Der Weg zum Facharzt für Neurologie: Voraussetzungen und Ausbildung

Die Neurologie ist ein faszinierendes und sich ständig weiterentwickelndes medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur befasst. Neurologen spielen eine entscheidende Rolle bei der Versorgung von Patienten mit einer Vielzahl von neurologischen Problemen, von Kopfschmerzen und Schwindel bis hin zu Schlaganfällen und Multipler Sklerose.

Was macht ein Neurologe?

Neurologen beschäftigen sich mit Erkrankungen und Funktionsstörungen des Nervensystems, was auch das Gehirn und das Rückenmark beinhaltet. Wer als Neurologe tätig ist, hat es am Tag oft mit vielen unterschiedlichen Patienten zu tun, die mit ganz verschiedenen Problemen und Symptomen zu ihm kommen. Es begann schleichend, doch dein erster Patient heute begann eines Tages zu humpeln, das linke Bein fühlte sich an wie gelähmt. Doch Schmerzen: Fehlanzeige. Weder Hausarzt noch Orthopäde konnten eine Verletzung feststellen. Die Überweisung zum Neurologen war die logische Folge, da der Verdacht auf eine Krankheit im Nervensystem besteht. Doch nach einigen Untersuchungen und Tests stellst auch du fest, dass du keine Erkrankung feststellen kannst. Deine Diagnose: Stress. Neurologen haben sich darauf spezialisiert, Störungen dieser komplexen Vorgänge zu diagnostizieren und zu behandeln. Die häufigste von Neurologen behandelte Erkrankung ist dabei der Schlaganfall.

Der menschliche Körper wird durch mehr als 100 Milliarden Nervenzellen gesteuert - vom kleinen Zeh über das Rückenmark bis ins Gehirn: Nerven steuern die Bewegungen, die Sprache, die Gedanken und Empfindungen. Neurologen haben sich darauf spezialisiert, Störungen dieser komplexen Vorgänge zu diagnostizieren und zu behandeln.

Ihre Aufgaben umfassen:

  • Anamnese und neurologische Untersuchung: Darauf folgt eine neurologische Untersuchung.
  • Diagnostische Verfahren: Je nach Ergebnis veranlasst du bildgebende Verfahren wie eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT), um mögliche Erkrankungen im Bereich des Nervensystems zu diagnostizieren. Durchführung und Befunderstellung von neurootologischen Untersuchungen, z. B.
  • Behandlung: Behandlungsmöglichkeiten wie die systemische Lysetherapie und mechanische Thrombektomie sorgen dafür, dass die Patienten vor allem dann eine bessere Heilungschance haben, wenn sie frühzeitig in ein Krankenhaus eingeliefert werden.
  • Dokumentation: Alles, was du tust, musst du sorgfältig dokumentieren, um die Patientenakte zu pflegen und deine Leistungen abrechnen zu können.
  • Notfallmedizin: Auch in der Notfallmedizin spielt die Neurologie eine immer größere Rolle: nicht nur bei der Behandlung von Schlaganfällen, sondern z.B. auch bei Unfällen, nach denen Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus eingeliefert werden.
  • Rehabilitation: Einleitung von Maßnahmen zur Wiederherstellung der Selbständigkeit und Minderung der Pflegebedürftigkeit sowie zur Sicherung von Geschäftsfähigkeit bzw.

Voraussetzungen für die Facharztausbildung Neurologie

Um ein Neurologe zu werden, ist ein anspruchsvoller Ausbildungsweg erforderlich. Hier sind die grundlegenden Voraussetzungen:

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  1. Abitur: Willst du Facharzt für Neurologie werden, musst du zunächst das Abitur mitbringen.
  2. Medizinstudium: Ein abgeschlossenes Studium der Humanmedizin ist obligatorisch. Nach erfolgter Approbation darfst du in die Facharztausbildung starten.
  3. Approbation: Mit Erhalt der Approbation erhält man die Berechtigung den Titel Arzt/Ärztin zu tragen.
  4. Facharztweiterbildung: Anschließend kann meine Tätigkeit als Assistenzarzt /-ärztin (Arzt/Ärztin in Weiterbildung) und damit eine Facharztweiterbildung (auch Facharztausbildung genannt) beginnen. Nach Abschluss der mehrjährigen Facharztausbildung wird der Facharzttitel im Bereich Neurologie erlangt.

Die Facharztausbildung Neurologie im Detail

Die Weiterbildungszeit in der Neurologie beträgt insgesamt 60 Monate, was einem Zeitraum von 5 Jahren entspricht. Diese wird bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 5 Abs. Die Weiterbildungszeit in der Neurologie beträgt 60 Monate, also 5 Jahre. Die Facharztausbildung muss bei einem Weiterbildungsbefugten an einer Weiterbildungsstätte gemäß § 6, Abs. 1, Satz 1 der Musterweiterbildungsordnung absolviert werden. Von dieser Zeit musst du mindestens 12 Monate in Psychiatrie und Psychotherapie und 6 in der intensivmedizinischen Versorgung im neurologischen Bereich verbringen. Weite Teile der Facharztausbildung können nicht nur in der Klinik, sondern auch in der ambulanten Versorgung absolviert werden. Die genaue Dauer hängt von der Fachrichtung sowie der örtlich geltenden Weiterbildungsordnung (WBO) ab.

Inhalte der Weiterbildung:

Folgende Inhalte sind in der Weiterbildung zum/-r Facharzt/-ärztin für Neurologie zu durchlaufen.

  • Klinische Schwerpunkte: Gefäßerkrankungen; z. B. Basalganglienerkrankungen, wie z. B. Neubildungen; z. B. Anfallsleiden; z. B. Entmarkungskrankheiten; z. B. Primär degenerative Erkrankungen; Demenzen, die sog. Dysraphische Störungen (die sog. Erkrankungen des peripheren Nervensystems; z. B.
  • Diagnostische Verfahren: Durchführung und Befunderstellung von neurootologischen Untersuchungen, z. B. Grundlagen der Antikörperdiagnostik und Therapie anderer Autoimmunerkrankungen des Zentralnervensystems einschließlich ZNS-Manifestationen von systemischen Autoimmunerkrankungen, paraneoplastischer und autoimmuner Erkrankungen, z. B. Diagnostik und konservative Therapie traumatisch verursachter Nerven- und Nervenwurzelkompressionen bzw.
  • Therapeutische Maßnahmen: Qualifizierte Entzugsbehandlung aller stoffgebundenen Süchte, z. B.

Das Logbuch:

Das Ausbildungslogbuch ist ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Neurologie. Das Logbuch enthält den strukturierten Weiterbildungsgang Neurologie und dient der Dokumentation der Inhalte und erworbenen Kenntnisse, die im Rahmen der Facharztausbildung vermittelt wurden. Seit 01.11.2020 haben die Landesärztekammern sukzessiv für alle neuen Ärzte/-innen eine digitale Version des Logbuchs eingeführt. Auch dieses eLogbuch ist verpflichtend. Ein Antrag auf Zulassung zur Facharztprüfung ohne ausgefülltes eLogbuch wird abgelehnt. Es erleichtert u.a. Für die Weiterbildung Neurologie ist das Logbuch ein verpflichtender Bestandteil im Rahmen der Facharztausbildung Neurologie. In diesem Ausbildungslogbuch werden die erworbenen Weiterbildungsinhalte und erbrachten Leistungszahlen dokumentiert. Damit ein Arzt für die Facharztprüfung zum Facharzt für Neurologie zugelassen wird, muss das Logbuch der Weiterbildung vollständig ausgefüllt bei der zuständigen Ärztekammer abgegeben werden.

Die Facharztprüfung:

Die Facharztprüfung in der Neurologie ist die letzte Etappe auf dem Weg zum Facharzt für Neurologie. Innerhalb von 30 bis 45 Minuten wird in der mündlichen Prüfung festgestellt, ob der Arzt bereits eine Facharztreife besitzt oder nicht. Besteht der Arzt in Weiterbildung seine Facharztprüfung, wird ihm eine Facharzturkunde ausgestellt.

Die Rolle der Ärztekammer

Die Ärztekammer spielt eine zentrale Rolle bei der Organisation und Überwachung der Facharztausbildung in Deutschland. Sie ist verantwortlich für:

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  • Weiterbildungsordnung: Die Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Schleswig-Holstein enthält neben den allgemeinen Bestimmungen zur Weiterbildung auch die Facharzt- und Schwerpunktbezeichnungen sowie die Zusatzbezeichnungen. Auf den folgenden Seiten finden Sie neben der vollständigen WBO auch die Weiterbildungsinhalte.
  • Weiterbildungsbefugnis: Die Ärztekammer befugt Ärztinnen und Ärzte, die in verantwortlicher Leitung die Weiterbildung in einer zugelassenen Weiterbildungsstätte durchführen. Einzelheiten über die Befugnis zur Weiterbildung und über die Zulassung von Weiterbildungsstätten sind in den entsprechenden Richtlinien geregelt. Die Befugnis wird in der Liste der zur Weiterbildung befugten Ärzte veröffentlicht.
  • Qualitätssicherung: Die Weiterbildungsbefugnis verpflichtet die bzw. den Befugten an Evaluationen, Schulungen und weiteren Qualitätssicherungsmaßnahmen der Ärztekammer zur ärztlichen Weiterbildung teilzunehmen.
  • Logbuch: Das (elektronische) Logbuch dient der kontinuierlichen Dokumentation der absolvierten Weiterbildungsinhalte durch den Weiterzubildenden sowie der Bestätigung des erreichten Weiterbildungsstandes durch den zur Weiterbildung befugten Arzt bzw.
  • Anerkennung: Der erfolgreiche Abschluss der Weiterbildung wird durch eine Urkunde bestätigt und ist der Nachweis für erworbene Kompetenz im Sinn einer besonderen ärztlichen Befähigung. einer Zusatzbezeichnung (Anerkennung). Die Anerkennung wird durch eine Urkunde bescheinigt. Die Anerkennung setzt voraus, dass die vorgeschriebenen Weiterbildungsinhalte und Weiterbildungszeiten abgeleistet und die erforderliche Kompetenz in einer Prüfung nachgewiesen sind.

Voraussetzungen für die Erteilung einer Weiterbildungsbefugnis:

Die Befugnis kann nur erteilt werden, wenn die Ärztin bzw. der Arzt

  • die Bezeichnung, in der er weiterbilden möchte, seit mehreren Jahren führt,
  • Facharztkompetenz: seit 3 Jahren
  • Schwerpunkt- und Zusatzbezeichnung: seit 2 Jahren
  • fachlich und persönlich geeignet ist sowie
  • weisungsbefugt gegenüber den Weiterzubildenden ist.

Pflichten des Weiterbildungsbefugten:

Die Weiterbildungsbefugnis verpflichtet die bzw. den Befugten

  • an Evaluationen, Schulungen und weiteren Qualitätssicherungsmaßnahmen der Ärztekammer zur ärztlichen Weiterbildung teilzunehmen,
  • zur verantwortlichen und persönlichen Leitung der Weiterbildung,
  • die Weiterbildung inhaltlich und zeitlich entsprechend der Weiterbildungsordnung zu gestalten,
  • zur Bestätigung der vermittelten Inhalte im elektronischen Logbuch,
  • ein Gespräch mit der in Weiterbildung befindlichen Ärztin bzw. Arzt nach Abschluss eines Weiterbildungsabschnitts, mindestens jedoch einmal jährlich, zu führen, sowie
  • zur Ausstellung eines Zeugnisses über die abgeleistete Weiterbildungszeit.

Gehalt während und nach der Facharztausbildung

Als Assistenzarzt in der Facharztausbildung wirst du nach dem jeweils geltenden Tarifvertrag bezahlt. Vorher, während dem Medizin Studium bekommst du kein Gehalt, in der Facharztzeit wirst du anschließend jedoch bezahlt. Als Neurologe bedeutet das ein Anfangsgehalt von etwa 4.000 bis 5.000 Euro zu Beginn der Weiterbildung. Assistenzärzte verdienen während ihrer Facharztausbildung Neurologie zwischen 4.850 Euro und 6.340 Euro (Stand: 2023). Hierbei orientiert sich das Gehalt an den jeweiligen Tarifverträgen des Arbeitgebers. Als ausgebildeter Facharzt kannst du dann noch mal deutlich mehr verdienen.

Persönliche Fähigkeiten und Interessen

Wichtig für den Beruf Neurologe ist auch, dass du dich gut in Menschen hineinversetzen und einfühlsam mit ihnen kommunizieren kannst. Schließlich teilst du ihnen manchmal lebensverändernde Diagnosen mit und solltest diese mit entsprechendem Feingefühl anbringen. Ein gutes räumliches Denken und eine ausgeprägte Beobachtungsgabe helfen dir ebenfalls, genauso wie geschickte Hände und eine gute Selbstorganisation.

Perspektiven und Weiterbildungsmöglichkeiten

Von den angehenden Ärzten entscheiden sich immer mehr für die Neurologie, Bedarf gibt es aber trotzdem. Das liegt vor allem auch daran, dass viele neurologische Erkrankungen noch nicht geheilt werden können. Als Neurologe bieten sich viele verschiedene Optionen für eine Weiterbildung, um dein Wissen zu vertiefen oder deine Karriere auf das nächste Level zu bringen. Außerdem ist eine Fokussierung auf ein Teilgebiet der Neurologie möglich, wie Vaskuläre Neurologie (Durchblutungsstörungen des Gehirns) oder Neuroonkologie (Tumorerkrankungen des Nervensystems). Im Anschluss an den erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung Neurologie können weitere Zusatzbezeichnungen erworben werden.

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Aktuelle Zahlen und Fakten

  • Anzahl Fachärzte/-innen für Neurologie: In Deutschland gibt es mehr als 7.500 Fachärzte/-innen für Neurologie, davon sind über 66 Prozent in Krankenhäusern und Kliniken angestellt und mehr als 19 Prozent in fachärztlichen Praxen beschäftigt. In Deutschland gibt es 11.113 Fachärztinnen und Fachärzte für Neurologie (2024). Davon sind 10.070 berufstätig.
  • Tätigkeitsfelder: Fachärzte/-innen für Neurologie sind meist in Facharztpraxen oder in Kliniken tätig. Für das medizinische Fachgebiet Neurologie sind jederzeit zahlreiche Neurologie Stellenangebote zu finden, insbesondere zahlreiche Assistenzarzt Neurologie Stellenangebote.
  • In Deutschland arbeiten ungefähr 8.000 Ärzte mit dem Facharzttitel „Facharzt für Neurologie“. Um diesen Titel zu erlangen, haben die Ärzte ihre Facharztausbildung in der Neurologie absolviert.

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