Die "Treehouse of Horror"-Episoden der Simpsons sind ein fester Bestandteil der Serie und erfreuen sich seit über drei Jahrzehnten großer Beliebtheit. Diese speziellen Halloween-Episoden, die seit der zweiten Staffel produziert werden, bestehen in der Regel aus drei Segmenten, in denen die Simpsons in gruseligen und schaurigen Geschichten mitwirken. Sie werden bevorzugt zum Halloween-Tag (31. Oktober) und schon ein paar Tage vorher gesendet, aber auch, wenn eine Staffel zu Ende ist und eine neue Staffel eingeläutet wird.
Tradition und Parodie
Jedes Jahr verwandeln sich Springfield, seine Bewohner und selbst die vertrautesten Familienmitglieder in Monster, Mörder oder Opfer grotesker Albträume. Die Macher nutzen das Halloween-Special, um Klassiker der Horror- und Popkultur zu parodieren - von «The Shining» über Dracula bis hin zu «The Fly». Dabei wechseln sich schwarzer Humor, Slapstick und gesellschaftliche Satire ab.
Einzelne Episoden und ihre Besonderheiten
Die "Treehouse of Horror"-Folgen sind vielfältig und bieten eine breite Palette an Grusel, Humor und Spannung. Hier einige Beispiele:
Treehouse of Horror I (Staffel 2): Die Simpsons erzählen sich in Barts Baumhaus Schauergeschichten - und geben so der jährlichen Tradition ihren Namen. Im ersten der drei Segmente wird das Geisterhaus-Subgenre des Horrorkinos parodiert. Danach feiern die Aliens Kang und Kodos ihr Debüt, bei dem sie die Simpsons entführen, um sie zu kochen. Und zu guter Letzt wird Edgar Allan Poes legendäres Gedicht «Der Rabe» mit «Simpsons»-Figuren adaptiert.
Treehouse of Horror II (Staffel 3): Die Süßwarenausbeute der Simpson-Kinder an Halloween ist ungeheuer. Noch gigantischer allerdings ist die Fresssucht, mit der Homer, Bart und Lisa alles auf einmal vertilgt haben. In der Nacht werden sie deshalb von schweren Alpträumen geplagt. Lisas Albtraum handelt von einer mysteriösen Affenpfote, Barts Albtraum ist eine Parodie auf "Twilight Zone", und Homers Albtraum dreht sich darum, dass Mr. Burns sein Gehirn in einen Roboter verpflanzt.
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Treehouse of Horror III (Staffel 4): In Barts Geschichte findet er in der Schulbibliothek ein Buch über schwarze Magie. Zuhause versucht Bart, die verstorbene Familienkatze Snowball I wiederzubeleben - doch der Zauber geht schief, und stattdessen steigen die Toten aus dem nahegelegenen Friedhof.
Treehouse of Horror IV (Staffel 5): Im Rahmen der Episode verkauft Homer seine Seele an den Teufel, der sich als Ned Flanders entpuppt, um einen Donut zu bekommen.
Treehouse of Horror V (Staffel 6): Die Simpsons übernehmen die Winteraufsicht über Mr. Burns' Anwesen. Bart entdeckt dabei seine telepathische Fähigkeit, das Shinning. Doch Mr. Burns schaltet Fernsehen und Bier ab, um mehr Arbeit zu erzwingen - was Homer in den Wahnsinn treibt. Außerdem verwandelt Homer versehentlich seinen defekten Toaster in eine Zeitmaschine.
Treehouse of Horror VI (Staffel 7): Eine hervorragende Mischung aus «Simpsons»-Situationskomik, cartoonesker Übertreibung, treffsicherer Persiflage und Storyideen, die dem jüngeren «Simpsons»-Publikum den einen oder anderen Schauer über den Rücken jagen können. Riesige Reklamefiguren laufen Amok, Hausmeister Willie macht einen auf Freddy Krueger und sucht die Träume der Kinder in Springfield heim und Homer wird in der Parodie auf eine «Twilight Zone»-Folge in eine computeranimierte Welt gesogen, die ihn an den von seinem Umfeld wenig geachteten Film «Tron» erinnert.
Treehouse of Horror VII (Staffel 8): Während eines Angelausflugs wird Homer von den Außerirdischen Kang und Kodos entführt, die ihn auffordern, sie zum Anführer der Erde zu bringen.
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Treehouse of Horror XVII (Staffel 18): Homer wird in einer losen Parodie auf «Blob Schrecken ohne Namen» immer hungriger und immer, immer fetter. In einer «Der Golem»-Parodie entdeckt Bart einen Golem, eine Figur aus der jüdischen Mythologie, die er mit Befehlen füttern kann. Auf diese mit Wortwitz bestückte Story folgt eine in Sepiatönen gehaltene, mit visuellen Gags, satirischen Seitenhieben und Situationskomik bestückte Parodie auf Orson Welles' «Krieg der Welten»-Hörspiel und die dazugehörige Massenpanik.
Treehouse of Horror XX (Staffel 21): Zum Auftakt gibt es eine spannende Hitchcock-Persiflage in Grautönen, die aller Suspense zum Trotz den schlagfertigen «Simpsons»-Wortwitz bewahrt. Danach nimmt sich die Folge dem Zombiefilm-Hype der späten 2000er-Jahre an und zum Abschluss wird es hoch stilisiert, wenn in einem theatralen Look der Plot von «Sweeney Todd» auf den liebestollen Barkeeper Moe trifft.
Homers Rolle im Grusel
Homer Simpson spielt in vielen "Treehouse of Horror"-Episoden eine zentrale Rolle. Oft ist er der Auslöser für die gruseligen Ereignisse oder wird selbst zum Opfer übernatürlicher Kräfte. Seine Tollpatschigkeit, seine Gier und seine Naivität machen ihn zu einer idealen Figur für humorvolle Gruselgeschichten.
Einige Beispiele für Homers Eskapaden in den Halloween-Specials:
- Der Teufel und Homer Simpson: Homer verkauft seine Seele für einen Donut und muss sich vor einem höllischen Gericht verantworten.
- Albträume: Homer träumt, dass Mr. Burns sein Gehirn in einen Roboter verpflanzt.
- Zeit und Strafe: Homer reist durch die Zeit und verändert die Realität auf bizarre Weise.
- Die Halloween-Folge aus dem Jahr 2006: Homer wird in einer Parodie auf «Blob Schrecken ohne Namen» immer hungriger und immer, immer fetter.
- Treehouse of Horror XV: Homer tötet den Sensenmann, um sich für die erste Katze der Simpsons und JFK zu rächen.
Abweichungen vom Kanon
Die "Treehouse of Horror"-Episoden sind nicht Teil des regulären Simpsons-Kanons. Das bedeutet, dass die Ereignisse in diesen Folgen keine Auswirkungen auf die Kontinuität der Serie haben. Die Macher nutzen diese Freiheit, um wilde und absurde Geschichten zu erzählen, die in der normalen Simpsons-Welt nicht möglich wären.
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