Herbert Knebels Affentheater: Ein Dauerbrenner ohne Nerven

Herbert Knebels Affentheater ist seit Jahrzehnten eine feste Größe in der deutschen Comedy-Szene. Mit ihrem unverkennbaren Ruhrpott-Humor und den liebevoll gezeichneten Figuren haben sie sich eine treue Fangemeinde erspielt. Ihr Programm „Männer ohne Nerven“ ist ein Paradebeispiel für ihre Kunst: eine Mischung aus Alltagssatire, Musik und derber Komik, die das Publikum immer wieder aufs Neue begeistert.

Das Konzept: Männer am Rande des Nervenzusammenbruchs

Der Titel „Männer ohne Nerven“ ist Programm. Herbert Knebel, alias Uwe Lyko, schlüpft in die Rolle des grantelnden Rentners, der sich über die Widrigkeiten des Lebens aufregt. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und karikiert auf humorvolle Weise die kleinen und großen Katastrophen des Alltags.

In der Ankündigung des Kulturamtes Senden heißt es treffend: „Da mach der eine oder andere denken, dat hab ich mir schon immer gedacht, dat die keine Nerven haben, sons würden se so Programme nich machen. Und dat stimmt auch.“ Das Programm zeigt extremste Beispiele auf, wo man mit Nerven schon verloren hat: die erste Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht, ein Kindergeburtstag oder ein abendlicher Besuch der Essener Innenstadt.

Die Figuren: Ein liebenswertes Quartett

Herbert Knebel wäre nicht Herbert Knebel ohne seine kongenialen Mitstreiter. Ernst Pichel alias Martin „Alfi“ Breuer am Bass, Ozzy Ostermann (Georg Göbel) an der Gitarre und der „Trainer“ Detlef Hinze am Schlagzeug stehen ihm zur Seite. Gemeinsam bilden sie eine skurrile Truppe, die mit viel Spielfreude und musikalischer Kompetenz überzeugt.

Knebel selbst gibt den spröden Charmeur mit der Helmut-Schmidt-Kappe, der in bügelfreier beiger Polyester-Jacke über Politik, Sport und Modetrends herzieht. Dabei plaudert er immer wieder Intimes aus dem Ehealltag mit seiner Frau Guste aus, was für zusätzliche Lacher sorgt.

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Die Musik: Rockklassiker im Ruhrpott-Sound

Ein wichtiger Bestandteil von Herbert Knebels Affentheater ist die Musik. Die Band covert Rock- und Pop-Klassiker und verpasst ihnen humoristisch-hintergründige Texte in deutscher Sprache. Aus Johnny Cashs „Ring of Fire“ wird „Ja, dat brennt, dat alte Feuer“, und Scott McKenzies „San Francisco“ wird zum Protestlied gegen Senioren-Verwahranstalten umgedichtet: „Ich geh nich in Sankt Franziskus“.

Dabei schrecken die Herren auch vor wilden Bühnenperformances nicht zurück. Knebel wackelt mit den Hüften wie Mick Jagger, macht Luftsprünge wie Angus Young und Gitarrist Ozzy malträtiert sein Instrument mit den Zähnen wie Keith Richards.

Die Themen: Alltagssorgen und zwischenmenschliche Fiasken

Die Themen, die Herbert Knebel in seinen Programmen behandelt, sind vielfältig und dem Leben entnommen. Es geht um die kleinen und großen Sorgen des Alltags, um zwischenmenschliche Beziehungen und die Tücken der Technik.

So erzählt Knebel von seinen Abenteuern beim Schwimmen, im indischen Restaurant oder beim Sandalenkauf mit Gattin Guste, die natürlich immer im Fiasko enden. Auch die Probleme mit der modernen Technik werden aufs Korn genommen, wenn Knebel beispielsweise über die Tücken des Internets oder die Unverständlichkeit von Gebrauchsanweisungen klagt.

Das Jubiläumsprogramm „Rocken bis qualmt“

Neben dem regulären Programm „Männer ohne Nerven“ präsentierte Herbert Knebels Affentheater von Sommer 2017 bis Sommer 2018 ein reines Musikprogramm unter dem Titel „Rocken bis qualmt“. Hierbei wurden die tollsten Songs aus den Programmen der letzten dreißig Jahre präsentiert, angereichert mit Herbert Knebels Moderationen. Als musikalische Verstärkung wurden Henjek und Stenjek, die ehemalige Bläsersektion der Familie Popolski, verpflichtet.

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Der Erfolg: Kultstatus und treue Fans

Herbert Knebels Affentheater ist seit über 25 Jahren erfolgreich im Geschäft. Uwe Lyko hat mit seiner Figur des Herbert Knebel eine Kultfigur geschaffen, die sich durch ihren trockenen Humor und ihre Authentizität auszeichnet. Die Fangemeinde ist groß und schätzt die ehrliche und ungeschminkte Art der Künstler.

Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Kombination aus Humor, Musik und den liebenswerten Figuren. Herbert Knebel nimmt sich selbst und die Welt nicht zu ernst und schafft es, das Publikum immer wieder aufs Neue zum Lachen zu bringen. Dabei trifft er mit seinen Themen den Nerv der Zeit und spricht vielen Menschen aus der Seele.

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