Hypericum und Trigeminusneuralgie: Natürliche Ansätze zur Schmerzlinderung

Die Trigeminusneuralgie ist eine äußerst schmerzhafte Erkrankung, die das Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann. Konventionelle Behandlungen umfassen oft Medikamente wie Antiepileptika, die jedoch mit Nebenwirkungen verbunden sein können. Daher suchen viele Patienten nach alternativen, natürlichen Ansätzen zur Schmerzlinderung. In diesem Artikel werden die Möglichkeiten von Hypericum (Johanniskraut) und anderen Naturheilmitteln bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie untersucht.

Johanniskraut: Ein traditionelles Heilmittel

Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine seit der Antike bekannte Heilpflanze. Schon die Römer nutzten es zur Wundheilung und bei Verbrennungen. Im Mittelalter galt es als Mittel gegen Depressionen, die damals als "Teufelswerk" angesehen wurden. Heute wird Johanniskraut in der Medizin hauptsächlich bei leichten bis mittelschweren Depressionen eingesetzt.

Inhaltsstoffe und Wirkungsweise

Die stimmungsaufhellende Wirkung von Johanniskraut wird hauptsächlich auf die Inhaltsstoffe Hypericin und Hyperforin zurückgeführt. Hyperforin hemmt die neuronale Aufnahme von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin, wodurch die Konzentration dieser Neurotransmitter im Gehirn erhöht wird. Johanniskraut enthält auch entzündungshemmende Inhaltsstoffe wie Flavonoide und ätherische Öle.

Anwendung von Johanniskraut

Johanniskraut kann in verschiedenen Formen angewendet werden:

  • Tabletten/Kapseln: Hochkonzentrierte Extrakte werden bei Depressionen eingesetzt. Für eine spürbare Wirkung sind in der Regel 600 bis 900 Milligramm Pflanzenextrakt erforderlich. Es dauert etwa zwei bis drei Wochen, bis sich die Wirkstoffe im Körper ausreichend angereichert haben.
  • Tee: Johanniskraut-Tee kann als Stress-Killer wirken.
  • Tinktur: Verdünnte Johanniskraut-Tinktur kann mehrmals täglich eingenommen werden, um eine entschleunigende Wirkung zu erzielen.
  • Rotöl: Das aus Johanniskraut gewonnene Rotöl wird äußerlich angewendet und soll schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Es kann bei Sonnenbrand, Muskel- und Nervenschmerzen wie Hexenschuss, Trigeminusneuralgie oder Nackenverspannungen eingesetzt werden.

Vorsichtsmaßnahmen und Nebenwirkungen

Obwohl Johanniskraut weniger Nebenwirkungen als synthetische Antidepressiva hat, sind einige Punkte zu beachten:

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  • Lichtempfindlichkeit: Johanniskraut kann die Haut lichtempfindlicher machen. Daher sollten Sonnenbäder während der Einnahme vermieden werden.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten: Johanniskraut kann die Wirksamkeit anderer Medikamente beeinträchtigen, indem es den Abbau der Arzneimittel in der Leber beschleunigt. Vor der Einnahme hochdosierter Johanniskraut-Präparate sollte daher unbedingt ärztlicher Rat eingeholt werden.

Naturheilkundliche Alternativen bei Trigeminusneuralgie

Neben Johanniskraut gibt es weitere naturheilkundliche Ansätze, die bei der Behandlung der Trigeminusneuralgie in Betracht gezogen werden können:

Homöopathie

Die Homöopathie bietet eine Vielzahl von Mitteln, die individuell auf die Symptome des Patienten abgestimmt werden. Bei Trigeminusneuralgie können folgende Mittel in Betracht gezogen werden:

  • Aconitum: Bei akuten, heftigen Schmerzen.
  • Hypericum: Bei stechenden, einschießenden Schmerzen, insbesondere nach Verletzungen nervenreichen Gewebes.
  • Spigelia: Bei linksseitigen Gesichtsschmerzen mit Taubheit und Kribbeln.
  • Belladonna: Bei pochenden Schmerzen mit Rötung und Hitze im Gesicht.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Wahl des richtigen homöopathischen Mittels von den individuellen Symptomen und Begleiterscheinungen abhängt. Eine professionelle homöopathische Behandlung durch einen erfahrenen Therapeuten ist daher empfehlenswert.

Weitere naturheilkundliche Mittel

  • Aconit Schmerzöl (Wala): Zur äußerlichen Anwendung bei akuten Schmerzen.
  • Nervus trigeminus Gl D30-Ampullen (Wala): Zur Injektion in die Nackengegend bei chronischen Beschwerden.
  • Gelsemium ethanol. Decoctum D30-Ampullen (Weleda): Als orale Trinkampulle zur innerlichen Anwendung.
  • Hypericum Urtinktur von Ceres: In niedriger Dosis zur Linderung einschießender Schmerzen.

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die TCM betrachtet die Trigeminusneuralgie als ein Ungleichgewicht im Körper. Die Behandlung zielt darauf ab, die zugrunde liegenden Ursachen zu beheben und den Energiefluss (Qi) zu harmonisieren. Zu den Behandlungsmethoden gehören:

  • Akupunktur: Durch das Setzen von Nadeln an bestimmten Akupunkturpunkten können Blockaden gelöst und Schmerzen gelindert werden. Bei der Trigeminusneuralgie werden häufig Punkte im Bereich des Gesichts, des Kopfes und des Nackens behandelt.
  • Kräutertherapie: Chinesische Kräuter können individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden, um das Gleichgewicht im Körper wiederherzustellen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, den Körper zu stärken und Entzündungen zu reduzieren.

Anthroposophische Medizin

Die Anthroposophische Medizin betrachtet die Trigeminusneuralgie als Ausdruck eines gestörten Verhältnisses zwischen Empfindungs- und Lebensorganisation. Die Behandlung zielt darauf ab, diese Störung zu harmonisieren und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Zu den Behandlungsmethoden gehören:

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  • Medikamente: Anthroposophische Arzneimittel werden individuell auf die Bedürfnisse des Patienten abgestimmt und können sowohl pflanzliche als auch mineralische Bestandteile enthalten.
  • Äußere Anwendungen: Einreibungen, Wickel und Bäder können dazu beitragen, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und die Schmerzen zu lindern.
  • Künstlerische Therapien: Malen, Plastizieren und Musiktherapie können dazu beitragen, das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen und Stress abzubauen.

Weitere unterstützende Maßnahmen

Zusätzlich zu den oben genannten Therapien können folgende Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden beitragen:

  • Entspannungstechniken: Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Schmerzintensität zu verringern.
  • Vermeidung von Auslösern: Es ist wichtig, individuelle Auslöser für die Schmerzen zu identifizieren und zu meiden. Dies können beispielsweise bestimmte Bewegungen, Berührungen, Kälte oder Stress sein.
  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann dazu beitragen, den Körper zu stärken und Entzündungen zu reduzieren.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Durchblutung zu fördern.

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