"Ich werde dich nicht mehr nerven" – Bedeutung, Ursachen und Wege zur Überwindung von Überforderung

Die Aussage "Ich werde dich nicht mehr nerven" kann tiefgreifende Ursachen und Auswirkungen haben, sowohl für den Sprecher als auch für den Adressaten. Sie spiegelt oft ein Gefühl der Überforderung, Hilflosigkeit und möglicherweise auch eine schwierige zwischenmenschliche Dynamik wider. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung dieser Aussage, die Ursachen für Überforderung und gibt Ratschläge, wie man mit solchen Situationen umgehen und die Lebensfreude zurückgewinnen kann.

Die Bedeutung von "Ich werde dich nicht mehr nerven"

Die Aussage "Ich werde dich nicht mehr nerven" kann verschiedene Bedeutungen haben, abhängig vom Kontext und der Beziehung zwischen den beteiligten Personen. Im Kern drückt sie jedoch ein Gefühl der Belastung und des Wunsches nach Entlastung aus.

  • Gefühl der Überlastung: Der Sprecher fühlt sich möglicherweise durch die eigenen Probleme oder die Probleme des Adressaten überfordert und nicht in der Lage, damit umzugehen.
  • Wunsch nach Distanz: Die Aussage kann ein Versuch sein, Distanz zu schaffen, um sich vor weiteren Belastungen zu schützen.
  • Selbstvorwurf: Oftmals steckt hinter der Aussage auch ein Selbstvorwurf, das Gefühl, anderen zur Last zu fallen.
  • Hilferuf: In manchen Fällen kann es auch ein Hilferuf sein, ein Ausdruck von Verzweiflung und dem Wunsch nach Unterstützung.

Ursachen für Überforderung

Die Schlagzahl, mit der wir uns gerade alle immer wieder an neue Herausforderungen anpassen müssen, ist gefühlt höher denn je. Die Welt scheint sich immer schneller zu drehen, und die Anforderungen an uns steigen stetig. Neben den allgemeinen und den individuellen Herausforderungen des Lebens hat uns nun über zwei Jahre eine Pandemie beschäftigt. Für viele Menschen war die Lebenssituation schon vor der Pandemie belastend und an der Grenze des Machbaren. Die Pandemie hat vor allem Familien und Menschen in den Gesundheitsberufen schlicht überfordert und für uns alle immense Einschnitte in unserem Leben, in unseren Routinen, in unseren Beziehungsgefügen und unserem Arbeitsleben bedeutet. Aktuell belastet uns zudem die Tatsache, dass es erneut kriegerische Auseinandersetzungen in Europa gibt und friedliche Lösungen fern zu sein scheinen. Diese Gemengelage ist schlicht viel und davon überfordert zu sein, oder das Gefühl zu haben, dass uns die Kräfte ausgehen, ist momentan ein verbreitetes Phänomen.

Es gibt vielfältige Ursachen für Überforderung, die oft ineinandergreifen:

  • Hohe Erwartungen: Viele Menschen haben hohe Erwartungen an sich selbst, beruflich wie privat. Das Streben nach Perfektionismus kann jedoch zu chronischem Stress und Überlastung führen.
  • Mangelnde soziale Unterstützung: Wer keine soziale Unterstützung durch Freunde oder Familie erfährt, kein Vertrauen in sich und andere hat, ist zudem häufig davon betroffen. Ein sicheres soziales Netz, das einen auch in schwierigen Lebensphasen auffängt, kann helfen, besser mit diesen umzugehen.
  • Schwierige Kindheit: Viele Menschen bekommen suggeriert, das läge an ihrem Versagen. Häufig berichten Betroffene von einer schwierigen Kindheit. Z.B. hatten sie Eltern, die sie vernachlässigten oder zu denen sie kein Vertrauen aufbauen konnten. Sie lernten nicht, mit Problemen und Konflikten umzugehen. Betroffene sind quasi stets in einer Hab-Acht-Stellung - immer in der Erwartung, dass etwas Schlimmes passieren könnte, dem sie nicht gewachsen sein könnten. Ihnen fehlt das Vertrauen in sich und in andere Menschen. Sie kommen schnell aus dem Gleichgewicht, fühlen sich leicht verwundbar und verletzbar wie ein Schmetterling.
  • Belastende Ereignisse: Betroffene haben meist über einen längeren Zeitraum schwere Belastungen erlebt, die sie als bedrohlich erlebt haben - z.B. eine schwere Erkrankung, Missbrauch, emotionale Erpressung in der Partnerschaft, eine Naturkatastrophe oder ein Schicksalsschlag. Durch diese Belastungen liegen ihre Nerven quasi blank.
  • Geringes Selbstwertgefühl: Betroffene sehen sich als im Vergleich zu anderen als weniger stabil und unfähig, angemessen mit auftretenden Problemen umzugehen. Diese Einschätzung führt zu Ängsten und Minderwertigkeitsgefühlen, welche dann wiederum Auswirkungen auf ihr Leben haben.
  • Mangelnde Bewältigungsstrategien: Den Betroffenen fehlen Bewältigungsstrategien oder sie beherrschen nur ungeeignete Strategien (wie z.B. Betroffene haben aufgrund ihrer eingeschränkten Bewältigungsstrategien Probleme mit den Finanzen, im Job, mit den Kinder, Partnern, Angehörigen, usw. Diese führen dann wiederum dazu, dass sie sich überfordert oder zu schwach fühlen.
  • Soziale Medien: Der Einfluss von Social Media auf das Gefühl der Freudlosigkeit Social Media zeigt uns täglich das scheinbar perfekte Leben anderer. Von schönen Urlaubsbildern bis hin zu nie enden wollenden Erfolgsstorys, überall nur fröhliche Gesichter. „Highlight-Stories“ des Lebens, die wenig mit der Realität zu tun haben. Es kann leicht passieren, dass wir uns durch diese ständige Konfrontation mit Idealbildern ungenügend und leer fühlen. Denn wenn jeder um uns herum dem Anschein nach nur Freude und Erfolg erlebt, warum ist das eigene Leben so trist und grau? Diese Vergleiche setzen uns unter Druck, selbst im Alltag glücklich, produktiv und „perfekt“ zu wirken. So verstärkt Social Media das Gefühl, dass etwas fehlt, und lässt uns oft unzufrieden zurück. Die Realität, dass alle auch schwierige Momente durchleben, bleibt unsichtbar.
  • Burnout: Während der klassische Burnout sich häufig durch eindrückliche Symptome mit schneller Entwicklung zeigt, ist ein „stiller Burnout“ die tückische, schleichende Variante. Bis er sich im umgangssprachlichen Nervenzusammenbruch Bahn bricht. Nicht jeder Burnout zeigt sich durch übersteigerten Arbeitsdrang mit perfektionistischen Ansprüchen, der alsbald durch den hohen Einsatz in sozialen Rückzug, massive Verhaltensänderungen und offensichtliche Erschöpfung wie chronische Müdigkeit mündet. Entsprechend verschleppen viele Betroffene ihren Burnout: Sie machen kurze, aber wenig erholsame Verschnaufpausen und danach weiter in ihrem Tagesprogramm. So gleiten sie langsam aber sicher in einen schweren Burnout, der dann nur scheinbar plötzlich und unerwartet mit einem vollständigen „Nervenzusammenbruch“ zu Tage tritt.

Anzeichen für Überforderung

Hellhörig sollten Sie werden, wenn negative Gefühle, Sorgen und Ängste die Oberhand gewinnen. Natürlich sind individuelle Lebenssituationen gerade sehr belastet und Sorgen und Ängste daher verständlich. Sie sollten aber nicht Ihren Alltag in allen Bereichen bestimmen. Solange Sie noch in einigen Bereichen Freude und Hoffnung empfinden und sich dafür auch Zeit nehmen können, ist das gut. Viele Menschen neigen jedoch dazu, den Problemen und Sorgen der Welt zu viel emotionalen Raum zu geben. Wer täglich mehrmals Nachrichten konsumiert, kein anderes Gesprächsthema mehr als die Pandemie und den Krieg kennt und darüber hinaus vielleicht sogar Vorbereitungen für den Ernstfall ergreift, hat möglicherweise zu viel Angst und Sorgen, welche wiederum einen strukturierten, gefestigten, leichteren Alltag erschweren. Wer nur das Drama und das Chaos sieht, wird sich auch so fühlen und seinen Alltag danach ausrichten. Das führt in eine Abwärtsspirale.

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Anzeichen für eine Überforderung sind vielfältig und können sich auf unterschiedlichen Ebenen zeigen:

  • Psychische Symptome: Zunehmende Gereiztheit und Ungeduld, schwarz-weiß-Denken, Schlaflosigkeit und Gedankenkreisen, so dass Sie innerlich ein Thema durch die eigenen Gedanken ständig aufgezwungen bekommen.
  • Körperliche Symptome: Müdigkeit und Erschöpfung, Appetitverlust, Schmerzen, Herz-Kreislauf- und Hörprobleme.
  • Verhaltensänderungen: Sozialer Rückzug und die Aufgabe vieler Hobbys und Freundschaften, Aggressivität angesichts des gefühlt nicht mehr enden wollenden ´Ausnahmezustands´.

Es ist daher wichtig, alle körperlichen Symptome zuerst ärztlich abklären zu lassen.

Was tun gegen ständige Gereiztheit?

Du bist selbst genervt von der Reizbarkeit und möchtest etwas dafür tun, um wieder mehr gute Laune und Gelassenheit in dein Leben zu bringen? Wissen ist Macht. Denn letztendlich kannst du erst etwas gegen deine Gereiztheit unternehmen, wenn du sie wahrnimmst und anerkennst: „Ich fühle mich gerade gereizt.” Das klingt simpel, ist es aber nicht. Es kann schwierig sein, weil wir meistens reizbar sind, wenn uns ohnehin gerade viel im Kopf herumschwirrt - ein Gedankenkarussell, das nicht aufhören will, sich zu drehen. Oft spüren wir die Reizbarkeit körperlich, bevor sie uns bewusst wird.

Selbsthilfe bei Überforderung

Wenn das alles zu viel wird und wir das Gefühl haben, bestimmte Dinge oder sogar den Alltag nicht mehr bewältigen zu können, weil wir uns schlichtweg überfordert fühlen, dann sollten Sie unbedingt handeln, denn eine dauerhafte Überforderung kann nicht nur zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Schlafstörungen, sondern auch zu anderen Krankheiten, wie Arterienverkalkung oder Magen-Darm-Erkrankungen führen.

  • Prioritäten setzen: Ein wichtiger Punkt ist, den Alltag neu zu priorisieren: Was ist wirklich wichtig in Ihrem Leben? Was ist wirklich wichtig zu erledigen? Wenn wir gestresst sind, verlieren wir schnell den Überblick, alles wirkt zu viel und zu anstrengend und gleichzeitig wichtig und drängend. Stehen wir zu sehr unter Druck, können wir jedoch oft nicht mehr priorisieren und brauchen dazu externe Hilfe.
  • Kalender ausmisten: Dann ist der nächste Schritt, den Kalender auszumisten, unwichtige Termine zu streichen, Zeit für Freunde, Familie, Hobbys, Freizeit sowie für das bloße Nichts-Tun einzuräumen.
  • Hilfe suchen: Bleiben wichtige Dinge unerledigt und ist die Bewältigung des Alltags einfach zu viel, dann suchen Sie nach Hilfe: Bitten Sie Angehörige, Freunde, Nachbarn aktiv um Unterstützung. Sprechen sie darüber, wenn Sie Ihre Prioritäten verändern.
  • Nachrichtenkonsum reduzieren: Und reduzieren Sie die Flut von schlechten Nachrichten. Um derzeit informiert zu bleiben, reicht es, täglich einmal die Nachrichten zu hören oder zu lesen. Auch für Erwachsene sind die Bilder oft zu viel. In Gesprächen mit der Familie, Freunden und Kollegen dürfen Sie sich von den ewigen Wiederholungsspiralen distanzieren und bewusst andere Gesprächsthemen wählen.
  • Ausgleich schaffen: Sorgen Sie bewusst für Ausgleich, Ablenkung und leichte, freudige Momente. Feiern Sie Geburtstage und (religiöse) Feste, spielen Sie mit der ganzen Familie Spiele, machen Sie kleine Ausflüge, schauen Sie Filme und Serien, die Ihnen guttun, hören Sie Musik und gehen Sie Ihren Hobbys nach. Pflegen Sie soziale Kontakte und zeigen Sie auch anderen Menschen, dass Sie an sie denken und, dass sie Ihnen wichtig sind. Backen Sie beispielsweise einen Kuchen und verschenken ein Stück davon an liebe Nachbarn.
  • Selbstfürsorge: Der Schlüssel zur Nervenberuhigung lautet wohl „Kümmere dich gut um dich selbst“. Gelassenheit und Ruhe können nur aus deinem Inneren kommen. Doch dafür musst du zulassen, die negativen Gedanken zu durchbrechen und dich zu stärken. Gönne dir daher genug Zeit zum Auftanken - denn nur, wenn Anspannung und Entspannung in einem gesunden Gleichgewicht sind, fühlen wir uns wohl.
  • Grenzen setzen: Nicht zuletzt solltest du klar deine Grenzen ziehen, um dich vor einer Überforderung zu schützen. Bürde dir selbst nicht zu viel auf und sag es auch anderen, wenn du das Gefühl hast, dass dir eine Aufgabe über den Kopf wächst. Das heißt natürlich nicht, dass du allen Schwierigkeiten aus dem Weg gehen solltest. Im Gegenteil: Lösungen für die eigenen Probleme zu finden, stärkt das Selbstvertrauen. In Zukunft wirst du in ähnlichen Situationen sicher besser die Nerven behalten. Es ist jedoch eine positive Grundeinstellung notwendig, um nicht nur das Problem, sondern auch mögliche Auswege daraus zu sehen. Diese kannst du dir aneignen - es bedarf nur etwas Übung.
  • Achtsamkeit: Achtsamkeit bedeutet, den gegenwärtigen Moment bewusst und ohne Bewertung wahrzunehmen. Eine aktuelle Meta-Analyse von Rogerson et al. (2024) bestätigt, dass Achtsamkeits- und Entspannungsinterventionen besonders effektiv bei der Senkung von Cortisolspiegeln sind - dem Stresshormon, das eng mit Reizbarkeit verbunden ist. Studien zeigen, dass regelmäßige Meditation messbare Veränderungen im Gehirn bewirken kann: Bereiche, die mit Aufmerksamkeit und Emotionsregulation zu tun haben, werden stärker vernetzt, während das „Alarmzentrum“ des Gehirns - die Amygdala - weniger stark auf Stress reagiert. Dadurch fällt es vielen Menschen leichter, gelassener auf Belastungen zu reagieren (Calderone und Kolleg:innen, 2024).
  • Selbstmitgefühl: Viele Menschen sind gereizt, weil sie gereizt sind - sie verurteilen sich dafür, nicht „funktionieren” zu können. (Spoiler: Du bist keine Maschine.) Versuche stattdessen, dir selbst mit der gleichen Freundlichkeit zu begegnen, die du einem guten Freund entgegenbringen würdest. Sage dir: „Ich habe gerade eine schwierige Zeit. Das ist menschlich. Ich darf Unterstützung brauchen.” Würdest du zu deiner besten Freundin sagen: „Reiß dich zusammen!”? Vermutlich nicht.

Wann ist professionelle Hilfe sinnvoll?

Das ist bei anhaltenden Symptomen wie Schlafstörungen, Grübeln, Freudlosigkeit, sozialem Rückzug, Gereiztheit, Müdigkeit, Erschöpfung, Appetitverlust, Ängsten und Sorgen, Konzentrationsproblemen und natürlich körperlichen Symptomen wie Schmerzen, Herz-Kreislauf- und Hörproblemen angezeigt.

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Wenn die Freudlosigkeit den Alltag so sehr belastet, dass selbst kleine Aufgaben zur Herausforderung werden, dann kann es sinnvoll sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine psychologische Beratung oder Therapie bietet nicht nur einen geschützten Raum, um über belastende Gefühle zu sprechen, sondern auch konkrete Wege aus einer emotionalen Krise. In einer Beratung oder Therapie kann man dir dabei helfen, die Ursachen und Auslöser der Depression oder Anhedonie besser zu verstehen und gezielte Bewältigungsstrategien zu entwickeln. Es ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke, sich Unterstützung zu holen, wenn man allein nicht weiterkommt.

Wichtig bei der Auswahl deiner Therapeutin oder deines Therapeuten: Leider gibt es auf dem Feld der Psycho-Hilfe viele selbsternannte Beraterinnen und Berater sowie Therapeutinnen und Therapeuten ohne fundierte Ausbildung. Daher ist es wichtig, dass du bei der Wahl deiner Unterstützung auf entsprechend ausgebildetes Fachpersonal achtest. Man erkennt es unter anderem daran, dass es Mitglied einer beruflichen Kammer ist (beispielsweise Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK)).

Wie kann ich helfen, wenn ich das Gefühl habe, eine nahestehende Person fühlt sich überfordert?

Hier ist es wichtig, die eigene Wahrnehmung anzubieten, aber weder zu werten, noch Vorwürfe zu machen. Fragen Sie die betreffende Person direkt: ´Wie geht es dir gerade? Gibt es etwas, das ich für dich tun kann?´ Aber geben Sie bitte keine vorschnellen Ratschläge und Tipps, wenn Sie nicht darum gebeten werden, denn das erhöht nur den Stress der betreffenden Person nach dem Motto: Andere wissen besser wie es geht, ich schaffe es also wirklich nicht. Wenn jemand keine Hilfe möchte, signalisieren Sie wohlwollend, dass Sie da sind. Senden Sie hier und da einen kleinen Gruß oder ein kleines Geschenk, ohne zu aufdringlich zu sein.

Was tun, wenn man von einer nahestehenden Person "genervt" ist?

Ein „Nerv nicht!“ mag manchmal unserem tiefen Elternempfinden entspringen: Der Alltag ist voll mit Aufgaben und nicht immer ist Platz für die Bedürfnisse des Kindes. Und manchmal sind wir tatsächlich auch von der x-ten Nachfrage, ob dieses oder jenes noch gekauft oder getan werden kann in der schieren Menge des Vorsprechens des Kindes genervt. Wir müssen diese Gefühle nicht verbannen aus unseren Empfindungen. Oft liegt die Ursache des Gefühls, vom Kind genervt zu sein, in einer generellen Überlastung: Wir haben nicht auch noch Energie für das laute, fordernde Kind nach einem ohnehin schon anstrengenden Tag oder während es uns gerade gesundheitlich vielleicht nicht gut geht. Wenn Kinder beständig etwas einfordern, kann sich dahinter ein bestimmter dringender Wunsch verbergen. Oft aber ist es auch ein Bedürfnis nach Bindung und Beziehung: Immer und immer wieder kommt das Kind an diesem Tag wieder an und möchte nicht allein spielen, sondern nur mit einem Elternteil. Das heute ständig wütende Kind ist eigentlich traurig, weil es von den Freunden im Spiel ausgeschlossen wurde und kann das aber noch nicht gut verbalisieren. Das Kind, das den ganzen Tag auf alle Vorschläge nur maulig reagiert, ist eigentlich erschöpft vom Kindergarten, in dem heute alles durcheinander war, weil ein Erzieher fehlte. Es kann viele Gründe geben, warum wir uns genervt fühlen. Und es kann viele verschiedene Gründe dafür geben, dass das Kind heute oder auch mal über einige Tage hinweg ein ungewohntes, für uns anstrengendes Verhalten zeigt. Diese Belastung ist für kleine Schultern zu groß. Ja, Rücksichtnahme ist wichtig, auch Kinder müssen das im Laufe der Zeit lernen. Aber auf andere Weise, als durch harte Worte, die das Innere verletzen. Zum Beispiel, indem wir unser Bedürfnis klar kommunizieren und eine Lösung anbieten: „Ich hab heute keine Nerven mehr.

Die verlorene Lebensfreude zurückgewinnen

Das Leben ist voller schöner Momente. Doch was, wenn dir das alles nichts mehr bedeutet und du nur noch das Negative siehst? Wir zeigen, warum du mit diesem Gefühl nicht allein bist und wie du neue Lebensfreude findest.

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  • Selbstfürsorge bewusst einbauen: Nimm dir aktiv Zeit für dich selbst. Versuche, Aktivitäten zu finden, die dir früher Freude bereitet haben - auch wenn die Begeisterung zunächst ausbleibt. Sport, Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation sowie eine gesunde Ernährung können kleine, aber wertvolle Schritte zu einer besseren Lebensqualität sein.
  • Lebensfreude durch Bewegung gewinnen: Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist Sport bei Depression ähnlich wirksam wie die Einnahme von Medikamenten. Bewegung ist ein guter Weg, um das Wohlbefinden zu steigern und neue Lebensfreude zu entwickeln (K.-H. Schulz · A. Meyer · N. Langguth; Ambulanzzentrum, Fachbereich Sport- und Bewegungsmedizin, Institut für Medizinische Psychologie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Hamburg; Körperliche Aktivität und psychische Gesundheit). Schon regelmäßige Spaziergänge, Tanzen oder leichtes Training können die Stimmung heben und für mehr Energie sorgen. Indem du körperlich aktiv wirst, schüttet dein Körper Endorphine aus, die sogenannten „Glückshormone“. Körper und Geist werden auf einfache Weise wieder ins Gleichgewicht gebracht.
  • Soziale Unterstützung suchen: Sprich mit Freunden, Familie oder anderen vertrauten Menschen. Wenn du dich alleine fühlst, verstärkt dies oft Gefühle der Sinnlosigkeit und kann in eine Abwärtsspirale führen. Austausch und das Verständnis anderer sind häufig der erste Schritt, um eine neue Perspektive einzunehmen und emotionale Unterstützung zu finden.
  • Strukturen und Rituale schaffen: Auch wenn es schwerfallen mag, können ein Tagesplan oder kleine, tägliche Rituale - wie etwa das Aufschreiben positiver Gedanken - helfen, den Alltag bewusst zu gestalten.
  • Realistische Erwartungen an sich selbst setzen: Viele von uns haben hohe Ansprüche an sich selbst, und das Streben nach Perfektion kann erdrückend sein. Kleine Schritte und weniger Erwartung an die eigene Leistung helfen oft, Druck abzubauen. So kannst du deine Freude für die kleinen Fortschritte im Leben zurückzugewinnen.
  • Mitgefühl mit dir selbst: Selbstliebe ist wichtig, um die Lebensfreude zurückzugewinnen. Statt uns für negative Gefühle zu verurteilen, sollten wir mit Mitgefühl auf uns selbst schauen und aktiv Dinge tun, die uns guttun. Wenn wir uns selbst akzeptieren und unsere Bedürfnisse respektieren, entsteht eine gute Basis für unser emotionales Wohlbefinden.
  • Wohlfühl-Düfte: Studien zeigen, dass Düfte unser Wohlbefinden steigern können, da bestimmte Noten wie fruchtige Aromen Freude und Leichtigkeit fördern. Diese speziellen Wirkparfüms bringen Spontaneität in den Alltag und helfen, Stress zu reduzieren. Außerdem wecken Düfte oft schöne Erinnerungen, die sich positiv auf unsere Stimmung auswirken.

Umgang mit schwierigen Beziehungen

Die Aussage "Ich nerve dich nur mit meinen Problemen" kann auch in Beziehungen auftreten, in denen ein Ungleichgewicht besteht. Es ist wichtig, sich bewusst zu machen, dass gesunde Beziehungen auf Gegenseitigkeit beruhen.

Einseitige Belastung

Wenn eine Person ständig die Rolle des Zuhörers und Unterstützers einnimmt, während die andere Person nur ihre eigenen Probleme thematisiert, kann dies zu Frustration und Überforderung führen. In solchen Fällen ist es wichtig, die eigenen Grenzen zu erkennen und zu kommunizieren.

Kommunikation ist der Schlüssel

Offene und ehrliche Kommunikation ist entscheidend, um solche Dynamiken zu verändern. Es ist wichtig, dem Partner mitzuteilen, dass man sich überfordert fühlt und Unterstützung benötigt.

Professionelle Hilfe

In manchen Fällen kann es hilfreich sein, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Beziehung zu verbessern und gesunde Kommunikationsmuster zu entwickeln.

Fallbeispiel: "Ich nerve sie nur mit meinen Problemen"

Hallo, ich habe mich von meiner Ex-Freundin bzw. sie hat sich getrennt, weil sie meinte, ich nerve sie nur mit meinen Problemen, ich bin psychisch krank und sie studiert eigentlich Psychologie und dachte immer, dass sie mich deshalb versteht, aber sie hat mich verlassen Ich war fast einen Monat bei mir und gestern habe ich ihr wieder geschrieben und sie hat einfach gesagt, wenn ich nicht merke, dass ich sie mit meinen Problemen nerve, dann sage ich ihr, dass du Psychologin werden willst? Du wirst keiner werden, wenn du nicht einmal mit meinen Problemen klarkommst. Sie hat es gelesen und dann nicht geantwortet, aber ich kann sie nicht vergessen, was soll ich tun?

In diesem Fallbeispiel wird deutlich, wie Überforderung und mangelnde Bewältigungsstrategien zu einer Trennung führen können. Die Ex-Freundin, die Psychologie studiert, fühlte sich möglicherweise durch die Probleme ihres Partners überfordert, obwohl sie eigentlich Verständnis haben sollte. Die Aussage "Du wirst keiner werden, wenn du nicht einmal mit meinen Problemen klarkommst" ist verletzend und spiegelt die eigene Hilflosigkeit wider.

Was tun?

  • Akzeptanz: Akzeptiere, dass die Beziehung beendet ist. Es ist wichtig, loszulassen und sich auf die eigene Heilung zu konzentrieren.
  • Professionelle Hilfe: Suche dir professionelle Hilfe, um mit deinen psychischen Problemen umzugehen. Ein Therapeut kann dir helfen, Bewältigungsstrategien zu entwickeln und dein Selbstwertgefühl zu stärken.
  • Selbstfürsorge: Kümmere dich um dich selbst. Tue Dinge, die dir guttun und dir Freude bereiten.
  • Soziale Kontakte: Pflege deine sozialen Kontakte. Sprich mit Freunden und Familie über deine Gefühle.
  • Loslassen: Versuche, deine Ex-Freundin zu vergessen. Konzentriere dich auf die Zukunft und darauf, eine gesunde und erfüllende Beziehung zu finden.

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