Imigran Nasenspray: Informationen zur Behandlung von Migräne

Imigran Nasenspray ist ein verschreibungspflichtiges Medikament zur Akutbehandlung von Migräneanfällen. Es enthält den Wirkstoff Sumatriptan und gehört zur Gruppe der Triptane, auch bekannt als 5-HT1-Rezeptor-Agonisten. Dieser Artikel bietet umfassende Informationen über die Wirkweise, Anwendung, Dosierung, Gegenanzeigen, Nebenwirkungen und weitere wichtige Aspekte von Imigran Nasenspray.

Was ist Imigran Nasenspray und wie wirkt es?

Imigran Nasenspray enthält eine Einzeldosis Sumatriptan. Migränesymptome können durch die vorübergehende Erweiterung der Blutgefäße im Kopf verursacht werden. Es wird angenommen, dass Sumatriptan diese Erweiterung der Blutgefäße vermindert. Dies hilft dabei, die Kopfschmerzen zu lindern und andere Symptome eines Migräneanfalls zu reduzieren, wie z. B. Übelkeit, Erbrechen sowie Licht- und Lärmempfindlichkeit. Der Wirkstoff Sumatriptan tritt mit speziellen Bindungsstellen im Körper, den sogenannten 5-HT1-Rezeptoren, in Kontakt. Der vaskuläre 5-HT1D-Rezeptor wird überwiegend in kranialen Blutgefäßen gefunden und vermittelt Vasokonstriktion. Darüber hinaus hemmt Sumatriptan die Aktivität des Trigeminusnervs.

Anwendung und Dosierung

Die Anwendung von Imigran Nasenspray sollte genau nach Anweisung des Arztes erfolgen. Bitte fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Erwachsene (18 bis 65 Jahre)

Die übliche Dosis für Erwachsene beträgt ein Sprühstoß mit 20 mg Sumatriptan in ein Nasenloch. Bei manchen Patienten kann eine Einzeldosis eines niedriger dosierten Präparates mit 10 mg Sumatriptan in ein Nasenloch ausreichend sein. Es sollten nicht mehr als zwei Sprühstöße innerhalb von 24 Stunden angewendet werden.

Jugendliche (12 bis 17 Jahre)

Die übliche Dosis für Jugendliche beträgt ein Sprühstoß eines niedriger dosierten Präparates mit 10 mg Sumatriptan in ein Nasenloch.

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Kinder unter 12 Jahren

Dieses Arzneimittel wird nicht zur Anwendung bei Kindern unter 12 Jahren empfohlen.

Ältere Menschen (über 65 Jahre)

Dieses Arzneimittel wird nicht zur Anwendung bei älteren Menschen über 65 Jahren empfohlen. Die Anwendung von Sumatriptan bei Patienten über 65 Jahre wird nicht empfohlen, da die Daten begrenzt sind.

Zeitpunkt der Anwendung

Am besten wenden Sie das Präparat an, sobald Sie bemerken, dass der Migränekopfschmerz beginnt. Die Anwendung kann aber auch zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt während einer Migräneattacke erfolgen. Es wird empfohlen, die Behandlung beim ersten Anzeichen von Migränekopfschmerz, Cluster-Kopfschmerz (nur subkutan!) oder damit in Zusammenhang stehenden Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit zu beginnen und nicht prophylaktisch einzusetzen. Sumatriptan ist aber auch bei Anwendung zu einem anderen Zeitpunkt der Attacke gleichermaßen wirksam.

Wiederauftreten der Symptome

Sie können nach 2 Stunden eine zweite Dosis anwenden, aber wenden Sie nicht mehr als zwei Sprühstöße innerhalb von 24 Stunden an. Innerhalb von 24 Stunden darf nur bei Wiederauftreten der Symptome eine 2. Dosis (nach mindestens 2 Stunden) gegeben werden. Falls bereits abgeklungene Beschwerden wieder auftreten, kann erst nach mindestens zwei Stunden eine weitere Dosis innerhalb der nächsten 24 Stunden eingenommen werden. Falls bereits abgeklungene Symptome wieder auftreten, kann frühestens nach zwei Stunden eine weitere Dosis subkutan injiziert werden.

Keine Wirkung nach dem ersten Sprühstoß

Wenden Sie kein zweites Spray oder eine andere Darreichungsform des Präparates für dieselbe Migräneattacke an. Bei Nicht-Ansprechen auf die erste Dosis, sollte Sumatriptan nicht ein zweites Mal auf dieselbe Attacke angewendet werden.

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Keine Linderung

Wenn Ihnen dieses Arzneimittel keinerlei Linderung verschafft, fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker um Rat.

Überdosierung

Wenden Sie nicht mehr als zwei Sprühstöße innerhalb von 24 Stunden an. Die Anwendung von zu viel des Arzneimittels kann Sie krank machen. Wenn Sie mehr als zwei Sprühstöße innerhalb von 24 Stunden angewendet haben, fragen Sie Ihren Arzt um Rat. Bei einer Überdosierung kann es unter anderem zu Übelkeit, Erbrechen, Gesichtsrötung, Schwindel und Müdigkeit kommen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Gegenanzeigen

Imigran Nasenspray darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen Sumatriptan oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Herzproblemen wie Verengung der Herzkranzgefäße (ischämische Herzkrankheit), Brustschmerzen (Angina pectoris) oder Herzinfarkt in der Vorgeschichte
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen (periphere Gefäßerkrankung)
  • Schlaganfall oder vorübergehenden Zuständen von Minderdurchblutung im Gehirn (transitorische ischämische Attacke) in der Vorgeschichte
  • Hohem Bluthochdruck
  • Schwerer Lebererkrankung
  • Gleichzeitiger Anwendung mit anderen Migränemedikamenten, die Ergotamin enthalten, oder vergleichbaren Medikamenten wie Methysergid oder einem anderen Triptan/5-HT1-Rezeptor-Agonisten
  • Einnahme von bestimmten Antidepressiva, so genannten MAO-Hemmern (Monoaminooxidase-Hemmer), innerhalb der letzten zwei Wochen
  • Spezielle Formen der Migräne (ohne Kopfschmerz), wie Basilaris-Migräne, familiäre hemiplegische Migräne oder ophthalmologische Migräne

Unter Umständen - sprechen Sie hierzu mit Ihrem Arzt oder Apotheker - bei:

  • Epilepsie
  • Eingeschränkter Nierenfunktion
  • Eingeschränkter Leberfunktion
  • Möglicher Gefahr einer Gefäßverengung am Herzen, wie bei:
    • Rauchen
    • Nikotinersatztherapie
    • Erhöhte Fettkonzentration im Blut (vor allem Cholesterin) bei Frauen in den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren
    • Übergewicht bei Frauen in den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren
    • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) bei Frauen in den Wechseljahren und Männern über 40 Jahren

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, bevor Sie Imigran Nasenspray anwenden.

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  • Risikofaktoren: Wenn Sie ein starker Raucher sind oder sich einer Nikotinersatztherapie unterziehen, und besonders wenn Sie ein Mann über 40 Jahre sind oder eine Frau in oder nach den Wechseljahren (Menopause) sind. In sehr seltenen Fällen sind bei Patienten nach der Anwendung von diesem Arzneimittel schwerwiegende Herzprobleme aufgetreten, ohne dass es vorher Anzeichen für eine Herzerkrankung gab.
  • Krampfanfälle: Wenn Sie in der Vergangenheit unter Krampfanfällen (epileptischen Anfällen) litten oder bei Ihnen Risikofaktoren vorliegen, die die Gefahr von Krampfanfällen erhöhen, zum Beispiel eine Kopfverletzung oder Alkoholabhängigkeit.
  • Leber- oder Nierenerkrankung: Wenn Sie eine Leber- oder Nierenerkrankung haben.
  • Sulfonamid-Allergie: Wenn Sie allergisch gegen so genannte Sulfonamid-Antibiotika sind.
  • Medikamente gegen Depressionen: Wenn Sie Medikamente gegen Depressionen, so genannte SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) oder SNRIs (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer), einnehmen.
  • Häufige Anwendung: Eine zu häufige Anwendung kann Ihre Kopfschmerzen verschlimmern.
  • Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb: Wenn Sie nach der Anwendung von Imigran Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb fühlen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Wenn Sie schwanger sind, oder wenn Sie vermuten, schwanger zu sein oder beabsichtigen, schwanger zu werden, fragen Sie vor der Anwendung dieses Arzneimittels Ihren Arzt um Rat. Es gibt bisher nur begrenzte Informationen zur Sicherheit von diesem Arzneimittel bei schwangeren Frauen, auch wenn es bisher keinen Anhalt für ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko gibt. Ihr Arzt wird mit Ihnen besprechen, ob Sie das Arzneimittel während der Schwangerschaft anwenden sollten oder nicht.

Stillen Sie Ihren Säugling bis 12 Stunden nach der Anwendung von dem Präparat nicht. Wenn Sie während dieser Zeit Milch abpumpen, verwerfen Sie diese und geben Sie sie nicht Ihrem Säugling. Es wurde gezeigt, dass Sumatriptan nach subkutaner Anwendung in die Muttermilch übergeht. Die Exposition des Säuglings kann minimiert werden, indem das Stillen für 12 Stunden nach der Anwendung vermieden wird.

Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln

Informieren Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie andere Arzneimittel einnehmen/anwenden, kürzlich andere Arzneimittel eingenommen/angewendet haben oder beabsichtigen andere Arzneimittel einzunehmen/anzuwenden. Dies schließt auch pflanzliche oder nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel mit ein.

Sie müssen Ihren Arzt informieren, wenn Sie folgende Arzneimittel einnehmen:

  • Ergotamin oder ähnliche Arzneimittel wie z. B. Methysergid.
  • Andere Triptane/5-HT1-Rezeptor-Agonisten (wie z. B. Naratriptan, Rizatriptan, Zolmitriptan).
  • SSRIs (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) oder SNRIs (Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer) zur Behandlung von Depressionen.
  • MAO-Hemmer (Monoaminooxidase-Hemmer) zur Behandlung von Depressionen.
  • Johanniskraut (Hypericum perforatum).

Nebenwirkungen

Wie alle Arzneimittel kann auch dieses Arzneimittel Nebenwirkungen haben, die aber nicht bei jedem auftreten müssen. Einige Symptome können durch die Migräne selbst verursacht sein.

Allergische Reaktionen: Suchen Sie umgehend einen Arzt auf

Zeichen einer Allergie können sein: Hautausschlag, Nesselsucht (juckender Ausschlag); pfeifende Atemgeräusche; geschwollene Augenlider, Gesicht oder Lippen; Kreislaufzusammenbruch. Wenn Sie eines dieser Symptome kurz nach der Anwendung von dem Arzneimittel bemerken, wenden Sie das Präparat nicht mehr an und suchen Sie umgehend einen Arzt auf.

Sehr häufige Nebenwirkungen (betrifft mehr als 1 von 10 Behandelten)

  • Unangenehmer Geschmack

Häufige Nebenwirkungen (betreffen bis zu 1 von 10 Behandelten)

  • Schmerzen, Schweregefühl, Druckgefühl, Enge oder Schmerzen in der Brust, im Hals oder in anderen Körperteilen, ungewöhnliche Empfindungen oder Sinneseindrücke wie Taubheitsgefühl, Kribbeln, Hitze- oder Kältegefühl. Diese Symptome können intensiv sein, gehen aber im Allgemeinen schnell vorüber. Wenn diese Symptome andauern oder schlimmer werden (besonders die Brustschmerzen), suchen Sie umgehend einen Arzt auf. Bei sehr wenigen Patienten können diese Symptome durch einen Herzinfarkt verursacht sein.
  • Reizungen oder ein brennendes Gefühl in der Nase oder im Hals, Nasenbluten
  • Übelkeit oder Erbrechen; dies kann jedoch durch die Migräneattacke selbst ausgelöst werden
  • Müdigkeit oder Benommenheit
  • Schwindel, sich schwach fühlen, Hitzewallungen/Gesichtsrötung
  • Vorübergehender Blutdruckanstieg
  • Kurzatmigkeit
  • Schmerzende Muskeln

Sehr seltene Nebenwirkungen (betreffen bis zu 1 von 10.000 Behandelten)

  • Veränderungen der Leberfunktion. Wenn bei Ihnen die Leberwerte im Blut überprüft werden, informieren Sie Ihren Arzt oder die Arzthelferin, dass Sie dieses Arzneimittel anwenden.

Einige Patienten können die folgenden Nebenwirkungen haben, aber es ist nicht bekannt, in welcher Häufigkeit sie auftreten

  • Krampfanfälle (epileptische Anfälle), Zittern, Muskelkrämpfe, Steifheit des Nackens
  • Sehstörungen wie Augenflimmern, Verminderung der Sehschärfe, Doppeltsehen, Sehverlust und in einigen Fällen auch bleibender Sehverlust (diese Symptome können auch durch die Migräneattacke selbst ausgelöst werden)
  • Herzbeschwerden, bei denen der Herzschlag sich beschleunigen, verlangsamen oder den Rhythmus ändern kann, Schmerzen in der Brust (Angina pectoris) oder Herzinfarkt
  • Blasse, blau getönte Haut und/oder Schmerzen in den Fingern, Zehen, Ohren, in der Nase oder im Kiefer als Reaktion auf Kälte oder Stress (Raynaud-Syndrom)
  • Ohnmachtsgefühl (der Blutdruck kann absinken)
  • Schmerzen im linken Unterbauch und blutiger Durchfall (ischämische Kolitis)
  • Durchfall
  • Wenn Sie vor kurzem eine Verletzung hatten oder wenn Sie eine Entzündung haben (wie Rheuma oder eine Entzündung des Dickdarms), kann es sein, dass Sie an der Stelle der Verletzung oder der Entzündung Schmerzen verspüren oder dass sich die Schmerzen verschlimmern
  • Gelenkschmerzen
  • Angst/Unruhe
  • Schluckbeschwerden
  • Übermäßiges Schwitzen

Wenn Sie Nebenwirkungen bemerken, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Dies gilt auch für Nebenwirkungen, die nicht angegeben sind.

Verkehrstüchtigkeit und Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen

Sowohl durch den Migräneanfall als auch durch die Anwendung des Arzneimittels kann Müdigkeit hervorgerufen werden. Wenn Sie hiervon betroffen sind, fahren Sie nicht Auto und bedienen Sie keine Maschinen. Dieses Arzneimittel kann das Reaktionsvermögen beeinträchtigen. Achten Sie vor allem darauf, wenn Sie am Straßenverkehr teilnehmen oder Maschinen (auch im Haushalt) bedienen, mit denen Sie sich verletzen können.

Wichtige Hinweise

  • Bei dauerhafter Anwendung von Schmerzmitteln können Kopfschmerzen auftreten, die durch das Schmerzmittel erzeugt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um zu verhindern, dass Ihre Kopfschmerzen chronisch werden.
  • Vorsicht bei Allergie gegen Sulfonamide!
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben.

Aufbewahrung

Bitte schützen Sie das Arzneimittel vor hohen Temperaturen und direkter Sonneneinstrahlung. Das Arzneimittel muss vor Hitze und Frost geschützt im Dunkeln (z.B. im Umkarton) aufbewahrt werden. Das Arzneimittel ist nach Anbruch/Zubereitung nur zur einmaligen Anwendung vorgesehen. Reste müssen verworfen werden!

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