Die Neurologie des Juliusspitals bietet Medizinstudierenden eine hervorragende Möglichkeit, praktische Erfahrungen im Rahmen einer Famulatur zu sammeln. Das Team ist sehr nett und offen, beantwortet gerne Fragen und erklärt viel von selbst. Hier sind einige detaillierte Erfahrungen und Einblicke in den Ablauf und die Lernmöglichkeiten.
Strukturierter Tagesablauf und Lernmöglichkeiten
Der Tag beginnt in der Regel um 8:00 Uhr mit der Visite, gefolgt von einer Frühbesprechung und Röntgendemo um 9:00 Uhr. Anschließend übernehmen die Famulanten die elektiven Aufnahmen des Tages. Dies beinhaltet eine ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung. Die Patienten werden dann den Stationsärzten und dem Oberarzt vorgestellt, wobei eine gemeinsame Zugangsvisite stattfindet. Hier können Fragen gestellt werden, die bereitwillig beantwortet werden. Die Aufnahmebefunde und Ergebnisse der körperlichen Untersuchung werden im Arztbrief zusammengefasst, was eine gute Übung im Diktieren darstellt.
Neben den regulären Aufgaben gibt es oft Möglichkeiten zur Teilnahme an Lumbalpunktionen, wobei die Lernkurve besonders steil ist. Auch Blutentnahmen und das Legen von Viggos gehören zu den Aufgaben, werden aber durch einen Blutentnahmedienst reduziert.
Vielfältige Einsatzmöglichkeiten und Rotationen
Je nach Interesse können Famulanten auf die Strokestation, Frührehabilitation, Intensivstation oder in die Notaufnahme rotieren. Auch das Zuschauen bei verschiedenen Untersuchungen wie Duplex-Sonographie, EMG und EEG ist möglich. Die Ärzte nehmen die Famulanten gerne mit, wenn sie danach fragen.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Normalstation, wo man bei den elektiven Aufnahmen helfen und die Patienten selbst aufnehmen kann. Dabei lernt man die neurologische Untersuchung ohne Zeitdruck. Bei der Zugangsvisite am Nachmittag kann man dem Oberarzt die Patienten vorstellen und sich Untersuchungstricks abgucken. Die Notaufnahme bietet ebenfalls spannende Möglichkeiten, Patienten selbst zu übernehmen, sie ins CT zu begleiten und vieles mehr.
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Fortbildungen und Integration ins Team
Fast jeden Tag gibt es Fortbildungen für PJler, an denen Famulanten teilnehmen können. Einmal pro Woche findet eine Fortbildung für die gesamte Abteilung statt, und einmal im Monat gibt es eine Fallbesprechung durch einen der Oberärzte. Das Team ist unglaublich nett und am Lernfortschritt interessiert. Famulanten werden auch zu den Assistententreffen eingeladen, was einen kollegialen Umgang fördert.
Die Rolle des Chefarztes
Einmal pro Woche findet die Chefvisite statt, bei der Studierende von Prof. Mäurer mit Fragen konfrontiert werden können. Dies kann herausfordernd sein, aber der Chefarzt nimmt es nicht übel, wenn man etwas nicht weiß und bietet eine lehrreiche Erfahrung.
Arbeitszeiten und Flexibilität
Die Arbeitszeiten sind in der Regel human, und nach Erledigung der Aufgaben kann man meist zwischen 14:30 und 15:30 Uhr gehen. Anfänger benötigen möglicherweise etwas länger, um alle Aufgaben zu erledigen. Insgesamt bietet das Tertial eine sehr gute Erfahrung.
Zusammenfassung der positiven Aspekte
- Nettes und offenes Team: Die Ärzte sind hilfsbereit und erklären viel.
- Selbstständiges Arbeiten: Man kann Patienten aufnehmen, Berichte diktieren und in der Mittagsbesprechung vorstellen.
- Vielfältige Einsatzmöglichkeiten: Rotationen auf verschiedene Stationen und Teilnahme an Untersuchungen.
- Fortbildungen: Regelmäßige Fortbildungen für PJler und die gesamte Abteilung.
- Gute Integration: Man wird schnell ins Team integriert und kann an Assistententreffen teilnehmen.
- Lumbalpunktionen: Möglichkeit, Lumbalpunktionen unter Aufsicht durchzuführen.
- Blutentnahmedienst: Weniger regelmäßige Blutentnahmen durch den hausinternen Dienst.
- Strukturierter Tagesablauf: Frühbesprechungen, Visiten und Röntgendemos.
Herausforderungen und Nachteile
- Chefarztvisiten: Können aufgrund der anspruchsvollen Fragen eine Belastung sein.
- Wenige Studierendenfortbildungen: Fokus liegt eher auf Fortbildungen für PJler und Ärzte.
- Unterbesetzung: Assistenten können überarbeitet und gestresst sein.
- Essen muss selbst bezahlt werden: Kein kostenloses Mittagessen für Famulanten.
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