eine nur 0,2 Millimeter dünne Mikronadel Laserenergie gezielt in das Bandscheibengewebe eingebracht. Die Laserenergie lässt das Gewebe schrumpfen, verschweißt kleine Einrisse, unterbricht Schmerzfasern und stoppt so die Weiterleitung von Schmerzsignalen an das Gehirn. Haben Schmerzen ihre Ursachen an den Wirbelgelenken, kann eine Behandlung mit der Hitzesonde Linderung bringen.
Operative Behandlung
Gerade wenn Nervenkanäle bereits so eingeengt sind, dass Lähmungserscheinungen in den Armen oder Fingern auftreten, muss schnell gehandelt und operiert werden.
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- Minimalinvasive Therapie: Ist ein operativer Eingriff unumgänglich, um Beschwerden und Schmerzen zu lindern, ist die minimalinvasive Therapie die Behandlung der ersten Wahl. Bei den Operationen unter Einsatz des Mikroskops kommen für die minimalen Schnitte Geräte mit nur knapp einen Millimeter Durchmesser zum Einsatz. Durch diese Technik sind die Nervenstrukturen bestmöglich geschützt.
- Entfernung des Bandscheibenvorfalls: Der Bandscheibenvorfall, der die Nervenwurzel reizt und einklemmt, wird mithilfe eines Mikroskops lokalisiert und entfernt. In bestimmten Fällen kann der Vorfall auch von hinten entfernt werden.
- Cage-Implantation: Da die entfernte Bandscheibe einen Hohlraum hinterlässt, wird dieser mit einem Platzhalter mit Fremdmaterial (sogenannter Cage) aufgefüllt. Dies ermöglicht eine Verblockung der Wirbelkörper, die durch eine Platte gesichert werden kann. Diese Versteifung hat nur geringe Auswirkungen auf die Beweglichkeit der Halswirbelsäule.
- Bandscheibenprothese: Bei reinen Bandscheibenvorfällen ohne Veränderungen an den Wirbelkörpern im Sinne von knöchernen Vorsprüngen, Einengungen und Verschleißerscheinungen kommt eine künstliche Bandscheibe infrage. Eine Bandscheibenprothese kann die Bandscheibe des Patienten in der Halswirbelsäule ersetzen.
Rehabilitation
Während des Krankenhausaufenthalts erhält der Patient ein Übungsprogramm, das vom Physiotherapeuten erklärt wird. Dieses besteht aus isometrischen Spannungsübungen, die die stabilisierenden Muskeln der Halswirbelsäule aktivieren. Zwischen der Entlassung aus dem Krankenhaus und der ersten ärztlichen Kontrolle sind ein- bis zweimal pro Woche Physiotherapie-Einheiten empfohlen. Die Schonungszeit beträgt etwa vier bis sechs Wochen. Nach einer Versteifung unterscheidet sich die Behandlung nicht von der nach einer Operation ohne Versteifung.
Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule
Ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule (zervikaler Bandscheibenvorfall) ist eine Erkrankung, bei der die Bandscheibe zwischen den Wirbeln der Halswirbelsäule beschädigt ist.
Ursachen und Entstehung
Die Bandscheiben bestehen aus einem weichen, gelartigen Kern, der von einem festen Faserring umgeben ist. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der innere Kern durch Risse im Faserring nach außen, was zu einer Vorwölbung oder gar einem Austritt in den Spinalkanal führt. Dieser Vorfall kann Druck auf die umliegenden Nervenwurzeln oder das Rückenmark ausüben.
Symptome
Typische Symptome sind Nackenschmerzen, ausstrahlende Schmerzen in Arme und Schultern, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche. Oft sind die Schmerzen intensiver bei Bewegungen des Kopfes oder des Nackens. Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule kann eine der Nervenwurzeln einklemmen, die Arm und Hand versorgen. Betroffene leiden häufig unter Nackenschmerzen, die sich bei Kopfbewegungen verstärken, sowie unter Schmerzen, Gefühlsstörungen und Schwäche in Arm und Hand. Besonders in der dominanten Hand können Schwäche und Taubheitsgefühle den Alltag erheblich beeinträchtigen. Bei einer Nervenwurzeleinklemmung werden Schmerzen und Kribbeln nicht im gesamten Arm und in der Hand gespürt, sondern spezifisch im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
Lokalisation und zugeordnete Symptome
- C6-Nervenwurzel: Wenn beispielsweise die sechste Nervenwurzel betroffen ist, strahlt der Schmerz bis in den Daumen, Zeigefinger und Ringfinger.
- C7-Nervenwurzel: Ist die siebte Nervenwurzel beeinträchtigt, treten die Beschwerden im Mittelfinger auf.
- C7-Nervenwurzel: Der Kennmuskel, also der Muskel der einer bestimmten Nervenwurzel zuzuordnen ist, ist bei der Nervenwurzel C7 der Musculus triceps brachii, der Triceps. Dieser Muskel sitzt an unserem hinteren Oberarm und streckt den Arm im Ellenbogen, also diesen Muskel trainieren und brauchen wir zum Beispiel bei der Durchführung von Liegestützen. Bei Druck auf die Nervenwurzel C7 kann es zu einer Lähmung, d.h. einen Kraftverlust des Triceps kommen.
Typische Lähmungserscheinungen können auf die jeweilige Nervenwurzel hinweisen: Schwäche beim Heben des Arms deutet auf eine Störung der fünften Nervenwurzel hin.
Behandlung
Die Behandlung bei einem Bandscheibenvorfall in der Höhe C6/C7 ist häufig über eine konservative Therapie möglich mit Physiotherapie, Wärmebehandlung und niedrig dosierten „eher“ schwachen Schmerzmedikamenten der Stufe WHO I. Dies sind die nichtsteroidalen Antiphlogistika wie z.B. Ibuprofen oder Diclofenac. Auch die kurzfristige Gabe von Cortison auch als Infusion (dies gilt nicht als Dauerlösung !!!) führt zu einer Schmerzlinderung.
Vorbeugung von Halswirbelsäulenproblemen
- Ergonomie: Achten Sie auf eine ergonomische Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes und Ihrer Freizeitaktivitäten. Der Bildschirm sollte auf Augenhöhe sein, und die Tastatur und Maus sollten so positioniert sein, dass Ihre Hände und Arme entspannt sind. Entsprechende Stühle und Schreibtische helfen Ihnen, eine gute Haltung anzunehmen. Der Kopf sollte immer gerade sein.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist wichtig, um die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit der Halswirbelsäule zu erhalten. Eine kräftige Muskulatur ist der beste Schutz vor Nackenschmerzen.
- Pausen: Vermeiden Sie es, lange Zeit in derselben Position zu verharren.
- Stress vermeiden: Stress kann die Symptome eines Zervikalsyndroms verschlimmern.
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