Sehnervverkürzung im Alter: Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten

Die Gesundheit unserer Augen ist ein wesentlicher Bestandteil unseres allgemeinen Wohlbefindens. Mit zunehmendem Alter können verschiedene Veränderungen und Erkrankungen die Augen betreffen, darunter auch die Sehnervverkürzung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten der Sehnervverkürzung im Alter, um ein umfassendes Verständnis dieser Problematik zu ermöglichen.

Einführung in die Sehnervverkürzung

Die Sehnervverkürzung, auch bekannt als Optikusatrophie, ist ein Zustand, bei dem die Nervenfasern des Sehnervs geschädigt werden. Dies kann zu einem Verlust der Sehkraft führen, der von leichten Gesichtsfeldausfällen bis hin zur vollständigen Erblindung reichen kann. Die Sehnervverkürzung ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom verschiedener zugrunde liegender Erkrankungen.

Ursachen der Sehnervverkürzung im Alter

Die Ursachen für eine Sehnervverkürzung im Alter sind vielfältig. Einige der häufigsten Ursachen sind:

Glaukom (Grüner Star)

Als grüner Star (Glaukom) wird ein fortschreitender Verlust von Nervenfasern am Sehnerven des Auges bezeichnet, der unbehandelt zu einer progredienten Einengung des Gesichtsfeldes führt. Besonders tückisch ist der grüne Star, da der Gesichtsfeldverlust sehr lange unbemerkt bleiben kann und betroffenen Patienten erst auffällt, wenn bereits ein großer Teil des Sehnerven irreversibel geschädigt wurde. Das Glaukom ist eine der Hauptursachen für Erblindung weltweit.

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist die häufigste Ursache für eine Erblindung in Deutschland. Bei ihrer Entstehung spielen sowohl Erbfaktoren als auch Umwelteinflüsse eine Rolle. Die AMD ist Folge einer Überlastung des Stoffwechsels der Netzhaut durch Alterung. Die Erkrankung betrifft häufig beide Augen und führt zu einem progredienten Sehverlust.

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Diabetes und diabetische Retinopathie

Ein Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) kann durch chronische Veränderungen der Kapillargefäße der Netzhaut zu einem progredienten Sehverlust führen. Die Früherkennung diabetischer Netzhautveränderungen spielt hierbei eine entscheidende Rolle. Mittels moderner Diagnostikverfahren (OCT und Fluorezenzangiographie) können behandlungsbedürftige, diabetische Netzhautveränderungen erkannt und eine stadiengerechte Therapie frühzeitig eingeleitet werden.

Entzündungen des Sehnervs (Optikusneuritis)

Die Neuritis vestibularis ist eine Entzündung des Nervs, der vom Gleichgewichtsorgan im Innenohr zum Gehirn verläuft. Bei einer Entzündung des Nervs werden die Impulse (Signale) gestört, die durch den Nerv geleitet werden. Diese gestörten Signale kann das Gehirn nicht wie üblich verarbeiten.

Tumoren

Tumoren machen 25% aller Augenhöhlenerkrankungen aus. Die Behandlung der meisten Augenhöhlenerkrankungen erfordert eine enge interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Augenarzt, Gesichtschirurgen, Neurochirurgen, HNO-Ärzten und Radiologen.

Durchblutungsstörungen

Am häufigsten verursachen isolierte Durchblutungsstörungen im Zusammenhang mit einem schon lange Zeit bestehenden Diabetes mellitus diese peripheren Hirnnervenläsionen, wobei meist der 6. Hirnnerv von der Lähmung betroffen ist.

Schädel-Hirn-Trauma

Von den drei die Augenmuskeln versorgenden Nerven ist er am anfälligsten bei Schädel-Hirn-Traumata. Typisch sind beidseitige Lähmungen ohne erkennbares Schielen, da sich die Abweichungen in der Höhe gegenseitig aufheben.

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Multiple Sklerose

Einige Nervenbahnen sind entwicklungsgeschichtlich schon sehr alt und werden seltsamerweise besonders häufig bei Multipler Sklerose befallen.

Seltene Erkrankungen

Schätzungen zufolge gibt es weltweit rund 8.000 Seltene Erkrankungen. Einige seltene genetische Störungen, wie das Roberts-Syndrom oder das Treacher-Collins-Syndrom, können ebenfalls zu Sehnervschäden führen.

Symptome der Sehnervverkürzung

Die Symptome einer Sehnervverkürzung können je nach Ursache und Ausmaß der Schädigung variieren. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Verschwommenes Sehen
  • Verminderte Sehschärfe
  • Gesichtsfeldausfälle (blinde Flecken im Sichtfeld)
  • Eingeschränktes Farbsehen
  • Verminderte Kontrastempfindlichkeit
  • Schmerzen beim Bewegen der Augen
  • Doppelbilder

Diagnose der Sehnervverkürzung

Die Diagnose einer Sehnervverkürzung umfasst in der Regel eine umfassende Augenuntersuchung, einschließlich:

  • Sehschärfenprüfung: Messung der Sehschärfe mit einer Sehtafel.
  • Gesichtsfelduntersuchung: Bestimmung des Gesichtsfeldes, um Ausfälle zu erkennen.
  • Ophthalmoskopie: Untersuchung des Augenhintergrunds, um den Sehnerv zu beurteilen. Netzhaut und Sehnerv können kontaktlos mittels eines Lasers abgetastet und vermessen werden. Die resultierenden Schildbildaufnahmen der Netzhaut und des Sehnerven geben dem Augenarzt die Möglichkeit, bereits frühe Stadien verschiedener Augenerkrankungen zu erkennen.
  • Optische Kohärenztomographie (OCT): Bildgebung des Sehnervs und der Netzhaut, um Schäden zu erkennen.
  • Fluoreszenzangiographie: Darstellung der Blutgefäße der Netzhaut mit Kontrastmittel. Um Veränderungen der Blutgefäße am Augenhintergrund zu erkennen, kann es - z.B. bei diabetischer Netzhauterkrankung oder bei einer Makuladegeneration - sinnvoll sein, die Blutgefäße des Auges mit Kontrastmittel darzustellen. Hierzu wird dem Patienten ein fluoreszierender Farbstoff in eine Vene injiziert, welcher sich bereits nach wenigen Sekunden auch im Auge verteilt.
  • Magnetresonanztomographie (MRT): Bildgebung des Gehirns und der Sehnerven, um Tumoren oder andere Erkrankungen auszuschließen.

Behandlung der Sehnervverkürzung

Die Behandlung der Sehnervverkürzung zielt darauf ab, die zugrunde liegende Ursache zu behandeln und das Fortschreiten der Schädigung zu verlangsamen oder zu stoppen. Die Behandlungsmöglichkeiten hängen von der Ursache der Sehnervverkürzung ab. Einige der häufigsten Behandlungen sind:

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Behandlung des Glaukoms

Die Behandlung des Glaukoms kann Augentropfen, Laserbehandlungen oder Operationen umfassen, um den Augeninnendruck zu senken.

Behandlung der AMD

Die feuchte AMD lässt sich mittels Injektion eines VEGF-Hemmers in den Glaskörperraum behandeln. Hierzu sind jedoch meist regelmäßige Injektionen erforderlich.

Behandlung der diabetischen Retinopathie

Die Behandlung der diabetischen Retinopathie kann Laserbehandlungen, Injektionen oder Operationen umfassen, um die Blutgefäße der Netzhaut zu stabilisieren.

Behandlung von Entzündungen

In den ersten Tagen kann die Gabe von Antiemetika (Medikamente gegen Übelkeit) und Antiverginosa (Medikamente gegen Schwindel) in Kombination mit Kortison sinnvoll sein.

Chirurgische Eingriffe

Nach Behandlung der Ursachen werden zum Teil Eingriffe an den Augenmuskeln notwendig (Straffung gelähmter Augenmuskeln, Lockerung entzündlich verkürzter Muskeln).

Medikamentöse Behandlung

Bei der endokrinen Orbitopathie steht in der entzündlich aktiven Phase des M. Basedow die Unterdrückung der fehlerhaften Immunreaktion (Immunsuppression) im Vordergrund. Hierfür wird in der Regel Cortison eingesetzt.

Rehabilitation

Anschließend ist es wichtig, frühzeitig ein Rehabilitationsprogramm zu beginnen: Mobilisierung mit Schulung der Gleichgewichtsfunktion im Stehen und Gehen auf ebenen und unebenen FlächenTraining der Fähigkeiten zur Blickfixierung. Diese Aktivitäten verursachen zu Beginn erhöhtes Unwohlsein und Müdigkeit, werden aber auf längere Sicht die Symptome reduzieren, die Funktionsfähigkeit verbessern und zu einer schnelleren Heilung beitragen.

Prävention der Sehnervverkürzung

Einige Risikofaktoren für die Sehnervverkürzung, wie Alter und genetische Veranlagung, sind nicht beeinflussbar. Es gibt jedoch Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Risiko zu verringern oder das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen:

  • Regelmäßige Augenuntersuchungen, um Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Ärztliche Vorsorgeuntersuchung sollen Erkrankungen frühzeitig erkennen und so eine schnellstmögliche Therapie in frühen Stadien ermöglichen.
  • Kontrolle des Blutdrucks und des Blutzuckerspiegels, um Diabetes und Bluthochdruck vorzubeugen.
  • Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse, um die Augen mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen.
  • Nichtrauchen, da Rauchen das Risiko für viele Augenerkrankungen erhöht.
  • Schutz der Augen vor UV-Strahlung durch das Tragen von Sonnenbrillen.

Auswirkungen der Sehnervverkürzung auf das tägliche Leben

Die Sehnervverkürzung kann erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben haben. Betroffene können Schwierigkeiten haben, zu lesen, Auto zu fahren, Gesichter zu erkennen und andere alltägliche Aufgaben zu erledigen. Dies kann zu sozialer Isolation, Depressionen und einer verminderten Lebensqualität führen.

Unterstützung und Ressourcen für Betroffene

Es gibt verschiedene Organisationen und Ressourcen, die Menschen mit Sehnervverkürzung und ihren Familien Unterstützung bieten können. Dazu gehören:

  • Blinden- und Sehbehindertenverbände: Bieten Informationen, Beratung und Unterstützung für Menschen mit Sehbehinderungen.
  • Rehabilitationszentren: Bieten Rehabilitationsprogramme, um Menschen mit Sehbehinderungen zu helfen, ihre Fähigkeiten zu erhalten und zu verbessern.
  • Selbsthilfegruppen: Bieten eine Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen und voneinander zu lernen.

Schielen (Strabismus) und seine Auswirkungen auf den Sehnerv

Schielen (Strabismus) ist nicht nur ein Schönheitsfehler, sondern kann zu einer schweren bleibenden Sehbehinderung führen. Die Fehlstellung der Augen beim Schielen führt dazu, dass die beiden entstehenden Bilder soweit von einander abweichen, dass das Gehirn sie nicht mehr zu einem einzigen räumlichen Bild zusammenbringen kann. Dadurch entstehen störende Doppelbilder. Im Kindesalter wehrt sich das Gehirn dagegen, indem es das vom schielenden Auge übertragende Bild einfach ausschaltet. Wird ein seit der Kindheit bestehendes Schielen erst im Erwachsenenalter entdeckt, lässt sich an der Sehschwäche des schielenden Auges in der Regel nichts mehr ändern.

Ursachen von Schielen

Es gibt verschiedene Ursachen, die ein Schielen der Augen hervorrufen können. Nicht alle sind im Detail bekannt. Schielen kann genetisch bedingt oder auf bestimmte Ereignisse während der Schwangerschaft oder Geburt zurückzuführen sein. Beispielsweise tritt Strabismus bei Frühgeborenen gehäuft auf. Eine unbehandelte Weitsichtigkeit oder eine unterschiedlich starke Fehlsichtigkeit beider Augen können ebenfalls ein Schielen verursachen. Auch die Mechanik der äußeren Augenmuskeln, die für die Augenbewegungen zuständig sind, kann gestört sein. Dann liegt meist eine andere Erkrankung oder Verletzung zugrunde. Darüber hinaus können Entzündungen und Tumore einen Strabismus auslösen.

Behandlung von Schielen

Bei der Schieloperation wird der Schielwinkel des erkrankten Auges chirurgisch korrigiert, bis die Augenachse parallel zum gesunden Auge gerichtet ist. Zu stark ziehende Augenmuskeln werden am Augapfel zurückgelagert, zu schwache Muskeln gestrafft. Dazu muss das Auge weder herausgenommen noch aufgeschnitten werden. Beim Lähmungsschielen wird der Gegenspieler des gelähmten Muskels geschwächt und der gelähmte Muskel entfernt oder gefaltet.

Fehlsichtigkeiten und ihre Auswirkungen auf die Augen

Ob kurzsichtig, weitsichtig oder alterssichtig: Verschlechterungen der Augen, Sehprobleme und Fehlsichtigkeiten können sich auf vielfältige Weise ausprägen. Betroffene spüren meist nur schleichend, manchmal aber auch sehr plötzlich: Die Sehkraft lässt nach, die visuelle Wahrnehmung strengt immer mehr an. Bei Kurzsichtigkeit fällt das Sehen in die Ferne schwer, bei Weitsichtigkeit im Nahbereich. Auch digitales Sehen und der Blick auf Smartphone, Laptop und Co. beeinflussen unsere Sicht, verändern unsere Sehgewohnheiten. So beklagen immer mehr Menschen digitalen Sehstress oder Sehprobleme beim Autofahren.

Kurzsichtigkeit (Myopie)

Wer kurzsichtig ist, sieht entfernte Objekte verschwommen. Für Kurzsichtigkeit gibt es verschiedene Ursachen. Die häufigste: ein zu langer Augapfel (Achsenmyopie). Dadurch wird einfallendes Licht nicht direkt auf, sondern bereits vor der Netzhaut gebündelt. Die Folge: Der betrachtete Bereich erscheint unscharf. Seltener hingegen ist die Brechungsmyopie. Bei dieser Form der Kurzsichtigkeit ist der Augapfel zwar normal lang. Hornhaut oder Linse sind aber übermäßig stark gekrümmt, weshalb auch hier das Bild nicht auf, sondern vor der Netzhaut entsteht - und somit unscharf wahrgenommen wird. Bei Kurzsichtigkeit helfen in der Regel eine optimal angepasste Fernbrille oder Kontaktlinsen, um auch auf Distanz wieder scharf zu sehen.

Weitsichtigkeit (Hyperopie)

Weitsichtige nehmen Gegenstände in der Nähe meist verschwommen wahr. Nach langem Lesen, beim Heimwerken oder Bildschirmarbeiten ohne Sehhilfe treten häufig Kopfschmerzen auf. Die häufigste - und fast immer angeborene - Ursache für Weitsichtigkeit ist ein zu kurzer Augapfel (Achsenhyperopie). Dadurch bildet das entspannte weitsichtige Auge Objekte in der Nähe nicht auf, sondern erst hinter der Netzhaut ab, weshalb diese unscharf erscheinen. Deutlich seltener ist die Brechungshyperopie: Hier weist das Auge zwar eine normale Länge auf, Hornhaut oder Linse sind aber nicht ausreichend gekrümmt, um in der Nähe scharfe Sicht zu ermöglichen. Weitsichtigkeit lässt sich in der Regel mit Einstärkengläsern, einer Lesebrille oder optimal angepassten Kontaktlinsen korrigieren, um auch im Nahbereich wieder scharf zu sehen.

Alterssichtigkeit (Presbyopie)

Kleingedrucktes lässt sich plötzlich nur schwer entziffern, Texte müssen weiter weggehalten werden, um sie scharf sehen zu können. Das Lesen bei schlechter Beleuchtung strengt übermäßig an, Symbole und Text auf dem Smartphone-Display wirken verschwommen, der Wechsel zwischen Fern- und Nahsicht fällt immer schwerer. Die Symptome der Alterssichtigkeit gleichen zwar denen der Weitsichtigkeit. Die Alterssichtigkeit trifft allerdings jeden Menschen ab dem 40. Lebensjahr, da auch die Augenmuskeln älter werden. Bei manchen äußert sich dies früher, bei anderen später. Menschen mit Alterssichtigkeit - ohne zusätzliche Sehprobleme wie Kurz- oder Weitsichtigkeit - verhilft in der Regel eine Einstärkenbrille für die Nähe oder die Ferne zu optimalem Sehen. Für kurzsichtige oder weitsichtige Brillenträger mit Alterssichtigkeit hingegen ist eine Gleitsichtbrille meist die beste Lösung: Sie verfügt über unterschiedlich stark korrigierende Bereiche im Brillenglas, ermöglicht so gestochen scharfe Sicht auf jede Distanz, von nah bis fern. Auch multifokale Kontaktlinsen bzw. Gleitsichtkontaktlinsen kommen zur Korrektur einer Alterssichtigkeit in Frage.

Hornhautverkrümmung (Astigmatismus)

Gegenstände im Nah- und Fernbereich werden verzerrt und unscharf wahrgenommen, Details gehen verloren, punktförmige Lichtquellen erscheinen als Strich oder Stab - daher auch der Name Stabsichtigkeit. Ein Astigmatismus infolge einer Hornhautverkrümmung ist meist angeboren. Bei Betroffenen krümmt sich die Hornhaut in verschiedene Richtungen unterschiedlich stark, wodurch der „einheitliche“, unverzerrte Seheindruck verloren geht. Eine Hornhautverkrümmung lässt sich mit einer Brille, Kontaktlinsen oder einer Operation korrigieren.

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