Intelligenz und Sauerstoffversorgung des Gehirns: Ein komplexer Zusammenhang

Das Gehirn, die zentrale Steuereinheit unseres Körpers, ist ein energiehungriges Organ. Obwohl es nur etwa zwei Prozent unseres Körpergewichts ausmacht, verbraucht es bis zu 20 Prozent der gesamten Energie. Diese Energie wird hauptsächlich für die Arbeit der Synapsen benötigt, wo ständig Ionen und Neurotransmitter die Zellmembran durchqueren, um Signale auszutauschen und zu interpretieren. Eine ausreichende Sauerstoffversorgung ist daher entscheidend für die optimale Funktion des Gehirns und somit auch für die Intelligenz.

Die Bedeutung der Sauerstoffversorgung für die Gehirnfunktion

Eine gute Sauerstoffversorgung des Gehirns ist essenziell für seine Leistungsfähigkeit. Sport steigert die Leistungsfähigkeit von Herz und Gefäßen und führt dadurch auch zu einer stärkeren Blut- und Sauerstoffversorgung im Gehirn. Diese gesteigerte Versorgung erhöht die Aufnahmefähigkeit des Gehirns und führt zusätzlich zu einer Stimulation neuer Synapsen und Neuronen, die sich positiv auf die Gedächtnisleistung auswirken.

Sauerstoffmangel und seine Folgen

Bleibt die Sauerstoffversorgung des Gehirns aus, beispielsweise infolge eines Schlaganfalls, hat das verheerende Folgen. Ohne Sauerstoff entsteht nicht mehr genügend Adenosintriphosphat (ATP), die energetische Universalwährung biologischer Systeme. Dies führt zu einer Störung des Transports von Neurotransmittern und Ionen.

In der Kernzone eines Infarkts, wo ein drastischer Sauerstoffverlust herrscht, entsteht ein Teufelskreis. Die energiehungrige Natrium-Kalium-ATPase kann nicht mehr genügend Natrium aus den Zellen herauspumpen, was zu einer Entladung der betroffenen Neurone und zur Ausschüttung von erregendem Glutamat führt. Dies kann den programmierten Zelltod auslösen und sich in Depolarisierungswellen immer weiter in umliegende Gehirnregionen fortpflanzen.

Herzinsuffizienz und Gehirnstruktur

Auch eine Herzschwäche kann die Sauerstoffversorgung des Gehirns beeinträchtigen. Wenn das Herz zu wenig Blut in den Körper pumpt, wird meist auch das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Studien haben gezeigt, dass bei Patienten mit Herzinsuffizienz die Dichte der grauen Substanz im Gehirn sinkt, insbesondere in Regionen, die für Aufmerksamkeitsprozesse und Gedächtnisinhalte zuständig sind.

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Atemtechniken zur Verbesserung der Gehirnfunktion

Es gibt verschiedene Atemtechniken, die dazu beitragen können, die Sauerstoffversorgung des Gehirns zu verbessern und somit die Gehirnfunktion zu optimieren.

Langsames, kontrolliertes Atmen

Langsames, kontrolliertes Atmen, bei dem die Ausatemphase länger ist als die Einatemphase, aktiviert den Vagusnerv, einen Nerv des autonomen Nervensystems. Die Probanden, die 15 Minuten lang besagte Atemtechnik angewendet hatten, schnitten in kognitiven Übungen besser ab als andere: Sie ließen sich weniger ablenken und konnten schneller neue Anweisungen umsetzen. Auch dämpft das langsamere Atmen vermutlich den Mandelkern, also jenes Gefühlszentrum des Gehirns, das bei depressiven Patienten überaktiv ist.

Um Stress abzubauen, empfiehlt es sich, langsam und kontrolliert zu atmen, in nur sechs Atemzyklen pro Minute. Das Einatmen sollte vier Sekunden dauern, das Ausatmen dagegen sechs. Wichtig ist es, in den Bauch zu atmen, zur Kontrolle kann man eine Hand auf den Brustkorb legen, um sicherzugehen, dass er sich nicht bewegt. Die Luft sollte am besten durch die Nase eingesogen werden, dann ist sie sauberer, wärmer und feuchter.

Schnelles Atmen

Um gegen Schläfrigkeit anzukämpfen, kann schnelles Atmen helfen, etwa 30 Atemzüge, eine Minute lang. Das Einatmen und Ausatmen sollte dabei gleich lang sein und immer jeweils eine Sekunde dauern. Manche schaffen es, sogar 60- bis 120-mal pro Minute zu atmen, das nennt man dann "breath of fire", also Feueratmung.

Anhalten der Atmung

Um den Kopf freizubekommen, kann man das Gesicht in eine Schüssel mit kaltem Wasser tauchen und die Atmung anhalten - so lange, wie man es schafft. Sofort schlägt das Herz langsamer und kräftiger. Je länger es gelingt, die Luft unter Wasser anzuhalten, desto größer der Effekt. Vorher eine Zeit lang schnell zu atmen erlaubt es, den Atem im Anschluss länger anzuhalten.

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Atemübungen für Sportler

Sportler können spezielle Geräte verwenden, bei denen sie gegen einen Widerstand ein- und ausatmen. Das trainiert die Atemmuskulatur und steigert so die Leistung. Im Wettkampf dagegen kann die langsame, kontrollierte Atmung helfen, Nervosität abzubauen.

Weitere Faktoren, die die Gehirnfunktion beeinflussen

Neben der Sauerstoffversorgung gibt es noch weitere Faktoren, die die Gehirnfunktion und somit auch die Intelligenz beeinflussen können.

Sportliche Betätigung

Sport erhöht die Gedächtnisleistung. Studien haben gezeigt, dass die Mitglieder der Gruppe, die vier Stunden nach dem Gedächtnistest sportlich aktiv waren, konnte deutlich mehr Informationen speichern als die der anderen zwei Gruppen und hatten nachweislich eine stärkere Aktivität im Hippocampus. Dieser Teil des Gehirns ist mit dem Lernen und dem Gedächtnis verbunden.

Alter

Mit zunehmendem Alter lässt die Leistungsfähigkeit des Gehirns nach. Dann gehen Gedächtnisleistung und Konzentrationsfähigkeit zurück. Zusätzlich verlieren die Nervenzellen nach und nach ihre Fähigkeit sich untereinander zu vernetzen.

Durchblutungsstörungen

Durchblutungsstörungen können die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Gehirns beeinträchtigen und zu Gedächtnisproblemen führen.

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Stress

Wer ständig unter Druck steht, entwickelt eher körperliche Leiden.

Gähnen

Experten und Expertinnen vermuten, dass Gähnen ein Zeichen von Intelligenz ist. Die gängigsten Erklärungsversuche zum Gähnen sind, dass es das Gehirn mit Sauerstoff versorgt, die Temperatur reguliert oder Gruppen zusammenschweißt.

Ginkgo Biloba zur Verbesserung der Gehirnleistung

Bei Vergesslichkeit können pflanzliche Arzneimittel wie Gingium mit dem Ginkgo-biloba-Spezialextrakt helfen, die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu verbessern. Der Trockenextrakt aus Ginkgo-biloba-Blättern fördert die Durchblutung im Gehirn, verbessert die Sauerstoffversorgung und stärkt die Nervenzellen.

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