Judith Williams und die Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters: Eine persönliche Geschichte

Judith Williams, bekannt als Investorin in der TV-Show "Die Höhle der Löwen", hat in den letzten Jahren schwere familiäre Schicksalsschläge erlebt. Besonders prägend war die Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters, des Opernsängers Daniel Lewis Williams. Diese Erfahrung hat sie dazu veranlasst, sich öffentlich für das Thema Demenz zu engagieren und auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, mit denen Betroffene und ihre Familien konfrontiert sind.

Die Diagnose und ihre Folgen

Die ersten Anzeichen der Alzheimer-Erkrankung bei Daniel Lewis Williams zeigten sich im Jahr 2012. Judith Williams erinnerte sich gegenüber der "Bild"-Zeitung: "Seine Krankheit begann in unserer Wahrnehmung 2012. Als er noch erfolgreich in London in der Royal Albert Hall in Anwesenheit der Queen die 'Aida'-Premiere als König sang und dann bei der folgenden Tournee nicht mehr gerne mitmachen wollte, weil er sich die Texte nicht mehr merken konnte." Ärztliche Tests bestätigten dann die Diagnose beginnender Alzheimer.

Die Krankheit schritt fort, und im Laufe der Zeit veränderte sich Daniel Lewis Williams. Judith Williams beschrieb diese Veränderung im Gespräch mit BUNTE: "Mein Vater war ein sehr geduldiger, liebevoller Mann, ein echter Gentleman, und auf einmal wurde er aufbrausend und griesgrämig. So kannten wir ihn gar nicht, das war ein anderer Mensch. So fing es an." Am Ende erkannte er seine Tochter nicht mehr. "An meinem letzten Geburtstag sagte er: 'Woher kennen wir uns nochmal'? Diese Krankheit ist so grausam, weil sie dir alles nimmt", so Judith Williams.

Der Umgang mit der Krankheit in der Familie

Judith Williams und ihre Familie kümmerten sich liebevoll um Daniel Lewis Williams. "Wir gehen auf Papa ein, versuchen ihn abzulenken und reagieren mit Verständnis und Humor, wenn ihm etwas nicht einfällt. Lachen und Weinen sind in unserem Alltag eng verknüpft", verriet Judith Williams. Sie engagierte sogar zwei Pflegekräfte und einen Pflegedienst, um ihm ein Leben in seinem Zuhause am Ammersee zu ermöglichen. "Ich habe zum Glück die finanziellen Möglichkeiten, ihm ein Leben in seinem Zuhause am Ammersee zu ermöglichen", sagte sie.

Trotz der traurigen Umstände gab es auch lustige Momente. In der Talkshow "Riverboat" erzählte Judith Williams eine Anekdote: "Zu meiner Schwester sagte er: 'Sagen Sie, für einen Mann haben sie unglaublich schöne Haare!' Meine Schwester war ganz enttäuscht und sagte: 'Warum muss ich der Mann sein?'" Humor half der Familie, mit der schwierigen Situation umzugehen. "Das Einzige, was hilft, war unser Humor", sagte sie.

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Das Engagement für Demenzkranke

Die persönliche Erfahrung mit der Alzheimer-Erkrankung ihres Vaters hat Judith Williams dazu veranlasst, sich öffentlich für das Thema Demenz zu engagieren. Sie unterstützt die Initiative "#bademantelchallenge - Für ein Leben ohne Demenz" des Stiftungsfonds "Deutsche Demenzhilfe". Diese Kampagne ruft dazu auf, sich als Zeichen der Solidarität mit Menschen mit Demenz öffentlich im Bademantel zu zeigen und ungewöhnliche Orte für Fotos zu wählen. Ziel ist es, Aufmerksamkeit für das Thema Demenz zu schaffen und Spenden für die Demenzforschung zu sammeln.

Judith Williams äußerte sich zu ihrem Engagement: "Die tückische Krankheit macht vor niemandem halt. 15 Jahre lang habe ich meinen an Alzheimer erkrankten Vater begleitet. Es ist mir ein Anliegen, dass diese Krankheit mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft erfährt und nicht einfach als normaler Alterungsprozess abgetan wird."

Die "Höhle der Löwen" und das Thema Demenz

Das Thema Demenz spielte auch in der TV-Show "Die Höhle der Löwen" eine Rolle. In einer Folge wurde der "ichó" Therapieball vorgestellt, ein Therapieball für demenzkranke Menschen. Der Ball ist mit Sensoren ausgestattet und reagiert mit Klang, Licht, Farbe oder Vibration auf verschiedene Aktionen. Dadurch soll sowohl die kognitive Leistung als auch die Feinmotorik gefördert werden.

Judith Williams zeigte sich von dem Produkt berührt, da ihr Vater an Alzheimer erkrankt war. Unter Tränen fragte sie die Gründer: "Wer sagt mir, dass das hilft?" Für sie wäre "ichó" nur ein Investmentcase, wenn sich beweisen lässt, dass es hilft.

Die Bedeutung der Forschung und Prävention

Judith Williams betonte die Bedeutung der Demenzforschung. Sie selbst wolle sich auch auf die Erkrankung testen lassen, da sowohl ihr Vater als auch dessen Schwester an Alzheimer litten. Eine Ärztin habe ihr jedoch gesagt, dass sie etwas dagegen tun könne: "Machen Sie Sport, essen sie wenig, wirklich ganz wenig Zucker, Ausdauersport, ein gesundes Leben und ausreichend Schlaf werden Ihnen helfen."

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Das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) widmet sich der Erforschung von Erkrankungen des Gehirns und Nervensystems wie Alzheimer, Parkinson und ALS. Ziel des DZNE ist es, neuartige Strategien der Vorsorge, Diagnose, Versorgung und Behandlung zu entwickeln und in die Praxis zu überführen.

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