Der weibliche Körper ist ein komplexes System, das von einem fein abgestimmten Zusammenspiel verschiedener Hormone gesteuert wird. Diese Hormone beeinflussen nicht nur den Menstruationszyklus, sondern auch Stimmung, Energielevel und allgemeines Wohlbefinden. Störungen in diesem System können zu Beschwerden wie dem prämenstruellen Syndrom (PMS) führen. Dieser Artikel beleuchtet die Zusammenhänge zwischen den wichtigsten Hormonen des weiblichen Zyklus - Östrogen, Progesteron, Prolaktin und Dopamin - und erklärt, wie diese das PMS beeinflussen können.
Testosteron: Mehr als nur ein männliches Hormon
Oft liest man: Testosteron macht wild, egoistisch und aggressiv. Je mehr Testosteron, desto besser der Sex oder die sportliche Spitzenleistung. Und Testosteron verbessert das räumliche Denkvermögen. Viele Mythen ranken sich um das Hormon.
Zuerst einmal: Testosteron ist eines der wichtigsten männlichen Geschlechtshormone. Doch auch Frauen produzieren Testosteron. Ob vermehrt Testosteron produziert wird und sich somit Hoden, Prostata und Penis entwickeln, entscheidet sich vor der Geburt am X- oder Y-Chromosom. Denn auf dem Y-Chromosom befindet sich unter anderem das SRY-Gen, das zu einer erhöhten Testosteronproduktion führt.
In der Pubertät steigt der Testosteronspiegel an, Hoden und Penis vergrößern sich, Jungen kommen in den Stimmbruch, ein Bart wächst. Im Alter, wenn das Testosteron schwindet, merken viele Männer nur schleichend die körperlichen Änderungen, auch weil die männlichen Wechseljahre (ja, auch bei Männern gibt es Wechseljahre!) nicht so abrupt beginnen wie bei der Frau. Neben dem Alter können auch Drogenmissbrauch, schwere Unterernährung, Leberzirrhose, eine Schädigung der Hypophyse durch eine Gehirnverletzung oder eine Unterfunktion der Hoden dazu führen, dass weniger und sogar zu wenig Testosteron produziert wird.
Testosteron zählt zu den Steroidhormonen, welche die Blut-Hirn-Schranke passieren können und so auch direkt auf das Gehirn wirken. Viele Studien haben deshalb die Wechselwirkung zwischen dem Hormon und dem Verhalten von Männern untersucht. Generell hängt das menschliche Sexualverhalten von vielen Faktoren ab. Von Neuropeptiden wie Serotonin oder Dopamin. Von der Erziehung. Aber eben auch von Testosteron. Auch für die weibliche Sexualität spielt Testosteron eine wesentliche Rolle. Frauen, bei denen die Eierstöcke entfernt wurden, zeigten nach der Einnahme von geringen Mengen an Testosteron ein gesteigertes Verlangen im Vergleich zur Placebogruppe.
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Männer haben ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen, Frauen können nicht einparken - diese Vorurteile hängen auch mit der Wirkung von Testosteron zusammen. So schnitten Männer mit Testosteronmangel bei einem Kartenrotationstest, der das räumliche Vorstellungsvermögen testete, deutlich schlechter ab. Aber: Viele verschiedene Faktoren wirken auf die kognitiven Fähigkeiten. Geschlechterrollen, das Training der entsprechenden Bereiche, die Gene.
Oft hört man auch: Wer mehr Testosteron im Blut hat, sei gewaltbereiter. Gestützt wurde das lange durch Studien, die einen direkten Zusammenhang behaupteten. Doch so klar ist das nicht. Gerade die ist aber wichtig für die Frage, welchen Effekt Testosteron auf unser Verhalten hat. Auch dieser Zusammenhang ist noch nicht geklärt. Beeinflusst die Hormonkonzentration die Krankheit - oder ist es genau umgekehrt? Es gibt Studien, die dafür sprechen, dass ein Testosteronmangel das Risiko für Depressionen erhöht. Es gibt aber auch Studien, die dagegensprechen.
Der Menstruationszyklus und seine Hormone
Der Menstruationszyklus ist ein etwa 28-tägiger Prozess, der von den Hormonen Östrogen und Progesteron gesteuert wird. In der ersten Zyklushälfte dominiert das Östrogen, das den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut fördert. Nach dem Eisprung steigt der Progesteronspiegel an, um die Gebärmutterschleimhaut auf die Einnistung einer befruchteten Eizelle vorzubereiten. Wenn keine Befruchtung stattfindet, sinken die Spiegel beider Hormone, was zur Menstruation führt.
Östrogen: Das weibliche Geschlechtshormon
Östrogene, auch Estrogene, abgekürzt E - ist der Oberbegriff für die weiblichen Hormone wie Östron, Östradiol und Östriol. Sie werden im Eierstock, in der Plazenta sowie in der Nebennierenrinde gebildet. Auch beim Mann kommen Östrogene vor. Sie werden zum Beispiel im Hoden produziert. Angeregt wird die Östrogenbildung durch das follikelstimulierende Hormon (FSH) aus dem Hypophysenvorderlappen (= Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse).
Östrogene sind an der Steuerung des Menstruationszyklus beteiligt. Sie sorgen dafür, dass der Follikel (unbefruchtetes Ei mit umgebendem Gewebe) im Eierstock heranreift. Unter Östrogeneinfluss verändert sich der Schleimpfropf im Gebärmutterhals zum Zeitpunkt des Eisprungs so, dass die Spermien leichter hindurchwandern können. Östrogene sind beteiligt am Schleimhautaufbau der Gebärmutter und beeinflussen das Wachstum des Brustgewebes.
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Östrogene können Wassereinlagerungen im Körper begünstigen. Sie hemmen aber auch den Knochenabbau und erhöhen die Konzentration des sogenannten guten HDL-Cholesterins.
Das “Hauptöstrogen” Östradiol wird sehr schnell in der Leber abgebaut. Daher eignet es sich eher nicht zur Einnahme als Tablette. Da ein so komplexes Konstrukt relativ anfällig ist, kann es schon das eine oder andere Mal, insbesondere in Extremsituationen, dazu kommen, dass der Hormonhaushalt nicht mehr im Gleichgewicht sind. Gibt es natürliche Produkte, die den Hormonhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen?
Progesteron: Das Schwangerschaftshormon
Gestagene (Substanzen, die im wörtlichen Sinne der Entstehung und Erhaltung einer Schwangerschaft (lateinisch Gestatio) dienen.) - wie Progesteron (Im humanen Organismus wird Progesteron aus Cholesterin synthetisiert. Progesteron regt das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut an und bereitet diese auf die Einbettung einer befruchteten Eizelle vor. Kommt es zu einer Befruchtung der Eizelle, verhindert Progesteron eine weitere Follikelreifung, kommt es hingegen zu keiner Empfängnis vermindert sich die Progesteronproduktion wieder und die Gebärmutterschleimhaut wird abgestoßen und ausgeschieden. Es wird sowohl von Frauen als auch von Männern gebildet.)
Prolaktin: Das Milchbildungshormon
Prolaktin ist vor allem für das Wachstum der Brustdrüse im Verlauf der Schwangerschaft und für die Milchsekretion (Laktation) während der Stillzeit verantwortlich und besitzt ferner psychische Funktionen.
Dopamin: Das Glückshormon
Dopamin dient im Gehirn der Kommunikation der Nervenzellen untereinander, ist also ein Nervenbotenstoff (Neurotransmitter). In bestimmten „Schaltkreisen“ vermittelt er dabei positive Gefühlserlebnisse („Belohnungseffekt“), weswegen er - so wie auch Serotonin - als Glückshormon gilt. Im Vergleich zu Serotonin bewirkt Dopamin aber eher eine längerfristige Motivationssteigerung und Antriebsförderung.
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Bei schizophrenen oder sonstigen psychotischen Patienten ist die Dopamin-Konzentration in bestimmten Hirnarealen meist erhöht. Hier werden Hemmer des Botenstoffs (Dopamin-Antagonisten) eingesetzt. Sie zählen zu den Antipsychotika oder Neuroleptika.
Da bestimmte Drogen wie Kokain die Wiederaufnahme des ausgeschütteten Botenstoffs in die Nervenzelle unterbinden (Dopamin-Wiederaufnahmehemmer), kommt es nach deren Konsum zu einer verstärkten Dopamin-Wirkung. Das Gehirn verbindet den Drogenkonsum somit mit einem Belohnungseffekt, wodurch sich primär die Suchtwirkung von Kokain und anderen Drogen erklären lässt. Nach übermäßigem Drogenkonsum ergeben sich oft auch klinische Bilder einer Psychose.
Einen positiven Dopaminschub erfährt man als Reaktion auf angenehme Aktivitäten wie Essen und Sex.
Um Dopamin zu produzieren, braucht dein Körper Tyrosin, eine Aminosäure. Wenn diese Aminosäure in deinen Körper gelangt, wandert sie zu deinem Gehirn. Dort angekommen wird sie mit der Hilfe anderer Enzyme von den Neuronen, die für die Freisetzung von Dopamin verantwortlich sind, in Dopamin umgewandelt. Wer sich also ausgewogen ernährt wird hier so schnell keinen Mangel aufweisen.
Man sollte sich mit proteinreichen Nahrungsmittel ernähren, um seinen täglichen Bedarf an Phenylalanin (Erbsen, Sojabohnen, Kürbiskerne, Lachs, Naturreis, Walnüsse) zu decken.
Das Prämenstruelle Syndrom (PMS)
Das prämenstruelle Syndrom (PMS) ist eine Kombination aus körperlichen und psychischen Symptomen, die in der Regel in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit dem Einsetzen der Menstruation wieder verschwinden. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Körperliche Beschwerden: Brustspannen, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme, Verdauungsprobleme
- Psychische Beschwerden: Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, depressive Verstimmungen, Angstzustände, Konzentrationsschwierigkeiten
Die genauen Ursachen von PMS sind noch nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass hormonelle Schwankungen, insbesondere das Absinken von Östrogen und Progesteron vor der Menstruation, eine wichtige Rolle spielen.
Der Zusammenhang zwischen Hormonen und PMS
Ein Ungleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron kann zu PMS-Symptomen führen. Ein Östrogenüberschuss oder ein Progesteronmangel können beispielsweise Brustspannen, Wassereinlagerungen und Stimmungsschwankungen verursachen.
Auch Prolaktin und Dopamin spielen eine Rolle. Prolaktin, das Hormon, das die Milchproduktion anregt, ist in der zweiten Zyklushälfte oft erhöht. Ein erhöhter Prolaktinspiegel kann zu Brustspannen und Reizbarkeit beitragen. Dopamin, ein Neurotransmitter, der für Motivation und Belohnung zuständig ist, wirkt als Gegenspieler von Prolaktin. Ein niedriger Dopaminspiegel kann depressive Verstimmungen und Müdigkeit verstärken.
Mönchspfeffer: Ein natürliches Mittel zur Hormonregulierung
Mönchspfeffer, auch Agnus castus oder Keuschlamm genannt, ist eine Heilpflanze, die traditionell bei Zyklusbeschwerden und PMS eingesetzt wird. Die Inhaltsstoffe des Mönchspfeffers, insbesondere die Diterpene, können auf verschiedene Weise auf den Hormonhaushalt wirken:
- Senkung des Prolaktinspiegels: Mönchspfeffer wirkt ähnlich wie Dopamin und kann dadurch den Prolaktinspiegel senken. Dies kann bei Brustspannen und Reizbarkeit helfen.
- Regulierung des Menstruationszyklus: Durch die prolaktinsenkende Wirkung kann Mönchspfeffer den Menstruationszyklus stabilisieren und zu lange Zyklen verkürzen.
- Harmonisierung des Hormonungleichgewichts: Mönchspfeffer kann das Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen in der frühen Phase der Wechseljahre harmonisieren.
- Positive Beeinflussung depressiver Verstimmungen: Die Dopaminfreisetzung durch Mönchspfeffer kann einen positiven Einfluss auf depressive Verstimmungen haben.
Anwendung und Dosierung von Mönchspfeffer
Für eine optimale Wirkung sollte Mönchspfeffer über einen längeren Zeitraum, mindestens drei Monate, eingenommen werden. Die empfohlene Dosis beträgt 20 Milligramm Trockenextrakt täglich. Es ist ratsam, die Einnahme von Mönchspfeffer mit einem Arzt oder Apotheker zu besprechen, um mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auszuschließen.
Nebenwirkungen von Mönchspfeffer
Mönchspfeffer gilt im Allgemeinen als gut verträglich. In seltenen Fällen können jedoch allergische Reaktionen, Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen oder Hautreizungen auftreten. Schwangere und stillende Frauen sollten auf die Einnahme von Mönchspfeffer verzichten.
Wissenschaftliche Studien zu Mönchspfeffer
Zahlreiche Studien haben die Wirksamkeit von Mönchspfeffer bei PMS und Zyklusbeschwerden untersucht. Einige der wichtigsten Ergebnisse sind:
- Zyklische Mastalgie (Brustschmerzen): Mönchspfefferextrakt hat in klinischen Studien eine signifikante Linderung von Brustschmerzen und -empfindlichkeit gezeigt.
- Prämenstruelles Syndrom (PMS): Mönchspfeffer kann psychische und körperliche Beschwerden von PMS wie Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Kopfschmerzen und Brustschmerzen reduzieren.
- Unregelmäßiger Menstruationszyklus: Mönchspfeffer kann das hormonelle Gleichgewicht unterstützen und eine normale, regelmäßige Menstruation fördern.
Weitere Anwendungsgebiete von Mönchspfeffer
Neben PMS und Zyklusbeschwerden wird Mönchspfeffer auch bei folgenden Beschwerden eingesetzt:
- Verminderte Fruchtbarkeit: Mönchspfeffer kann die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bei Frauen mit verminderter Fruchtbarkeit erhöhen.
- Hormonelle Akne: Akne, die durch den Menstruationszyklus beeinflusst wird, kann durch Mönchspfeffer verbessert werden.
- Beschwerden in den Wechseljahren: Mönchspfeffer kann bei typischen menopausalen Beschwerden wie Hitzewallungen und nächtlichem Schwitzen helfen.
- Unterstützung bei der Milchbildung: Mönchspfeffer kann die Milchbildung anregen.
Tyrosin: Eine Aminosäure für Stimmung und Hormone
Tyrosin ist eine nicht-essentielle Aminosäure, die eine zentrale Rolle im Stoffwechsel spielt. Sie ist ein wichtiger Baustein für Proteine und Vorläufer für zahlreiche biologisch aktive Moleküle wie Neurotransmitter und Hormone.
Funktionen von Tyrosin im Körper
Tyrosin erfüllt im Körper vielfältige und lebenswichtige Funktionen:
- Neurotransmitter: Tyrosin ist ein Vorläufer von Dopamin, Noradrenalin und Adrenalin, die Stimmung, Motivation, Konzentration und Stressreaktion beeinflussen.
- Schilddrüsenhormone: Tyrosin ist ein essenzieller Baustein der Schilddrüsenhormone Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), die den Stoffwechsel, die Energieproduktion und das Wachstum regulieren.
- Melanin: Melanin, das Pigment für Haut, Haare und Augen, wird aus Tyrosin synthetisiert und schützt die Haut vor UV-Strahlung.
Tyrosin und der weibliche Zyklus
Tyrosin spielt auch im Zusammenhang mit dem weiblichen Zyklus eine wichtige Rolle:
- PMS: Tyrosin kann die Stimmung verbessern und Müdigkeit reduzieren, da es die Produktion von Dopamin und Noradrenalin fördert.
- Schwangerschaft: Tyrosin ist essenziell für die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems des Fötus sowie für die Produktion von Schilddrüsenhormonen, die für das Wachstum und die Entwicklung des Fötus wichtig sind.
- Wechseljahre: Tyrosin kann die kognitive Leistungsfähigkeit unterstützen und bei Stressregulation helfen, da es die Produktion von Dopamin und Noradrenalin fördert.
Lebensmittel mit Tyrosin
Tyrosin ist in vielen proteinreichen Lebensmitteln enthalten, sowohl aus tierischen als auch aus pflanzlichen Quellen:
- Tierische Quellen: Fleisch, Fisch, Eier, Milchprodukte
- Pflanzliche Quellen: Hülsenfrüchte (Linsen, Kichererbsen, Bohnen), Nüsse (Mandeln, Walnüsse), Samen (Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne), Sojaprodukte
Tyrosin-Mangel
Ein Tyrosin-Mangel ist selten, da der Körper diese Aminosäure aus Phenylalanin synthetisieren kann. Bei bestimmten Erkrankungen wie Phenylketonurie (PKU) kann es jedoch zu einem Tyrosin-Mangel kommen.
Tyrosin-Supplementierung
Tyrosin-Supplemente werden oft von Sportlern zur Verbesserung der mentalen Fokussierung und Energiebereitstellung während des Trainings eingesetzt. Auch bei Depressionen und Konzentrationsstörungen kann eine Tyrosin-Supplementierung hilfreich sein. Es ist jedoch ratsam, vor der Einnahme von Tyrosin-Supplementen einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.
Hormone in der Umwelt und ihre Auswirkungen
Leider gelangen Hormone immer mehr in unsere Umwelt und können früher oder später über die pflanzliche und tierische Nahrungskette in ungünstiger und unkontrollierter Dosierung von uns aufgenommen werden. Beispielsweise kann die Anti-Baby-Pille von Kläranlagen nicht abgebaut werden, da diese nicht auf den Medikamenteneintrag ausgelegt sind. Aber auch Medikamente bzw.
Ein weiteres Problem ist das auch bestimmte Schadstoffe wie beispielsweise Phthalate (Ausgangsstoff zur Darstellung vieler Farbstoffe, Farbpigmente oder Weichmacher) wie Hormone wirken und können bei Mädchen die immer früher einsetzende erste Monatsperiode beeinflussen.
Nicht zu vergessen sind auch die Hormone die bei der Massentierhaltung eingesetzt werden, damit die Tiere während der (wortwörtlich) Fleischproduktion (und nicht Viehhaltung) groß werden, um so viel Fleisch wie möglich abgeben zu können. Genau diese Hormone nehmen wir dann wieder mit dem Verzehr auf. Deshalb unbedingt auf die Herkunft eurer tierischen Lebensmittel achten!!!
Wer weiß, vielleicht werden ja Hormone auch bei der Pflanzenproduktion eingesetzt, damit der Ertrag größer ist. Also auch hier bitte auf die Herkunft achten. Bestenfalls zum Wochenmarkt gehen, bei dem ansässige Bauern ihren Ertrag verkaufen oder Demeter, Naturland und Bioland zertifizierte Lebensmittel kaufen. Seht das allerdings nicht zu fanatisch, schon eine kleine Änderung beim Kaufverhalten ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Weitere wichtige Hormone
Somatropin (GH) (kommt als Wachstumshormon im menschlichen und tierischen Organismus vor)Melanozyten-stimulierendes Hormon (MSH) (begrenzen unter anderem die Fieberreaktionund sind an der Regulierung von Hunger und sexueller Erregung beteiligt)Galanin (an der Regulation der Freisetzung verschiedener Neurotransmitter beteiligt und wird in Verbindung mit der Alzheimerischen Krankheit gebracht)Kisspeptin (Ist noch mitten in der Forschung, aber es vermag das Metastasieren von Hautkrebs und Brustkrebs zu unterdrücken)Neuropeptide der Neurohypophyse:Antidiuretisches Hormon (Adiuretin, Vasopressin, ADH) (bewirkt es die Bewahrung von Körperflüssigkeit - abgefahren oder?)Oxytocin (eine wichtige Bedeutung unter anderem beim Geburtsprozess, bei dem es die Gebärmutter dazu bringt, sich zusammenzuziehen und damit Wehen auslöst, einnimmt. Zudem stimuliert Oxytocin die Brustdrüsen zur Abgabe von Milch. Gleichzeitig beeinflusst es nicht nur das Verhalten zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Geschlechtspartnern, sondern auch ganz allgemein soziale Interaktionen)Hormone der SchilddrüsenCalcitonin (reguliert den Calcium- und Phosphathaushalt des Körpers und hat eine calciumsenkende Wirkung)Hormone der NebenschilddrüsenParathormon (PTH) (Die Hauptfunktion ist die mittels Calciumverlagerung und Kontrolle der Calciumausscheidung erfolgende Aufrechterhaltung einer ausreichenden Calcium-Konzentration im Blutplasma)Hormon des HerzenAtriales natriuretisches Peptid (ANP) (bewirkt eine Steigerung der Harnausscheidung. Daran gekoppelt ist eine Natriumionen ausschwemmende Wirkung)Hormone der pankreatischen Inselzellen:Insulin (Insulin ist an der Regulation des Stoffwechsels, insbesondere dem der Kohlenhydrate, beteiligt. Insulin senkt den Blutzuckerspiegel, indem es Körperzellen dazu anregt, Glucose aus dem Blut aufzunehmen. Katecholamine (u.a. wichtig bei der Kampf-oder-Flucht-Reaktion)Adrenalin (vermittelt eine Herzfrequenzsteigerung, einen durch Blutgefäßverengung bewirkten Blutdruckanstieg und eine Bronchiolenerweiterung. Es bewirkt eine schnelle Energiebereitstellung durch Fettabbau sowie die Freisetzung und Biosynthese von Glucose. Es reguliert die Durchblutung (Zentralisierung) und die Magen-Darm-Tätigkeit (Hemmung) und gilt auch als Stresshormon.)Noradrenalin (körpereigener Botenstoff, der als Stresshormon und Neurotransmitter wirkt. Eng mit Adrenalin verwandt, hat aber physiologisch unterschiedliche Wirkungen)Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3) (auch Schilddrüsenhormone. Sie sind essentiell für den Energiestoffwechsel sowie wichtige Partner für viele andere Hormone wie z. B. Mineralocorticoide (Regulierung des Kalium/Natrium-Gleichgewichts und somit des Blutdrucks.) - wie AldosteronGlucocorticoide (Funktion im Glucose-Stoffwechsel, wo sie die Umwandlung von Eiweiß (Protein) in Glucose und Glykogen fördern. Die natürlich vorkommenden Glucocorticoide sind Abkömmlinge des Gelbkörperhormons (Progesteron → kennen viele vielleicht von der Anti-Baby-Pille); zu ihnen zählen Cortisol und Corticosteron mit einem Anteil von 95 % beziehungsweise 5 % beim Menschen sowie Cortison) - wie Cortisol (ein Stresshormon, das katabole (= abbauende) Stoffwechselvorgänge aktiviert und so dem Körper energiereiche Verbindungen zur Verfügung stellt. Dämpfende Wirkung auf das Immunsystem kann dazu genutzt werden, um überschießende Reaktionen zu unterdrücken und Entzündungen zu hemmen. Zudem ist es an der Regulation des Wachstums beteiligt)Androgene (sind Sexualhormone, die eine virilisierende (von lateinisch virilis „männlich“) Wirkung besitzen und somit die Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale wie Bartwuchs, Muskelentwicklung und tiefer werdende Stimme bei Jugendlichen bedingen. Arachidonsäurederivate (Eicosanoide) → (Arachidonsäure ist übrigens eine vierfach ungesättigte Fettsäure in der Gruppe der Omega-6-Fettsäuren. Sie kommt in Pflanzen nur wenig vor und findet sich z. B. im Echten Schwarzkümmel (Nigella sativa). Prostaglandine (wirken als Gewebshormone und sind besonders reich im Sperma vertreten)Leukotriene (Ihre Rolle im Stoffwechsel steht im Zusammenhang mit allergischen bzw. entzündlichen Reaktionen des Körpers (z. B. Jedes Hormon hat also eine Aufgabe. Wenn jedes Hormon im Gleichgewicht ist, geht es uns in der Regel gut: Wir sind fit und ausgeglichen. Ebenso kann man Hormone nach ihrer Herkunft einteilen.
Es gibt zwar spezielle Hormondrüsen wie die Hypophyse (Vorder- und Hinterlappen), Zirbeldrüse, Schilddrüse (+ Nebenschilddrüse), Nebenniere und Inselzellen in der Bauchspeicheldrüse (Unter anderem BIldung von Insulin).Im Hypophysen-Vorderlappen wird unter anderem das Hormon LH/FSH gebildet. Als ich letztes Jahr meine Tage nicht bekommen habe, musste ich einen LH/FSH Test machen. Dieser stellt fest, ob der Körper ohne künstliche Hormonzufuhr überhaupt ind er Lage ist einen Eisprung hervorzurufen. Da hier alles bei mir in Ordnung war, musste die Ursache woanders liegen - hierzu später mehr.Neurohormone werden von Neuronen im Zentralen Nervensystem produziert. Hierzu gehören die Hypothalamische Neuropeptide.Gewebe mit Hormonbildenden Zellen sind Haut (man denke an die Vitamin D Produktion), Herz, Leber, Magen- und Darmtrakt und die Gonaden (Hoden und Ovarien). Aber auch die Niere und die Leber haben eine Steuerungsfunktion bestimmter endokriner/hormoneller Regelkreise. Entscheidend für die Hormonproduktion ist übrigens nicht die äußere Umgebung einer Zelle, sondern die Ausrüstung innerhalb mit den charakteristischen Enzymen.
Serotonin: Das SignalhormonDer größte Teil des Serotonins wird in den sogenannten enterochromaffinen Zellen des Darmes hergestellt. Die Produktion findet aber auch in Nervenzellen des Gehirns statt. Serotonin entsteht aus der Aminosäure Tryptophan.Das Serotonin kann an verschiedene Rezeptoren auf der Oberfläche verschiedener Zellen im Körper binden. Jeder Serotonin-Rezeptor führt zu einer anderen Reaktion im Körper. So steuert das Serotonin viele unterschiedliche Prozesse. Im zentralen Nervensystem etwa ist das Serotonin ein wichtiger Botenstoff, der unterschiedlichste Prozesse beeinflusst.Einige Lebensmittel wie Walnüsse und Bananen enthalten Serotonin. Auch Schokolade (also Kakao) soll angeblich zur Ausschüttung des „Glückshormons“ führen. Leider gelangt das Serotonin aus den Lebensmitteln zwar in den Körper, kann jedoch nicht die natürliche Grenze zwischen Gehirn und Blutkreislauf (Blut-Hirn-Schranke) überwinden.Melatonin: Das SchlafhormonProduktionsorte im Körper sind die Zirbeldrüse, der Darm und die Netzhaut des Auges. Die Melatoninkonzentration steigt im Laufe der Nacht um den Faktor drei (bei älteren Menschen) bis zwölf (bei jungen Menschen) an, das Maximum wird gegen drei Uhr morgens erreicht - mit einer jahreszeitlich wechselnden Rhythmik. Tagsüber ist die Melatoninproduktion übrigens durch das Sonnenlicht gehemmt und fängt erst wieder bei Dunkelheit an. Im Winter tendieren wir hier in Deutschland zu einem zu hohen Melatoninspiegel und wird mit der Winterdepression in Verbindung gebracht.Melatonin kommt in pflanzlichen und in sehr geringen Mengen auch in tierischen Lebensmitteln vor. Den höchsten Melatonin-Gehalt weisen Cranberrys (bis zu 9.600 µg/100 g Trockengewicht) auf. Weitere Quellen für Melatonin sind einige Pilzarten (Edel-Reizker, Gemeiner Steinpilz, Zucht-Champignon, Echter Pfifferling), einige Getreidearten (Mais, Reis, Hafer, Gerste), Senfsamen, getrocknete Tomaten und Paprika sowie einige Weinsorten.Die Melatonin-Konzentration im Blut ist nach dem Verzehr melatoninhaltiger Lebensmittel signifikant höher.