Herbert Knebels Affentheater, die rüstige Rentnergang aus dem Herzen des Ruhrgebiets, begeistert ihr Publikum seit Jahrzehnten mit einer einzigartigen Mischung aus Comedy und Live-Musik. Auch nach über 37 Jahren Bühnenerfahrung stehen die Herren um Uwe Lyko alias Herbert Knebel noch voll im Saft und touren unermüdlich mit ihren Programmen durch die Lande. Dabei präsentieren sie dem Publikum immer wieder aufs Neue ihren knorrigen Humor, hintersinnige Beobachtungen und natürlich jede Menge Musik.
Die Anfänge und der Aufstieg zum Kult
Die Geschichte von Herbert Knebels Affentheater begann im Jahr 1988 mit der Gründung der Band und dem ersten Bühnenstück „Premiere“ in der Zeche Carl in Essen. Schnell entwickelte sich die Gruppe zu einem festen Bestandteil der Ruhrpott-Kulturszene. Bereits 1990 stieg Detlef Hinze in die Band ein, und 1993 übernahm Georg - Ozzy Ostermann - Goebel-Jakobi den Platz von Gründungsmitglied Sigi Domke. Im Jahr 1995 erhielt die Gruppe einen Vertrag bei Sony Music, was ihren Bekanntheitsgrad weiter steigerte.
Das Erfolgsrezept: Ruhrpott-Humor und Rock'n'Roll
Das Erfolgsrezept von Herbert Knebels Affentheater ist denkbar einfach: Man nehme eine gehörige Portion Ruhrpott-Humor, vermische sie mit rockigen Klängen und würze das Ganze mit einer Prise Selbstironie. Heraus kommt ein Bühnenprogramm, das Jung und Alt gleichermaßen begeistert.
Herbert Knebel, der Mann mit der Helmut-Schmidt-Kappe und der beigen Polyester-Jacke, grantelt sich in seinen Programmen durch den Alltag, regt sich über Politik, Sport und Modetrends auf und plaudert immer wieder mal Intimes aus dem Ehealltag mit seiner Frau Guste aus. Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und serviert dem Publikum seine Beobachtungen mit trockenem Humor und sprödem Charme.
Musikalisch wird Knebel von seinen kauzigen Kumpeln Ernst Pichl (Bass), Ozzy Ostermann (Gitarre) und dem Trainer (Schlagzeug) unterstützt. Gemeinsam rocken die vier Herren die Bühne und präsentieren dem Publikum charmant-verschrobenen Ruhrpott-Coverversionen bekannter Rock- und Popsongs. Aus „Lucy in the Sky with Diamonds“ wird beispielsweise „Mutti macht Geschrei, wenne heim komm’s“, und aus „Knocking on Heaven’s Door“ wird „Nackend am Baggerloch“.
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"Männer ohne Nerven": Ein Programm für alle Fälle
Ein besonders beliebtes Programm von Herbert Knebels Affentheater war „Männer ohne Nerven“. In diesem Programm bewiesen die vier Herren, dass es Situationen im Leben gibt, in denen man mit Nerven keine Chance hat. Sei es bei der ersten Kontaktaufnahme mit dem anderen Geschlecht, beim Kindergeburtstag oder nach 18 Uhr in der Essener Innenstadt - Knebel und seine Kollegen zeigten dem Publikum auf humorvolle Weise, wie man(n) in solchen Situationen am besten die Nerven behält - oder eben auch nicht.
Uwe Lyko alias Herbert Knebel sagte selbst über das Programm: „Boh glaubse, schon wieder en neues Programm von Herbert Knebels Affentheater! Jetz mach der eine oder andere denken, dat hab ich mir schon immer gedacht, dat die keine Nerven haben, sons würden se so Programme nich machen. Und dat stimmt auch! Aber et gibt noch jede Menge Situationen im Leben von uns, speziell als Mann, wo du mit Nerven keine Chance has, nich ma mit Nerven wie Drahtseile, zum Beispiel bei die erste Kontaktaufnahme mit ein andern Geschlecht oder auch Kindergeburtstach oder S-Bahn fahren oder nach 18.00 Uhr inne Essener Zitty …. Jedenfalls geht et um all sowat in unserm Programm, aber nich nur, sons wär ja langweilig.“
Das Programm war gespickt mit heißen Rhythmen, coolen Gags und natürlich jeder Menge Musik. Das Publikum konnte sich auf einen Abend voller guter Laune und herzerfrischendem Ruhrpott-Humor freuen.
"Voll Karacho!": Ein neues Kapitel beginnt
Nachdem der Trainer beim ausschweifenden Tourleben nicht mehr mithalten konnte und sich in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet hat, gehen Herbert Knebel, Ozzy Ostermann und Ernst Pichel mit dem Programm "Voll Karacho!" auf Tour. Unterstützt werden sie dabei von drei Musikern der internationalen Spitzenklasse: An den Blasrohren Tomek und Ludek und an der Schießbude „Bumm-Bumm“-Roy aus Remscheid.
Herbert Knebel solo: Ein Blick in die Seele des Ruhrpott-Rentners
Neben den Auftritten mit dem Affentheater ist Herbert Knebel auch immer wieder solo unterwegs. In seinen Soloprogrammen gewährt er dem Publikum einen noch tieferen Einblick in seine Seele und spricht über die Schattenseiten des Ruhms, Sex im Alter und die verletzliche Psyche hinter dem strahlenden Äußeren des Ruhrpott-Rentners.
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Besonders erwähnenswert sind die Soloprogramme „Ich glaub, ich geh kaputt…!“, „Jetz is, wo früher inne Vergangenheit die Zukunft war“ und „Im Liegen geht’s!“. In diesen Programmen beweist Knebel einmal mehr seine Fähigkeit, alltägliche Beobachtungen mit subtiler Schläue zu erzählen und dem Publikum so einen Spiegel vorzuhalten.
Knebels Affentheater: Eine Institution im Ruhrgebiet
Herbert Knebels Affentheater ist längst zu einer Institution im Ruhrgebiet geworden. Die Auftritte der Band sind Kult, und ihre Programme begeistern das Publikum immer wieder aufs Neue. Mit ihrem einzigartigen Mix aus Comedy und Live-Musik haben sich Herbert Knebel und seine Kollegen einen festen Platz in den Herzen der Ruhrpott-Fans erobert.
Die Musik: Von Rock-Klassikern zu Ruhrpott-Hymnen
Ein wesentlicher Bestandteil der Auftritte von Herbert Knebels Affentheater ist die Musik. Die Band covert bekannte Rock- und Popsongs und verwandelt sie in charmant-verschrobenen Ruhrpott-Hymnen. Dabei beweisen die Musiker nicht nur ihr instrumentales Können, sondern auch ihren Sinn für Humor.
Zu den legendärsten Cover-Versionen des Affentheaters gehören unter anderem „Rauch ausse Wohnung“ (Smoke on the Water), „Mutti macht Geschrei, wenne heim komm’s“ (Lucy in the Sky with Diamonds) und „Nackend am Baggerloch“ (Knocking on Heaven’s Door).
Auszeichnungen und Ehrungen
Im Laufe ihrer Karriere wurden Herbert Knebels Affentheater mit zahlreichen Preisen und Ehrungen ausgezeichnet. So erhielten sie unter anderem den WDR-Hörfunkpreis und den Ehrenpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für ihre Verdienste um die Ruhrgebietskultur.
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