Die Kolumne "Ich Nerve" ist ein beliebtes Format, das sich mit den kleinen und großen Ärgernissen des Alltags auseinandersetzt, aber auch die unerwarteten Freuden und Einsichten hervorhebt, die das Leben bereithält. Diese Artikel bieten oft eine Mischung aus persönlicher Reflexion, humorvoller Beobachtung und gesellschaftlicher Kritik. Sie laden die Leser ein, sich mit den Erfahrungen des Autors zu identifizieren und über ihre eigenen "Nerv"-Momente nachzudenken.
Zwischenmenschliche Beziehungen und das "Nerven"
Ein zentrales Thema vieler "Ich Nerve"-Kolumnen sind zwischenmenschliche Beziehungen. Die Komplexität des Zusammenlebens, die kleinen Macken des Partners oder der Freunde, die Missverständnisse und Konflikte - all das bietet reichlich Stoff für humorvolle oder nachdenkliche Betrachtungen.
Die Liebe und das Zusammenleben
Die Kolumne beginnt mit einer sehr persönlichen Anekdote über einen Kurzurlaub am Meer. Der Autor schildert die Erfahrung, nach langer Zeit wieder mehrere Tage am Stück mit einer Frau zu verbringen. Dabei werden sowohl die schönen Momente hervorgehoben, wie Spaziergänge am Strand, gemeinsames Essen und das Beobachten des Sonnenuntergangs, als auch die Herausforderungen, die entstehen, wenn man tagelang keine Privatsphäre hat.
Der Autor reflektiert über das Wunder, dass man miteinander klarkommt, obwohl man keine Privatsphäre hat. Es ist ein skurriles Gefühl, sich selbst dabei zu beobachten, wie man im einen Moment die Nähe genießt und im nächsten feststellt, was einen an anderen Menschen wahnsinnig macht. Die Freiheit wird genossen, aber gleichzeitig wird man von Erinnerungen überrollt.
Die Tücken der Gewohnheit
Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang oft thematisiert wird, ist die Gewohnheit. Was anfangs noch charmant oder liebenswert erscheint, kann mit der Zeit zur Nervensäge werden. Die Art, wie der Partner die Zahnpastatube ausdrückt, die Vorliebe für bestimmte Fernsehsendungen oder die ständige Wiederholung bestimmter Anekdoten - all das kann im Alltag für Spannungen sorgen.
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Das Eingestehen der eigenen Fehler
Die Kolumne scheut sich nicht, die eigenen Fehler und Schwächen einzugestehen. Der Autor reflektiert über die eigene Vergangenheit und die Schwierigkeit, im "Jetzt" zu leben, ohne sich von Erinnerungen belasten zu lassen. Es wird der Wunsch geäußert, dass es immer besser wird, aber gleichzeitig der Wunsch, den Moment zu genießen, ohne sich Sorgen darüber zu machen, dass der schönste Moment des Lebens nie wiederkommt.
Die Erkenntnis, dass man Momente nicht erzwingen kann, sondern sie nur zulassen kann, ist ein wichtiger Aspekt. Diese Momente können in den kleinsten Dingen liegen, wie dem Lachen über einen Witz, den nur zwei verstehen, oder dem Teilen eines Fischbrötchens.
Die Herausforderungen der Partnerschaft
Die Kolumne berührt auch die Herausforderungen, die entstehen, wenn man sich selbst nicht mehr "nervt". Der Blick des Partners kann bewirken, dass die Vergangenheit vorbei ist und die Zukunft nur das ist, was man aus ihr machen wird.
Der öffentliche Raum als Nervenherd
Auch der öffentliche Raum bietet reichlich Anlass zur Klage. Ob es die Baustellen sind, die den Verkehr lahmlegen, die rücksichtslosen Mitmenschen in öffentlichen Verkehrsmitteln oder die ständige Beschallung mit Werbung - viele Menschen fühlen sich von den Zumutungen des urbanen Lebens genervt.
Die Schwierigkeit, aufzufallen
Ein weiterer Artikel befasst sich mit der Frage, ob es nötig ist, sich bei der Jobsuche anzupreisen wie sauer Bier, um aus der grauen Masse der Bewerber herauszustechen. Es wird die Frage aufgeworfen, ob die ständige Selbstvermarktung im Internet die Adressaten nicht nervt und ob nicht ein wenig Bescheidenheit angebrachter wäre.
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Es wird darauf hingewiesen, dass es einen Denkfehler gibt: Wer nur um jeden Preis auffallen will, rennt leicht am Ziel vorbei. Arbeitgeber wollen sehen, dass Bewerber sich aktiv um einen Job bemühen. Langfristig zählen bei der Jobsuche eben doch Qualifikationen, persönliches Engagement und ein langer Atem.
Die Fantasie der Kinder
Ein weiterer Artikel befasst sich mit der Fantasie von Kindern. Kinder sagen: »Ich bin jetzt ein Drache«, und dann sind sie wirklich ein Drache. Oder Fee oder Topmodel. Der Autor hingegen hat als Kind nie genervt, sondern sich regelmäßig in einen Ausguck verwandelt.
Die Intimität der Namensgebung
Ein weiterer Artikel befasst sich mit der Frage nach dem Namen im Coffeeshop. Der Autor findet die Frage nach dem Namen ziemlich intim und reagiert beim zweiten Mal aggressiv. Gestern im Coffeeshop nannte ich mich dann Lily Brett, weil ich ihren Namen liebe.
Die Tücken der Schwangerschaft
Ein weiterer Artikel befasst sich mit der Schwangerschaft. Die Autorin ist schwanger und stellt fest, dass sie erstaunlich gute Laune hat und mit einem geradezu nervtötend infantilen Grinsen durch die Gegend läuft. Sie hat festgestellt, dass Frauen, die sie zu ihrer Schwangerschaft befragt, verklärt lächeln und etwas sagen wie: "Das war die schönste Zeit in meinem Leben!" Oder: "Schwanger sein fand ich immer toll."
Die Absurditäten des Alltags
Ein weiterer Artikel befasst sich mit den Absurditäten des Alltags. Eine ältere Dame betritt in einem der feinen Seebäder ein Bekleidungsgeschäft und fragt die Verkäuferin, ob sie Damen- und Herrenoberkleidung führen. Als die Verkäuferin die Frage bejaht, fragt die ältere Dame: »Für Senioren haben Sie nichts?«
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Gesellschaftliche Phänomene als Nervenprobe
Neben den persönlichen und alltäglichen Ärgernissen können auch gesellschaftliche Phänomene zur Nervenprobe werden. Ob es die politische Korrektheit ist, die zuweilen absurde Züge annimmt, die grassierende Konsummanie oder die Oberflächlichkeit der sozialen Medien - viele Menschen fühlen sich von den Entwicklungen in der Gesellschaft genervt.
Das Corona-Tagebuch
Ein weiterer Artikel ist ein Corona-Tagebuch, das von Berliner Autoren aus Berlin geschrieben wird. Es wird beschrieben, dass abends die Straßenlaternen brennen und dass man nur mit dem Herzen gut kauft.
Die Situation der Flüchtlinge
Ein weiterer Artikel befasst sich mit der Situation der Flüchtlinge im Flüchtlingslager auf Lesbos. Das Lager ist ungeeignet, um darin zu leben und verdient den Namen Lager gar nicht.
Die Agrarpolitik
Ein weiterer Artikel befasst sich mit der Agrarpolitik. Es geht um Landwirtschaft und Umweltschutz. Es wird kritisiert, dass der öffentliche Diskurs nahezu komplett ignoriert wird.
Die Besserwisser
Ein weiterer Artikel befasst sich mit Besserwissern. Besserwisser zeichnen sich durch ein hohes Maß an Selbstbewusstsein aus, gepaart mit einer oft unerschütterlichen Überzeugung von der eigenen intellektuellen Überlegenheit. Das Ergebnis ist meist dasselbe - eine angespannte Gesprächssituation, in der sich alle Anwesenden oft frustriert und entwertet fühlen.
Die unsichtbaren Barrieren
Ein weiterer Artikel befasst sich mit den unsichtbaren Barrieren, auf die Menschen mit psychischen Erkrankungen in dieser Gesellschaft stoßen. Es werden Erlebnisse und Beobachtungen geteilt, die als Betroffene über den Weg laufen, wie gewisse Symptomatiken „von innen“ aussehen, welche Vorurteile immer noch in dieser Gesellschaft herrschen und welche gesellschaftlichen Normen insbesondere für psychisch kranke Menschen durchaus problematisch sind.