Salz, insbesondere Natriumchlorid (Kochsalz), ist ein lebensnotwendiger Bestandteil unserer Ernährung und spielt eine wichtige Rolle bei verschiedenen Körperfunktionen. Es reguliert den Wasserhaushalt, unterstützt die Nervenfunktion und ist an der Muskelkontraktion beteiligt. Allerdings ist das Image von Salz in der Ernährung ähnlich schlecht wie das von Zucker. Es soll Bluthochdruck und Infarkte provozieren, dick machen und sogar dem Gehirn schaden.
Experten empfehlen, pro Tag maximal fünf Gramm Salz zu essen. Doch nun zeigen aktuelle Studien: Natriumsalz ist wohl nicht so gefährlich, wie bislang weithin vermutet wurde.
Die Rolle von Salz im Körper
Kochsalz, eine mineralische Verbindung aus Natrium und Chlorid (NaCl), wird aus Meerwasser oder Steinsalz gewonnen. Es dient nicht nur als Würzmittel und Konservierungsmittel, sondern erfüllt auch lebenswichtige Aufgaben im Körper. Chlorid ist als Bestandteil der Magensäure (HCl) für die Verdauung von Eiweißen unerlässlich, während Natrium Signale in Muskel- und Nervenzellen überträgt. Gemeinsam regulieren Natrium und Chlorid den Wasser- und Elektrolythaushalt und verhindern, dass der Körper zu viel Wasser ausscheidet.
Elektrolyte und ihre Bedeutung
Elektrolyte, zu denen auch Natrium gehört, sind Blutsalze, die für die Funktion der Organe unerlässlich sind. Es ist wichtig, dass die Konzentrationen der einzelnen Blutsalze, wie Natrium, Kalium und Kalzium, im Gleichgewicht sind. Veränderungen dieser Konzentrationen können zu Elektrolytentgleisungen führen, die sich durch Kopfschmerzen, Krämpfe oder im schlimmsten Fall durch Bewusstlosigkeit äußern können.
Ein zu niedriger Natriumspiegel im Blut ist die häufigste Elektrolytstörung. Sie betrifft bis zu 30 Prozent aller Patientinnen und Patienten in der Klinik und etwa jeden 20. älteren Menschen in der Hausarztpraxis. Liegt ein Natriummangel vor, droht ein schwerwiegender Verlauf oder sogar die Fehldiagnose Demenz. Denn gar nicht so selten werden Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen, später gepaart mit unsicherem, taumeligem Gang, Gedächtnisstörungen und Verwirrtheit, als Zeichen einer beginnenden Alzheimer-Demenz gedeutet.
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Aktuelle Forschungsergebnisse zum Salzkonsum
Ein internationales Forscherteam um Andrew Mente vom kanadischen Population Health Research Institute hat anhand von Urinproben die Salzverzehrsdaten von knapp 96 000 Menschen ausgewertet und sie mit ihrem Gesundheitszustand verglichen - etwa mit ihrer Herzinfarkt- und Schlaganfallquote. Die Probanden stammten aus 396 Gemeinden in 18 Ländern. Der Erhebungszeitraum betrug acht Jahre, in denen auch die Todesfälle erfasst und in Beziehung mit dem Salzkonsum gesetzt wurden.
Die Ergebnisse dieser Studie deuten darauf hin, dass ein hoher Salzkonsum nur dann mit Bluthochdruck und einem erhöhten Schlaganfallrisiko einhergeht, wenn täglich mehr als 12,5 Gramm Salz verzehrt werden. Dies ist vor allem in China der Fall, wo 80 Prozent der Gemeinden diese Grenze überschreiten. In Deutschland liegt der durchschnittliche Salzkonsum bei Männern bei zehn und bei Frauen bei 8,4 Gramm pro Tag, was unterhalb dieser kritischen Grenze liegt.
Franz Messerli von der Universität Bern kommentiert die Studie mit der Feststellung, dass nicht alle Organe gleich empfindlich auf Salz reagieren. Was dem Gehirn schade, müsse dem Herzen noch lange nicht schaden. Er geht sogar davon aus, dass Salz einen Schutzeffekt für das Herz haben könnte.
Die Bedeutung von Kalium
Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass nicht der Salzkonsum allein, sondern vielmehr das Verhältnis von Natrium zu Kalium eine entscheidende Rolle für die Gesundheit spielt. Ein erhöhter Kaliumkonsum wurde mit einem Rückgang von Herz-Kreislauf-Problemen in Verbindung gebracht. Kalium wirkt als Gegenspieler zu Natrium bei der Muskel- und Nervenarbeit. Die empfohlene Tagesdosis für Kalium liegt bei über vier, idealerweise 4,5 Gramm. Diese Menge kann beispielsweise durch eine mediterrane Ernährung mit viel frischem Gemüse, Olivenöl und Nüssen erreicht werden.
Die Kochsalzspülung in der Diskussion
Die Anwendung von Kochsalzlösungen, insbesondere in Form von Spülungen oder Injektionen, ist ein kontrovers diskutiertes Thema. Während isotonische Kochsalzlösungen (0,9 % NaCl) als gut verträglich gelten und in der Medizin zur Blutvolumenauffüllung oder als Trägerlösung für Medikamente eingesetzt werden, sind hochkonzentrierte Kochsalzlösungen mit Vorsicht zu genießen.
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Kochsalzlösung zur Verödung von Krampfadern
Aktuell wird besonders von Heilpraktikern für die „sanfte“ oder „saline“ Krampfaderentfernung durch Injektion einer hochprozentigen Kochsalzlösung geworben. Die Behandlung soll nicht nur besonders sanft sein, sondern im Gegensatz zu allen anderen Therapien auch keine Komplikationen verursachen.
Bei der Sklerotherapie (Verödung) wird ein Medikament, das so genannte Sklerosierungsmittel, in die Besenreiser und Krampfadern eingespritzt. Durch das Sklerosierungsmittel wird die erkrankte Vene durch körpereigene Prozesse in einen Bindegewebsstrang umgewandelt und mit der Zeit abgebaut. In Deutschland ist als Sklerosierungsmittel der Wirkstoff Polidocanol zugelassen. Wirksamkeit und Sicherheit dieses Arzneimittels sind durch zahlreiche klinische Studien bewiesen.
Die Injektion von hochprozentiger Kochsalzlösung führt nachweislich zu minutenlangen Schmerzen und Muskelkrämpfen bei und nach der Injektion. Es stimmt, dass Kochsalzlösung im menschlichen Körper in einer Konzentration von etwa 0,9 % vorkommt. Eine 10%ige bis 27%ige Kochsalzlösung, wie sie zur Behandlung von Krampfadern verwendet wird, kommt jedoch nicht im Körper vor und ist nicht natürlich. Zu viel Kochsalz kann sogar schädlich sein und zu ernsten Komplikationen führen. Die hochkonzentrierte Kochsalzlösung ist ein relativ schwaches Sklerosierungsmittel und bei Krampfadern mit einem Durchmesser von mehr als 3 bis 4 mm ist laut Studien von keiner Wirksamkeit auszugehen.
Schmerzen und Muskelkrämpfe bei und nach der Injektion sind typisch für die Kochsalzlösung. Die Muskelkrämpfe können minutenlang nach der Injektion anhalten und als Muskelschmerzen wahrgenommen werden. Mehrere Studien zeigen, dass die Schmerzhaftigkeit von Kochsalzlösung deutlich höher ist als mit anderen Sklerosierungsmitteln. Kochsalzlösungen verursachen zudem nachweislich häufiger Gewebezerstörungen und Geschwüre im Vergleich mit z. B. Ja, Nebenwirkungen können nachweislich auch nach der Kochsalzmethode auftreten, insbesondere nach der Behandlung größerer Krampfadern. Das Wirkprinzip ist bei allen Sklerosierungsmitteln gleich und daher können auch nach der Behandlung mit hochkonzentrierter Kochsalzlösung u. a. Thrombosen der tiefen Beinvenen, Lungenembolien, Nervenverletzungen und Hautverfärbungen vorkommen. Allergien sind bei reiner Kochsalzlösung sehr unwahrscheinlich. Dies gilt allerdings nur, sofern der Lösung keine örtlichen Betäubungsmittel wie z. B. Lidocain gegen die bei der Injektion auftretenden Schmerzen hinzugesetzt wurden. Diese können Allergien auslösen. Ja, tiefe Beinvenenthrombosen können nach Anwendung aller bekannten Behandlungsmethoden für Krampfadern und auch mit allen Sklerosierungsmitteln auftreten, also auch mit der Kochsalzlösung. Viel ist immer relativ, aber auch Kochsalz kann giftig sein. Etwa 100 bis 150 g Kochsalz über den Tag verteilt (10 Esslöffel Speisesalz) können beim erwachsenen gesunden Menschen tödlich enden, beim Kleinkind bereits 1 Esslöffel.
Kochsalzlösung für Muskelverspannungen
In einigen Praxen wird Kochsalzlösung 0,9% eingesetzt, wenn z. B. Menschen sehr verkrampfte Muskeln haben. Man kann die tiefen Rückenmuskeln mit der Spritze leichter lösen als mit dem Fingerdruck. Auf diesen Druck (= Physik) reagiert unser Gehirn mit einer Reaktion bei Schwindel genauso wie bei Knieschmerz am Meniskus. Bei dem entstehenden Druck am Punkt ist es egal, ob ich entzündungshemmende Präparate verwende oder Kochsalz Lösung 0,9%.
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Akupressur-, Trigger und Nervendruckpunkte sind schmerzhafte Punkte im Gewebe. Eine erstaunliche Erkenntnis als aktiver Kampfsportler (beim Jiu-Jitsu, Ju-Jutsu), wissenschaftlich ausgebildeter Muskel Therapeut nach Dr. Mosetter in Konstanz und Dr. Dr. Die Atemi-Punkte im Kampfsport werden sehr schnell angegriffen und direkt wieder losgelassen, um einen Impuls auf die Gegner zu übertragen. Solche Punkte werden sanft bis stark gereizt. Mit dem Finger am Schmerzpunkt oder mit einer Injektion mit Kochsalz Lösung 0,9%. Diese Punkte werden nun den Menschen sehr schmerzhaft bewusst. Die Spannung wird im Muskel- und Fasziengewebe soweit zum Ansteigen gebracht, dass die Reizschwelle im Gehirn (dem Thalamus) überschritten wird. Deshalb wird uns der Injektionspunkt oder Nervendruckpunkt schmerzhaft bewusst. Patienten denken bei der Rückenbehandlung oft, dass der Myo - Therapeut ihnen weh tut.
Risiken und Nebenwirkungen
Wie bei allen medizinischen Anwendungen können auch bei der Verwendung von Kochsalzlösungen Nebenwirkungen auftreten. Bei hochkonzentrierten Lösungen kann es zu Gewebeirritationen, Schmerzen und in seltenen Fällen zu Nervenschädigungen kommen. Es ist daher wichtig, dass die Anwendung von Kochsalzlösungen nur durch qualifiziertes Fachpersonal erfolgt.
Fazit
Die Frage, ob Kochsalzspülungen schädlich für die Nerven sind, lässt sich nicht pauschal beantworten. Isotonische Kochsalzlösungen sind in der Regel unbedenklich und werden in der Medizin vielfältig eingesetzt. Hochkonzentrierte Kochsalzlösungen sollten jedoch nur unter Aufsicht von Fachpersonal und nach sorgfältiger Abwägung der Risiken und Vorteile verwendet werden.
Es ist wichtig, den eigenen Salzkonsum im Auge zu behalten und auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Kalium zu achten. Bei Beschwerden oder Unsicherheiten sollte immer ein Arzt oder Heilpraktiker konsultiert werden.