Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Neurologie, von der Rolle junger Ärzte in der Gestaltung der Zukunft der Medizin bis hin zu den Errungenschaften erfahrener Neurologinnen wie Prof. Dr. Claudia Sommer. Zudem werden Informationen zu Anlaufstellen für Depressionen und Schmerztherapie in Deutschland bereitgestellt.
Die „Junge Kammer“: Nachwuchs gestaltet die Zukunft
Der Ausschuss „Junge Kammer“ der Ärztekammer, gegründet 2019 und 2023 von der Vertreterversammlung bestätigt, geht in seine zweite Legislaturperiode. Dieses Gremium vereint Assistenz- und Fachärzte aus Kliniken und Niederlassungen des gesamten Bezirks. Die Mitglieder treffen sich viermal jährlich, um sich mit vielschichtigen Themen wie Digitalisierung und IT, Vernetzung von Klinik und Ambulanz, psychische Gesundheit von Ärzten, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Unterstützung ausländischer Ärzte, Weiterbildung und Nachhaltigkeit auseinanderzusetzen.
Die Mitglieder nehmen ihre Aufgaben als Delegierte in den Vertreterversammlungen der Bezirks- und Landesärztekammer wahr, engagieren sich in weiteren Ausschüssen und sind in ihrem ärztlichen Umfeld und Fachbereich aktiv. Um die Anliegen der jungen Ärzteschaft zu verbreiten, werden Fortbildungen organisiert und sich an Veranstaltungen beteiligt, darunter:
- Fit für den ersten Nachtdienst
- Informationen zu Weiterbildung und Logbuch für Berufseinsteiger
- Eltern werden im medizinischen Alltag
- Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen
- Willkommensveranstaltung für neue Kammermitglieder
- Nachhaltigkeit in der Medizin / Klimawandel und Gesundheit
Für die Jahre 2025/26 hat sich die „Junge Kammer“ vorgenommen, ihre Expertise weiterhin einzubringen und die Zukunft aktiv mitzugestalten, um Themen anzusprechen, die die Ärzteschaft bewegen.
Prof. Dr. Claudia Sommer: 30 Jahre Neurologie und ein Blick in die Zukunft
Prof. Dr. Claudia Sommer blickt auf 30 Jahre in der Neurologie zurück und setzt ihre Arbeit als Seniorprofessorin am Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) Würzburg fort. Zu ihren ersten Aufgaben nach Dienstantritt im März 1995 in der Neurologie des Uniklinikums Würzburg (UKW) gehörte das Aufhängen von Rauchverbotsschildern. Sie wechselte von der Neurologie ins Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS), wo sie sich mit Prof. Heike Rittner ein Zimmer teilt. Gemeinsam leiten die beiden Medizinerinnen die Klinische Forschungsgruppe (KFO 5001) ResolvePAIN, die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt wird. Claudia Sommer ist nicht nur in Projekte der Forschungsgruppe eingebunden, sondern auch des Sonderforschungsbereichs SFB 1158 der Universität Heidelberg.
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Ihre Forschungsschwerpunkte liegen neben der Schmerzforschung vor allem im Bereich Polyneuropathien, Erkrankungen des peripheren Nervensystems. Sie entdeckte mit ihrem Team einen Autoantikörper, der die Ranvierschen Schnürringe zerstört, eine Struktur an den Nervenfasern, die für die Signalübertragung wichtig ist. Zudem konnte sie zeigen, dass beim Stiff-Person-Syndrom Antikörper die Neurone angreifen.
Als Seniorprofessorin darf sie Patientinnen und Patienten nur noch im Rahmen von Forschungsprojekten behandeln. Sie wird ab Sommer 2025 zwei Jahre lang President Elect und weitere zwei Jahre Präsidentin der Peripheral Nerve Society sein und unterstützt aktiv die GBS|CIDP Foundation International.
Auf ihrer positiven Bilanz der vergangenen 30 Jahre in der Neurologie stehen die Durchbrüche in der Behandlung von Schlaganfällen und Multipler Sklerose. Ihr Blick in die Zukunft ist vorsichtig optimistisch, insbesondere hinsichtlich der Behandlung von ALS und immunologisch bedingten Neuropathien. In der Schmerztherapie hofft sie auf ein Medikament, das Schmerzen signifikant reduziert und kaum Nebenwirkungen hat.
Sie bedankt sich bei allen bisherigen und zukünftigen Studienteilnehmenden für ihren oft selbstlosen Einsatz, mit dem sie maßgeblich zum Erkenntnisgewinn beitragen. Derzeit werden für verschiedene Studien gesunde Kontrollpersonen gesucht sowie Patientinnen und Patienten mit Migräne.
Anlaufstellen für Depressionen und Schmerztherapie in Deutschland
Im Folgenden werden einige Kliniken und Einrichtungen in Deutschland aufgeführt, die sich auf die Behandlung von Depressionen und Schmerzen spezialisiert haben. Es ist wichtig zu beachten, dass dies nur eine Auswahl darstellt und es ratsam ist, sich umfassend über die jeweiligen Angebote und Aufnahmebedingungen zu informieren.
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Depressionsstationen und Kliniken (Auswahl):
- Berlin:
- Vivantes Klinikum Am Urban, Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
- Alexianer St. Joseph Krankenhaus Berlin-Weißensee
- Sankt Gertrauden-Krankenhaus
- Evangelisches Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge
- Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im St. Hedwig-Krankenhaus
- DRK Kliniken Berlin Köpenick
- Evangelisches Krankenhaus Hubertus
- Brandenburg:
- Asklepios Fachklinikum Lübben
- Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH
- Sachsen:
- Klinikum Chemnitz gGmbH
- Sächsisches Krankenhaus Rodewisch
- Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
- Elblandkliniken Meißen
- HELIOS Park-Klinikum Leipzig
- Universitätsklinikum Leipzig
- Städtisches Klinikum St. Georg Leipzig
- Sachsen-Anhalt:
- AMEOS Klinikum Bernburg
- Universitätsklinikum Halle (Saale)
- Klinikum Magdeburg gGmbH
- Thüringen:
- SRH Wald-Klinikum Gera
- Schleswig-Holstein:
- AMEOS Klinikum Heiligenhafen
- AMEOS Klinikum Neustadt
- Psychiatrische Klinik Rickling
- Weitere Standorte:
- Zahlreiche weitere Kliniken und psychiatrische Einrichtungen in ganz Deutschland bieten spezialisierte Depressionsbehandlungen an. Eine umfassende Liste kann über die Suchfunktion auf entsprechenden Webseiten gefunden werden.
Schmerzkliniken und -zentren (Auswahl):
- Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel: Spezialisiert auf die Therapie von Migräne, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen, Rückenschmerzen und anderen chronischen Schmerzerkrankungen. Bietet stationäre und ambulante Behandlungen sowie spezielle Programme für Kinder und Jugendliche.
- Zentrum für interdisziplinäre Schmerzmedizin (ZiS) Würzburg: Unter der Leitung von Prof. Dr. Heike Rittner und Prof. Dr. Claudia Sommer werden hier innovative Ansätze in der Schmerzforschung und -therapie verfolgt.
Wichtige Hinweise:
- Die Aufnahme in eine Klinik oder ein Therapiezentrum erfolgt in der Regel nach Antragstellung des Patienten gegenüber dem Kostenträger (Krankenkasse, Rentenversicherungsträger, etc.).
- Viele Kliniken bieten spezielle Behandlungsangebote für bestimmte Zielgruppen an, z.B. Mutter-Kind-Stationen, gerontopsychiatrische Depressionsstationen oder Behandlungen für Menschen mit Migrationshintergrund.
- Es ist ratsam, sich vorab über die spezifischen Therapieangebote, Aufnahmebedingungen und Kostenübernahme zu informieren.
Weitere wichtige Aspekte in der Medizin
Neben den genannten Schwerpunktthemen gibt es eine Vielzahl weiterer relevanter Aspekte in der Medizin, die hier kurz angerissen werden:
- Digitalisierung und IT im Gesundheitswesen: Die Digitalisierung bietet große Chancen für eine effizientere und patientenorientiertere Gesundheitsversorgung. Themen wie Telemedizin, elektronische Patientenakte und Big Data spielen eine immer größere Rolle.
- Vernetzung von Klinik und Ambulanz: Eine enge Zusammenarbeit zwischen stationären und ambulanten Einrichtungen ist entscheidend für eine lückenlose Versorgung der Patienten.
- Psychische Gesundheit von Ärzten: Die hohe Arbeitsbelastung und der psychische Druck im Arztberuf können zu Burnout und anderen psychischen Problemen führen. Es ist wichtig, dass Ärzte auf ihre eigene Gesundheit achten und Unterstützung in Anspruch nehmen können.
- Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine Herausforderung für viele Ärzte, insbesondere für Frauen. Flexible Arbeitszeitmodelle und eine gute Kinderbetreuung sind wichtige Faktoren.
- Unterstützung ausländischer Ärzte: Ausländische Ärzte leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung in Deutschland. Es ist wichtig, sie bei der Integration und Anerkennung ihrer Qualifikationen zu unterstützen.
- Nachhaltigkeit in der Medizin: Die Medizin hat einen erheblichen Einfluss auf die Umwelt. Es ist wichtig, nachhaltige Praktiken zu fördern, um die Umweltbelastung zu reduzieren und die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen.
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