Ein Hämangioperizytom ist ein seltener Hirntumor, der von den Perizyten der Blutgefäße ausgeht. Im Vergleich zu häufigeren Krebsarten wie Karzinomen, Sarkomen oder Leukämien, stellt das Hämangioperizytom eine besondere Herausforderung in der Diagnose und Behandlung dar. Dieser Artikel beleuchtet die aktuelle Situation der Therapie von Hämangioperizytomen, neue Forschungsansätze und die Erfahrungen von Betroffenen.
Krebsarten im Überblick
Bevor wir uns dem Hämangioperizytom widmen, ist es hilfreich, einen Überblick über die verschiedenen Krebsarten zu geben.
Karzinome
Acht von zehn bösartigen Tumoren sind Karzinome, die aus Epithelzellen entstehen. Diese Zellen bilden die Haut, Schleimhäute und die Deckschichten von Organen, Drüsen und Geweben. Karzinome variieren je nach dem Gewebetyp, aus dem sie hervorgehen. Beispiele hierfür sind:
- Plattenepithelkarzinome (entstehen aus Haut- und Schleimhautzellen)
- Adenokarzinome (entstehen aus Drüsengeweben, z. B. im Darm)
Die meisten Krebsarten sind Karzinome, darunter:
- Bronchialkarzinom (Lungenkrebs)
- Mammakarzinom (Brustkrebs)
- Kolorektales Karzinom (Darmkrebs)
- Prostatakarzinom (Prostatakrebs)
- Endometriumkarzinom (Gebärmutterschleimhautkrebs)
- Zervixkarzinom (Gebärmutterhalskrebs)
- Magenkarzinom (Magenkrebs)
- Hepatozelluläres Karzinom (Leberkrebs)
- Pankreaskarzinom (Bauchspeicheldrüsenkrebs)
- Nierenkarzinom (Nierenkrebs)
- Ovarialkarzinom (Eierstockkrebs)
- Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs)
- Ösophaguskarzinom (Speiseröhrenkrebs)
- Schilddrüsenkarzinom (Schilddrüsenkrebs)
- Analkarzinom (Analkrebs)
Es ist wichtig zu beachten, dass Karzinome in nahezu allen Organen und Geweben des Körpers auftreten können, die Epithelzellen enthalten. Einige Karzinome sind jedoch seltener, wie Schilddrüsenkrebs und Gallenblasenkrebs. In Deutschland erkranken jährlich etwa 8.160 Menschen neu an Gallenblasen- oder Gallengangkrebs, während im Jahr 2018 etwa 4.300 Frauen und 2.000 Männer mit der Diagnose Schilddrüsenkrebs konfrontiert wurden.
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Sarkome
Sarkome entstehen aus Bindegewebe, Muskeln, Fett, Knorpeln oder Knochen und sind im Vergleich zu Karzinomen eher selten. Die häufigste Form ist das Osteosarkom, auch bekannt als Knochenkrebs. Es gibt knapp 80 verschiedene Formen von Weichteilsarkomen. Die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt, aber Strahlentherapien, Kontakt mit Asbest und Vorerkrankungen wie Neurofibromatose scheinen das Risiko zu erhöhen.
Leukämie
Leukämie, umgangssprachlich als Blutkrebs bekannt, ist eine Erkrankung des blutbildenden Systems, das Blut und Knochenmark umfasst. Bei einer Leukämie bildet der Körper kranke weiße Blutkörperchen, die gesunde Blutzellen verdrängen. Der Begriff „Leukämie“ stammt aus dem Griechischen: „leukos“ bedeutet „weiß“, „haima“ steht für „Blut“.
Im Gegensatz zu Karzinomen und Sarkomen, die zunächst lokale Tumore bilden, breiten sich die kranken Blutkörperchen bei Leukämie über das Blut im gesamten Körper aus. Eine frühe Diagnose ist daher besonders wichtig, wird jedoch oft durch unspezifische Symptome erschwert. Akute Leukämien gehen mit plötzlichen und schweren Beschwerden einher, während chronische Leukämien einen schleichenden Verlauf haben.
Es gibt vier Hauptformen der Leukämie:
- Akute lymphoblastische Leukämie (ALL)
- Akute myeloische Leukämie (AML)
- Chronische myeloische Leukämie (CML)
- Chronische lymphatische Leukämie (CLL)
Zusätzlich gibt es seltenere Formen wie die Prolymphozytenleukämie (PLL) und die Haarzellleukämie (HCL).
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Lymphome
Lymphom, umgangssprachlich Lymphdrüsenkrebs genannt, ist ein Überbegriff für Krebserkrankungen des lymphatischen Systems, das Lymphknoten, Mandeln und Milz umfasst. Lymphatisches Gewebe findet sich auch in der Haut, im Magen und im Darm. Ähnlich wie bei Leukämie vermehren sich die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) bei einem Lymphom unkontrolliert.
Gliome
Krebsarten, die direkt im Gehirn oder Rückenmark entstehen, werden als Gliome bezeichnet. Sie gehen von Gliazellen aus, die Nervenzellen stützen und eine isolierende Schicht um die Nervenfasern bilden.
Blastome
Blastome sind Tumore, die durch fehlerhafte Zellteilung im Embryonalgewebe entstehen und sich bereits vor der Geburt bilden, weshalb vor allem Kinder betroffen sind.
Hämangioperizytom: Eine Seltene Tumorart
Das Hämangioperizytom ist ein seltener Tumor, der von den Perizyten der Blutgefäße ausgeht. Diese Tumoren können sowohl gutartig als auch bösartig sein und treten in verschiedenen Körperregionen auf, einschließlich des Gehirns. Im Gehirn können Hämangioperizytome neurologische Symptome verursachen, die von Kopfschmerzen und Übelkeit bis hin zu fokalen neurologischen Ausfällen reichen, abhängig von der Größe und Lage des Tumors.
Diagnose und Symptome
Die Diagnose eines Hämangioperizytoms erfolgt in der Regel durch bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomographie (MRT) und Computertomographie (CT). Die MRT ist besonders sensitiv bei der Detektion pathologischer Veränderungen im Gehirn und unverzichtbar für die präoperative Planung. Funktionelle MRT (fMRT) und Diffusions-Tensor-Bildgebung (DTI) sind spezialisierte Methoden, die eine Lokalisationsdiagnostik von "eloquenten" Hirnregionen bzw. von Bahnsystemen in anatomischer Beziehung zu Gehirntumoren erlauben.
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Zu den häufigsten Symptomen bei intrakraniellen Tumoren gehören Kopfschmerzen, Nausea, Nüchternerbrechen und Visusminderung. Abhängig von der Lokalisation, Histologie und Wachstumsgeschwindigkeit können auch neurologische fokale Zeichen auftreten, die durch die Infiltration neuronaler Strukturen, Kompression oder Ischämie verursacht werden. Epileptische Anfälle sind ebenfalls häufige Symptome.
Therapieansätze
Die Behandlung von Hämangioperizytomen umfasst in der Regel eine Kombination aus chirurgischer Resektion, Strahlentherapie und in einigen Fällen Chemotherapie.
Chirurgische Resektion
Die vollständige chirurgische Entfernung des Tumors ist das primäre Ziel der Behandlung. Die Zugangswege zur Tumorentfernung variieren je nach Lage des Tumors. Mögliche Zugänge sind:
- Supraorbitaler Zugang (für Tumoren oberhalb des Sehnervs)
- Lateraler Zugang (für Tumoren seitlich des Sehnervs)
- Transkonjunktivaler Zugang (hinterlässt keine sichtbaren Narben)
- Transsphenoidaler Zugang (über die Nase und Keilbeinhöhle zur Schädelbasis)
- Kopfzugänge (transkranielle Zugänge) für Prozesse mit Ausdehnung im hinteren Orbitatrichter
Strahlentherapie
Die Strahlentherapie wird oft als adjuvante Therapie nach der Operation eingesetzt, um verbleibende Tumorzellen zu zerstören und das Risiko eines Rezidivs zu verringern. Moderne Strahlentherapietechniken wie das Gamma Knife oder Cyberknife ermöglichen eine präzise Bestrahlung des Tumors bei gleichzeitiger Schonung des umliegenden Gewebes.
Chemotherapie
Die Chemotherapie spielt bei der Behandlung von Hämangioperizytomen eine untergeordnete Rolle, da diese Tumoren oft nicht gut auf Chemotherapeutika ansprechen. In einigen Fällen kann sie jedoch in Kombination mit anderen Therapien eingesetzt werden.
Neue Therapieansätze und Forschung
Die Forschung im Bereich der Hirntumoren hat in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte gemacht. Neue Medikamente und Therapien haben dazu geführt, dass Krebs nicht mehr zwangsläufig ein Todesurteil ist. Einige Krebsarten gehen mit höheren Heilungschancen einher als andere - immer vorausgesetzt, dass sie früh genug diagnostiziert und rasch behandelt werden.
Ein Forschungsschwerpunkt von Pharmafirmen liegt darauf, Krebserkrankungen immer besser und verträglicher zu behandeln. Das global aufgestellte Onkologie-Unternehmen BeOne Medicines etwa arbeitet an 175 klinischen Arzneimittelstudien. Martin Völkl, General Manager bei BeOne für Deutschland und Österreich, hat das Ziel, mehr klinische Studien nach Deutschland zu holen.
Die Initiative „Vision Zero in der Onkologie“ hat ein Positionspapier vorgelegt, das Hürden aufzeigt, die eine wirksame Behandlung von Lungenkrebs verhindern, und konkrete Handlungsempfehlungen enthält. Ohne Patient:innen-Beteiligung auf Augenhöhe werden Krebsforschung und -versorgung immer ihren Möglichkeiten hinterherlaufen. Unter dem Dach von „Vision Zero in der Onkologie“ ist eine Reformagenda mit sieben Punkten für eine moderne, gerechte und innovationsfreundliche Krebsversorgung in Deutschland entstanden.
Molekulare Diagnostik
Die Befundung und Beurteilung der Hirntumoren erfolgt nach der WHO-Klassifikation in ihrer revidierten Fassung von 2016. Die neue WHO-Klassifikation berücksichtigt nun auch molekulare Parameter im Sinne von genetischen Veränderungen, was die diagnostische und prognostische Aussagekraft erhöht. Die Einteilung der Tumoren nach ihrem Malignitätsgrad erfolgt nach histopathologischen und zytopathologischen Kriterien.
In den vergangenen Jahren wurde eine Vielzahl von chromosomalen, genetischen und epigenetischen Defekten identifiziert, die an der Entstehung und malignen Progression von Tumoren des Nervensystems beteiligt sind. Aufbauend auf diesen Befunden konnten erste Modelle zur molekularen Pathogenese der astrozytären und oligodendroglialen Tumoren, der Medulloblastome und der Meningeome abgeleitet werden. Aus der Vielzahl der in diesen Tumoren nachgewiesenen molekularen Veränderungen haben sich inzwischen drei Parameter von klinischer Bedeutung herauskristallisiert:
- MGMT-Promotormethylierung beim Glioblastom
- 1p/19q-Deletionen bei oligodendroglialen Tumoren
- IDH-Mutationen bei diffusen astrozytären und oligodendroglialen Tumoren
Herausforderungen und Perspektiven
Trotz der Fortschritte in der Krebsforschung und -therapie gibt es weiterhin Herausforderungen bei der Behandlung von Hämangioperizytomen. Die Seltenheit dieser Tumoren erschwert die Durchführung großer klinischer Studien, um neue Therapieansätze zu entwickeln und zu evaluieren. Zudem können Hämangioperizytome rezidivieren, selbst nach erfolgreicher Erstbehandlung.
Die Erfahrungen von Betroffenen zeigen, wie wichtig der Austausch mit anderen Patienten und spezialisierten Ärzten ist. In Foren und Selbsthilfegruppen können sich Patienten über ihre Erfahrungen austauschen und Informationen über Behandlungsmethoden und Nebenwirkungen erhalten.
Fallbeispiele und Erfahrungen von Betroffenen
Die persönlichen Erfahrungen von Patienten mit Hämangioperizytomen verdeutlichen die Herausforderungen und Behandlungswege:
- Ein Patient wurde 1994 das erste Mal mit einem Hämangioperizytom diagnostiziert, das operativ entfernt und anschließend bestrahlt wurde. Nach jahrelanger Nachsorge wurde ein neuer Tumor entdeckt und operiert.
- Ein anderer Patient hatte ein Hämangioperizytom in der Brustwirbelsäule, das rezidivierte und metastasierte.
- Ein Patientin wurde 1993 das erste Mal am Hirntumor operiert. Der histologische Befund ergab ein Hämangioperizytom. Sie wurde 2002 und 2004 erneut operiert, und es bildeten sich wieder neue Tumore.
- Bei einem Patienten wurde im Dezember 2004 ein Hämangioperizytom entfernt. Nun wurde ein Rezidiv entdeckt, das sich an der Hirnhaut angedockt hat.
Diese Beispiele zeigen, dass Hämangioperizytome eine langfristige Nachsorge und gegebenenfalls wiederholte Behandlungen erfordern.
Aktuelle Entwicklungen
Wie kürzlich berichtet wurde, wurde bei dem Mann einer Betroffenen ein Rezidiv eines Hämangioperizytoms entfernt. Der ursprüngliche Tumor konnte nicht entfernt werden, da er zu tief im Gehirn sitzt. Da der Tumor so selten ist, gibt es dazu keine Studien. Im Internet wurde gelesen, dass diese Tumorart auf Chemo so gut wie gar nicht anspricht.
Gamma Knife und Cyberknife
Bei Rezidiven in dieser Größe ist seit einiger Zeit das Gamma Knife die erste und erfolgreichste Wahl.
Bedeutung der Patientenbeteiligung
Ohne Patient:innen-Beteiligung auf Augenhöhe werden Krebsforschung und -versorgung immer ihren Möglichkeiten hinterherlaufen - mit der Folge, dass Menschen unnötig leiden oder frühzeitig versterben. Unter dem Dach von „Vision Zero in der Onkologie“ und ihrem „Initiativkreis Patient:innen“ ist deshalb eine Reformagenda entstanden mit sieben Punkten für „eine moderne, gerechte und innovationsfreundliche Krebsversorgung in Deutschland.“ Das Ziel: Die Stimmen der Betroffenen hörbar machen.
Hirntumoren im Kindes- und Jugendalter
Im Kindes- und Jugendalter (<15 Jahre) stehen die Tumoren des zentralen Nervensystems (ZNS) mit einem Anteil von ca. 25 % an 2. Stelle aller onkologischen Erkrankungen. Insgesamt erkranken in Deutschland jährlich ca. 430 Kinder an einem ZNS-Tumor. Die häufigsten ZNS-Tumoren sind Astrozytome (46 %), gefolgt von Medulloblastomen (12 %), Ependymomen (10 %), Kraniopharyngeomen (4 %) und die anderen embryonalen Tumoren des ZNS (ehemals stPNETs; 2 %).
Risikofaktoren
Ionisierende Strahlen (z. B. im Rahmen der Behandlung einer Leukämie oder eines ZNS-Tumors), hereditäre Tumorprädispositionssyndrome (in 5-10 % aller ZNS-Tumoren, z. B. bei erblichen Krankheiten wie tuberöse Sklerose, Neurofibromatose Typ 1 und 2, von-Hippel-Lindau-Syndrom, Li-Fraumeni-Syndrom, Gorlin-Goltz-Syndrom, familiäres Retinoblastom, familiäre Polyposis, Rhabdoid-Tumor-Prädispositionssyndrom, DICER1, multiple endokrine Neoplasie Typ 1) und lang anhaltende Immunsuppression gehören zu den wenigen gut gesicherten Risikofaktoren für die Entstehung von ZNS-Tumoren beim Menschen.
Klassifikation und Graduierung
Die aktuelle Klassifikation der ZNS-Tumoren erfolgt entsprechend der 2016 überarbeiteten Fassung der WHO-Klassifikation der Tumoren des Nervensystems. In diesem System erfolgt die Einteilung nach histologischen, immunhistologischen und unter Einbeziehung bisher bekannter molekular-neuropathologischer und molekulargenetischer Befunde. Insgesamt werden 4 histologische Malignitätsgrade unterschieden, die mehrheitlich mit dem biologischen Verhalten und der klinischen Prognose korrelieren:
- WHO-Grad I - niedriggradiger, benigner, hochdifferenzierter Tumor mit langsamer Wachstumstendenz,
- WHO-Grad II - bedingt benigner, langsam proliferierender, häufig infiltrativ wachsender Tumor,
- WHO-Grad III - maligner, schnell proliferierender Tumor,
- WHO-Grad IV - hochmaligner, undifferenzierter Tumor mit hoher Proliferationsrate.
Diagnostik
In der neuropathologischen Diagnostik werden mittels zytologischer und immunhistochemischer Verfahren die zelluläre Differenzierung, die zelluläre und nukleäre Polymorphie, die Tumorzelldichte, die Mitoserate, die Endothelproliferationsrate und die Gewebsnekrosen beurteilt. Molekularbiologische Methoden dienen u. a. zur Abgrenzung bzw. dem Nachweis spezifischer Tumorentitäten (z. B. des atypischen teratoiden/rhabdoiden Tumors [AT/RT], des diffusen Mittellinienglioms oder des ETMR), dem Nachweis von inaktivierten Tumorsuppressorgenen (z. B. PTCH-oder TP53-Gen), aktivierten Onkogenen (z. B. C-Myc oder N-Myc), zur Beurteilung der Expression spezifischer Proteine (z. B. von beta-Katenin oder Tyrosinkinasen).
Klinische Symptome
Die klinischen Symptome sind vor allem abhängig vom Alter des Kindes, d. h. seinem physischen und psychomotorischen Entwicklungsstand, sowie von der Lokalisation, Ausbreitung und Histologie des Tumors. Im Säuglings- und Kleinkindalter ist die Diagnostik durch die mangelnde Kooperationsfähigkeit bzw. -bereitschaft der Kinder erschwert. Ältere Kinder zeigen häufig Symptome, die mit denen bei Erwachsenen vergleichbar sind.
Bildgebende Verfahren
Die computertomografische Diagnostik hat heute nur noch Bedeutung in der Notfalldiagnostik (Neudiagnose, Therapiekomplikationen, Shuntkontrolle), Beurteilung von verkalkten Tumoranteilen (z. B. beim Kraniopharyngeom) und Beurteilung von knöchernen Strukturen.
Diffuse Gliome
Die diffusen Gliome umfassen in der neuen Klassifikation astrozytäre Tumoren und Oligodendrogliome des WHO-Grads II und III, die Glioblastome des Grads IV und die damit verwandten diffusen Gliome des Kindesalters.
Neue Entitäten und Veränderungen in der Klassifikation
- Die Diagnose „Glioblastom, NOS“ wird gestellt, wenn eine vollständige IDH-Mutationsanalyse nicht möglich ist.
- Als provisorische neue Entität wurde das epitheloide Glioblastom eingeführt, das zusammen mit dem Riesenzell-Glioblastom und dem Gliosarkom zu den IDH-Wildtyp-Glioblastomen gezählt wird.
- Als neues Muster wurde das Glioblastom mit primitiver neuronaler Komponente eingeführt, früher als Glioblastom mit PNET-artiger Komponente bezeichnet.
- Die Diagnose eines Oligodendroglioms oder eines anaplastischen Oligodendroglioms erfordert den Nachweis einer IDH-Mutation sowie einer 1p/19q-Kodeletion.
- Die Diagnose eines Oligoastrozytoms wird in der neuen Klassifikation nicht mehr empfohlen.
- Ein gut zu definierender Typ von Tumoren, der vor allem bei Kindern (nur gelegentlich auch bei Erwachsenen) auftritt, ist charakterisiert durch die K27M-Mutation im H3F3A-Gen für das Histon H3 oder seltener im eng verwandten Gen HIST1H3B, ein diffuses Wachstumsmuster und eine Lokalisation nahe der Mittellinie (z. B. Thalamus, Hirnstamm, Rückenmark). Diese neue Entität wird künftig als diffuses Mittellinien-Gliom, H3 K27M-mutiert, geführt und umfasst auch das frühere diffuse intrinsische pontine Gliom (DIPG).
- Das früher so genannte pleomorphe Xanthoastrozytom mit anaplastischen Eigenschaften wird in der Aktualisierung der Klassifikation als eigene Entität mit dem Namen anaplastisches pleomorphes Xanthoastrozytom, WHO-Grad III, geführt.
- Die neue Entität des diffusen leptomeningeal-glioneuronalen Tumors war bisher unter verschiedenen Namen bekannt, v. a. als disseminierter Oligodendroglia-artiger leptomeningealer Tumor des Kindesalters.
- Das Gliederungskonzept der Medulloblastome wurde grundlegend überarbeitet; Neuerungen ergeben sich v. a. aus der Kombination histologischer und molekularer Klassifikationsmuster.
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