Hopfen Gin Herstellung: Eine Fusion aus Bierbrau- und Destillierkunst

Die Welt des Gins ist vielfältig und ständig im Wandel. Innovationen entstehen oft durch die Kombination traditioneller Handwerkskünste und dem Mut, neue Wege zu gehen. Ein besonders spannendes Beispiel hierfür ist die Herstellung von Hopfen Gin, bei dem sich die Expertise von Bierbrauern und Destillateuren auf einzigartige Weise vereint. Dieser Artikel beleuchtet die Entstehung und Besonderheiten von Hopfen Gin, von den verwendeten Rohstoffen bis hin zu den verschiedenen Herstellungsprozessen und Genussvarianten.

Die Idee: Wenn Bier und Gin sich vereinen

Die Idee, Bier und Gin zu vereinen, mag zunächst ungewöhnlich erscheinen. Doch gerade die scheinbaren Gegensätze bergen ein großes Potenzial für innovative Geschmackserlebnisse. Die Geschichte des Hopfen Gins ist oft eng mit der Freundschaft und dem Ideenreichtum von Brauern und Destillateuren verbunden. So entstanden viele Hopfen Gins aus einer Bierlaune heraus, dem Wunsch, die Aromenvielfalt von Hopfen in einem Gin einzufangen.

Tradition und Handwerkskunst: Wurzeln im Erzgebirge und Franken

Einige Hopfen Gin Hersteller blicken auf eine lange Tradition in der Alkoholherstellung zurück. So wird beispielsweise in der Brauerei Zwönitz im Erzgebirge seit 1874 Craft Beer gebraut. Diese Tradition und die Verbundenheit zur Region spiegeln sich auch im Hopfen Gin wider, der mit intensivem Hopfenaroma und süß-harzigem Geschmack an erzgebirgische Spezialitäten erinnert.

Auch in Franken, einer Region mit einer ausgeprägten Bierkultur, haben sich Brauer und Destillateure zusammengetan, um Hopfen Gin zu kreieren. Die Braumanufaktur Hertl beispielsweise, bekannt für ihre unkonventionellen Biersorten, wagte den Schritt in die Gin-Herstellung und entwickelte einen Hopfen Gin mit einzigartigem Charakter.

Die Rohstoffe: Aromahopfen im Fokus

Ein entscheidender Faktor für die Qualität und den Geschmack von Hopfen Gin sind die verwendeten Rohstoffe. Neben den klassischen Gin-Zutaten wie Wacholderbeeren spielt der Hopfen eine zentrale Rolle. Dabei kommen vor allem Aromahopfen-Sorten zum Einsatz, die dem Gin eine fruchtige, zitrusartige oder harzige Note verleihen.

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Einige Hersteller, wie die Brauerei Zwönitz, verwenden für ihren Hopfen Gin das Zwönitzer India Pale Ale mit dem Aromahopfen Citra aus den USA. Andere setzen auf regionale Hopfen-Sorten wie Mandarina Bavaria, die dem Gin eine ausgeprägte Mandarinennote verleiht.

Die Herstellung: Mazeration, Destillation und Hopfenstopfen

Die Herstellung von Hopfen Gin ist ein komplexer Prozess, der verschiedene Techniken der Bierbrau- und Destillierkunst vereint. Im Wesentlichen lassen sich drei Hauptschritte unterscheiden: Mazeration, Destillation und Hopfenstopfen.

Mazeration

Bei der Mazeration werden die Botanicals, darunter Wacholderbeeren, Hopfen und weitere Gewürze, in Alkohol eingelegt. Dadurch werden die Aromastoffe aus den Pflanzen gelöst und prägen den Geschmack des Destillats. Einige Hersteller verwenden für die Mazeration ihren eigenen Bierbrand, um dem Gin eine zusätzliche biertypische Note zu verleihen.

Destillation

Die Destillation ist der entscheidende Schritt, bei dem der Gin seinen endgültigen Charakter erhält. Dabei wird die mazerierte Flüssigkeit in einer Destille erhitzt, wodurch der Alkohol verdampft. Der Alkoholdampf wird anschließend abgekühlt und wieder verflüssigt. Durch diesen Prozess werden unerwünschte Stoffe abgetrennt und die Aromen der Botanicals konzentriert.

Hopfenstopfen

Einige Hersteller wenden beim Hopfen Gin das sogenannte Hopfenstopfen an, eine Technik, die auch bei der Bierherstellung eingesetzt wird. Dabei wird dem Gin nach der Destillation nochmals Hopfen hinzugefügt, um das Hopfenaroma zu intensivieren.

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Das London Dry Gin Verfahren: Reinheit und Tradition

Einige Hopfen Gin Hersteller orientieren sich am London Dry Gin Verfahren, das als die Königsdisziplin der Gin-Herstellung gilt. Dieses Verfahren ist in der Spirituosenverordnung genau definiert und schreibt vor, dass der Gin in einem Produktionsdurchlauf hergestellt wird und nur noch auf Trinkstärke gebracht wird. Aromen, Extrakte und Zucker sind nicht erlaubt. Das London Dry Gin Verfahren garantiert somit ein reines Destillat auf der Basis natürlicher Zutaten.

Geschmacksprofile: Von herb bis fruchtig

Hopfen Gin zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Geschmacksprofilen aus. Je nach verwendeter Hopfensorte und Herstellungsmethode kann der Gin herb, fruchtig, zitrusartig oder harzig schmecken.

Einige Hopfen Gins, wie der Liquormacher Hopfen Gin, bestechen durch ein intensives Hopfenaroma und eine feine Bitterkeit. Andere, wie der Single Hop Dry Gin von Hanscraft & Co., setzen auf die fruchtigen Noten des Aromahopfens Hüll Melon.

Genussvarianten: Pur, als Gin & Tonic oder im Cocktail

Hopfen Gin lässt sich auf vielfältige Weise genießen. Pur auf Eis getrunken entfaltet er sein volles Aroma und seine Komplexität. Als Gin & Tonic kombiniert er sich hervorragend mit verschiedenen Tonic Waters, die seine Aromen ergänzen und hervorheben. Auch in Cocktails kann Hopfen Gin seine Stärken ausspielen und für überraschende Geschmackserlebnisse sorgen.

Einige Hersteller empfehlen, Hopfen Gin mit dem Indian Tonic Water von FeverTree zu kombinieren, da sich die feinen Chinin- und Zitrusaromen des Tonic Waters harmonisch zu den herb-harzigen Nuancen des Hopfen Gins ergänzen.

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Hopfen Gin kaufen: Handwerkskunst abseits des Massenmarktes

Hopfen Gin ist in der Regel nicht im Massenmarkt erhältlich, sondern wird von kleinen, handwerklich arbeitenden Destillerien hergestellt. Diese legen Wert auf hochwertige Rohstoffe, schonende Verarbeitung und individuelle Rezepturen. Wer auf der Suche nach einem besonderen Gin mit Charakter ist, sollte sich daher gezielt nach Hopfen Gin von kleinen Herstellern umsehen.

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