Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das oft auf harmlose Ursachen zurückzuführen ist. In einigen Fällen können jedoch ernsthafte Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle, Entzündungen oder Wirbelbrüche dahinter stecken. Eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Wirbelsäule ist ein präzises diagnostisches Verfahren, das hochauflösende Bilder von Bandscheiben, Nerven und Weichteilen liefert, ohne den Patienten ionisierender Strahlung auszusetzen.
MRT der Wirbelsäule: Präzise Diagnostik bei Beschwerden
Die MRT der Wirbelsäule wird bei verschiedenen Beschwerden eingesetzt, darunter anhaltende oder starke Rückenschmerzen ohne erkennbare Ursache, neurologische Symptome wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Lähmungserscheinungen, Bandscheibenvorfälle oder Verdacht auf eine Spinalkanalstenose, entzündliche Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis oder Morbus Bechterew, Multiple Sklerose (MS) und Tumorverdacht.
Eine MRT der Wirbelsäule kann gezielt einzelne Abschnitte oder die gesamte Wirbelsäule untersuchen:
- MRT der Halswirbelsäule (HWS): Zur Abklärung von Nacken- und Armschmerzen, Bandscheibenvorfällen oder Nervenkompressionen.
- MRT der Brustwirbelsäule (BWS): Häufig zur Diagnose von Entzündungen, Frakturen oder Tumoren.
- MRT der Lendenwirbelsäule (LWS): Besonders wichtig bei Ischiasbeschwerden, Bandscheibenschäden oder degenerativen Erkrankungen.
- MRT der kompletten Wirbelsäule: Empfohlen, wenn mehrere Abschnitte betroffen sein könnten, z. B. bei Multipler Sklerose (MS) oder entzündlichen Erkrankungen.
Bandscheibenvorwölbung und Bandscheibenvorfall
Eine Bandscheibenvorwölbung (Protrusion) ist eine Vorstufe des Bandscheibenvorfalls (Prolaps). Bei einer Protrusion wölbt sich die Bandscheibe vor, während bei einem Prolaps Bandscheibengewebe austritt und auf Nerven drückt. Bandscheibenerkrankungen und Nervenkompressionen können im MRT sichtbar gemacht werden.
Ein Bandscheibenvorfall HWS kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, je nachdem, welcher Bereich des Rückenmarks oder welche Nervenwurzeln betroffen sind. Symptome können von Taubheitsgefühl oder Kribbeln in Schulter oder Arm bis zu Schwäche in Hand oder Arm reichen. Die Symptome können sich entweder langsam entwickeln oder plötzlich auftreten.
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Spinalkanalstenose
Eine Spinalkanalstenose ist eine Verengung des Wirbelkanals, die Nerven einengen kann. Eine Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule (HWS) ist eine Verengung des Rückenmarkkanals (Spinalkanal), durch die Rückenmark, Nerven und Blutgefäße abgedrückt werden können. Sie ist in seltenen Fällen angeboren, entwickelt sich jedoch meist im Laufe des Lebens aufgrund altersbedingter (degenerativer) Abnutzung der Gelenke, Bänder und Bandscheiben.
Eine Halswirbelkanalverengung kann zu Missempfindungen in den Händen und Störungen der Feinmotorik sowie zu Gangunsicherheit führen und alltägliche Tätigkeiten enorm erschweren. Im fortgeschrittenen Stadium können Lähmungserscheinungen aufgrund geschädigter Nerven auftreten.
Die Spinalkanalstenose ist eine Erkrankung der Wirbelsäule. Um sie besser zu verstehen, muss man sich deren Anatomie vor Augen führen. Die Wirbelsäule des Menschen ist komplex aufgebaut. Während die Hauptlast auf den vorne liegenden Wirbelkörpern und den Bandscheiben ruht, gewährleisten die hinten liegenden Wirbelgelenke (Facettengelenke) die Bewegungsführung. Den Kanal, den die aufeinander liegenden Wirbel bilden, nennt man Spinalkanal. In ihm verläuft das von Rückenmarkshäuten geschützte Rückenmark bzw. im Lendenwirbelbereich nur noch die gebündelten Nervenwurzeln.
Beim Gesunden ist der Spinalkanal ausreichend weit, sodass das Nervengewebe genügend Platz hat. Bei einer Spinalkanalstenose ist der Wirbelkanal dagegen eingeengt. Das blockierende Hindernis drückt schmerzhaft auf das Nervengewebe (Rückenmark und Nervenwurzeln). Der Druck auf Nerven, die dadurch nicht mehr genügend Platz haben, verursacht eine Vielzahl von Beschwerden.
Multiplen Sklerose (MS)
Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, bei der Entzündungen im Gehirn und Rückenmark auftreten. Die MRT spielt eine wichtige Rolle bei der Diagnose und Verlaufsbeurteilung der MS. Im MRT können typische weiße Flecken (Läsionen) auf den Bildern der Wirbelsäule sichtbar gemacht werden.
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In einigen Fällen kann es schwierig sein, MS von anderen Erkrankungen wie Bandscheibenvorfällen oder Spinalkanalstenose zu unterscheiden, da die Symptome ähnlich sein können. Es ist daher wichtig, eine sorgfältige Anamnese und neurologische Untersuchung durchzuführen und bildgebende Verfahren wie die MRT einzusetzen, um eine genaue Diagnose zu stellen.
Zusammenhang zwischen Bandscheibenvorwölbung, Spinalkanalstenose und MS
Es gibt keinen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Bandscheibenvorwölbung, Spinalkanalstenose und MS. Allerdings können diese Erkrankungen ähnliche Symptome verursachen und die Diagnose erschweren. In einigen Fällen können Bandscheibenvorfälle oder Spinalkanalstenose auch bei Patienten mit MS auftreten und die Symptome verstärken.
Es ist wichtig zu beachten, dass Bandscheibenvorfälle in der LWS ab einem gewissen Alter ein natürlicher Verschleiß sind.
Fehldiagnosen und übersehene MS
In einigen Fällen kann es vorkommen, dass MS aufgrund von Bandscheibenvorfällen oder Spinalkanalstenose übersehen wird. Dies kann insbesondere dann der Fall sein, wenn sich die Ärzte und Radiologen bei der Auswertung der MRT-Bilder nur auf die Bandscheibenvorfälle konzentrieren und die MS-Herde im Rückenmark übersehen.
Therapie
Die Therapie von Bandscheibenvorfällen und Spinalkanalstenose ist in der Regel konservativ und umfasst Schmerzmittel, Physiotherapie und Injektionen. In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf die Nerven zu entlasten.
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Die Therapie der MS ist komplex und umfasst immunmodulatorische Therapien, die das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen sollen, sowie symptomatische Therapien zur Linderung der Beschwerden.
Fallbeispiele und persönliche Erfahrungen
Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen mit alternativen Behandlungsmethoden wie Löwenmähne, Lithiumorotat und Q10 bei der Linderung von Beschwerden im Zusammenhang mit Bandscheibenvorfällen. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Behandlungsmethoden nicht wissenschaftlich belegt sind und weitere Forschung erforderlich ist.
Ein Patient berichtete, dass sein ausgeprägter Bandscheibenvorfall in der HWS durch jahrelange Übungen verschwunden ist.
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