Ein Glioblastom ist eine aggressive Form von Hirntumor, die bekanntermaßen schwer zu behandeln ist. Im Endstadium dieser Erkrankung rückt die Linderung von Leid und die bestmögliche Gestaltung der verbleibenden Zeit in den Vordergrund. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen von Betroffenen und Angehörigen, die typischen Symptome im Endstadium und die Möglichkeiten der palliativen Versorgung.
Die Diagnose Glioblastom: Ein Todesurteil?
Die Diagnose eines Glioblastoms ist oft ein Schock, sowohl für den Patienten als auch für die Familie. Es ist wichtig zu verstehen, dass es sich in der Regel um eine unheilbare Erkrankung handelt. Der Krebs kehrt meist zurück und es kommt im Laufe der Therapie zu dem Punkt, an dem es keine Behandlungsmöglichkeiten mehr gibt, um das Wachstum des Tumors zu stoppen. Dies kann für die Patienten und ihre Familien unglaublich schwer zu verkraften, da es sich um eine unheilbare Diagnose handelt.
Erfahrungen von Angehörigen
Viele Angehörige beschreiben die Zeit mit einem Glioblastom-Patienten als eine immense Belastungsprobe. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass man als Mensch seine Grenzen hat. Fehler passieren, und es ist entscheidend, sich selbst zu vergeben, besonders wenn man im Umgang mit dem kranken Familienmitglied ungerecht war.
Einige Angehörige berichten von Gefühlen der Einsamkeit und der Angst vor der Zukunft. Der Verlust eines Elternteils oder Partners kann tiefe Wunden hinterlassen, besonders wenn man jung ist und sich die Zukunft anders vorgestellt hat.
Symptome im Endstadium
Im Endstadium der Erkrankung kommt es durch einen wachsenden Tumor im Gehirn zu verschiedenen Symptomen, die die Lebensqualität stark beeinträchtigen können. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
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Hirndruck
Ein wachsender Tumor im Gehirn kann zu einem Zustand führen, der als Hirnödem bezeichnet wird, d. h. zu einer Ansammlung von Flüssigkeit im Gehirn. Dies führt zu Hirndruck, der sich durch Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen äußern kann. Diese Symptome können für die Patienten sehr schwer zu ertragen sein, und oft bringen Schmerzmittel nicht die gewünschte Linderung. Steroide werden in dieser Situation häufig eingesetzt, um die Schwellung des Gehirns zu verringern und die Symptomatik des Patienten deutlich zu verbessern.
Bewusstseinsverlust und Verwirrung
Wenn ein Hirntumor wächst, kann er auf nahe gelegenes Hirngewebe drücken und dieses schädigen. Dies kann zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Krampfanfällen, Seh-, Hör-, Gleichgewichts- und Koordinationsproblemen führen, und wenn ein Hirntumor groß genug ist, kann er zur Bewusstlosigkeit führen.
Wesensveränderung
Das Gehirn ist die Schaltzentrale für den gesamten Körper. Es sendet und empfängt Signale zu und von allen anderen Teilen des Körpers. Das Gehirn besteht aus vielen verschiedenen Teilen, die alle zusammenarbeiten. Ein Hirntumor ist eine Masse oder ein Wachstum von abnormen Zellen im Gehirn. Hirntumore können wachsen und sich ausbreiten und in nahe gelegenes gesundes Hirngewebe eindringen. Dies kann zu Problemen mit der Funktionsweise des Gehirns führen. Es kann für Familien und Angehörige sehr schwierig sein, zu sehen, wie sich der Charakter eines Menschen so dramatisch verändert. Manchmal können Menschen mit Hirntumoren aggressiv oder obzön werden. Das kann für Familien und Angehörige sehr schwer zu verkraften sein.
Schluckstörung
Wenn der Hirntumor wächst, kann er auf die Nerven drücken, die das Schlucken kontrollieren. Dies kann dazu führen, dass der Betroffene nicht mehr essen oder orale Medikamente einnehmen kann. Dies kann durch eine Nervenschädigung durch den wachsenden Tumor verursacht werden. Sie kann auch durch vermindertes Bewusstsein verursacht werden. Die Person benötigt möglicherweise Hilfe beim Essen und bei der Einnahme von Medikamenten. Möglicherweise muss die Person durch eine Sonde ernährt werden. Aspiration ist ein großes Risiko für Menschen mit Hirntumoren. Von Aspiration spricht man, wenn Flüssigkeiten, Nahrung oder Erbrochenes aus dem Magen hochgezogen und dann eingeatmet (inhaliert) werden. Dies kann zu einer Lungenentzündung führen, die eine schwere Lungeninfektion darstellt. Die Person sollte beim Essen und Trinken aufrecht sitzen. Der Kopf sollte um mindestens 30 Grad erhöht gehalten werden. Dies hilft, eine Aspiration zu verhindern.
Nervenausfälle
Das Glioblastom ist eine Art von Hirntumor, der nahe gelegene Nerven schädigen kann. Dies kann zu neurologischen Ausfällen führen. Die Defizite hängen von der Lage des Tumors ab. Es ist wichtig, auf diese Defizite vorbereitet zu sein.
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Krampfanfälle
Ein Hirntumor kann Anfälle verursachen, indem er auf nahe gelegenes Hirngewebe drückt. Dies kann das Gewebe schädigen und abnorme elektrische Aktivität verursachen. Krampfanfälle können auch durch den Tumor selbst verursacht werden. Wenn eine Person einen Anfall hat, ist es wichtig sicherzustellen, dass sie sich an einem sicheren Ort befindet. Sie sollte sich nicht in der Nähe von Gegenständen aufhalten, an denen sie sich verletzen könnte.
Der Todesverlauf beim Glioblastom
Der Hirntumorwachstum ist ein Prozess, bei dem sich die Tumorzellen teilen und unkontrolliert wachsen. Die Symptome dieser Erkrankung verschlimmern sich mit der Zeit, und der Patient kann schließlich das Bewusstsein verlieren. Wenn der Tumor wächst, kann er auf das Gehirn drücken und Schäden am umliegenden Gewebe verursachen. Wichtige Nervenfunktionen können damit ausgeschaltet werden und grundlegende Funktionen wie Schlucken können nicht mehr funktionieren. Der Hirnstamm ist ein wichtiges Organ, dass alle lebenwichtigen Funktionen zwischen Gehirn und Körper koordiniert. Durch den zunehmenden Druck im Kopf wird dieser komprimiert und es kommt zum Tod. Die mit dem Wachstum des Hirntumors verbundenen neurologischen Defizite verschlimmern sich oft im Laufe der Zeit, und führen häufig zm Tod des Patienten.
Palliativmedizin: Lebensqualität im Fokus
Im Endstadium eines Glioblastoms geht es nicht mehr darum, das Leben zu verlängern oder den Tumor zu heilen. Stattdessen stehen die Symptomkontrolle und die Lebensqualität im Vordergrund. Die Palliativmedizin kann die Symptome und den Stress einer unheilbaren Krankheit lindern. Sie kann Patienten und ihren Familien auch helfen, mit den praktischen Problemen umzugehen, die mit einer unheilbaren Diagnose einhergehen.
Vorteile der Palliativversorgung zu Hause
Der Aufenthalt zu Hause in einer palliativen Situation kann viele Vorteile bieten, darunter ein Gefühl von Komfort, Vertrautheit und Kontrolle. Außerdem können die Patienten so von ihren Angehörigen betreut werden und sind von vertrauten Gesichtern und Gegenständen umgeben.
Unterstützung durch SAPV-Teams
In Deutschland gibt es die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV). Dort versorgen medizinische Teams aus Ärzten und Krankenschwestern Schwerkranke Patienten zu Hause.
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Umgang mit der Angst vor dem Sterben
Niemand von uns weiß, wie sich der Tod anfühlt, und das macht es schwierig, die Angst vor dem Sterben zu bewältigen. Das Sterben ist ein wichtiger Teil des Lebens, und es ist verständlich, darauf vorbereitet zu sein. Es kommt nicht mehr darauf an, das Leben zu verlängern oder Therapien durchzuführen, um den Tumor zu heilen, sondern es kommt jetzt vor allem auf auf die Symptomkontrolle und Lebensqualität an. Es kommt darauf an, Leid zu lindern und die letzten Tage möglichst gut verbringen zu können. Dafür gibt es natürlich sehr individuelle Wünsche, die jeder Mensch in dieser Phase hat.
Begleitung und Unterstützung
Es ist wichtig, den Patienten und seine Familie in dieser schweren Zeit nicht allein zu lassen. Gespräche, Zuneigung und praktische Hilfe können viel bedeuten. Auch der Austausch mit anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen kann hilfreich sein.
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