Japanische Enzephalitis Impfung: Fakten, Schutz und Empfehlungen

Die Japanische Enzephalitis (JE) ist eine durch Mücken übertragene Viruserkrankung, die vor allem in Asien vorkommt. Obwohl schwere Krankheitsverläufe selten sind, kann die Erkrankung zu einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) führen, die lebensbedrohlich sein oder bleibende Schäden verursachen kann. Eine Impfung bietet einen guten Schutz vor der Erkrankung. Angesichts der potenziellen Schwere der Erkrankung und ihrer Verbreitung in weiten Teilen Asiens ist es wichtig, sich über die Japanische Enzephalitis und die Möglichkeiten der Impfprävention zu informieren.

Was ist Japanische Enzephalitis?

Die Japanische Enzephalitis ist eine Form der Gehirnentzündung, die durch das Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV) ausgelöst wird. Das Virus wird hauptsächlich durch nachtaktive Stechmücken der Gattung Culex übertragen, gelegentlich auch durch Aedesmücken. Hauptwirte des Virus sind Schweine und Wildvögel, aber auch andere Tierarten können betroffen sein.

Verbreitung und Übertragung

Die Erkrankung tritt vor allem in Südostasien, wie auf Bali und Indonesien, in weiten Teilen von Indien, Korea, Japan, China, dem Westpazifik und Nordaustralien auf - nicht nur im ländlichen Raum, sondern auch am Rand von Ballungszentren. Ein hohes Infektionsrisiko besteht vor allem in ländlichen, wasserreichen Regionen, etwa bei landwirtschaftlichem Reisanbau oder mit Nutztierhaltung von Schweinen, wo Mücken optimale Bedingungen zum Brüten finden und gleichzeitig viele Schweine oder wilde Vögel leben. Die Jahreszeit der Übertragung unterscheidet sich von Region zu Region. In (sub)tropischen Gebieten findet sie hauptsächlich während der Regenzeit, in gemäßigten Regionen im Sommer statt.

Symptome und Verlauf

Die meisten Menschen, die sich mit dem JE-Virus infizieren, entwickeln keine oder nur leichte, grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen oder Gliederschmerzen. Nur bei ca. jeder 200. bis 300. Infektion entwickeln sich nach einer Inkubationszeit von 1-2 Wochen schwere Symptome mit Bewusstseinsstörungen und weiteren neurologischen Symptomen wie Nackensteifigkeit, Lichtempfindlichkeit oder Krampfanfällen im Rahmen der Enzephalitis. Im Verlauf können sich die Symptome verschlechtern und Lähmungserscheinungen, Ataxie, Tremor, fokal-neurologische und extrapyramidalmotorische Störungen hinzukommen. Die Letalität ist mit bis zu 30% hoch, bleibende Schäden sind mit bis zu 50% häufig.

Die Japanische Enzephalitis-Impfung

Die Impfung gegen Japanische Enzephalitis ist eine wirksame Möglichkeit, sich vor der Erkrankung zu schützen. In Deutschland ist ein inaktivierter Verozellimpfstoff (JE-Virus Stamm SA14-14-2) seit 2009 verfügbar. Mit mehr als 93% Immunität nach Grundimmunisierung mit zwei Impfungen bei Kindern und Erwachsenen handelt es sich um einen sehr gut wirksamen Impfstoff.

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Für wen wird die Impfung empfohlen?

Die deutsche tropenmedizinische Gesellschaft (DTG) empfiehlt eine Impfung vor allem bei erhöhter Exposition oder längerfristigen Aufenthalten in Endemiegebieten. Ältere über 50 Jahre und Kinder sollten aufgrund der Schwere und Häufigkeit manifester Erkrankungen in diesen Altersgruppen bei der Impfempfehlung besonders berücksichtigt werden. Auch Reisende, die sich in der Nähe von Reisfeldern und Schweinezuchtbetrieben aufhalten, sollten geimpft werden.

Impfschema und Dosierung

Der Impfstoff wird abhängig vom Alter in unterschiedlichen Dosierungen verabreicht. Die Dosis für Erwachsene und Kinder ab einem Alter von 3 Jahren liegt bei 0,5 ml, entsprechend einer vollen Impfdosis des Herstellers. Für Kinder von 2 Monaten bis 3 Jahren wird nur die halbe Dosis entsprechend 0,25 ml Impfstoff benötigt. Die Grundimmunisierung erfolgt in allen Altersgruppen durch die Gabe von 2 Impfungen im Standardschema im Abstand von mindestens 28 Tagen. Ein sicherer Schutz ist ca. Sollte die Zeit vor der Abreise nicht ausreichen, steht für Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren ein Schnellschema mit Impfungen an den Tagen 0 und 7 zur Verfügung. Bei erneutem Expositionsrisiko sollte eine erneute Impfung mit einer Dosis 12-24 Monate nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung erfolgen, bei anhaltender Exposition schon nach 12 Monaten. Eine weitere Impfdosis empfiehlt das Robert Koch-Institut zehn Jahre nach der ersten Auffrischungsimpfung.

Mögliche Nebenwirkungen

Allgemein gilt die Impfung als gut verträglich. Am häufigsten können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Erwachsene: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen und Empfindlichkeit an der Injektionsstelle, Müdigkeit
  • Kinder: Fieber, Durchfall, grippeähnliche Erkrankungen, Reizbarkeit und Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schmerzen und Empfindlichkeit)

Kosten der Impfung

Die Kosten für eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis liegen bei etwa 90 Euro pro Impfdosis. Wie auch bei anderen Reiseimpfungen sollten Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung abklären, was diese übernimmt. Bei Reisen aus beruflichen Gründen zahlt in der Regel die Krankenkasse.

Die Impfung gegen Japanische Enzephalitis kann zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abgerechnet werden, wenn die Impfung in der Fachinformation eines Arzneimittels zwingend vorgeschrieben ist. Außerdem wurde der Grundsatz „Jeder Arzt darf impfen” aus dem Infektionsschutzgesetz in die SI-RL aufgenommen.

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Zukünftig kann unter folgenden Voraussetzungen gegen die Japanische Enzephalitis zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung geimpft werden:

  • Personen, die als Laborpersonal gezielt mit vermehrungsfähigen Wildtypstämmen des Japanische Enzephalitis Virus (JEV) arbeiten
  • Personen, die aus beruflichen Gründen eine Reise in ein Endemiegebiet (Südost-Asien, weite Teile von Indien, Korea, Japan, China, West-Pazifik, Nordaustralien) während der Übertragungszeit unternehmen. Dies gilt besonders bei Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete, Langzeitaufenthalt (> 4 Wochen), wiederholten Kurzzeitaufenthalten, voraussehbarem Aufenthalt in der Nähe von Reisfeldern und Schweinezucht (nicht auf ländliche Gebiete begrenzt).

Zusätzliche Schutzmaßnahmen

Neben der Impfung gibt es weitere Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um sich vor einer Infektion mit dem Japanische-Enzephalitis-Virus zu schützen:

  • Mückenschutz: Verwenden Sie Mückenschutzmittel, tragen Sie lange Kleidung und schlafen Sie unter einem Moskitonetz.
  • Vermeidung von Risikogebieten: Meiden Sie nach Möglichkeit ländliche Gebiete mit Reisfeldern und Schweinezuchtbetrieben, insbesondere während der Regenzeit oder im Sommer.
  • Schutz zur Dämmerung und nachts: Da die übertragenden Mücken vor allem dämmerungs- und nachtaktiv sind, sollten Sie sich zu diesen Zeiten besonders schützen.

Reiseimpfungen im Allgemeinen

Wer in den Urlaub fährt, denkt zuerst wahrscheinlich nicht so gern an Krankheiten. Vor allem beim Planen von Fernreisen sollten aber spezielle Reiseimpfungen nicht vergessen werden, denn sie sind wichtig. Anders als die sogenannten Standardimpfungen (die Teil des regulären Impfkalenders) werden diese Impfungen nur für Reisen in bestimmte Regionen empfohlen.

Notwendigkeit von Reiseimpfungen

Das Risiko für bestimmte Krankheiten steigt bei schlechten hygienischen Bedingungen und in einem anderen Klima, in dem sich bestimmte Erreger besonders gut verbreiten. Für Laien ist es oft schwer herauszufinden, welche Reiseimpfungen genau nötig sind. Neben dem Reiseland spielen auch Art und Dauer der Reise, Saison, geplante Aktivitäten vor Ort sowie mögliche vorbestehende Grunderkrankungen eine Rolle. Grundsätzlich ist es aber sinnvoll, sich persönlich reisemedizinisch beraten zu lassen. Das machen etwa qualifizierte niedergelassene Ärzt:innen, Tropeninstitute und teilweise auch Gesundheitsämter.

Rechtzeitige Planung

Ideal ist es, sich spätestens sechs Wochen vor der Abreise beraten zu lassen, am besten sogar noch früher. Dann bleibt genügend Zeit, alle Impfungen vollständig durchzuführen. Denn einige benötigen mehrere Dosen in verschiedenen Zeitabständen. Grundsätzlich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin, Reisemedizin und Globale Gesundheit e.V., alle Impfungen spätestens zehn bis 14 Tage vor Abreise komplett abzuschließen. Aber auch kurzfristig lohnt sich eine Beratung und Impfung. Für manche Impfstoffe gibt es zum Beispiel sogenannte Schnellimpfschemata. Dabei werden die Impfstoffdosen innerhalb eines kürzeren Zeitraums als üblich verabreicht.

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Kostenübernahme

Impfberatungen und Reiseimpfungen sind freiwillige Leistungen der Krankenkassen. Während Versicherte den Beratungstermin oft selbst bezahlen müssen, übernehmen fast alle Kassen die Kosten für die Impfungen ganz oder teilweise. Voraussetzung für eine Kostenübernahme ist fast immer, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung empfiehlt.

Empfohlene Reiseimpfungen

Zu den empfohlenen Reiseimpfungen gehören nach Angaben der STIKO je nach Ziel Cholera, Denguefieber, Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Gelbfieber, Hepatits A und B, Japanische Enzephalitis, Meningokokken-Meningitis, Tollwut und Typhus. Reisende sollten zudem an eine Malariaprophylaxe denken.

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